Tag 2930 – Dänemark Tag 15.

Pippi ist jetzt 8, also ein ganzes Jahr älter als gestern (Mathematiker*Innen weinen leise). Zur Feier des Tages war sie mitnichten um sieben wach, sondern um halb sechs und weckte dann ALLE anderen Kinder. Das hatte zur Folge, dass beide Kinder bei uns bis sieben Uhr wühlend im Bett lagen, eines (Michel) schlafend, eines (Pippi) größtenteils wach. Die Erwachsenen waren durchaus in diesem Urlaub schon mal fitter.

Pippi hatte aber wohl einen guten Tag, und das ist ja an so einem Tag auch das wichtigste. Wir fuhren ins Schwimmbad, denn sie hat eine echte Meerjungfrauenflosse von uns bekommen und die musste natürlich eingeweiht werden. Ich bin von der Qualität dieser „Fin Fun“-Flosse sehr angetan und Pippi machte das auch recht schnell erstaunlich gut. Trotzdem kann ich mich nicht soooo gut entspannen, wenn ich Kinder, insbesondere meine Kamikazekinder, semi-sicher aber mit vollem Körpereinsatz (inklusive Stimmbändern) schwimmen sehe. Objektiv betrachtet können die bestimmt besser schwimmen als ich denke, aber ich bin nicht objektiv. Können die nicht einfach wie so ne Oma Bahnen ziehen, statt sich quietschend ins Wellenbad zu stürzen?

Anyway, alle hatten Spaß. Alle aßen hinterher den gepimpten Ramen restlos (nicht ganz, es sind noch drei, vier Brokkoliröschen übrig) auf und dann gingen die Mädchen und nicht so lange danach auch Michel zum Umfallen müde ins Bett. Auch wir Erwachsenen waren etwas saftlos heute Abend und wir schnackten einfach nur, ohne Gesellschaftsspiel.

Pippi-Artikel folgt, wenn ich ausgeschlafener bin. Lieb hab ich sie auch heute, auch müde.

Tag 2907 – Wieder allein.

Herr Rabe ist heute zu einem guten Freund aufgebrochen, der am Wochenende 40 wird. Damit haben wir seit dem 16. Juni exakt 2 Nächte im selben Bett geschlafen. Seit dem 2. Juni 15, seit dem 19. Mai 23. Sonntag Abend kommt er wieder und dann ist auch echt erst mal gut mit einzeln in der Weltgeschichte herumreisen.

Ich kämpfe weiter tapfer gegen den jet lag. Ich habe mich vorsichtshalber bettfertig gemacht, bevor ich die Kinder ins Bett gebracht habe, ich muss nämlich schon wieder ganz viel blinzeln irgendwie…

Ansonsten war ich heute im Büro und habe die Makulierungstonne gefüttert, das war sehr befriedigend. Jetzt fliegt hier nicht mehr so viel vertrauliches alles mögliche zu Hause rum, während (bald) wochenlang niemand zu Hause ist. Potentielle Bösewichte können jetzt nur ein paar handgeschriebene Notizen finden, aber das will ich sehen, wie die meine Inspektions-Handschrift entziffern wollen. Ich kann manchmal selbst schon nach kurzer Zeit nur noch einen educated guess machen.

Tag 2906 (glaube ich) – Wieder zu Hause.

Ich schreibe mal besser jetzt schon, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ich einschlafe, sobald ich mich irgendwo hinsetze oder gar lege, ca. 1 ist.

Die Reise verlief wundersamer Weise komplett reibungslos. Wir waren sogar eine halbe Stunde früher als geplant in Oslo. Das Gepäck kam an, ich bekam ohne Stress einen Zug und am Bahnhof holten mich Herr Rabe und Michel ab.

Die Kinder freuten sich sehr über die mitgebrachten Kleinigkeiten. Im Kakao-Land ist ja alles bunt und niedlich, das finden beide gut, also hatte ich kleine Anhänger mit niedlichen Figuren mitgebracht. Dazu ein paar Ohrringe für Pippi und eine Kette für Michel, beides aus dem Künstlerviertel in Seoul, handgemacht von einer kleinen, alten Frau in einem sehr sehr kleinen Laden. Eigentlich nicht so ganz im Preisrange für Souvenirs, aber dafür halt auch kein Ramsch.

Heute Morgen (im Flugzeug) und am frühen Nachmittag arbeitete ich ein bisschen, damit wir hoffentlich einen vorläufigen Report noch diese Woche (weil ich nächste Woche Urlaub habe) nach Korea schicken können. Seitdem kämpfe ich eigentlich nur mit diversen Maßnahmen gegen die zunehmende Müdigkeit an. Wäsche waschen und draußen aufhängen, alles auspacken und verräumen, Einkaufen, Spaziergang… trotzdem ist es echt lange her, dass ich um neun Uhr norwegischer Zeit so müde war, dass ich schon vom Zähneputzen phantasiere. Follow-Up von gestern übrigens: ich putzte am Platz die Zähne und schluckte die Zahnpasta. Besser als nicht Zähneputzen. Danach ließ ich mich von den Turbulenzen in den Schlaf schaukeln.

Konzentration ist jedenfalls auch aus. Aber ich bin halt auch seit über 20 Stunden wach und hab davor mit viel Wohlwollen 6 Stunden ineffizient geschlafen.

Tag 2902 – Wo isses denn nu?

Wir, der Support und ich, haben heute gelernt, dass „fortress“ gar nicht zwingend so ist, dass man eine Mauer hat und alles innerhalb der Mauer ist automatisch dass das Fortress. Weit gefehlt. Sehr weit. Hier ist ein fortress eher ne Stadt in der Stadt. Zumindest in Suwon ist das so.

Weil wir hin- und zurück- und da noch rumliefen, weil wir ja dachten, wir müssten irgendwas fortressmäßiges finden, war danach nicht mehr soooo viel mit mir los. Einen Sonnenschirm habe ich mir gekauft (ich nenne ihn sunbrella, weil ich lustig bin), mein Buch fast ausgelesen und auf Abendessenzeit gewartet. Das erste Restaurant, das ich gestern auf meinem Spaziergang gesehen hatte, war leider bis auf den letzten Platz besetzt, mit mehreren Leuten, die davor schon Schlange standen. Am Ende fanden wir aber doch noch eine Alternative und so kam ich zu Gyozas in Käse-Mais-Soße. Mega lecker war das!

So, jetzt mache ich die Augen zu und freue mich auf morgen. Da fahre ich nach Seoul. Hurra!

Tag 2901 – Platt^2.

Ist platt zum Quadrat ein Viereck oder ein Würfel? Es ist schwierig.

Jedenfalls bin ich sehr fertig. Der Tag war anstrengend, wir haben aber ausgesprochen gut gegessen (ich werde immer mutiger und habe einfach durch zeigen auf die Karte irgendwas nach Optik bestellt – und es war super. In einem Restaurant im Einkaufszentrum nebenan) und auch gut inspiziert. Zum Tagesabschluss habe ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Straßen hier ums Hotel gemacht und dabei tatsächlich Ecken gefunden, die nicht bis zur scheinbaren Sterilität sauber waren.

Ach, und wussten Sie, dass Menschen in Korea ständig ihre Zähne putzen? Nach dem Mittagessen gehen alle zusammen Zähne putzen, die Firma hier hat Mundwasserspender auf dem Klo und die Mitarbeiterinnen haben Zahnbürsten und Zahnpasta auf dem Klo geparkt – da gibt es dafür extra einen Schrank. Ich muss sagen, das finde ich nicht das schlechteste.

Tag 2884 – Der übliche Wahnsinn.

Warum sind diese letzten Wochen vorm Sommerurlaub nur immer so ein Marathon? Alles muss irgendwie noch fertig werden, am besten bis gestern, und jemand(TM) reist ja auch noch nach Korea (so langsam fange ich deshalb an zu hyperventilieren, was habe ich da getan, ahhhhh!), Urlaub will geplant werden, Sommerfeste überall und ich möchte eigentlich nur schlafen bis Juli, dann habe ich nämlich Urlaub und da kann ich weiter schlafen.

Stattdessen schlafe ich zu wenig und arbeite viel zu viel, um alles fertig zu kriegen. Tjanun. Noch anderthalb Wochen Schule, noch dreieinhalb Wochen Arbeit. Ächz.

Einziger Bonus heute: die Ausschusssitzung der Kommune ging nur halb so lang wie veranschlagt. Und da ich mit dem Auto da war (weil ich bis 15 Minuten vor der Sitzung noch gearbeitet habe), war ich um kurz nach halb acht deshalb schon wieder zu Hause. Hurra!