Tag 1153 – Schnecken baden.

Erstmal: Wir sind wieder zu Hause, das ist sehr schön. Und jetzt wo ich weiß, dass mein heiß geliebter grüner Schrank bald hier sein wird, ist es noch ein bisschen schöner. Ich weiß nur noch nicht so ganz, wohin damit, aber die Erkenntnis kommt schon noch. Wir haben auch schon den Kühlschrank und die Wäscheständer befüllt, die Kaffeemaschine umarmt und (ganz anders als die alte Wohnung!) das Haus mit nur einmal Ofen an komplett aufgeheizt. Ich liebe dichte Fenster!

Was ich heute auch gemacht habe: die Schneckenerde gewechselt. Und weil mich auf Twitter die Mupfmama gefragt hat, was die Schnecken denn so für Arbeit machen, antworte ich mal hier. Kurzfassung ist: wenig. Aber von vorn.

Meine Schnecken wohnen in einem Terrarium, das einen Tucken tiefer sein könnte, dafür ist es sehr hoch. Ich dachte erst, ich würde die Höhe einfach mit Ästen zum Klettern füllen, aber dann fing alles holzige immer super schnell an zu schimmeln* und deshalb ließ ich das dann wieder bleiben. Im Terrarium ist als „Erde“ gepresste Kokosfaser, die ich mit Wasser aufgieße (logisch) und dann mit Rasenkalk versetze, um den pH-Wert ein bisschen anzuheben. Ich nehme nicht die teure Kokosfaser aus dem Terrarienhandel und auch nicht das Kalkgranulat von da, weil das einfach mal das gleiche in dreimal so teuer ist. Auf 20 L „fertige“ Erde (zwei Packungen á (hier) 4 €) kommt ein Ikea-Plastikbecher Kalk. Die Erde kostet also schon mal nicht die Welt. Ich tausche sie etwa einmal im Monat, im Winter seltener, wenn die vermaledeiten Erdmücken wieder überall sind auch mal häufiger. Ansonsten ist im Terrarium ein recht großer Farn, als Versteckmöglichkeit, als Deko und als Snack zwischendurch, weshalb ich ebenfalls etwa einmal im Monat einen neuen Farn kaufen muss. Dann mache ich die Erde mit dem bösen Topfpflanzendünger ab, weil das für die Schnecken unter Umständen giftig sein kann.

Was auch einfach immer irgendwie im Terrarium liegt ist ein großes Stück Sepiaschale, das fressen die Schnecken als Calcium-Quelle fürs Haus. Kostenpunkt: ca. 3 € für 1 komplette Sepiaschale aus dem Zooladen, hält… ewig. Drei Monate? Futter für die Schnecken sind Küchenabfälle, zum Beispiel das trockene Endstück der Gurke, das äußere Salatblatt (gut gewaschen), Tomatenstrunke, Kartoffelschalen, Zucchini- und Auberginenpos und so weiter. Im Sommer stehen die Schnecken auch voll auf Löwenzahn, Giersch und ähnliches Zeug, was eh überall wächst. Also Schnecken*futter* kaufe ich nie.

Kommen wir zum Zeitfaktor: man muss die täglich einsprühen, das dauert, hmm, zwei Minuten. Man könnte natürlich eine Fantastilliarde in Technik investieren, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Terrarium regelt, aber die Achatina Fulica braucht nicht so Wohnzimmer-ferne Temperaturen und für die Luftfeuchtigkeit tut es auch ne Blumenpüste. Wenn es sehr warm ist, sprühe ich mehrmals am Tag, bei der Erde sieht man das auch schon ganz gut, die sollte halt nie trocken sein (deshalb schimmelte auch das Holz immer). Sonst im Alltag: altes Futter raus, neues Futter rein: 2 Minuten. Ca. zwei Mal die Woche nach Gelegen graben: 3 Minuten, wenn man eins findet (ca. 4-6 mal pro Sommer, meine jedenfalls vermehren sich im Winter nicht so gern) dauert es schon mal so 10 Minuten alle Eier auszubuddeln. Erde tauschen mit alles dauert allerdings etwa ne Stunde. Ich spüle die Schnecken, seit sie groß sind, auch immer einmal ab, damit sämtliche potentiell Erdmückeneier-verseuchte Erde ab ist. Das finden zumindest meine Schnecken nicht so schön, also ich käme nicht auf die Idee, das öfter als unbedingt nötig zu machen. Da Schnecken auch ertrinken können, kann ich mir schon auch vorstellen, dass das unangenehm ist, unter den Wasserhahn gehalten zu werden.

Wenn wir mal wegfahren, hat sich, seit sie so groß sind, dass viele sie als ziemlich eklig empfinden, bewährt, sie in eine kleinere Plastikbox mit Löchern im Deckel zu setzen, weil die die Feuchtigkeit besser hält. Dann packen wir einen Haufen Löwenzahn oder ähnlich langsam verderbliches Zeug dazu und regeln die Wohnungstemperatur etwas runter. So haben die Schnecken auch die letzte Woche gut überstanden, der Löwenzahn war noch nicht weg und zwei Schnecken waren (vermutlich wegen der gesenkten Temperatur) in Trockenruhe gegangen.

Hmm, was noch? Ah: Tierärzte für Schnecken gibt es kaum. Der Tierarzt heißt meistens „erstmal gucken“ oder später dann Gefrierschrank. Und, ja, die werden schon auch groß. Schneckenschleim kriegt man kaum wieder ab. Ja, die „beißen“, solange das mit einer Raspelzunge überhaupt möglich ist, es ist eher so ein lustiges und spurenloses Kitzeln. Schnecken sind taub, reagieren aber empfindlich auf Erschütterungen.

Bei mehr Fragen gerne mehr fragen! Ich muss jetzt schlafen. Im Doppelbett. Hurra!

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*das kann man angeblich Verhindern, indem man ordentlich verrottende Walderde mitsamt Asseln und Würmern nimmt. Aber börgs.