Tag 1270 – Akute Unlust.

Pippi hat heute festgestellt, dass Schnee kalt ist. Und tiefer Schnee tief* und dass man da schlecht drin laufen kann. Dementsprechend hatte sie plötzlich gar keine Lust mehr auf Schlitten fahren, als wir an der Rodelbahn angekommen waren.

Ich nahm sie auf den Schoß und wir schauten Michel und Herrn Rabe beim Schlitten fahren zu. Herr Rabe und ich hätten uns da natürlich abwechseln können, aber ich bin bei der ersten Tour mit Michel sehr unelegant vom Schlitten gesegelt und hatte danach frischen Puderschnee in jeder Falte meiner Kleidung, im Kragen, in der Hose und, ach, also Schlitten fahren finde ich nur so mittel gut.

Pippi war zwar auf meinem Schoß wenigstens ruhig und weinte nicht mehr, aber nach jeder Tour, die Herr Rabe und Michel auf dem Schlitten machten meinte sie „So! Jetzt können wir fahren.“ Michel ließ sich dann aber tatsächlich auch nach recht kurzer Zeit zum Aufbruch nach Hause überreden, es wehte ein kalter Wind und wir alle hatten Hunger. So war das dann ein eher kurzer Ausflug.

Was auch nicht so gut lief wie geplant war meine Fingernägel zu lackieren. Irgendwie hatte ich es nach anderthalb Händen so gründlich vermurkst, dass ich dann alles abgemacht habe und dann war es so spät, dass die Zeit nur für Pflegelack reichte. Naja, Hauptsache nicht nackige Nägel: ein Nagellack hat abgefärbt und jetzt sehen meine Fingernägel leider aus, als würde ich rauchen, aber mit allen 10 Fingern gleichzeitig.

An sich aber ein sehr schöner und geruhsamer Wochenendtag.

___

* der Schnee war so hoch, dass ich kurz befürchtete, ich würde Michel, der direkt nach Ankunft an der Piste mal musste, dafür hochheben müssen. Seine Körpergröße reichte dann aber grade so, um auf den Schnee zu pullern statt nur dagegen.

Tag 149 – Rückreise

Tja Hmm, die Rückreise war eigentlich so smooth, dass man kaum was drüber schreiben kann. Vielleicht, dass Herr Rabe und ich beschlossen haben, dass für derartige Aktionen zwei große Koffer besser sind, als ein großer, ein mittlerer (der aber eh heut seine letzte Reise angetreten hat weil Reißverschluss kaputt) und ein kleiner (den wir aber auf jeden Fall behalten, der geht nämlich als Handgepäck durch). Oder dass ich mich wirklich frage, wer sich überlegt hat, dass es die Gepäckwagen in Schönefeld draußen vorm Bahnhof gibt und man erst mit dem Geraffel durch den kompletten Bahnhof muss, wo auch gefühlt kilometerlange Menschenschlangen vor den Ticketautomaten stehen. Oder dass das Kind nachweislich im Stehen schlafen kann.

 
  

Was allerdings bemerkenswert ist, ist wie kalt unsere Wohnung ist. Nicht nur die Luft, auch Sofa, Stühle, Wände im Bad, alles was man aus Schränken nimmt, einfach alles ist kalt. Wie gut, dass der supertolle Herr Rabe vor seiner Abreise noch Holz im Ofen aufgeschichtet hatte, sodass wir heute nur das Feuerzeug reinhalten mussten und zwei Minuten später war der Kamin an. Seitdem bullert der Ofen auch durch, und ich sitze direkt davor und wünsche mir einen Dönerspieß, damit ich gleichmäßig rundum warm werde.