Von der Inspektion darf ich ja eh nichts erzählen, aber drum rum gäbe es einiges, theoretisch. Aber dann kam es so dass ich mich in den viel zu kurzen Stunden im Flugzeug nur rumwälzte und gar nicht schlief, praktisch also seit 32 Stunden wach bin, und ich gleich einfach ins Koma falle. Also eigentlich jetzt schon, ich muss nur auf jeden Fall noch dafür sorgen, in mein eigenes Bett zu komme – noch liege ich bei Pippi.
Inspektør Rabe ermittelt
Tag 3242 – Inspektionstunnel.
Die deutschen Inspektoren sind verrückt. There, I said it. Ich bin jetzt aber auch echt müde und morgen geht es recht früh nach NY. Gut, heute war ich um fünf Uhr so wach, dass ich mich auch nicht mehr rumdrehen konnte, vielleicht passiert das ja morgen wieder.
Aber gucken Sie mal, wie lecker mein Abendessen aussah:

Tag 3241 – Fehlschlag.
Schwierige Sache, die ärgern mich hier und vielleicht verarschen sie mich auch. Aber jetzt bin ich auch so müde, dass mir die Augen zufallen. Mehr morgen – oder am Wochenende.
Tag 3240 – Bloß nicht hinsetzen.
Es ist 19 Uhr. Ich bin sehr gut hier angekommen, der Flug war problemlos, die Passkontrolle war problemlos. Gut, es gab einen Zwischenfall als wir alle am Gepäckband standen und darauf warteten, dass das Koffer ausspuckt, es gab nämlich einen Feueralarm und das war brutal laut und mit Lichtblitzen. Und natürlich überall, es gab keinen Ort, wo kein Feueralarm war. (Nimm das, Brandschutzschulung der Uni Bielefeld 2004 „Wenn’s brennt, geht erst mal irgendwo hin wo‘s nicht brennt.“) Selbst mit AirPods auf Noise Cancelling war es kaum zu ertragen, so laut war es. Gehen konnten wir aber auch nicht, wurde uns über die Lautsprecher gesagt. Es war am Ende falscher Alarm, aber da 10 Minuten im schrillen Alarm mit Lichtblitzen sitzen, war unschön. Danach ging es immerhin problemlos weiter, ich bekam sofort ein Taxi und war exakt 12 Stunden, nachdem ich zu Hause aufgebrochen war, im Hotel.
Ich habe wieder das gleiche Zimmer wie 2022, das ist etwas kurios. Also auch das Zimmer. Die Klimaanlage darf hier auch nur tagsüber rumlärmen, heute Nacht wird die eiskalt ausgestöpselt.
Ich habe dann ausgepackt, einen Spaziergang zum Supermarkt gemacht, Wasser gekauft, geduscht und mich sogar geschminkt, um meinem Körper zu signalisieren: es ist noch nicht Bettzeit. Es ist TAG! Ich warte auf die deutschen Inspektoren, damit wir Essen gehen können, aber so langsam wird es hart, mich wach zu halten. Das Bett sieht verlockend aus und wäre ich nicht auch furchtbar hungrig, könnte das hier übel ausgehen. Ich will ja auch nicht morgen früh um 4 Uhr senkrecht im Bett stehen.
Die deutschen Inspektoren sind jetzt wohl gerade eingetrudelt, kriegen es gleich mit hungriger und müder Frau Rabe zu tun, naja naja, das werden sie wohl überleben.

Tag 3239 – Auf gepackten Koffern.
Den Tag über gearbeitet (halbherzig, es ist seltsam im Homeoffice wenn niemand anderes arbeitet) und ein bisschen mit dem Lieblingskollegen gechattet. Weil er direkt aus dem Urlaub in den Streik getreten ist, kommunizieren wir einfach weiter über Facebook Messenger. Mit der Teamleiterin kann ich ja über Teams kommunizieren, mit einigen anderen Kolleginnen schreibe ich SMS und mit einer WhatsApp. Es ist trotzdem komisch.
Danach habe ich gepackt. Zwei Hosen hängen noch im Bad, weil die Hosenbünde noch nicht ganz trocken sind. Bis auf Badezimmersachen, Ladegeräte etc. ist aber alles im Koffer. Und etwas extra im Kabinenkoffer, ich bin ja paranoid und habe alles für den ersten Inspektionstag im Handgepäck, für den Fall der Fälle. Ich hatte sogar (reichlich) Platz für das Reisekissen. Dieses Mal habe ich auch an einen Sonnenhut gedacht. Yeah. Morgen kann es recht entspannt losgehen, denke ich.
Packen beinhaltete das Verräumen von gefühlten 5 Tonnen gewaschener Wäsche, aber das ist jetzt auch endlich erledigt. Außerdem musste ich ein bisschen bügeln. Jetzt sind zwei Wäschekörbe frei und müssen nicht mehr vor dem Kleiderschrank rumstehen, schade, dass ich davon nichts habe.
Abends brachte ich beide Rübennasen ins Bett und beide beschwerten sich, dass es viel zu warm sei und es unmöglich zu schlafen und dann schlief Pippi nach 5 Minuten und Michel nach 15 trotzdem. Es ist tatsächlich relativ warm, aber ich glaube die Kinder reagieren eher darauf, dass es recht feucht ist. Laut Hygrometer in der Küche sind fast 60% Luftfeuchtigkeit, da kann man Pythons halten aber wir Raben sind das gar nicht mehr gewohnt, wir hatten jetzt monatelang furztrockene Luft im Haus (20 bis maximal 40%). Aber bei immer mal wieder Gewittern und ansonsten wegen warm gekippten Fenstern (unsere Fenster kippen nach unten auf, das macht so viel mehr Sinn in Anbetracht von Wetter als das deutsche Standard-Kippfenster) haben wir hier drin halt Termitenbauähnliche Bedingungen und Kinder, die sich wegen der Hitze (22 Grad) beschweren.
Ich werd die drei anderen Raben vermissen. Aber ist ja auch nur 8 Tage.
Tag 3219 – Check.
Inspektion überstanden. War verhältnismäßig ok, spannend, aber kann (im Sinne von darf) nichts dazu erzählen. Aber ist erledigt jetzt, Check, nächste Aufgabe. Montag geht’s zu einem Kurs in die Schweiz.
Danach wie üblich ziemlich Pudding, und (wetterbedingt? Es war ziemlich eklig draußen, so als würde es jeden Moment regnen, aber es kam nichts. Der Nieser, der nicht rauskommt, in Wetterform) leicht migränig. Einkaufen vorm Feiertag, ein bisschen eine darüber einigermaßen schockierte Schlange (Monty) „bekuscheln“ (auf meinen Armen rumliegen und -kriechen lassen) und mich an der tatsächlich immens beruhigenden Wirkung dessen erfreuen. Dann die ihrerseits darüber sicher beruhigte Schlange zurücksetzen und das zweite Kind ins Bett bringen. Meine beiden Kinder sind sehr niedlich, wenn sie schlafen, ich habe das heute noch mal verifiziert. Da sehen die gar nicht aus wie 8 und 11.
Jetzt muss ich aber auch schlafen. Vielleicht auch niedlich, das wage ich aber nicht zu behaupten.
Tag 3192 – Frau Rabe ordnet wieder Dinge.
Inspektion ist tatsächlich wesentlich weniger schlimm als sie beim selben Hersteller auch schon war. Wesentlich. Ich schreibe mir einen Teil davon selbst zu, weil ich in die echt viel Zeit und Geduld und Nerven gesteckt habe, damit die auf ein okayes Niveau kommen. Wider Erwarten haben sie dann aber tatsächlich von sich aus noch weiter Sachen verbessert und jetzt ist es echt ok, da zu sein. Was nicht okay ist, ist unsere (also des Werkes Direktoratets) IT. Gestern früh riskierte der Computer meiner Kollegin einen „versehentlichen“ Sturz aus dem 6. Stock, weil er sich weigerte, sich mit allen unseren Cloud-Systemen zu verbinden. Was schon doof ist, weil das Direktorat ja beschlossen hat, dass *Glitzer- und Konfettikanone vorstellen* Cloudbasierte Systeme und *mehr Glitzerkonfetti* Software as a service die totale Offenbarung sind. Oder wie ich sage: oha, die Direktion hat wieder neue Wörter gelernt, schnallt euch an, liebe Kinder. Jedenfalls ist alles was wir haben jetzt in der Cloud, in der einen oder anderen Form. Zugriff auf diese Daten ist also essentiell. Und den hatte meine Kollegin nicht. In der nächsten halben Stunde wurde ich Zeugin, wie meine Kollegin mit der IT-Hotline alle Phasen der Krisenbewältigung durchlebte. Nach einer viertel Stunde ging ich dem Hersteller Bescheid sagen, dass wir noch ein bisschen brauchen. Nach der halben Stunde hörte ich mich sagen: „Pass auf, das bringt nichts, fahr ins Büro und tausch den Computer aus. Ich sage im Büro Bescheid, dass du kommst. Und ich mache das hier schon.“, worauf meine Kollegin sehr dankbar ins Büro fuhr. Nervenzusammenbruch knapp abgewendet. Und ich schaukelte dann, nach einem Anruf bei meinem Lieblings-nicht-direkten-Kollegen, nämlich dem IT-Mann(TM) die Inspektion total souverän und seriös für die nächsten eineinhalb Stunden alleine. Ich weiß das, weil ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, mir selbst anerkennend nickend über die Schulter zu gucken. Spontane Begehung der Ventilationsanlage war in der Schaukelung inklusive, ohne irgendeine Form von geistiger oder tatsächlicher Vorbereitung. Ich sah mir dabei so zu und war imponiert darüber, dass ich nicht schreiend im Kreis gelaufen bin, sondern das Gegenteil passierte. Also, ja, ich bin nach solchen Tagen trotzdem so erschossen, dass ich abends einschlafe, sobald ich mich irgendwo hin setze, aber in der Situation selbst war ich total ruhig und fokussiert und habe das, für jemanden der keine Planänderung mag, sehr souverän gelöst.
Wahrscheinlich klingt das komisch, aber ich hätte einfach wirklich nicht gedacht, dass ich das so ruhig und versammelt hinbekomme, so total spontan.
Noch so was, nur konkreter: aus Gründen musste ich heute nicht nur Salat (mit Dressing) und warmes Mittagessen (mit Sauce) vom selben Teller essen, sondern es lag auch alles übereinander, damit auch ja alles nach allem schmeckt. Und ich habe das nahezu ohne Meckern gegessen (aus Hunger). Erst den Salat mit so wenig Buttersausce wie möglich, dann die Kartoffeln und den Fisch mit möglichst wenig, inzwischen lauwarmer, Vinaigrette.
Ich bin sehr zufrieden mit mir. Ok, ich muss mir noch was einfallen lassen, wie man „bitte mach nicht solche Schmatzgeräusche*“ in höflich formuliert. Aber sonst echt zufrieden.
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* vor allem nicht, wenn du gar nicht isst!
Tag 3189 – Positiv überrascht.
Die Inspektion läuft viel besser als erwartet. Ich war sogar vor acht Uhr zu Hause. Jetzt muss ich trotzdem dringend schlafen, weil ich offenbar so aufgeregt und angespannt war, dass ich echt völlig fertig bin.
Tag 3169 – 3171 – So viel los.
Mittwoch: wir alle waren bei Pippis letztem Kletterkurstermin zum Familienklettern eingeladen. Da waren wir auch alle, sogar Michel (unter Protest) und sind geklettert. Pippi natürlich allen voran. Pippi hat mich auch sehr süß im Hochseildings da angefeuert, als ich mir in vier Metern Höhe fast in die Hose machte vor Angst. Aber wenn man so mitten drin ist, kann man ja auch nirgends hin außer weiter auf dem Kurs. Gestern und heute hatte ich Muskelkater aus der Hölle. Michel auch, der ist dann nämlich doch erstaunlich viel geklettert.
Gestern war Inspektion. Das war viel. Und viel Chaos, das war es auch. Langer Tag.
Heute war weiter Inspektion, aber aus dem Homeoffice heraus, das ist schon wesentlich besser und da muss ich auch nicht um halb acht in Zügen sitzen.
Abends haben wir den Schlangen das erste mal Futter gegeben. Also, effektiv nur Greg, aber angeboten haben wir eine köstliche TK-Maus, wohltemperiert, natürlich beiden. Greg schnappte quasi sofort nach der Maus und erwürgte sie dann auch brav. Fast hätte hen die Pinzette gleich noch mit erwürgt. Ich hab mich bei dem Schnapper auch nur ein bisschen erschreckt, ähäm. Im Anschluss an die „Erwürgung“ schnupperte Greg einigermaßen aufgeregt an hens Beute herum, fand dann aber doch irgendwann raus, wo vorne ist und verschlang das Tier in der ca. Fünffachen Dicke seines Halses mit allem, Kopf voran. Das war faszinierend anzusehen. Und etwas morbide.
Monty bekam auch eine Maus angeboten, schnappte auch danach, aber ich erschreckte mich so, dass ich die Maus fallen ließ. Dann legte sich Monty drauf und machte mit dem Körper das federnde S, immer auf meine Hand fokussierend. Das war mir dann zu heikel, mit einem hastig gesuchten Plastikschwert stupste ich Monty weg und holte die Maus wieder raus. Monty fand die Maus dann aber nicht mehr essbar und verzog sich wieder in sein unerreichbares Loch. Greg verdaut. Morgen oder übermorgen probieren wir es dann nochmal, mit Monty und einer frischen Maus.
Tag 3154 und 3155 – Piep!
Bin sehr im Inspektionstunnel. Gestern ging es eigentlich, aber heute war übel. Rieche außerdem nach Fischfutter. Auch das ist übel. Müde müde, gute Nacht!