Tag 2971 – Platt.

Hab’s übertrieben diese Woche, Dienstag tanzen (erstes Mal nach den Ferien, neuer Kurs, neue Leute usw.), Mittwoch „Abschied“ eines hochprofilierten Mitarbeiters des Werkes (1,5 Stunden Vorlesung plus Reden und Kuchen) in den Ruhestand, anschließend weiter Arbeit bis viel zu spät, Donnerstag Vortrag, heute Geigenstunde. Vier mal im Büro gewesen. Vier mal in der Kantine gegessen. Vier mal hin und her Zug gefahren, keiner der Züge war pünktlich außer dem einen, den ich verpasst habe, weil die T-Bane zu spät kam. Einmal musste ich Bus ab Eidsvoll Verk fahren. Einmal musste ich ab Lillestrøm stehen, weil der Zug so bumsvoll war (Freitag Nachmittag im Zug nach Lillehammer, wenn gutes Wetter angekündigt ist, ist für Hartgesottene oder die mit Platzreservierung). Es ist immer noch Wasser im Bahnhof und wir kommen nur ein Mal pro Stunde nach Hause.

All das war ein bisschen zu viel, das merke ich aber erst seit es vorbei ist. Bin einfach hundemüde und noch näher am Wasser gebaut, als eh schon*. Gestern habe ich ja offenbar schon vergessen, den Beitrag zu veröffentlichen, dabei ist das ein Klick und fertig.

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*und dann gucke ich noch die letzte Folge der zweiten Staffel von The Bear, das war keine so gute Idee, schon allein weil es nicht vorbei sein soll. Das ist echt eine der besten Serien seit… immer, vermutlich. Obwohl oder gerade weil einzelne Folgen echt hart anzuschauen sind und zwar nicht, weil sie auf die Tränendrüse drücken oder irgendwie brutal sind, sondern aus anderen Gründen. Unter anderem die erste Folge ist so, wenn Sie die Serie also nicht kennen, lassen Sie sich nicht von der ersten Folge abschrecken.

Tag 2950 – Piep.

Alles gut. Wasser noch nicht voll da. Wird wohl auch noch etwas dauern, Sonntag/Montag sind die Prognosen jetzt.

Was mich beruhigt: die Besitzerinnen des Restaurants zu dem die Terrasse im zweiten Bild gehört, saßen total entspannt auf selbiger und schnackten. So reagieren hier Leute, die das ein paar mal mitgemacht haben. Man sieht auch an der hinteren Ecke der Terrasse Wasser aus einem blauen Schlauch spritzen: das ist aus deren Keller. Scheinbar auch kein Grund zu größerer Verzweiflung*. Nur wir Zugezogenen sind aufgeregt.

Pippi hat heute Übernachtungsparty mit den Nachbarsmädchen – allen dreien. 50% schlafen. 50% halten sich gegenseitig vom Schlafen ab, keins davon meins, sonst hätte ich schon längst ein Machtwort gesprochen. Ich, schon bei Michel im Bett eingeschlafen, werde langsam irre, weil ich echt gerne schlafen würde – aufgeregt sein ist anscheinend anstrengend – aber mich nicht traue, wenn ich verantwortlich für fremde Kinder bin. Herr Rabe ist jetzt noch mal rüber gegangen und hofft auf die einschläfernde Wirkung seiner Präsenz. Oder besser der Uhrzeit.

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* Naja, anders gedacht: was soll man auch machen? Man kann eh nicht rein, bevor es vorbei ist, Zeit genug, Zeug in die höheren Etagen zu verfrachten, hatten sie und solange man nicht in den Keller kann hat man eh Schrödingers Keller – nicht so schlimm und total zerstört gleichzeitig. Da würde ich vielleicht auch keine Energie darauf verschwenden wollen, mich verrückt zu machen.

Tag 2930 – Dänemark Tag 15.

Pippi ist jetzt 8, also ein ganzes Jahr älter als gestern (Mathematiker*Innen weinen leise). Zur Feier des Tages war sie mitnichten um sieben wach, sondern um halb sechs und weckte dann ALLE anderen Kinder. Das hatte zur Folge, dass beide Kinder bei uns bis sieben Uhr wühlend im Bett lagen, eines (Michel) schlafend, eines (Pippi) größtenteils wach. Die Erwachsenen waren durchaus in diesem Urlaub schon mal fitter.

Pippi hatte aber wohl einen guten Tag, und das ist ja an so einem Tag auch das wichtigste. Wir fuhren ins Schwimmbad, denn sie hat eine echte Meerjungfrauenflosse von uns bekommen und die musste natürlich eingeweiht werden. Ich bin von der Qualität dieser „Fin Fun“-Flosse sehr angetan und Pippi machte das auch recht schnell erstaunlich gut. Trotzdem kann ich mich nicht soooo gut entspannen, wenn ich Kinder, insbesondere meine Kamikazekinder, semi-sicher aber mit vollem Körpereinsatz (inklusive Stimmbändern) schwimmen sehe. Objektiv betrachtet können die bestimmt besser schwimmen als ich denke, aber ich bin nicht objektiv. Können die nicht einfach wie so ne Oma Bahnen ziehen, statt sich quietschend ins Wellenbad zu stürzen?

Anyway, alle hatten Spaß. Alle aßen hinterher den gepimpten Ramen restlos (nicht ganz, es sind noch drei, vier Brokkoliröschen übrig) auf und dann gingen die Mädchen und nicht so lange danach auch Michel zum Umfallen müde ins Bett. Auch wir Erwachsenen waren etwas saftlos heute Abend und wir schnackten einfach nur, ohne Gesellschaftsspiel.

Pippi-Artikel folgt, wenn ich ausgeschlafener bin. Lieb hab ich sie auch heute, auch müde.

Tag 2907 – Wieder allein.

Herr Rabe ist heute zu einem guten Freund aufgebrochen, der am Wochenende 40 wird. Damit haben wir seit dem 16. Juni exakt 2 Nächte im selben Bett geschlafen. Seit dem 2. Juni 15, seit dem 19. Mai 23. Sonntag Abend kommt er wieder und dann ist auch echt erst mal gut mit einzeln in der Weltgeschichte herumreisen.

Ich kämpfe weiter tapfer gegen den jet lag. Ich habe mich vorsichtshalber bettfertig gemacht, bevor ich die Kinder ins Bett gebracht habe, ich muss nämlich schon wieder ganz viel blinzeln irgendwie…

Ansonsten war ich heute im Büro und habe die Makulierungstonne gefüttert, das war sehr befriedigend. Jetzt fliegt hier nicht mehr so viel vertrauliches alles mögliche zu Hause rum, während (bald) wochenlang niemand zu Hause ist. Potentielle Bösewichte können jetzt nur ein paar handgeschriebene Notizen finden, aber das will ich sehen, wie die meine Inspektions-Handschrift entziffern wollen. Ich kann manchmal selbst schon nach kurzer Zeit nur noch einen educated guess machen.

Tag 2906 (glaube ich) – Wieder zu Hause.

Ich schreibe mal besser jetzt schon, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ich einschlafe, sobald ich mich irgendwo hinsetze oder gar lege, ca. 1 ist.

Die Reise verlief wundersamer Weise komplett reibungslos. Wir waren sogar eine halbe Stunde früher als geplant in Oslo. Das Gepäck kam an, ich bekam ohne Stress einen Zug und am Bahnhof holten mich Herr Rabe und Michel ab.

Die Kinder freuten sich sehr über die mitgebrachten Kleinigkeiten. Im Kakao-Land ist ja alles bunt und niedlich, das finden beide gut, also hatte ich kleine Anhänger mit niedlichen Figuren mitgebracht. Dazu ein paar Ohrringe für Pippi und eine Kette für Michel, beides aus dem Künstlerviertel in Seoul, handgemacht von einer kleinen, alten Frau in einem sehr sehr kleinen Laden. Eigentlich nicht so ganz im Preisrange für Souvenirs, aber dafür halt auch kein Ramsch.

Heute Morgen (im Flugzeug) und am frühen Nachmittag arbeitete ich ein bisschen, damit wir hoffentlich einen vorläufigen Report noch diese Woche (weil ich nächste Woche Urlaub habe) nach Korea schicken können. Seitdem kämpfe ich eigentlich nur mit diversen Maßnahmen gegen die zunehmende Müdigkeit an. Wäsche waschen und draußen aufhängen, alles auspacken und verräumen, Einkaufen, Spaziergang… trotzdem ist es echt lange her, dass ich um neun Uhr norwegischer Zeit so müde war, dass ich schon vom Zähneputzen phantasiere. Follow-Up von gestern übrigens: ich putzte am Platz die Zähne und schluckte die Zahnpasta. Besser als nicht Zähneputzen. Danach ließ ich mich von den Turbulenzen in den Schlaf schaukeln.

Konzentration ist jedenfalls auch aus. Aber ich bin halt auch seit über 20 Stunden wach und hab davor mit viel Wohlwollen 6 Stunden ineffizient geschlafen.