Tag 3796 und 3797 – Stundenweise.

Gestern habe ich tatsächlich geputzt. Ich war dabei sehr gründlich und habe auch „alles“ gemacht, aber dabei die Kinderzimmer ausgelassen, die sind echt alt genug dafür, da selber mal staubzusaugen und ich bin nicht deren kostenloser Roomservice. Als Herr Rabe nach Hause kam, fragte er, was ich sonst so gemacht hätte, und ich sagte (was der Wahrheit entsprach), ich habe nichts anderes gemacht. Anders gesagt dauert das sehr gründliche Putzen dieses Hauses einen Arbeitstag. Uff.

Abends war wieder Orchester, das war schön.

Heute habe ich, nach dem Putztag, gar nichts gemacht erst mal ein paar Folgen The Bear geschaut und dann zweieinhalb Stunden Schnee geschippt. Als ich fertig (und durchgeschwitzt und ordentlich genervt) war, kam dann auch der Heini, der ganz gut bezahlt wird dafür, hier ein mal mit seinem Traktor rauf zu fahren. Die Wärmekabel funktionieren so lala und in der Mitte dazwischen sammelt sich halt auch Eis an. Wir wollen alle nicht, dass dieses Eis irgendwann 40 cm dick wird. Und ich persönlich könnte mir auch vorstellen, dass eine etwas breitere Spur dazu beiträgt, dass ich nicht jedes Mal irgendwo rutsche.

Als ich wieder im Haus (und hungrig) war, fiel erst mal der Strom aus. Der Strom blieb dann auch für 2 Stunden aus. Zwei Stunden im Dunkeln sind schon lange. Zwei Stunden ohne Heizung, wenn draußen -11 Grad sind, merkt man auch relativ fix (ok, ich hatte auch vergessen, die Lüftungsklappen überall zuzumachen). Naja, wir haben Teelichter, einen Kamin und ein Messer, mit dem man, sehr zu Michels Erstaunen, Brot abschneiden kann. Inzwischen haben wir wieder Strom, wir konnten also auch was richtiges essen, aber es war schon wirklich sehr dunkel in diesen 2 Stunden.

Wir müssen dringend für den Sommer anleiern, dass die eine Terrassentür ausgetauscht wird. Die ist so undicht, dass es, trotz Thermostat auf kuschligen 25 Grad, zur Zeit immer super kalt im Hobbyraum ist.

Es soll bitte bald Frühling werden.

Tag 3700 – 3702 – Freie Tage.

Ich habe frei. Also, hatte, jetzt ist ja Wochenende, da ist normalerweise ja eh frei. Donnerstag und Freitag hatte ich mir aber frei genommen. Besuch, Kinder, die Ferien haben, und die kommenden Wochen machten, dass ich dachte, das sei eine gute Idee. Ist es sicher auch, ich bin nur nicht gut im frei haben.

Am Donnerstag haben wir eigentlich unsere neue Dunstabzugshaube installieren wollen. Es ging auch alles verhältnismäßig gut. Der Handwerker war da und sägte ein Loch in die Decke. In die Decke statt in die Wand, weil über der Küche eh nur der Dachboden ist und da auch der Schornstein ist, in dem die Abluft eben ablüftet. Sonst hätten wir zwei Löcher machen müssen, das ist ja Quatsch. Es wurden dann auch Lüftungskanäle gezogen und dann… fehlten am Ende so 20 cm Rohr. Meh. Und weil wir dann auch keinen Nerv mehr auf Kochen in einer halb auseinandergenommenen Küche hatten, waren wir beim Dorfchinesen essen. Ich erfuhr dann auch mal, dass deren Sohn, der in Michels Klasse ist, schon vor drei Jahren oder so seinen chinesischen Namen gegen einen sehr klassisch norwegischen eingetauscht hat. also wirklich, das deutsche Äquivalent zu dem neuen Vornamen wäre Stefan oder Philip. Ich bin davon immer noch irritiert. Aber das Essen war sehr gut.

Gestern waren wir in Oslo, wo wir erst mit Pippi einen neuen Ballettbody gekauft haben (alle Kindergrößen sind ihr jetzt zu klein. Damen-XXS ist auch bereits zu klein. XS it is. Wo will dieses Kind eigentlich noch hin wachsen?) und dann im Munch-Museum waren. Das Munch-Museum ist ein sehr schönes Museum, sehr modern, ähm, ich kann nur mit bildender Kunst nicht so viel anfangen. Vielleicht sollte ich das einfach mal aufgeben. Ich stehe vor den Kunstwerken und bestenfalls denke ich „krass, das ist bestimmt voll schwierig zu machen gewesen“. Meistens denke ich „naja ok Kunst halt“. Mir ist das regelrecht peinlich, wie wenig ich davon verstehe und wie wenig mir das auch gibt. Anyway. Ich habe den Schrei übrigens zwar gesehen (2 von 3 ausgestellten Ausgaben), aber nur ein Foto von den sicher 30 Leuten davor, die es fotografieren. Ist halt auch Kunst. Am besten fand ich die Lithografien.

Als jemand, auf dessen Hochzeit Nietzsche-Zitate fielen, muss ich das fotografieren.
Ein Selbstporträt als Lithografie.

Außer mir fanden alle (die Schwägerin, Herr Rabe und Pippi) das Museum total gut, also liegt es wohl an mir.

Nach dem Museum waren wir dann in Oslo in der Mathallen noch Fårikål essen. Das ist ja sozusagen norwegisches Nationalgericht, und jetzt ist Saison. Aber eigentlich macht man das ja zu Hause… da ist eine funktionierende Dunstabzugshaube aber ein absolutes Must-have, sonst stinkt hinterher die ganze Bude für immer nach Kohl und Schaf. Aber in der Mathallen bei Helt Vilt kann man das wirklich sehr sehr gut essen. Es war auch wirklich ausgezeichnet lecker.

Heute war dann erst mal Extremwetter.

Starkregen und Sturm. Amy gibt alles. Wir mussten trotzdem raus, denn Herr Rabe wollte eine Brille aussuchen. Der Gute ist ja nun über 40 und bekommt jetzt erst mal eine Bildschirmbrille. Kann ja mal sein, dass die Augen schlechter werden, wenn man die 40 passiert hat. Er wird jetzt eine sehr schicke Brille bekommen, bin fast neidisch, dass ich Herrn Rabe nicht von der anderen Seite eines Bildschirms sehe. Im Anschluss hatte ich dann noch eine Geigenstunde in Oslo, wo zu dem Zeitpunkt das Extremwetter schon wieder rum war. Es tobte aber noch sowohl zu Hause als auch weiter südlich. Sehr seltsam. Ich fühlte mich in Oslo mit meinen Gummistiefeln ein bisschen falsch angezogen, aber hier zu Hause brauchte ich die WIRKLICH.

Abends brachte ich eine ganze Weile damit zu, ein „Stacking-Kit“ auf die Waschmaschine zu montieren. Jetzt steht der Trockner auf der Waschmaschine, und zwar wie bei so Erwachsenen mit einer richtigen Stapelplatte dazwischen und nicht einfach aufeinander gestellt. WAS MAN AUCH AUF KEINEN FALL MACHEN SOLL. Nur um das mal gesagt zu haben. Machen Sie das nicht! Nehmen Sie Stapelrahmen.

Tag 3693 und 3694 – Taxi fahren und Rumhängen.

Außer Homeoffice nicht viel gewesen. Homeoffice war, weil ich gestern Michel zum Kieferorthopäden und danach Pippi und ihre Freundin zur Bandprobe fahren musste. Zwischendurch habe ich noch einen sehr Basic IT-Inspektionen-Kurs gemacht. Da habe ich jetzt nicht übermäßig viel gelernt und auch nichts Neues. Ich hoffe wirklich, dass der Kurs, für den ich in zwei Wochen nach Amsterdam fahre, besser ist.

Michels Kieferorthopäde hatte keine neuen Nachrichten. Alles sieht stabil aus, der Überbiss ist jetzt im Rahmen. Weiter die lose Klammer reduzieren. Weiter überlegen, ob wir, auf eigene Kosten, noch mehr machen wollen.

Bei der Arbeit sind weiter alle einigermaßen bekloppt. Aber die Medikamente gegen das PMDS wirken jetzt und dann will ich die wenigstens nicht mehr alle ständig erwürgen. Jedenfalls nicht, wenn ich zusätzlich im Homeoffice meine Ruhe hab. *

Wir haben heute das erste Mal seit… tja, fast drei Monaten? auf dem Sofa vor dem Fernseher gesessen. Den haben wir nämlich letztes Wochenende aufgehängt und Herr Rabe hat ihn heute angeschlossen. Und so saßen wir mit einem freitäglichen Bier und haben eine Folge Wednesday geguckt. Wir sind dermaßen hinten dran mit den wenigen Serien, die wir überhaupt verfolgen, es ist nahezu peinlich. Aber, was auch gut ist, das Sofa (das wir mit dem Haus gekauft haben) riecht nach einer Runde mit sehr viel Febreeze jetzt nicht mehr nach Katze. Katze riecht, wenn man gar keine Katze hat, übrigens sehr stark nach Käsefuß. Und wir wissen wieder, warum wir alle selbst ausgesuchten Sofas auch nach dem Kriterium „waschbarer Bezug“ ausgesucht haben. Wer macht denn bitte nicht waschbare Sofabezüge?

Ich finde, „Wir haben zwei Monate nach dem Umzug den Fernseher ausgepackt und aufgehängt“ illustriert sehr schön, wie es mit diesem Umzug bisher so lief.

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*und so viel Tee trinken kann, wie ich Lust habe, die 5 Meter in die Küche zu laufen, weil ich mir glaube ich irgendwo/irgendwie eine Blasenentzündung geholt habe. Die erste seit vielen, vielen Jahren, vielleicht sogar seit der Schwangerschaft mit Pippi? Da ich das früher und insbesondere in den Schwangerschaften wirklich ständig hatte, beschwere ich mich vorerst nicht, sondern trinke halt sehr viel FAK-Tee. Ein Mal in zehn Jahren kann da ja schon mal passieren.

Tag 3676 – Auf und ab.

Zu allererst: Es sieht so aus, dass wir eine Rot-grüne Regierung bekommen. Das wird dann wohl ein Zusammenschluss aus vielen rötlichen und grünlichen Parteien, aber immerhin NICHT blau-braun. Yeah. Die Grünen sind dieses Mal auch recht safe über der Sperrgrenze (hier 4%). Das ist auch gut.

Ich habe heute zwei mal eine halbe Stunde Geige geübt und das war schön. Außerdem habe ich eine halbe Stunde Michel beim Trompete üben beaufsichtigt und ihm Melodien vorgesungen, und er hat sich am Ende bedankt. Er kann das auch alles, er muss nur üben. Er hört manchmal nicht so gut, ob er die richtigen Töne spielt (oder er ignoriert, wenn es die falschen Töne sind) und braucht deshalb jemanden, der daneben sitzt und ab und zu Fis! sagt. Das war, im Großen und Ganzen, auch schön.

Die Dachdecker haben angefangen, unser undichtes Garagendach neu zu decken. Dabei haben sie entdeckt, dass ein Teil des Balkongeländers morsch ist, nämlich genau an der Garagendach-Ecke. Das ist ziemlich mistig. Ursache ist wohl, dass die Vor-Vorbesitzer des Hauses am (vermutlich schon länger undichten) Garagendach rumgeflickschustert haben, und dann ist wo Wasser hingelaufen, wo es nicht weg konnte. Und jetzt müssen wir auch noch nen Zimmermann organisieren, der das da repariert, und eventuell muss ich dann wohl doch jetzt schon ja zum Glas-Geländer sagen. Wenn das Geländer eh ab muss… hmm. (Teuer.)

Bei der Arbeit alle bekloppt wie immer.

Tag 3627 – 3629 – Müde a.f.

Wir haben Besuch, die Schwägerin ist da. Außerdem in diesem Zirkus:

  • Ein möglicher Käufer fürs Haus, der dann aber total überraschend rausfand, dass er ein paar 100.000 Kronen zu wenig hat. Nervig für uns, in erster Linie
  • Pippi war beim Korpsseminar einen Abend krank. Zu viel rumgehopst in der Sonne, dabei zu wenig getrunken. Ging dann wieder nach Schlaf
  • Abholkonzert heute (hat sie super gemacht!)
  • Leichter Zoff mit Michel
  • Bei der Arbeit weiterhin alle irre

Aber vor allem von all dem oben stehenden unheimlich müde.

Tag 3591 – Weiter geht’s.

Jaja. Es wurden heute Nähte wieder aufgetrennt. Was sonst so passierte:

  • Wir haben eine neue Stelle bewilligt bekommen. Hurra, hurra, grade so passend dazu, dass meine Kollegin heftige Schulterprobleme hat, was eventuell operiert werden muss. Natürlich wird es dauern, bis jemand angestellt ist, aber so ist es eben. Immerhin bewilligt und wir dürfen ausschreiben, der erste Schritt ist geschafft.
  • Wir wurden informiert, dass Michel Unfug in der Schule gemacht hat. Letztlich typischer 12-Jährigen-Unfug, aber wir haben dazu gesagt, was wir sagen müssen, dass das natürlich nicht ok ist und was wir beim nächsten Mal erwarten, das er stattdessen tut.
  • Ich habe morgens Blut abgenommen bekommen. Abends war ich dann in der Apotheke, um Heparinsalbe zu kaufen. Ich weiß nicht, WAS da schief gelaufen ist, ich gucke nie hin, aber so kann ich Freitag nicht auftreten.
  • Ich weiß nicht, ob es mit der Heparinsalbe zusammenhängt, aber beim Sport bekam ich erst mal schön Nasenbluten. Da muss ich mich auch endlich drum kümmern… NACH dem Umzug.
  • Schon wieder ein Anschlag, wo ein Mann ein Auto als Waffe benutzt hat. Es ist so furchtbar und lässt mich hilflos mit den Armen rudern.
  • Generell Autos vielleicht einfach abschaffen. Heute wurde (vermutlich nicht absichtlich, im Gegensatz zum Fall oben) vor der Ungdomsskole jemand überfahren und ist gestorben. Die Fahrerin ist eine ganz junge Frau, noch eine Teenagerin. Furchtbare Sache.

Tag 3587 und 3588 – Mehr Hurra!

Heute habe ich Muskelkater, denn gestern war:

Endlich wieder Ballett.

Es sind ja jetzt Sommerkurse. Ich war bei „Ballet 3, 4 und Erwachsene, wahlfrei Spitze“ sowohl die einzige Erwachsene als auch die einzige ohne Spitzenschuhe. Aber im Gegensatz zu vor einem Jahr noch konnte ich gut mithalten und kam mir nicht die ganze Zeit vor wie ein schwerfälliger Sack Kartoffeln mit rotem Röckchen. Der Muskelkater ist auch beschränkt auf die Waden.

Ansonsten wurde ich gestern in eine Sache reingezogen, an deren Ende ich dann eine Antwort ans Ministerium entwerfen sollte. Warum ich? Naja weil ich die meiste Ahnung von exakt dieser kleinen Nischensache habe. Ganz am Ende des Arbeitstages habe ich diese Antwort runtergeschrieben, an meine Chefin geschickt und heute ging das unverändert ans Ministerium raus (von meiner Chefin), das sich postwendend für die gute Antwort bedankt hat. Bin jetzt wieder nen cm größer.

Heute habe ich nur kurz gearbeitet, dafür in rasendem Tempo. Dienstag früh muss ich nen Vortrag halten und heute habe ich angefangen, den zusammenzuschrauben. Vorher war einfach keine Zeit, unter anderem wegen so Sachen wie der gestern. Ich bin zu 75% fertig geworden, in 2 Stunden.

Dann musste ich Feierabend machen, weil dann eine Freundin kam, die heute Nacht hier übernachtet. Das ist aufregend, weil wir uns bisher hauptsächlich online kennen und uns nur ein Mal in echt getroffen haben. Aber es war wirklich schön, sie zu sehen und wir haben den halben Tag verquatscht, inklusive Spaziergang im Regen zum Supermarkt und zurück. Ich mag so unkomplizierte Menschen.

Insgesamt alles sehr schön in den letzten Tagen.

Tag 3548 – Erster Ferientag schon rum.

Herr Rabe und Pippi sind gut in Deutschland angekommen. Jetzt ist es hier schon viel stiller als normalerweise. Michel war heute mit seinen Schulfreunden schwimmen, was fast glatt gelaufen ist, nur eine vergessene Badehose und generelle Verwirrung wegen Eintritt bezahlen, die Kinder sind allesamt nicht so fokussiert, glaube ich. Ich war derweil in Oslo zu einer Geigenstunde. Die war soweit ganz ok. Bach ist schon eher anspruchsvoll, selbst die einfachen Stücke. Aber so schön dabei. Hach.

Ansonsten habe ich Sport gemacht, gebadet, Michel und ich haben Sushi gegessen und ich habe abends Kleider anprobiert, die lange gar nicht mehr zugingen. Aber jetzt gehen sie zu und ich kann dann auch noch atmen. Nachdem mir meine Inspektionshosen (von denen ich ja drei identische habe) nämlich jetzt alle nicht mehr passen, dachte ich, ich könnte diese heiß geliebten Kleider mal wieder anprobieren. Ich weiß, von Größe 42 abzunehmen ist Meckern auf sehr hohem Niveau und es ging (und geht) mir ja auch nicht zentral ums abnehmen (sonst würde ich weniger essen und das möchte ich gar nicht). Aber mehr generelle Fitness, mehr machen können, weniger Wehwehchen haben, besser schlafen und weniger weich überall sein, hat inzwischen zwei Kleidergrößen weniger als Nebenwirkung gehabt. Was eben nur heißt, dass mir jetzt meine Klamotten von vor Covid und diesem phasenweise immer wieder ungesunden Job wieder passen. Ich bin da sehr stolz drauf, das habe ich nämlich ganz allein so durchgezogen. Und ziehe weiter durch. Und ohne weniger essen. Oder irgendwas nicht mehr essen. Tragisch, übrigens, dass ich am Samstag keine Biscoff-Creme bekommen habe, ich hoffe inständig, dass der Laden, wo ich die kaufe, die nicht dauerhaft aus dem Programm genommen hat. Das wäre wirklich ein großer Verlust für mich.

Tag 3538 – 3540 – Viel.

Hier ist ein bisschen viel los und zusammen mit der Zeitumstellung von letzter Woche, die immer noch mit sich bringt, dass ich viel zu spät ins Bett komme, ist das alles nicht so gut.

Donnerstag war ich im Büro, dann da beim Sport und dann wollte ich mir noch kurz die Haare schneiden lassen, was dann aber länger dauerte wegen Wartezeit und dann war es nicht mal gut. Was mir aber erst heute so richtig auffiel, dass zum Beispiel um die Ohren rum nicht richtig geschnitten wurde, sodass da noch lange Haare abstehen. Jedenfalls war es Donnerstag dann am Ende spät.

Gestern habe ich einige Überstunden gemacht, damit ein Report eventuell Montag fertig werden kann. Das ist langweilig für Sie zu hören. Das interessanteste, was passiert ist, war, dass ich bei einem Zuhör-Meeting erfahren habe, dass manche Männer sich Eigenfett an ihren Willy transplantieren lassen, damit der dicker wird. Ja. The more you know.

Heute habe ich Michel und seine Kumpels ins Kino gebracht, die haben den Minecraft-Film angeschaut. Das war wohl gut. Danach bin ich mit Pippi nach Oslo gefahren (wo Herr Rabe heute einen Workshop hatte) und habe viel Geld ausgegeben. Pippi hat jetzt „Marschschuhe“, die ihr passen, also komplett schwarze, bequeme Turnschuhe mit guter Sohle, um damit am 17. Mai den ganzen Tag zu marschieren. Aus der Damenabteilung, weil Pippi für eine Neunjährige enorm große Füße hat. Außerdem hatte die Damenabteilung ein viel größeres Angebot. Ich habe jetzt richtige Laufschuhe, für meine gelegentlichen Joggingtouren. Mit Laufbandanalyse und Fußabdruck-Analyse und allem. Wenn man da hin geht und sagt „Ich hasse laufen, aber ich mache es halt und die Schuhe sollten mich vielleicht nicht auch noch daran hindern“ verstehen die das erstaunlich gut und jetzt habe ich einen soliden Hobbyschuh mit guter Dämpfung, der breit und stabil ist und mit dem man keine Rennen gewinnt, aber der die Gelenke nett behandelt. Das war auch ein relativ günstiges unter all den absurd teuren Modellen.

Pippi hat in Oslo ein Dubai-Eis gegessen, das ihr gar nicht mal so gut geschmeckt hat. Aber wenn man neun ist, muss man das grade trotzdem haben.

Danach war ich ziemlich gar und bin im Zug nach Hause eingeschlafen. Anstrengend, dieses draußen sein.

Tag 3504 und 3505 – „Allein“.

Herr Rabe ist mit seiner Arbeit eine sehr norwegische Aktivität ausüben, nämlich auf einer Hütte sein. Morgen kommt er zurück, wir klatschen kurz ab und dann fahre ich auf eine Inspektion. Zwar in Norwegen, aber ich bin trotzdem die ganze Woche weg.

Weil Herr Rabe nicht da ist, bin ich hier alleine zuständig und weil ich in der Situation wirklich Angst hatte, von der für heute geplanten zweiten Gürtelroseimpfung wieder so ausgeknockt zu werden, wie nach der ersten Dosis, habe ich den Termin um zwei Wochen verschoben. Vorher habe ich den Beipackzettel und die Produktinformation durchgelesen, ob das auch wirklich kein Problem ist und nein, ist es wirklich gar nicht.

Pippi übernachtet heute bei einer Freundin, ich bin also mit Michel alleine. Michel sieht man am Wochenende eher selten, der spielt die meiste Zeit Minecraft, Roblox oder Fortnite. Zum Essen kommt er mal raus, oder um zum dritten mal zu fragen, wann Herr Rabe wieder kommt oder bei welcher Freundin denn Pippi genau schläft. Oder was „wir“ morgen machen, das ist seine Lieblingsfrage. Ich verstehe das Bedürfnis dahinter, nämlich möglichst genau Bescheid zu wissen, was passieren wird, sehr gut, aber manchmal amüsiert es mich doch, denn Michel ist am Wochenende wirklich nur mit Gewalt zu was anderem als Computer spielen zu bewegen. Was wir anderen machen, könnte ihm ja so gesehen ziemlich egal sein. Aber nein, er muss das alles ganz dringend wissen.

Was ich morgen mache: Aufstehen, Frühstück, Sport, Packen, Geige, Baden, Aufräumen (vielleicht nicht in dieser Reihenfolge), eventuell die üblichen Wochenenddinge wie Wasser am Aquarium tauschen und Blumen gießen, Essen machen, Essen und dann die Kollegin am Flughafen einsammeln und zum Ort fahren, wo wir dann eine Woche lang sind. Da ist auch ungefähr nichts außer dem Hersteller.

Jetzt mache ich mal das Licht aus, damit das morgen nicht doch noch in Stress ausartet.