Tag 3623 – Unterbrechung.

Heute haben wir ausgeschlafen. Also ich zumindest. Herr Rabe musste ein bisschen arbeiten. Aber Pippi hat beim Mini Dance Camp übernachtet und deshalb musste niemand heute früh raus um sie zu wecken und aus dem Haus zu bekommen. Hurra!

Nachmittags waren wir alle bei der Vorstellung, die es beim Mini Dance Camp immer als Abschluss der Woche gibt. Das war sehr schön, es ist wirklich beeindruckend, was die innerhalb einer Woche so auf die Beine gestellt bekommen. Unsere erwachsenen Beine und Rücken fanden auch gut, mal nicht den halben Tag auf dem Festivalgelände zu stehen. Aber, apropos Rücken: das ging erstaunlich gut, wie vermutet half Bewegung und inzwischen tut es kaum noch weh. Mittwoch war ich noch recht unelegant, wenn ich mich mal auf den Boden setzen wollte. Aber jetzt tun mir die Füße und Knie viel mehr weh geht es wieder alles fast normal. Zurück zu Pippi: das war eine schöne Vorstellung und es ist wirklich schön, dass sie so einen Spaß am Tanzen und am Zusammensein mit den anderen Kindern hat.

Wir waren dann dementsprechend heute erst spät auf dem Festival. Wir haben sicher auch einiges verpasst heute, aber was soll’s, wie gesagt, wir sind auch nicht mehr 20. Da niemand von uns großes Interesse an ultra darkem Gehämmer-Metal hatte, ließ ich mir kurzerhand die Ohren ausspritzen.

Es gab nämlich da einen Hörgeräteakustiker, der ein Angebot hatte. Ich kriege dann, wenn wir aus dem Urlaub wieder da sind, „richtigen“ Gehörschutz, angepasst auf meine (scheinbar sehr kleinen und sehr gewundenen) Gehörgänge. Und auch gleich welchen zum Schlafen, dann bin ich da weg von sicher nicht so umweltfreundlichen Silikon-Wegwerfprodukten.

Als heute tatsächlich einzige Band schauten wir uns Kaizer‘s Orchestra an, eine Band, die im Vorfeld für Aufregung gesorgt hatte, weil die ganzen Metalheads EMPÖRT waren, dass eine so un-metalige Band Headliner dort sein darf. Ich kannte die nicht (dachte ich. Mir fiel dann ein, dass ich die glaube ich sogar mal live gesehen habe, 2008 in Stockholm.) und es ist halt tatsächlich kein Metal. Es ist aber auch nicht wie irgendwas anderes. Es ist sehr eigen. Insofern war es eine nette Abwechslung und eine Pause vom Gehämmer. Stimmung haben die auch gemacht und die Musik ist durchaus gut, aber halt mit nichts so richtig zu vergleichen. Außer uns waren aber auch Ultrafans da, das macht natürlich die Stimmung auch gut. Insgesamt mein Eindruck: kann man durchaus mal anhören, aber ich glaube, die Band hasst oder liebt man, mit nichts dazwischen.

Jetzt Bett. Die müden Beine ausruhen.

Tag 3562 – Tanzshow und Rest vom Wochenende.

Heute hatte Pippi ihre Tanzaufführung und meine Güte, ist die groß geworden. Ich habe leider davon kein vernünftiges Foto machen können, weil die Zappelmaus ständig herumhampelt, aber mit so einem strengen Ballett-Dutt und einem Trägertopp mit Strickjäckchen drüber sieht sie einfach aus, wie ein richtiges Ballettmädchen. Da ich ihr außerdem meinen langen Hals vererbt habe und sie alterstypisch eigentlich nur aus Armen und Beinen besteht, nochmal extra doll. Natürlich hat sie auch am allerbesten von allen getanzt, da bin ich selbstverständlich ganz neutral und objektiv.

Was sie tatsächlich ist, ist die größte in ihrer Gruppe. Aber es steht ja auch an, dass sie die Gruppe wechselt, weil sie nach dem Sommer ja schon in die 5. Klasse geht. Meine Güte, wo ist die Zeit geblieben, die war doch neulich noch so (hier Andeutung von irgendwas in Oberschenkelhöhe vorstellen).

Ich sehe schon kommen, dass wir zum nächsten Semester schon wieder neue Ballettsachen kaufen müssen, weil sie da einfach rauswächst.

Auch der Rest der Show war sehr gut. Die haben da schon wirklich gute Tänzerinnen in der Ballettschule. Und eine nicht mal volle Hand Jungs, alle im HipHop und alle noch unter 12. Eine Schande.

Danach machten wir, also Herr Rabe und ich, Wochenenddinge, wie Sport, Bandprobe und Wechseln des Aquarienwassers. Wie immer halt.

Eine weitere wirklich gute Nachricht: der Frühling ist da. Besorgniserregend früh und viel zu trocken, Klimakrise sei dank, aber dass man ohne Winterjacke raus kann und alles wieder grün wird und die Vögel singen kann mich ja trotzdem freuen. Die dicken Hummeln sind auch wieder unterwegs (und sterben unter Linden, das macht mich traurig, warum sind Hummeln so dumm?). Ehrlich gesagt freue ich mich zu dieser Zeit über jedes Zeichen von Leben, selbst über die dicken Spinnen, die sich jetzt wieder auf den Terrassenplanken sonnen. (Solange die draußen bleiben, können die auch unter der Terrasse wohnen, da bin ich ja großzügig. Ich hätte nur gerne so nen Spinnen-Bannkreis etwa auf der Schwelle der Terrassentür.) Gartentechnisch bin ich gespannt, ob ich dieses Jahr die Weide zu starb beschnitten habe, auch wenn Herr Rabe sagt, das sei quasi nicht möglich.

Tag 3553 und 3554 – Alle wieder da.

Herr Rabe und Pippi sind gestern wieder nach Hause gekommen, problemlos, und das ist sehr schön. Es war sehr leise ohne Pippi und sehr komisch ohne Herrn Rabe. Michel und Pippi streiten natürlich direkt wieder, das ist weniger schön.

Ich schlafe schlecht. Also, ich schlafe in erster Linie viel zu spät. Das ist auch nicht so schön. Dabei habe ich mir extra nen Wecker gestellt, damit sich mein Schlafrhythmus nicht zu sehr verschiebt. Hat halt nur nicht geholfen, weil ich trotzdem erst nach dem Mittag in die Gänge komme und dann auch nur im Schneckentempo mache, bis abends. Abends bin ich dann aktiv. Hrmpf.

Heute gab es aus Deutschland importierten Spargel. Ich mag Spargel echt gerne, aber hier gibt es keinen (weißen) Spargel. Ich habe genau ein Mal welchen im Supermarkt gesehen, und der war furztrocken, der hatte sogar die Gummiphase schon hinter sich. Ich wette, gekocht hätte man zwischen dem und irgendeinem Stöckchen aus dem Wald keinen Unterschied gemerkt. Und dafür wollten die Mondpreise. Also nee, nein Danke. Grünen Spargel gibt es, und ab und zu kaufen wir auch welchen (auch da muss man sehr gucken, dass der frisch ist). Der ist lecker vom Grill oder einfach in der Pfanne gebraten, aber ist halt was anderes als weißer Spargel. Also ist die (ungeschriebene) Regel: wenn einer von uns zur Spargelzeit in Deutschland ist, wird Spargel mitgebracht. Da das nur alle drei Jahre (im Schnitt) passiert, ist uns dann der Preis auch egal. Und ich kann sagen: der Bielefelder Spargel war sehr, sehr lecker. Das fand selbst Pippi. Michel hat auch probiert, fand aber, das schmecke wie „Wasser mit Fasern“ und hat dann weiter Kartoffeln mit (leider konsistenzmäßig missglückter) Sauce Hollandaise gegessen. Oder Sosshollidays, wie ich es neulich im Internet las.

Apropos Michel: gestern habe ich gewagt, Fisch statt Pizza zu machen, das missfiel Michel sehr, ich kann doch nicht einfach so von der Freitags-Pizza-Regel abweichen! Aber ich selbst kann auch nicht von der Karfreitags-Fisch-Regel abweichen und mir war kurz entfallen, dass das eventuell einen Konflikt mit sich bringen könnte. Michel hat gestern also nackten Reis gegessen und war allgemein empört. Er hat deshalb auch heute beim Spargel argwöhnisch gefragt, ob das auch „so eine komische deutsche Ostersache“ sei. (Der Fisch war lecker, es war Heilbutt mit selbst gemachtem Pesto und Frischkäse-Parmesan-Creme überbacken. Aber auch da haben wir gestern beschlossen: wir kaufen so selten Heilbutt, das nächste Mal gönnen wir uns das grätenfreie Filet statt Scheiben.)

Apropos Pesto: ich fürchte, wir müssen ein neues Messer für den Blender kaufen. Das hatte gestern echt Probleme mit den Pinienkernen.

Tag 3533 – So groß!

Pippi, die kleine Zwergmaus, braucht für die Ballettaufführung ein weißes Spaghettiträgertop. Ein solches zu bekommen ist zur Zeit ein ziemliches Projekt. Denn Mädchen mit Größe (so grob) 140 tragen keine normalen, engen, weißen Spaghettiträgertops. Sie können ganz einfach nicht. Was sie tragen können, laut Läden, sind alle möglichen mehr oder noch mehr gruseligen Varianten von bauchfrei und gleichzeitig extrabreit. Für Mädchen in dem Alter einkaufen ist eh schwer, weil ich nicht finde, dass die rumlaufen müssen wie zu klein geratene 15-Jährige, aber die Läden finden das schon. Wenn man dann noch etwas ganz spezifisches braucht, das zwar simpel aber grad nicht in Mode ist… ja, viel Spaß.

Ich war wirklich drauf und dran, was zu nähen, aber scheue vor den Trägern zurück, die werden bei mir höchstwahrscheinlich ömmelig (sowohl aufgrund von Können als auch aufgrund von technischer Ausstattung, die ich hier habe). Lieber 15 T-Shirts als ein Spaghettiträgertop.

Aber dann fanden wir in exakt einem Laden ein einsames, weißes Spaghettiträgertop in XS für Damen. Das ist ein bisschen lang, weil vor allem die Träger zu lang sind, aber die kann man ja kürzen. Halleluja, Operation weißes Top abgeschlossen.

Pippi freut sich übrigens am meisten darauf, dass sie dann einen Ballettdutt kriegt. Denn dann müssen wir ihr Gel oder Ähnliches kaufen, um die fusseligen Härchen anzukleben. Bei der Ballettaufführung ist Haarspray verboten (ganz einfach weil man sonst in der Umkleide erstickt, wenn da 100 Mädels gleichzeitig ihre Haare mit Haarspray fixieren). Und ich sage es mal so: so lange die Diskussion ist, dass sie unbedingt Haargel haben will, und nicht, dass sie unbedingt rumlaufen will wie Christina Aguilera anno 1999, bin ich zufrieden. Weil letzteres kommt auch noch, ganz bestimmt.

(Ja, ich höre mich an wie meine eigene Mutter und beide Omas. Merke ich selber und finde ich in dem Fall auch gar nicht schlimm.)

Tag 3532 – Nicht viel zu erzählen.

Aber gute Nachricht: Pippi geht es viel besser. Sie quatscht einem wieder drei Schnitzel an die Backe und singt wieder den ganzen Tag. Sie verstreut zwar nach wie vor überall gebrauchte Taschentücher, aber auch das bedeutet immerhin, dass sie Taschentücher benutzt und nicht Ärmel und Ähnliches. Think pink.

Apropos Pippi singt: zur Zeit mag sie sehr gerne das Lied „Willst du“ von Alligatoah. Ich kann das verstehen, ich mag das auch. Allerdings hoffentlich aus ganz anderen Gründen. Weil ich hoffe, dass sie den Text nicht versteht. Ähäm. Generell ist Alligatoah jetzt vielleicht nicht die optimale Musik für eine Neunjährige. Dann doch lieber Nina Chuba.

Tag 3515 – Kunst.

Die Kinder hatten heute Korpskonzert, das war echt gut. Die Ansammlung eher spezieller Kinder ist ja immer sehr unterhaltsam und man muss auch nur bei den allerkleinsten ein bisschen atmen und sich in einen schalldichten Raum meditieren. Pippi durfte heute zum ersten Mal Pauke spielen. Ich glaube, sie ist in diesem Schlag-zeug/werk-ding für ihr Alter echt gut. Sie war auch sehr stolz. Und dann hat sie noch gesungen, ganz alleine, und das super gemacht. Ich bin sehr stolz. Michel hat ein stark von John Cages 4‘33 inspiriertes, selbst komponiertes Stück aufgeführt und mit seiner Klassenkameradin etwa 5 Minuten sehr intensiv ins Publikum gestarrt. Der Quatschkopf.

Wahrscheinlich bin ich eigentlich nur sehr müde, aber ich friere mir grad furchtbar den Hintern ab. Auch schon seit über einer Stunde und die Kinder haben alle meine Wärmekissen gemopst. Das ist recht ungünstig, aber ich gehe jetzt auch brav gleich ins Bett, dann ist es morgen bestimmt besser. Als Bonus probiere ich meine neue Schlafbrille aus, die ich gestern auspacken durfte. Ich werde dann jetzt zur Pro-Schläferin, ich werde so erfolgreich schlafen, da kann sich der Rest der Welt aber mal umgucken!

Ansonsten war Konacar heute zur „AU/HU“, oder „EU-Kontrolle“ wie sie hier heißt. Überraschenderweise stößt sie weiterhin keinerlei Gase aus. Ist das nicht schön. Jetzt dürfen wir erst mal wieder 2 Jahre damit rumfahren, stets in der Hoffnjng, dass ihr nicht doch plötzlich so ein Verbrennungsmotor wächst.

Tag 3423 – Auf und ab.

Der Tag war so mittel gut. Im Durchschnitt ok. Arbeit war eher meh. Der Lieblingskollege hatte schlechte Laune und ließ die gnadenlos an mir aus. Das hat er manchmal, das geht vorbei, aber es ist trotzdem Kacke. Das Verhalten ist auch kindisch und eines Lieblingskollegen unwürdig. Aber was soll man machen, ich könnte mir das jetzt ganz doll zu Herzen nehmen, aber damit wäre ja auch keinem geholfen. Also warte ich ein bisschen, bis er sich beruhigt hat, und dann sage ich ihm, dass ich nicht mag, so behandelt zu werden.

Außer mit dem Lieblingskollegen beschäftigten mich bei der Arbeit meine chaotische Chefin, kranke Kolleginnen, ätzende Meetings und „ich muss um 15 Uhr schon wieder gehen, Pippi hat Tanz-Weihnachts-Abschluss“.

Tanzen war nämlich heute, am letzten Tag vor den Weihnachtsferien, mit Publikum, also vorwiegend Eltern. Da saß ich auf meinem Höckerchen und guckte der kleinen Maus zu, die inzwischen die größte in der Ballettklasse ist. Und die auch schon einiges ganz gut drauf hat. Sie hat das wirklich super gemacht, nicht nur für ihr Alter. Ich bin ganz stolz, so eine große Tochter zu haben, der man den Spaß am Tanzen ansieht, die das aber auch alles sehr gewissenhaft macht. Und, Achtung Ballettmutti, sie ist die einzige, die beim Drehen den Trick mit dem Kopf schon raus hat. Ich glaub den hab ich mal mit ihr in der Küche geübt. (Für nicht-Tanzende: bei schnellen oder vielen aufeinanderfolgenden Drehungen ist es wichtig, den Kopf zuletzt und am schnellsten zu bewegen. Also man dreht den Körper unter dem Kopf, guckt aber weiter geradeaus. Wenn es nicht mehr weiter geht, dreht man ganz schnell den Kopf und guckt wieder geradeaus, der Körper kommt dann nach.) Ich bin jedenfalls sehr stolz und Pippi auch.

Blogfreundliches Bild von Pippi.

Danach war Herr Rabe sogar mit bei meiner Vorführstunde – als einziger Gast bei unserer Muttitruppe. Herr Rabe ist jetzt ganz beeindruckt, so leicht sehe das aus, und dass wir uns diese ganzen französischen Wörter nicht nur merken, sondern dann auch tanzen können. Leider hat er verpasst, wie ich in der PERFEKTEN Attitude stand, auf super hohem Releve und ohne Stange anfassen. Da musste Herr Rabe nämlich grad in sein Handy gucken. Pfft.

Ich war nach dem Ballett jedenfalls wesentlich besser gelaunt. Wie immer war es das Wert, dann doch da hin zu gehen, trotz müde und schlechter Laune.

Vielleicht sollte ich dem Lieblingskollegen mal Ballett empfehlen.

Tag 3379 – Tröt Ultras und Käse.

Die Kinder waren ja heute auf Korpsseminar und hatten es da super gut. Michel fand zwar die Uhrzeit unmenschlich früh für Wochenende, und hat sich abends drei mal erkundigt, ob wir morgen auch wirklich, WIRKLICH „nichts machen“, aber er hatte da sehr viel Spaß, bei dem Seminar. Ich bin echt begeistert, was die da an einem einzigen Tag auf die Beine gestellt haben, Wahnsinn. Ich kann’s echt immer wieder nur empfehlen, Musik ist so super, die Gemeinschaft ist toll, die Kinder haben Erfolgserlebnisse und weder Kinder noch Eltern müssen im Nieselregen auf oder an Fußballplätzen stehen. Ein mal im Jahr läuft man gegebenenfalls im schlechten Wetter rum, aber wenigstens nicht jedes Wochenende. Am Anfang sind sie süß und wenn sie nicht mehr ganz so süß sind, werden sie immer besser.

Ich nutzte eine der Touren* zum Einkaufen. Jetzt ist der Kühlschrank wieder voll und niemand muss an Nutellamangel sterben.

Abends war Pippi auf ihrer Halloweenparty. Das Bild kann ich zeigen:

Das ist „Osten den ostete skurken“

Übersetzt „Käse der käsige Schurke“. Das Schurkentum ist auf Diebstahl ausgelegt. Der Bär hilft dabei.

Alle** anderen Kinder waren Wednesday, Pippi war hingegen als Käse sehr glücklich.

Jetzt liegt der kleine Käse hier neben mir im Bett und schnarcht. Ich freue mich auf eine längere Nacht, mit Schlafbrille und Ohrenstöpseln. Wer mich weckt, sollte dafür sehr gute Gründe haben, eigentlich zählt alles unter starker Blutung, offenen Brüchen und Haus brennt nicht.

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*Insgesamt für das ganze Gedön heute 150 km, dabei habe ich die Ortsgrenzen nicht verlassen

**nur leicht übertrieben

Tag 3323 – Entspannung pur!

Nach der letzten Woche haben wir heute direkt mal Pippis Geburtstag mit den Mädchen aus ihrer Klasse nachgefeiert. Das war laut, bunt, leicht chaotisch aber friedlich. Wir beglückwünschen uns an dieser Stelle kurz dafür, doch zwei Backmischungen gekauft zu haben, denn nur ein Blech Brownies wäre tatsächlich zu wenig gewesen. 9 Mädchen zwischen 8 und 9 Jahren hauen ganz gut rein. Ein Mädchen hatte Angst vor Wunderkerzen, ich fühlte da sehr mit und dann haben wir die Wunderkerze in Form einer 9 doch lieber erst nach dem Geburtstag angemacht. Zwischendurch haben Herr Rabe und ich doch lieber noch mal schnell die Backmischungspackungen aus dem Müll gefischt, um zu gucken, ob da auch WIRKLICH keine Laktose drin ist. Wie das halt so ist. Es ist wirklich keine Laktose drin und das ist auch einer der Gründe, weshalb wir für so Geburtstage etc. Backmischungen kaufen. Es ist damit etwas einfacher, keinen unabsichtlich zu vergiften. Die Kinder wissen erfahrungsgemäß auch nicht zu schätzen, wenn man 3 Stunden mit Liebe (oder, in meinem Fall gestern Abend, todmüde) in der Küche gestanden und gebacken hat. Mit unseren begrenzten zeitlichen Ressourcen greifen wir da dankbar auf Conveniencewaren zurück.

Das Wetter war super, wir konnten für Pippi sogar die Flagge raushängen (das machen wir an ihrem tatsächlichen Geburtstag ja nicht) und jetzt denken hoffentlich nicht alle Nachbarn, wir würden hier groß die zweite Hochzeit von [Prinzessin] Märtha Louise begehen. Die auf dem Trampolin hüpfende und allerlei Draußenspielzeug verteilende Mädchenhorde dürfte aber zumindest ein Hinweis gewesen sein.

Alle hatten eine gute Zeit, glaube ich. Ich hab das auch überlebt, das wird mit dem steigenden Alter der Kinder auch alles einfacher. Hachja.

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Anekdote: Michel wollte gerne den kleinen Hobbit lesen, am liebsten auf Englisch*, aber wir haben ihn nur auf Deutsch da. Auf der ersten Seite fragte er, was das für Zeichen seien? Runen, sagte ich, die kann man nicht lesen, es sei denn, man ist ein Zwerg. „Aber ich bin ein Zwerg!“ sagte Michel und grinste verschmitzt. Und ja, mein Zwerg ist er auch mit fast 1,60 m und bald meiner Schuhgröße noch. Hachhachja.

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*auf Englisch fand ich auf die Schnelle nur die Hunger Games Trilogie, da weiß ich jetzt nicht ob das schon so gut ist, von Kindern, die sich gegenseitig (oft ziemlich brutal) umbringen, zu lesen. Andererseits hab ich in dem Alter höchst erbauliches von Gudrun Pausewang gelesen, und wenig später tonnenweise Hohlbein… und dann den Herrn der Ringe, tatsächlich. Vielleicht unterschätze ich ihn da auch.

Tag 3284 – Neun Jahre!

Heute ist Pippi, die kleine Mini-Maus, schon neun Jahre alt. Eben war sie noch so klein, winzig quasi, und saß bei jeder Gelegenheit (also immer wenn ich mich mal kurz umgedreht habe) auf dem Tisch oder der Fensterbank oder sonst irgendwo, wo sie nicht sein sollte. Wie eine Katze. Wie eine Katze weiß sie auch nach wie vor sehr genau was sie will und was sie nicht will. Außerdem ist sie schlau, sportlich, begeisterungsfähig, kreativ, hübsch, eine Rampensau und lustig. Sie will ja gerne Tierpflegerin werden, aber könnte echt auch irgendwelche darstellende Kunst machen, das würde eigentlich sehr gut passen.

Hach ja. Sie ist schon sehr wohlgeraten bisher und wir haben sie alle sehr lieb.

Zur Feier des Tages haben wir erst in der Ferienwohnung gefrühstückt, mit Pippis Oma, Pippis Opa und Pippis Onkel D. Es war ein spätes und gemütliches Frühstück mit Kuchen Muffins und tonnenweise Geschenken für Pippi (und ein paar für Michel). Nachmittags waren wir in der Blocbuster Boulderhalle in Bielefeld und da bekam Pippi von Oma ein paar Kletterschuhe, die jetzt ihre ganz eigenen sind. Herr Rabe kaufte sich ebenfalls welche (nach ausführlicher Beratung und Testung in der Halle, wirklich ein ausgesprochen guter Service) und wir boulderten dann auch alle (nicht die Oma), bis die Arme nichts mehr hergaben, was leider recht fix passierte. Aber, wirklich, wenn sie Bouldern mögen, das ist eine sehr schöne Halle, mit wirklich viel Platz und wirklich vielfältigen Bouldern für jede Könnensstufe. Auch das Publikum war nett und nicht judgy. Ich habe, mit Hängen (haha) und Würgen, einen Boulder auf der allerleichtesten Stufe, aber an einer stark überhängenden Wand geschafft und war und bin darüber sehr stolz. Übergänge sind nicht so mein Ding, mein Schwerpunkt ist halt da, wo der bei knapp 40 Jahre alten Frauen so ist. Ich habe aber auch noch mehrere 2er und 3er Boulder an halbwegs geraden Wänden geschafft und bin insgesamt, bis auf die überhaupt nicht vorhandene Ausdauer in den Unterarmen, zufrieden. Herr Rabe fand es auch sehr gut und möchte noch mal hin, Pippi war sehr begeistert und sogar Michel ließ sich zu 2-3 Bouldern hinreißen.

Abends gab es auf Pippis Wunsch hin Käsespätzle. Das ist ihr absolutes Lieblingsessen: selbst gemachte Käsespätzle. Deshalb fahren wir auch mit einer Spätzlepresse in den Urlaub. Alles total normal. Aber Pippi war sehr zufrieden mit den Spätzle und dem Tag generell und ist dann auch zufrieden das erste mal mit neun Jahren ins Bett gegangen. Bald kann ich nicht mehr von „kleiner Maus“ sprechen, aber ein bisschen geht noch.