Tag 3323 – Entspannung pur!

Nach der letzten Woche haben wir heute direkt mal Pippis Geburtstag mit den Mädchen aus ihrer Klasse nachgefeiert. Das war laut, bunt, leicht chaotisch aber friedlich. Wir beglückwünschen uns an dieser Stelle kurz dafür, doch zwei Backmischungen gekauft zu haben, denn nur ein Blech Brownies wäre tatsächlich zu wenig gewesen. 9 Mädchen zwischen 8 und 9 Jahren hauen ganz gut rein. Ein Mädchen hatte Angst vor Wunderkerzen, ich fühlte da sehr mit und dann haben wir die Wunderkerze in Form einer 9 doch lieber erst nach dem Geburtstag angemacht. Zwischendurch haben Herr Rabe und ich doch lieber noch mal schnell die Backmischungspackungen aus dem Müll gefischt, um zu gucken, ob da auch WIRKLICH keine Laktose drin ist. Wie das halt so ist. Es ist wirklich keine Laktose drin und das ist auch einer der Gründe, weshalb wir für so Geburtstage etc. Backmischungen kaufen. Es ist damit etwas einfacher, keinen unabsichtlich zu vergiften. Die Kinder wissen erfahrungsgemäß auch nicht zu schätzen, wenn man 3 Stunden mit Liebe (oder, in meinem Fall gestern Abend, todmüde) in der Küche gestanden und gebacken hat. Mit unseren begrenzten zeitlichen Ressourcen greifen wir da dankbar auf Conveniencewaren zurück.

Das Wetter war super, wir konnten für Pippi sogar die Flagge raushängen (das machen wir an ihrem tatsächlichen Geburtstag ja nicht) und jetzt denken hoffentlich nicht alle Nachbarn, wir würden hier groß die zweite Hochzeit von [Prinzessin] Märtha Louise begehen. Die auf dem Trampolin hüpfende und allerlei Draußenspielzeug verteilende Mädchenhorde dürfte aber zumindest ein Hinweis gewesen sein.

Alle hatten eine gute Zeit, glaube ich. Ich hab das auch überlebt, das wird mit dem steigenden Alter der Kinder auch alles einfacher. Hachja.

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Anekdote: Michel wollte gerne den kleinen Hobbit lesen, am liebsten auf Englisch*, aber wir haben ihn nur auf Deutsch da. Auf der ersten Seite fragte er, was das für Zeichen seien? Runen, sagte ich, die kann man nicht lesen, es sei denn, man ist ein Zwerg. „Aber ich bin ein Zwerg!“ sagte Michel und grinste verschmitzt. Und ja, mein Zwerg ist er auch mit fast 1,60 m und bald meiner Schuhgröße noch. Hachhachja.

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*auf Englisch fand ich auf die Schnelle nur die Hunger Games Trilogie, da weiß ich jetzt nicht ob das schon so gut ist, von Kindern, die sich gegenseitig (oft ziemlich brutal) umbringen, zu lesen. Andererseits hab ich in dem Alter höchst erbauliches von Gudrun Pausewang gelesen, und wenig später tonnenweise Hohlbein… und dann den Herrn der Ringe, tatsächlich. Vielleicht unterschätze ich ihn da auch.

Tag 3308 und 3309 – Kind wieder da.

Gestern war nur Arbeit.

Heute haben wir Michel wieder abholen können. Ein von Mücken zerstochenes Kind mit einem verrenkten Fuß (nichts schlimmes, wie es aussieht), komplett mit Kugelschreiber angemalt und mit sehr großem Hunger. Das Essen war da, wenig überraschend, nicht so seine Sache, und gelangweilt haben sie sich auch (manchmal. Ich glaube das war nicht so schlimm). Jetzt ist er sehr happy, wieder sein Handy und seinen Computer und sein eigenes Bett zu haben. Seine erste Frage war, ob Greg sich gehäutet hat, und ja, gestern, also gibt es gleich was zu futtern, Greg wartet schon ungeduldig an der Scheibe. Mal gucken, ob Michel das selber machen möchte, wir haben extra eine längere Pinzette (nee, so heißt das nicht, das ist so ein OP-Besteck-Ding, das aussieht wie eine Schere, aber zum Festhalten und festklemmen ist, ähhhh…) gekauft. Ich werde jedenfalls danach nur noch Duschen und dann direkt ins Bett plumpsen, ich bin nach einer Woche Arbeit recht geschafft.

Tag 3266 – Wieder vier.

Heute haben wir auch Michel abgeholt, und obwohl ich mit ihm immer mal Nachrichten geschrieben habe, hauptsächlich, weil er Bildschirmzeit wollte, war ich sehr gespannt, wie es ihm gefallen hat. Pippi tut sich ja wesentlich leichter mit vielen neuen Leuten auf einmal und findet sofort Freunde, Michel… nicht so. Aber: es war alles super gut, alles, rundum, und nächstes Jahr will er dann zum roten Kurs. Der geht über eine komplette Woche. Der Nagellack ist ein bisschen mitgenommen (potzblitz, das Kind passt gar nicht so sehr auf seinen Nagellack auf wie ich?) und Michel kündigte bereits an, dass der erneuert werden muss, damit er wieder schön aussieht. Das Abschlusskonzert war auch wirklich gut, nur das erste Stück („Stück“, mit sehr großen Anführungszeichen) hat mir gar nicht gefallen, wenn das denn überhaupt ein Stück war, es war eher so Lärm mit plötzlichem Knallen und Tuten. Moderne Kunst oder improvisierende 11-Jährige, kommt aufs gleiche raus. Ja, mir ist klar, dass ich mich anhöre wie meine Omi, aber ich stehe dazu. Diese Art von Musik, diese Art von Kunst, mag ich nicht. Der Rest vom Konzert war aber eher normal und wirklich gut, selbst das Stück, bei dem der Dirigent meinte, das sei vielleicht doch zu ambitioniert gewesen (Dragonball), war super. Die Kinder hatten auch alle sichtlich Spaß. Ich finde immer schön, Michel, der ja doch eher reserviert ist, mitgrooven zu sehen. Hachz.

Jetzt sind alle wieder hier und das ist auch schön.

Tag 3262 – Sonntägliches.

Wir waren heute alle etwas… langsam. Das ist auch mal ok. Ich habe nur so Sachen gemacht wie Blumen gießen, Terrarien nach verdauten Kleinnagern absuchen, Geige spielen. Michel hat seinen Koffer für den Korps-Sommerkurs gepackt und ich habe ihm dabei geholfen, Herr Rabe „durfte“ Pippi helfen. Ich hatte glaube ich die einfachere Aufgabe, ums mal so zu sagen. Abends habe ich Michel noch mal neu die Fingernägel lackiert, weil er das gerne noch mal „in ordentlich“ wollte. Also habe ich das komplette Arsenal aufgefahren, Unterlack, zwei Schichten Lack, Überlack. Jetzt dürfte er für eine Woche versorgt sein, auf jeden Fall bis Donnerstag, wenn er vom Korpskurs zurück kommt. Er ist so happy damit, ich schlucke alle Ängste, dass die fremden Kinder ihn deshalb mobben könnten, runter. Bestimmt sind das alles ganz nette Kinder, die alle so sein lassen, wie sie wollen, ganz bestimmt.

Tag 3262 – Sonntägliches.

Wir waren heute alle etwas… langsam. Das ist auch mal ok. Ich habe nur so Sachen gemacht wie Blumen gießen, Terrarien nach verdauten Kleinnagern absuchen, Geige spielen. Michel hat seinen Koffer für den Korps-Sommerkurs gepackt und ich habe ihm dabei geholfen, Herr Rabe „durfte“ Pippi helfen. Ich hatte glaube ich die einfachere Aufgabe, ums mal so zu sagen. Abends habe ich Michel noch mal neu die Fingernägel lackiert, weil er das gerne noch mal „in ordentlich“ wollte. Also habe ich das komplette Arsenal aufgefahren, Unterlack, zwei Schichten Lack, Überlack. Jetzt dürfte er für eine Woche versorgt sein, auf jeden Fall bis Donnerstag, wenn er vom Korpskurs zurück kommt. Er ist so happy damit, ich schlucke alle Ängste, dass die fremden Kinder ihn deshalb mobben könnten, runter. Bestimmt sind das alles ganz nette Kinder, die alle so sein lassen, wie sie wollen, ganz bestimmt.

Tag 3258 und 3259 – Endspurt!

Alles muss fertig werden, man (ich und mehrere meiner Kolleginnen und Kollegen) arbeitet sich also den Hintern ab. Auf uns alle warten absurd viele Wochen Ferien, weil die ganze „Flexizeit“ (die eigentlich Überstunden hätten sein sollen) ja irgendwo hin muss. Am 1.9. verfällt sie sonst. Angeblich ist das legal. Aber da habe ich mich sicher schon mal drüber aufgeregt.

An sich ist Arbeiten aber recht entspannt zu dieser Jahreszeit, man muss ja ständig Eis essen, und alle freuen sich auf frei haben.

Getier-Updates: Das Wespennest ist noch da. Greg hat sich erfolgreich und problemlos an einem Stück gehäutet. Eine Hummel (nehme ich an, denn die summen gerne um den Klee im Rasen herum) hat Pippi in den Fuß gestochen.

Ansonsten gibt es nicht so viel zu erzählen, Michel hängt viel zu Hause rum, schläft ewig und hat von ein paar Ausflügen in die Sonne ganz bezaubernde Sommersprossen bekommen. Pippi hängt hauptsächlich draußen rum (wenn sie nicht beim Dance Camp ist) und ist schon wieder ordentlich braun. Sie schläft auch wieder im Zelt, aber das mussten wir heute abbauen, da für die Nacht starker Regen angekündigt ist.

Vielleicht saufen die Wespen ja ab, ganz natürlich, ähäm.

Tag 3249 – Schildkröte.

Zu viel gearbeitet, ansonsten nichts zu erzählen. Von Michel gedrückt worden, als ich endlich nach Hause kam, einfach so, ohne dass er was wollte. Das war schön, er ist ja immer noch ein bisschen mein Baby.

Ich habe den Beweis, dass Greg eigentlich eine Schildkröte ist. (Monty liegt in einem Versteck auf der warmen Seite und verdaut, ich glaube hen hat sich seit Samstag höchstens mal auf die andere Seite gedreht. Wenn man ganz leise ist, hört man es aus dem Terrarium vielleicht ab und an mal rülpsen oder schnarchen.)

Bild von Greg weiter unten.

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Tag 3227 – Wie am Schnürchen!

Ich arbeitete ja erst ab Mittags, weshalb ich… um kurz vor acht aufstand und mit Herrn Rabe die Bude aufräumte, damit die Putzhilfe auch tatsächlich putzen konnte. Danach arbeitete ich viele Stunden, weil ich eigentlich gar keine Zeit habe, halbe Tage „frei“ zu machen (hatte ja nicht frei, hatte Ruhezeit). Spontan fuhr ich außerdem nach Oslo, um mein Piercing wieder einsetzen zu lassen. Hin, Piercing rein, zur… doch nicht, irgendwas brannte an der Strecke und dann hieß es erst, der Zug würde direkt wieder umdrehen, wir müssten alle raus, dann aber doch wieder alle rein, weil der Zug doch weiterfährt, aber über die Bummelstrecke, auf der Bummelstrecke gab es dann auch noch eine Reihe Stops scheinbar ohne Anlass und am Ende war eine extra halbe Stunde für das Hin und Her draufgegangen. Dafür war ich auch nur eine viertel Stunde nach der Schwägerin in Eidsvoll.

Ansonsten laufen die 17. Mai-Vorbereitungen auf Hochtouren. Besagte Schwägerin möchte sich dieses Jahr das Spektakel mal anschauen. Im Hause Rabe wurden Hemden gebügelt, Sterne an Uniformsjacken genäht, Kleider anprobiert (alle durch nicht-Tragen geschrumpft, hrmpf) und Kinder gereinigt. Beide Kinder wollten nach der Reinigung dass ich Dinge mit ihren Haaren tue, Pippi flechten (im Bauernzopf) und Michel föhnen. Michel hat unfair langes, dichtes und dickes Haar und dazu auch noch Locken. Föhnen dauerte so ungefähr ewig und am Ende war es immer noch leicht feucht, aber besser als mit ganz nassen Haaren ins Bett und morgen mit einem Vogelnest auf dem Kopf aufwachen. Pippi hat übrigens meine Haare geerbt. Dünne Fusseln und schnell nachfettende Kopfhaut. Da muss man recht häufig waschen und das macht die Fusseln an den Enden auch nicht stabiler.

Tag 3205 – Hmm okay.

Elterngespräch Nummer 2, mit Michel, und es war… okay? Ich bin einigermaßen irritiert, ehrlich gesagt. Vielleicht hat die Lehrerin aber auch inzwischen eingesehen, dass, wenn plötzlich 2/3 der Klasse irgendwelche Probleme haben, eventuell gar nicht die individuellen Kinder alle individuelle Ursachen dafür mitbringen. Jedenfalls ist Michel (ausgerechnet) in Mathe inzwischen weiter als alle anderen in der Klasse, behauptet aber weiterhin, das nicht zu können. Alle anderen Fächer waren ja noch nie ein Problem und sind es auch weiter nicht. Faszinierende Erkenntnis, die aber ungefähr alles erklärt, was mir seit 6,5 Schuljahren regelmäßig Augenzucken beschert: in Norwegen werden Rechtschreibfehler nicht mehr korrigiert und Rechtschreibung nicht bewertet. Es ist egal, man hat eh immer ein Autokorrekturwerkzeug dabei, es kommt mit der Zeit oft eh von allein (und wenn nicht, ist es ja egal, weil wir jederzeit Hilfsmittel zur Hand haben) und es ist wichtiger, einen sinnvollen Fließtext schreiben zu können, als dass dieser fehlerfrei ist. Ich bin echt fasziniert davon. Ich frage mich auch, ob das schon bis zu Arbeitgebern etc. durchgedrungen ist. Aber egal. Jedenfalls ist Michel gut in der Schule und eckt scheinbar auch nicht mehr so viel mit der Lehrerin an. Das ist gut, auch wenn ich dem Braten noch nicht zu 100% traue.

Abends waren wir alle klettern, woran selbst Michel einigermaßen Spaß hat, seit er weiß, dass er besser als seine Eltern darin ist. Er wiegt halt nichts und hat lange Gräten, das ist ein echter Vorteil. Herr Rabe und ich wiegen schon was. Ich bin geschmeidiger, er hat mehr Kraft. Insgesamt sind wir so ca. gleich schlecht gut. Allerdings habe ich mir an einem Boulder einen ganz enorm dicken Splitter unter den Fingernagel des rechten Zeigefingers gerammt und erst als ich am vorletzten Griff aufgeben musste, weil keine Kraft mehr irgendwo war, gemerkt, dass das ordentlich blutete. Nachdem ich den Splitter rausgezogen hatte, blutete es noch mehr und ich musste mir ein Plaster holen, was ich wenig später an einem anderen Boulder verlor. Das war dann aber auch der letzte, da waren meine Arme schon nur noch unbenutzbarer Pudding.

Ich kann übrigens nicht empfehlen, mit Post-Kletter-Nudelarmen Geige zu spielen. Ich konnte knapp die Saiten runter drücken und hatte auch etwa gar keine Koordination mehr. Also das war in seiner Lächerlichkeit schon fast wieder lustig.

Anyway. Morgen habe ich dann selbst „Elterngespräch“ (Mitarbeitergespräch), nur muss ich da, zu Michels Bestürzung, ganz alleine hingehen. Ich hatte überlegt, ob ich wohl einen emotional support husband dabei haben kann, aber ich will ja auch nicht komischer erscheinen als unbedingt nötig. Ich nehme Daumen für das Gespräch, echt, weil ich eine ganze Reihe unangenehmer Dinge ansprechen muss, damit sie endlich besser werden, und ein Teil dieser Dinge ist direkte Kritik an meiner Chefin. Hurra.

Tag 3186 – Humtata.

Die Marschiersaison beginnt bald, especially kündigt sich schon an, in Form den Marschseminars, das die Kinder dieses Wochenende haben. Pippi wird Becken spielen und hat extra ganz kleine Becken bekommen, so in Untertassengröße, damit sie nicht am Abend des 17. Mai Arme bis zu den Fußgelenken hat. Michel fand das Marschseminar heute Morgen noch Folter, aber hinterher war es total gut und nur zu früh (12. ähm, naja.).

Herr Rabe war den ganzen Tag unterwegs und ich hatte dann auch nur mäßig Lust zu kochen, weshalb ich den Kindern freistellte, ob wir was zu Essen holen sollen, zum Beispiel bei der goldenen Möwe (Kinder: Jaaaaa!) oder Sushi (Kinder! JAAAA! SUSHI! SUSHI!). Also gab es Sushi. Pippi isst eigentlich nur Lachs-Nigiri, und bekam dann auch nur solche, Michel isst fast alles an Sushi, nur keine Tempurashrimps-Rollen, weil die „crunchy und weich gleichzeitig sind“ und das mag er nicht. Ich bekam also ein paar Maki von ihm ab. Dafür trat Pippi ein paar ihrer Nigiris an Michel ab. Im Endeffekt hat er mehr als eine ganze Portion „Großes Sushi 3a“ gegessen, während ich mit „Mittleres Sushi 2a“ und Michels zwei Tempura-Maki schon kurz vorm Platzen war. Wenn Michel immer so essen würde, hätte ich mindestens 50% weniger Sorgen. Aber ich will wirklich nicht meckern, wenn er jetzt heute mal problemlos isst und sagt: das war sehr lecker, danke Mama!

(Wenn wir jetzt dauernd Sushi essen würden, würde er das plötzlich nicht mehr mögen, wetten?)