Tag 3929 und 3930 – Mehr Spaziergänge.

Gestern:

Hurra, Socken.

Übrigens ist alles hier sehr teuer. Wer denkt, Norwegen sei teuer, kann mal nach Island fahren, da ruckelt sich einiges an Relation zurecht.

Was aber recht billig war, war, was ich danach gemacht habe, nämlich in ein öffentliches Schwimmbad gehen. Ich wusste ungefähr nichts darüber, außer dem, was mal in der Sendung mit der Maus war: dass da ALLE hingehen. Ständig. Mir waren von den Einheimischen Hot Tubs versprochen worden und Hot Tubs habe ich bekommen. Aber was für welche! In verschiedenen Temperaturen, 38, 40, 42, 44 Grad und einer in Meerwasser. Das ganze Ding war letztendlich ein (großes) Freibad, das komplett auf angenehme Temperaturen aufgewärmt war und dann eben Hot Tubs und ein richtig großes Becken mit 38 Grad, in dem man gemütlich abhängen konnte. Dampfbad gab es auch, war aber immer voll. Brauchte ich aber auch nicht. Ich pendelte nur zwischen den verschiedenen Hot Tubs hin und her und spazierte ein bisschen in der 11 Grad warmen Luft rum, um mich mal abzukühlen. In den Hot Tubs guckte ich Leute an und war einfach sehr zufrieden mit allem. Faszinierend, was so ein Babybecken für Erwachsene (und Sonnenschein!) mit einer macht. Und ja: da gehen ALLE hin. Junge, alte, alle Körperformen, Leute, die aussehen, wie Klischee Wikinger*innen, Leute, die andere Sprachen untereinander sprechen. Wie im norwegischen Schwimmbad muss man erst mal nackt duschen, aber anders als im norwegischen Schwimmbad gibt es in der Dusche Spender mit Duschgel und man muss sich auch in der Dusche und bevor man zurück in die Garderobe geht, abtrocknen. Was sehr angenehm war, dadurch war die Garderobe nämlich trocken. Insgesamt war das einfach rundum eine tolle Erfahrung und ich hab richtig die Seele baumeln lassen.

Heute (bei immer noch bestem Wetter, ich bin wirklich ein kleines Glücksschweinchen hier!) bin ich nach der Inspektion an den nordwestlichen Zipfel von Reykjavik gefahren, und bin da ein bisschen rumgelaufen. Da ist ein Leuchtturm, zu dem man aber nicht kommt, und ansonsten ist da hauptsächlich nix und Möwen. Aber wenn man sich umdreht, ist da ein äußerst beliebtes Restaurant. Dort hatte mir die isländische Kollegin netter Weise einen Tisch reserviert (obwohl es eigentlich ausgebucht war) und ich hatte wirklich leckeres Abendessen. Dazu habe ich mich ein bisschen in isländisches, alkoholfreiesarmes Bier verguckt, das ist super lecker. Auch heute hatte ich wieder einen sehr schönen Tag. Vermutlich werde ich jetzt dann auch (verdient) wie ein Stein schlafen.

Schwarzer Sandstrand. Mit den Schuhen oute ich mich direkt als Norwegerin (und als ausgesprochene nicht-Outdoor-Deutsche).

Im Hotel ist mir dann fast die Badewanne übergelaufen, hoppla, aber ich wollte so gerne meine müden Muskeln ein bisschen durchwärmen.