Tag 1736 – A List.

Ich denke, Tesla Signature Red entspricht ziemlich genau Essie A List. Ich werde das morgen mal verifizieren.

Meine Fingernägel vertragen echt keinen Lack. Sie nehmen mir immer noch übel, dass ich sie zu Weihnachten drei mal hintereinander lackiert habe. Wie konnte ich es wagen. Ich würde ja gerne voll cool sagen, dass mir das egal ist, ist es aber nicht. Ich möchte auch ohne Lack Fingernägel haben, die halbwegs vorzeigbar sind. Und wirklich immerimmerimmer lackiert haben (weil die Nägel eben nackt nicht mehr ansehnlich sind) will ich auch nicht. Seufz.

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17. Mai-Planung verläuft schleppend. Seufz.

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Ich bin tierisch müde, weil ich bis vor einer halben Stunde gearbeitet habe. Jetzt bin ich nach der gestrigen Eskapade wieder einigermaßen im Soll. Aus Gründen habe ich aber die zuletzt verfassten Mails alle noch nicht abgeschickt, nicht dass ich morgen früh ausgeruht da drauf gucke und mich in Grund und Boden schäme. Seufz.

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Es ist noch gar nicht richtig dunkel. Es sind ja aber auch nur noch 5 Wochen bis Sommersonnenwende. Wenn es jetzt noch wieder wärmer würde, wäre alles super. (Die Eisheiligen sollen weggehen!)

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Ich habe die Kinder ins Bett gebracht und das ist grade so eine Sache: währenddessen ist es super nervig, Pippi steht gerne noch mal auf wegen HungerDurstKuscheltierfehlt und hampelt eh rum, Michel beschwert sich darüber und Friede Freude Eierkuchen ist anders. Aber wenn sie dann schläft und schnarcht und Michel schläft und schnauft und beide zucken beim Einschlafen genau wie ihr Vater, hach, dann geht mein Herz immer ganz weit auf und meine Augen werden ganz schwer.

Tag 1729 – Heiße Phase.

Der Autokauf nähert sich seiner Abschließung. Heute haben wir eines angeguckt, mehr angeguckt, probegefahren und dann haben wir Pippi damit abgeholt und dann hat das Auto getanzt und jetzt will Pippi es haben. Kein Problem, liebes Kind, wir verschulden uns doch gerne noch mehr für dich!

Jedenfalls hab ich dann heute auch noch für morgen früh ein Meeting abgeblasen und wir gucken uns ein weiteres an, das wäre das bessere Angebot in einer Farbe, die mir besser gefällt, ich suche den Haken, mal gucken, ob wir ihn morgen finden.

Und dann kaufen wir ein Auto, das von außen schon groß ist, von innen aber noch viel größer und es muss sich nie mehr wer zwischen die Kindersitze quetschen, wenn mal mehr als wir vier fahren. (Und es hat mehr Computerschnickschnack als alle Computer hier im Haus zusammen und japp, das finde ich super.)

Ein wenig damit im Zusammenhang steht: die norwegische Wirtschaft ist am Arsch. Heute wurde der Leitzins auf 0 gesenkt. Ab 25.5. wird dann auch unser Kreditzins fürs Haus gesenkt – zum 3. mal in 2 Monaten. Vermutlich muss ich, als Staatsbedienstete, schon froh sein, wenn mir bei der nächsten zentralen Gehaltsverhandlungsrunde, die schon wegen Covid19 verschoben wurde, nicht der Lohn gekürzt wird.

Die aktuellen Zahlen lassen sehr hoffen. Auf vieles. Aber die Wirtschaft wird brauchen, um sich von Covid19 zu erholen. Trotz Ölfonds und allem. Auch wenn wir hier jetzt auch wieder aufmachen, langsam und hoffentlich sicher.

Ich hoffe, alles was wir in den letzten zwei Monaten gelernt haben, reicht, um eine zweite Welle zu verhindern. Dass das Testen und das Tracen und das konsequente in-Quarantäne- Stecken reicht.

Ich hoffe, wir können ab Herbst wieder Inspektionen durchführen.

Ich hoffe, wir kommen ohne Babysitterfamilie zurecht, bis es einen Impfstoff oder eine wirklich gute Behandlung gibt. Ich baue auf zweiteres, ehrlich gesagt. Bauchgefühl, kein Insiderwissen. Irgendwas, das eine Infektion im Keim erstickt (ungleich Impfung). Sowas wie die Behandlungen gegen HIV. Aber auch das wird dauern.

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Was ganz anderes: das bekommt morgen Michels Corontänefreund zum Geburtstag:

Und das ist Michels:

Das hat sich Michel quasi komplett selbst ausgedacht, weil jetzt wieder Kulturschule ist (in Mini-Gruppen und draußen) und die Lehrerin die einfache Version davon hatte: eine kleine Gemüsedose (hier: Mais) gefüllt mit was klapperndem (hier: getrocknete Erbsen) und einem aufgeklebtem Deckel (hier: Hut/Caps). Michel hat erfunden, Herr Rabe hat umgesetzt. Die sind ein tolles Team und ich hab die alle sehr lieb.

(Nicht dass Sie denken, Pippi käme hier nicht mehr vor: die arme Maus hat dank ständiger Händewascherei so trockene Hände, dass es aussieht wie Neurodermitishaut. Ist es nicht und es juckt auch nicht, aber es sieht wirklich schlimm aus und fühlt sich auch schlimm an und weil das alles gereizt ist, ist es auch sonnenempfindlich und das ist wegen Covid19 auch schlecht, weil die ja dauernd Draußenlegionäre sind. Arme, arme Maus.)

Tag 1725 – 18 Eiweiß.

Ich präsentiere hier unsere Lösung für 18 Eiweiß. Die ersten ca. 6 wanderten in einen Schneekuchen mit Haselnüssen, weil nicht mehr genug Walnüsse da waren. Sehr lecker, nicht zu süß, sehr zu empfehlen. Einziges Problem: wegen Gier nicht rechtzeitig ein Foto gemacht.

Schneekuchen ohne Eigelb.

Heute wanderte der Rest der Eiweiße (ca. 12) in einen Angel Food Cake, nach einer Mischung aus Rezepten, aber das Internet ist voll von Rezepten dazu, wenn man Googleaffin ist. Das war eine aufregende Sache, unter anderem weil meine Ringkuchenform wohl kaputt ist.

Hängend auskühlen. Man sieht es nicht, aber er balanciert auf dem inneren Ring.
Sieht vielversprechend aus.
Innenansicht, beim Schneiden leicht zusammengedrückt.

Also das ist mal ein etwas anderer Kuchen. Hauptsächlich süß und ich glaube, ich weiß jetzt, aus was Löffelbisquit ist. Es schmeckt fast genau wie Löffelbisquit, hat aber eine ganz andere Konsistenz, nämlich eher fluffig, ein bisschen klebrig und im Mund ein bisschen gummimäßig. Kann man machen, aber man sollte süß schon mögen, es ist halt quasi Baisers mit ein bisschen Mehl.

Während der Angel Food Cake gemacht und gebacken wird, kann man eins a Haartönung einwirken lassen. Hallo, Lilac. Passt auch super zu Pippis Krönchen!

Prinzessinnenselfie.

Apropos Pippi: die hat sich heute früh, aus akuten Entzugserscheinungen heraus, erstmal eine „Schwitz“ (Switch) gebastelt. Mit Yoshi.

Das war das lange Wochenende. Gleich noch einen letzten Pulli aufhängen, der eine extra Runde mit Entfärber brauchte, nachdem ein Kleid ein wenig abgefärbt hatte, dann die Kindersachen zusammen suchen und dann ab ins Bett, damit der Morgen morgen nicht ganz so schlimm wird.

Tag 1712 – Corontäne Tag 39.

Wenn Pippi wieder im Kindergarten ist, ist dann überhaupt noch Corontäne?

Allerdings ist seltsam Kindergarten. Pippi findet am schlimmsten, dass jetzt kein Spielzeug mehr mitgenommen werden darf. KEINS. Auch kein Schnuller. Auch kein Kuscheltier. Die armen Einjährigen. Weiterhin wurden die Gruppen in kleinere Gruppen aufgeteilt. Diese kleineren Gruppen orientieren sich am Betreuungsschlüssel (3 Kinder pro Erwachsene für U3, 6 Kinder pro Erwachsene für Ü3) und werden Kohorten genannt. Weshalb man die Gruppen wohl eigentlich Legion nennen müsste, oder kommt der Begriff doch aus der Viehhaltung? Man weiß es nicht.

Jedenfalls ist Pippi in einer Kohorte mit 4 anderen Kindern. Die Kohorten sollen sich nicht mischen, maximal 2 Kohorten können zusammenarbeiten (damit je ein Erzieher mal Pipi machen kann). Meetings sollen die Betreuer untereinander möglichst online (!!!) haben. Aaahahahaha.

Pippis Kohorte hat die ganze Woche den ganzen Tag Draußenkindergarten. Ich war nie froher um den bisher furztrockenen April! Es ist warm und sonnig und die Kinder sind am Ende des Tages zwar staubig aber wenigstens nicht matschig. Es sind die kleinen Dinge. Jedenfalls. Die Kinder. Das klappt natürlich eins a, die voneinander fernzuhalten. Weil es Kindergartenkinder sind. Ich frag mich, ob die, die die Richtlinien für die Kindergärten geschrieben haben, je ein handelsübliches Kindergartenkind gesehen haben? Meins lief jedenfalls beim Abholen (nach zweieinhalb Stunden aber hey, besser als gar nichts! Und morgen dann ganze sechs!) von einem Betreuer zur nächsten Betreuerin und alle bekamen eine sehr herzliche und liebevolle Umarmung.

Aber alle Kinder schreien begeistert alle Erwachsenen an, die ihre Kinder abholen kommen, dass sie sich die Hände desinfizieren müssen.

Herzallerliebst alles. Und ein bisschen lustig.

Und für die „Gute Mütter sourcen die Erziehung ihrer Kinder nicht aus und überhaupt – DiE BeZiEhUnG ZuM KiNd!!1elf!“-Fraktion: beim Abholen im Auto plapperte Pippi wie gewohnt vor sich hin und sagte irgendwann nach einer kurzen Pause: „Mama? Ich hab dich doll lieb!“. Zum ersten Mal seit 5,5 Wochen einfach so.

Und ich hab sie auch lieb. Nach einer kleinen Pause voneinander wissen wir das beide wieder besser.

Tag 1665 – Apfelviereck die 2.

Pippi hat heute den Sehtest wiederholt. Wir hatten alle drei viel Spaß, also Pippi, die Helsesøster und ich.

Pippi hat wieder nicht so super gut gesehen, wenn die Vierecke und Kreise und Häuser und Äpfel etwas kleiner wurden und nun haben wir einen Termin beim Augenarzt gewonnen.

Das Aussuchen der Prämie nach dem Sehtest dauerte länger als der Sehtest selbst, Pippi war da sehr gründlich und musste auch alles kommentieren, was in der Box lag.

Ach ja. Die kleine, überaus niedliche, Rübennase.

(Ich hatte danach auch noch ein positives Erlebnis bei der Blutabnahme bei der Hausärztin, da kommt es wohl sehr drauf an, an wen man hinsichtlich Terminvergabe und auch Blutentnahme selbst gerät und heute hatte ich Glück.)

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Vielen Dank für all Ihre guten Wünsche. Ich stand heute zwar noch etwas neben mir (unter anderem habe ich mein Mittagessen verloren) aber es ging schon viel besser als gestern. Insgesamt ist das Gefühl so etwa wie nach einem langen Tag im Freizeitpark: Adrenalinkater. (Minus die Freizeitparkeuphorie, leider.)

Tag 1645 – Aber!

Herr Rabe und Pippi haben mich heute vom Zug abgeholt (man gewöhnt sich ja an alles, ne? Sogar ans Fliegen in kleinen Propellermaschinen) und Pippi erzählte gleich eine Geschichte. Sie erzählt ja generell sehr lebhaft und mit großen Gesten und viel Mimik und es ist sehr schön anzusehen und auch anzuhören. Hier die heutige Geschichte.

Es war einmal eine kleine Maus. Die ging ganz alleine in den Wald, ooooohne die Mama. Dann probierte sie einen Käse. Einen SCHIMMELIGEN Käse! Der schmeckte eklig. ABER! dann passierte etwas. PLÖTZLICH! war die Maus tot.

Ende.

Tag 1622 – Approved!

Heute war Homeoffice-unterbrochen-von-Kinder-TÜV-Tag. Erst mit Pippi zur Helsestasjon, dann mit Michel zum Entwicklungsgespräch in der Schule.

Pippi ist eine kleine Rübennase und hat viel Quatsch gemacht, zum Beispiel „schreibt“ sie ihren Namen in erfundenen Buchstaben und sagte aus Jux und Dollerei grundsätzlich die falschen Farben. Sie hört super und sieht vielleicht nicht ganz so gut, das testen wir dann in ein paar Wochen nochmal, weil es ja auch gut sein könnte, dass sie einfach aus Jux und Dollerei irgendwann anfing, Häuser, Vierecke, Kreise und Äpfel eher random zu benennen. Und ich vorher noch so „Pippi ist sehr schlau.“ (Wozu Pippi übrigens reinkrähte „Ja, ich bin ein Geni!“ und ich leider vor Lachen fast vom Stuhl fiel.) Zählen, Reden, Motorik ist alles prima, sie wiegt exakt durchschnittlich viel und ist exakt durchschnittlich groß für ihr Alter und zum Abschied gab sie der Helsesøster eine dicke Umarmung, das war schon sehr niedlich. Jedenfalls hab ich da eine kleine schlaue Quatschnase, eventuell halt bald mit Brille. Mal, haha, sehen.

Zum Abschied im Kindergarten sagte ich dann „Ha det, lille venn.“, wie immer, und sie sagte „Ha det, lille Mamma-Rübennase!“ und ja, ich hab die schrecklich doll lieb.

Intermezzo

Dann ging ich zum Optiker und jetzt kriege ich bald eine neue Brille, die hoffentlich dagegen hilft, dass ich nachts offenbar weniger kurzsichtig bin als tagsüber, was mit der Pupillenweite zusammenhängt, wenn ich das richtig verstanden habe. In your Face, Oma, die immer gesagt hat, vom Lesen im Dunkeln bekäme man schlechte Augen! Jedenfalls gebe ich jetzt viel Geld aus und kriege dann eine Brille mit supertollen Gläsern die „das berücksichtigen“, ich will nicht wissen, wie geschliffenes Glas das tun soll, ist mir egal, lalala, ich will einfach nur im Winter Auto fahren ohne mich wie ein Verkehrsrisiko zu fühlen.

Intermezzo Ende

Etwas Arbeit

Korrektur: Herr Rabe war ab hier dabei, das heißt, er wollte eigentlich den Schultermin allein machen und ich war dann nur mit wegen der Brillensache.

Entwicklungsgespräch in der Schule und Michel wollte unbedingt mit. Und ich muss echt sagen: ich liebe Michels Klassenlehrerin. Hach! Michel war während des ganzen Gesprächs (und vorher) total aufgekratzt und, wie man so schön sagt, „all over the place“. Hampelte rum, fummelte rum, grinste unpassend rum und antwortete erstmal auf alles mit „weiß nicht, hihi!“. Puh ey. (Und ich noch beim letzten Gespräch „Michel ist so klug!“) Aber ein klarer Satz von der Lehrerin, gar nicht scharf oder unfreundlich, sondern ganz ruhig und Zack – Hampeln um 50% reduziert und Michel antwortet vernünftig. Halleloo. Die Lehrerin hat auch total viel Verständnis für all die Dinge, die in einer Gruppe von 23 Siebenjährigen eben total normal sind. Ich möchte bitte, dass Pippi auch so eine Lehrerin bekommt. Jedenfalls ist Michel in der Schule in allem gut, erzählt viel und will alles immer ganz genau wissen, er will immer noch Erfinder werden und wenn er jemanden auf der „Freundschaftsbank“ sitzen sieht, fragt er, ob derjenige (ich fürchte auf Mädchen erstreckt es sich nicht, die findet er im Moment ganz doof) mitspielen will. Das ist nämlich eine Bank, da kann man sich hinsetzen, wenn man niemanden zum Spielen hat, aber sich jemanden wünscht. Hach! Mein großer, toller Sohn mit seinem großen Herz. Auch den habe ich ganz furchtbar doll lieb.

Tag 1564 – Bisschen kurz.

…meine Zündschnur heute.

Gefühlt den ganzen Tag nur Augen gerollt. Gestern auch schon. Und vorgestern. Ich sollte das mit dem Twitter wirklich einfach lassen, wenn ich Phasen habe, in denen ich

  • Geschwurbel
  • Verschwörungstheorien
  • Sich widersprechende Aussagen von ein und derselben Person
  • Unsachlichkeit
  • Fehlinformation
  • Völlige Unfähigkeit einiger, über ihren Tellerrand zu schauen

wirklich nicht ertragen kann. Manchmal geht das besser, aber im Moment hab ich wieder mal eine Phase wo ich mir eine Welt voller Roboter wünsche. Ich stelle mir Kommunikation mit Maschinen überaus angenehm vor.

Im echten Leben auch nicht besser, bei der Arbeit alle irre und keiner hört irgendwo zu.

Kleine Anekdote, woran sich mein Kopf momentan wieder sehr aufhängt: wir haben einen Evaluierungsfragebogen bekommen, ob wir unsere bescheuerte Stillarbeitszeit behalten wollen. Und dann fragen die da: „Hast du durch die Stillarbeitszeit am Morgen mehr Konzentrationszeit bekommen?“ Und sie meinen: wurdest du weniger zu Meetings eingeladen, haben weniger Leute im Büro laut gesprochen oder geflüstert, warst du mehr ungestört? Aber das schreiben sie nicht und im Moment muss ich wieder Energie drauf verwenden, drüber nachzudenken, was sie meinen, aber nicht schreiben. (Am Ende habe ich mich trotzdem dazu entschieden, die Frage zu beantworten, so wie sie da steht, nämlich mit „Nein, ich kann mich nämlich eh morgens nicht gut konzentrieren und könnte da viel besser Meetings haben.“)

Oft geht das besser, dann ist auch die Zündschnur länger, das macht nämlich müde, dieses Reininterpretieren in Ungesagtes.

Vielleicht bin ich auch einfach urlaubsreif.

Dreieinhalb Wochen noch.

Aber die Kinder haben mich heute zum Lachen gebracht. Michel hat wieder einen Winkezahn und Pippi hat sich im Kindergarten einen Smiley mit Ohren auf den nackten Bauch gemalt. Die sind schon super, die zwei.

Tag 1547 – Ich möchte nicht.

Eigentlich möchte ich über den ganzen Tag nicht reden.

Eins war gut, wir waren zum Entwicklungsgespräch in Pippis Kindergarten und Pippi ist ein überaus gut entwickeltes und gewitztes Kind, alles gut, alles prächtig, super Kind, weiter so.

Michel habe ich heute gezwungen, ein paar Penisse* aus seinen Hausaufgaben wieder wegzuradieren, ich Supermutter, die hatte natürlich nicht er da reingemalt und ich sehe mal kurz voraus dass Sie in etwa 3500 Tagen hier lesen, dass die Zigaretten gar nicht seine gewesen sind. Rübennase. Aber wenigstens habe ich die zwei Tage länger schlafen können dazu genutzt, morgens ausgiebig mit Michel zu kuscheln und ihn wachzuknutschen und dann hat er morgens auch nicht so schlechte Laune, wer hätte das gedacht.

Und wie ich so schreibe kommt die kleine Rübennase mit seinem Lemuren-Kuscheltier und kuschelt sich ans Fußende und naja, das mit den Penissen war ihm so peinlich, vielleicht hat es ja wenigstens was gebracht. Kleiner Zwerg. So schnell werden sie groß und machen Blödsinn.

(Bevor Sie jetzt denken, oh, ein Kind voll toll und das andere macht nur Blödsinn: das voll tolle Kind macht mich momentan irre nicht nur mit ihrem morgendlichen „Ich muss noch was mitnehmen!!!“ Theater, sondern auch weil sie beim Essen rülpst, dass ein sechzigjähriger Bauarbeiter nach drei Bier neidisch würde und sich dann totlacht und schelmisch „unnskyld meg“ sagt, aber die Entschuldigung null so meint und naja, das finde ich halt aus ganz vielen Perspektiven überhaupt nicht witzig.)

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*pinkelnde

Tag 1539 – Träume.

Pippi redet im Schlaf.

Pippi weint auch im Schlaf.

Pippi redet nicht sehr deutlich im Schlaf, leider, sonst hätte ich sicher schneller geschnallt, dass sie träumt und gar nicht wirklich „was ist“.

Also außer dass sie nicht auf Bäume klettern kann.

Sie wollte so gerne auf Bäume klettern.

Aber bekam es einfach nicht hin.

Im Schlaf.

Ich wollte ihr helfen. Feuerte sie ein bisschen an. Sagte sie klettere prima.

Aber das half nicht wirklich.

Also fragte ich sie, ob sie aufhören will zu träumen.

Ja.

Ob sie von dem Baum mal runter kommen will?

Ja.

Und im großen Bett schlafen?

Ja.

Aber dann war das Licht zu hell.

Und als ich die Taschenlampe ausgeknipst hatte, schlief sie schon wieder.

Aber ohne Bäume.

Tief und fest.