Tag 2769 – Grummelig.

Hab wenig Antrieb, schlechte Laune und Schmerzen. PMDS halt. Immerhin habe ich heute diverse Dinge getan, die Spülmaschine sauber gemacht zum Beispiel (ich sage es nochmal, da sind überall Dichtungen, zum Beispiel am Spülmittelfach, man kann und sollte die ab und zu mal abmachen und den Schmodder darunter beseitigen) und auch was für mich, nämlich Geige gespielt und mit Herrn Rabe auf dem Sofa abgehangen. Michel hab ich auch ins Bett gebracht, das war schön, der ist so niedlich, wenn er schläft. Vor allem, wenn es in seinem Bett ist.

Sollte zufrieden sein, aber heute ist alles irgendwie nur so lauwarm.

Tag 2767 – Abgekühlt.

Draußen taut es, alles ist mit Eis und einer Schicht Wasser drauf bedeckt.

Ich habe mich beruhigt. Wir haben die Inspektion heute beendet, die meisten Beteiligten dürften relativ zufrieden sein. Ich bin froh, zu Hause zu sein und morgen etwas länger schlafen zu können. Heute früh war relativ brutal, muss ich sagen. Es fällt mir nach Inspektionen manchmal schwer, runter zu kommen, deshalb bin ich gestern dann nicht sofort wie ein Stein eingeschlafen, sondern hab mich noch ne Weile rumgewälzt und geärgert. Lustiger Weise traf ich heute morgen auf dem Weg zur Inspektion die Lieblingskollegin, der es gestern genau so ergangen war und die heute auch nicht gut aus den Federn kam. Dabei ist sie eigentlich ein Morgenmensch. Aber für sie war es halt gestern viel zu spät.

Nachdem ich aber heute auf dem Rückweg im Zug einschlief (nicht schlimm, der endet hier) cancelled ich im Kopf alle halb ausgedachten Pläne für den Abend, brachte Pippi ins Bett und ging dann in die Badewanne. Mehr als ein bisschen Abspülen und die Spülmaschine starten war nicht mehr drin, aber es gibt auch schlimmeres, zum Beispiel zu wenig Schlaf.

Es war aber sehr schön, von Pippi ein bisschen angeschnarcht zu werden. Die ist wirklich süß, wenn sie schläft. Immer noch. (Sie ist auch wach süß, aber schnarcht da nicht.)

Tag 2751 und 2752 – War schon fitter.

Gestern bin ich bei Michel im Bett eingeschlafen. Mal wieder. Allerdings ging es mir auch nicht so super, ich wachte morgens schon mit Kopfschmerzen auf, die sich anfühlten, als wäre mein kompletter Kopf in einer Schraubzwinge eingespannt. Das gab sich über den Tag nicht wirklich und dass ich irgendwie noch den Tag durchgezogen habe (z.B. Michel zu einem weiteren, allerdings wohl vorläufig letzten, Diagnostiktermin fahren) war sicher nicht unbedingt hilfreich. Aber Herr Rabe war außer Haus, also musste ich ja irgendwie. Nachmittags bekam ich noch Halsschmerzen dazu und abends zwei Kinder, die Hausaufgaben machen mussten, Hurra. Pippi lernt jetzt mit größeren Zahlen rechnen, Michel musste etwas über Claude Monet lesen und dann zu jedem Absatz des Textes ein Wort schreiben. Ich durfte also auch noch erklären, wo in unserem Garten Mohn wächst und wie der aussieht, damit sich Michel etwas darunter vorstellen kann. Tipp: „große, rote Blume“ ist nicht ausreichend spezifisch. Irgendwann waren aber alle Hausaufgaben gemacht und alle Kinder satt, ich brachte Pippi ins Bett und dann Michel und dann konnte ich meine Augen nicht mehr offen halten. Mein Körper fühlte sich eh an wie durch die Mangel gedreht, weil ich auch schlimmen Muskelkater hatte (und habe), beim Ballett wohl übertrieben. Und ich hab noch gedacht, toll, wie tiefe grand plié in der zweiten du machst, super! Und das ohne „Hinsetzen“ oder Hintern hängen lassen oder Turnout vergessen. Hmmhmm. Die Quittung kam sehr schnell. Au.

Heute war alles nur minimal besser, aber weil ich mir das so vorgenommen hatte, fuhr ich ins Büro. Da schmiss ich nicht den Computer aus dem Fenster und fing auch nicht aus Frust über Word an zu heulen, das war mein größter Erfolg des Vormittags. Den Tag über trank ich sehr viel Pfefferminztee, was die Halsschmerzen (kein Covid laut Test, sonst wäre ich nirgendwo hin gegangen) in Schach hielt. Am Nachmittag arbeitete ich stoisch diverse Unannehmlichkeiten weg und kam da gut voran, was ja auch mal schön ist.

Jetzt Bett, schon wieder sehr spät, aber ich wollte noch auf die Waschmaschine warten. Da drin war nämlich (nebst einigen Kinderklamotten) meine Mütze, mit der ich aus Mangel an Alternativen die Frontscheibe von Cardos trocken gewischt habe, nachdem die Klimaanlage sie endlich aufgetaut hatte. Also von innen. Außen kann ich ja kratzen, aber Cardos friert auch gern von innen zu. Danach war die Mütze nass, aber die Scheibe frei, aber gleichzeitig ist das meine eine warme Mütze und meine Lieblingsmütze ebenfalls und morgen keine Mütze haben ist keine Option. Das ist die heutige Ausrede für spätes Schlafen.

Tag 2749 – Offenbar anstrengend.

In diesem Büro (irgs, Menschen!) gewesen, ganzen Tag in Meetings gesessen, soziales Tralala mitgemacht (25-jähriges Dienstjubiläum einer Kollegin), nach der Arbeit noch Sport gemacht (nach der Arbeit weil mir vor der Arbeit der Zug, den ich dafür hätte erwischen müssen, vor der Nase weggefahren ist), bei Michel im Bett eingeschlafen. Wenn ich beim Mittagessen schon am liebsten mein Essen mit in den Keller nehmen und allein essen würde, ist das wohl ein Zeichen für Overpeopeling.

Zu Essen gab es auch nichts vernünftiges. Der vegetarische Montag ist wohl gestorben, sie haben scheinbar wirklich so ausdauernd ihr abschreckendes vegetarisches Essen gekocht, dass sich genug Leute beschwert haben, also gab es heute Bratwurst. Für mich Salatbar, aber auch da war die Auswahl zum heulen (Proteine? Schon mal gehört? Hüttenkäse zählt nicht und der gehört auch nicht auf Salat). Das also zusätzlich dazu, dass wir da nach wie vor frieren und alle mit Wollpullis und Schals sitzen. Wirklich verlockend, ins Büro zu kommen, doch doch. Das Werk macht es so richtig attraktiv.

Werde jetzt einfach weiter schlafen. Michel hat sich netterweise auch schon zu mir gesellt, damit ich mich nicht allzu doll umstellen muss. Lieb.