Tag 1650 – Strategisch unklug.

Im Kinderzimmer liegt noch die Gästematratze, beide Kinder drauf, ich in der Mitte. Michel kann nicht einschlafen, es ist warm und gemütlich und ich bin soooo müde, nachdem Michel ab vier Uhr morgens im Elternbett rumwühlte. Mal gucken ob das gleich gut geht oder ich hier einschlafe.

Herr Rabe hat gestern ein Yenga-Spiel gekauft und ich könnte jetzt rumposaunen wie toll kreativ die Kinder mit unbehandelten Holzklötzchen spielen und Loblieder auf Naturspielzeug und freies Spiel singen, aber dann würden Sie sich alle wahrscheinlich sehr wundern und deshalb hab ich auch nicht so fotografiert, dass man den Chaoshaufen im Hintergrund nicht mehr sieht und Michels Tankstellensüßigkeit (wir mussten eine neue Scheinwerferbirne kaufen) durfte auch mit drauf.

Tag 1643 – Hotelzimmeraussichten, Folge 2.

Heute war vieles sehr aufregend, unter anderem verlor ich einen Baumwollnuppi vom Q-Tipp in meinem Ohr (und war ehrlich gesagt drauf und dran, ihn da einfach zu lassen) und dann flog ich mit einem sehr kleinen Flugzeug, zum ersten Mal, das war nicht schön.

Dafür habe ich den Tag eigentlich gut überstanden, aber jetzt bin ich leider total im Eimer und will nur noch schlafen, bis halb sieben ungestört, wenn’s geht.

Tag 1642 – Auf der Höhe, auf dem Damm, in Form…

… bin ich heute nicht. Ich weiß nicht ganz, was es ist, aber ich hab mich den ganzen Tag gefühlt, wie vom Bus überrollt. Nach dem Abendessen bin ich dann auf dem Sofa eingeschlafen und eben erst wieder aufgewacht, um ins Bett zu wanken. Alles nicht gut. Schon mal gar nicht, weil ich morgen auf eine Inspektion muss (und kommen Sie bitte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, oder von mir aus in Richtung der Vorgesetzten, die das Personalproblem ignorieren).

Hoffentlich richtet es eine dicke Mütze mit Schlaf.

Tag 1640 – Faultag.

Wir haben heute quasi nichts gemacht (und in unserem Fall heißt das halt Nichts und nicht dass wir eigentlich 4 Kuchen gebacken, 3 Stunden Sport gemacht und das Dach neu gedeckt haben). Ein wenig verkatert war ich ja doch auch und verplant und deshalb habe ich die Öffnungszeiten des Optikers vercheckt und muss jetzt weiter mit rutschender Brille rumlaufen.

Morgen fahren wir vielleicht ins Schwimmbad und ich hab immer noch keinen vernünftigen Badeanzug sondern nur Dekobikinis, das nervt mich grad sehr.

Tag 1639 – Winterfest 2020.

Es war… naja. Durchwachsen.

Erst fand ich meine Kolleginnen, also die, von denen ich wusste, dass sie kommen wollten, nach dem Schminken nicht wieder. Geschminkt hatte ich mich nach einer schnellen Dusche in der Umkleide im Keller, genauso wie gefühlte 437 andere Frauen aus dem Werk.

Jedenfalls fand ich sie dann doch irgendwann, auf einer anderen Etage, und jetzt kenne ich immerhin ein paar der Regulatory Leute bei uns vom Sehen.

Ein Drink zum Essen ist lächerlich, wenn man während des Essens immer wieder singen und sich schlimm (SCHLIMM! Richtig schrecklich cringy) sexistische Witze anhören muss. So viel Alkohol kann ich gar nicht trinken, um das „Erlebnis“ aus meinem Gehirn zu eliminieren. Und sowas von meinen eigenen Kollegen!

Ich habe schlimme Dinge gesehen. Auch die hab ich nicht vergessen (dafür hab ich jetzt Kompromat gegen die Kollegin in der Hand, muhahahaha).

Am Ende wurde es doch noch nett mit Tanzen und so und auf dem Heimweg wurde ich spontan Mitglied im Radiopharmakateam. Hell, Yeah.

Strahlende Aussichten.

Bester Moment des Tages.

Die Schuhe sind schick, aber au. Vor allem, wenn eine sich zu fein ist, die einfach zum Tanzen auszuziehen.

Hab ich erwähnt, dass meine Brautschuhe nicht mehr passen? Meine Brautschuhe passen nicht mehr.

Nachhausewegselfie.

Endlich anständige Musik.

Tag 1627 – Hotelzimmeraussichten, Folge 1.

Das ist doch ein lustiges Projekt. Hoffentlich denke ich öfter da dran.

Außerdem Nissan Qashquai als Mietwagen, was für ein Monster und schrecklich unübersichtlich. Lieb gemeinte 3 von 10 Punkten. Die schlechte Bewertung hat natürlich gar nichts damit zu tun, dass ich schrecklich aufgeregt war/bin, weil ich dieses Mal fahren und also die Kollegin durch die Gegend kutschieren muss. Im Dunkeln, in einer Gegend, die ich nicht kenne, mit einem Auto, das ich nicht kenne. What could possibly go wrong?

Jetzt Hotelbett. Garantiert keine Kinder morgen früh auf meinem Kopfkissen oder am Fußende. Auch mal schön.

Tag 1603 – Platte Raben.

Das waren wunderbare 4 Tage bei Tanja, Familie Drehumdiebolzen und Familie Wunnibar-Igelbert. Ach, das Internet. So oft ich damit auf Kriegsfuß stehe und hadere und über meinen Social Media-Konsum grüble reflektiere, so oft denke ich auch an inzwischen einen ganzen Haufen Leute, die ich darüber kennen gelernt habe und die meine Freunde und Freundinnen geworden sind. Obwohl man sich selten, seltenst oder nie in echt sieht. Die Overall-Internet-Bilanz ist doch positiv.

Die vier Tage konnten wir alle nutzen um unsere Batterien wieder aufzuladen. Wie viel umgänglicher Kinder sind, wenn man sie mit anderen Kindern auf einen Haufen wirft. Plötzlich können die Eltern auch mal wieder atmen und haben nicht permanent Kinder an der Backe kleben. Gut, man riskiert Scheißelkram, dass die Kinder viel Tablet schauen oder hinterher wer weint, weil wer anders irgendwas gesagt oder nicht gesagt hat. Aber bis dahin war’s entspannt, echt!

Erwachsene mit anderen Gleichaltrigen ähnlich tickendenden Erwachsenen zusammenwerfen ist auch immer sehr ratsam und ich vermisse die anderen Erwachsenen jetzt schon doll. Ich bin total froh, dass wir in unserem straffen Urlaubs-Zeitplan noch Zeit gefunden haben für J. und V., Little B., M. und C., D., M. und A., Tanja Tollpatsch, Dr. Drehumdiebolzeningenieurin und Zusehrverkürzt und Frau Wunnibar und Herrn Igelbert. Familie ist schön, Freundschaften sind eben was anderes und die ideale Anzahl Kinder ist 4, sofern man maximal 2 davon wieder mit nach Hause nehmen muss.

Allerdings fordert der wenige Schlaf, der viele Alkohol und, Ja, auch die viele soziale Interaktion hier seinen Tribut und wir sind alle 4 ziemlich platt. Da wir auch nur noch morgen haben bevor es zurück geht, schlafen wir lieber noch mal früh um morgen alles gut zu schaffen. Deshalb: gute Nacht!