Tag 1748 – Für die Tonne.

Da heute keine Müllabfuhr kam, kommt sie wohl morgen.

Morgen kommt auch eine Warmkompost-Tonne.

Ansonsten war der Tag reichlich bescheiden, bis abends Twitterkneipe war, das war sehr schön (wie immer). Das klingt albern, aber das ist schon ein Teil meiner neuen Normalität geworden und ich hoffe, dass sich etwas davon wirklich nach der Pandemie bewahren lässt. Ich mag die alle da sehr gern.

Jetzt Familienbett, Pippi ist seit einer Dreiviertel Stunde wach, kann nicht wieder einschlafen und liegt jetzt bei uns im Bett. Pippi ist ja gar kein Baby mehr, fällt mir dabei auf, die ist ja gar nicht mehr winzig klein. Na sowas aber auch.

Tag 1740 – Anfängerin.

Manchmal könnte man meinen, ich kenne mich erst seit vorgestern. Heute wachte ich nämlich nach 7,5 Stunden laut Schlaftracking-App durchschnittlich schlechtem Schlaf auf und fühlte mich wie verkatert. Ich bin gestern aber gefahren und hatte dementsprechend ein halbes Glas Champagner um zwei Uhr nachmittags. Diagnose Sozialkater. Nach so vielen Wochen mit nur wenigem und kurzen Kontakten, den einzigen längeren immer nur mit der einen Familie, war das gestern wohl einfach zu viel, so schön es war. Die Freuden des introvertiert-Seins. Den ganzen Tag war ich heute hundemüde und konnte mich kaum auf meine Arbeit konzentrieren. Gegen fünf konnte ich die Augen gar nicht mehr offen halten und legte mich „kurz“ hin um eineinhalb Stunden zu schlafen. Eieieiei.

Immerhin ging es danach etwas besser und ich konnte noch etwas arbeiten.

Ich wünsche mir sehr ein kleines Abstands-Sommergrillen mit den Kolleginnen und Kollegen, aber ich muss wohl dafür sorgen, dass wir das an einem Freitag machen oder mir den nächsten Tag frei nehmen. Wir erinnern uns ja alle noch an letztes Jahr, als ich es kaum nach Hause schaffte, so ausgepumpt war ich plötzlich. Nach all dem Corontäne-Tralala und dem gestrigen Tag schwant mir da übles.

(Jaja, erstmal muss ich es eh anleiern und dann wird es vielleicht auch heißen uiuiui können wir das nicht lieber online machen. Aber ich, Ähm, hust hust, vermisse die alle so. Wir könnten uns auf der Dachterrasse vom Werk treffen, da ist viel Platz und man ist draußen. Falls unsere Chefin nicht 15 Mann bei sich zu Besuch haben will (was ich sehr gut verstehen könnte, auch wenn man jetzt theoretisch wieder darf).)

Tag 1738 – Allem müde.

Es ist schwierig. Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Social Media, das ist ja nichts Neues, das habe ich ja schon eine ganze Weile. Im Moment – also während der Covid19-Pandemie – ist es aber noch schlimmer als sonst. Ich vermute (da ich mich ja doch inzwischen auch ganz gut kenne), es ist einfach die Diskrepanz zwischen dem, was hier in Norwegen passiert, dem was norwegische Politiker*Innen entscheiden, den Argumenten, die sie liefern, und den Informationen die man über norwegische Medien kriegt, zu dem, was ich über Twitter, Radio und ein paar online-Newsseiten aus Deutschland mitbekomme. Mein Hirn schafft den Spagat nicht zwischen den Infektionszahlen hier, die niedrig und stetig fallend sind, trotz Öffnungen, die vor allem Familien mit kleineren Kindern entlastet haben, und den Aussagen aus Deutschland „die Datenlage ist zu dünn“. Ich komme da nicht hinterher und da hilft alles Blocken und Muten nichts, ich dürfte einfach nicht mehr hin, in dieses Twitter, dann könnte ich den täglichen Hirnspagat vielleicht vermeiden.

Wir sammeln Daten, und niemanden interessiert’s. Dänemark, Island, Norwegen, Schweden, alle melden „keine Ausbrüche in Kitas!“ und dass das an insgesamt niedrigen Infektionszahlen liegt kann man ja zumindest von Schweden nicht behaupten. Studien aus Frankreich, aus Australien, aus China sagen: Kinder stecken nur sehr selten überhaupt irgendwen an.

Und Deutschland so: die Datenlage ist zu dünn.

Sobald ich mich zu einer Diskussion hinreißen lasse, rege ich mich auf und verbringe viel zu viel Zeit damit und am Ende ist der Tag für schlechte Laune draufgegangen because someone was wrong on the internet.

Das ist doch kacke.

Hier, ein ernüchternder Text über unter anderem Großraumbüros.

Wohl mal wieder Zeit für eine Pause vom Internet. Gut, dass morgen Nationalfeiertag ist. Mit Abstand.

Tag 1737 – Arbeit, Arbeit, und die Freuden des Homeoffice.

Den Großteil des Tages habe ich mit Arbeit zugebracht, da eskaliert eine Sache weiter fröhlich vor sich hin und ich werde langsam ungeduldig und hoffe, man liest das nicht aus meinen Mails raus. Eine Unterbrechung bei all der Ärgerlichkeit gab es aber, nämlich ein Teammeeting und das per Skype, was eh dauernd schlechten Sound hat, wenn man gleichzeitig die eigene Kamera an hat. Die Chefin präsentierte und, naja, das ist vielleicht der größte Vorteil an diesen online-Meetings: man kann nebenher Sachen machen. Zum Beispiel emails schreiben (erfreulichere als zur Eskalationssache) und, naja, auch Fingernägel lackieren geht gut.

Außerdem ist im Homeoffice der Kaffee sehr viel besser als im Büro.

Ansonsten wäre aber socializing inzwischen mal wieder ne schöne Sache. Also so in echt mit den Kolleginnen und Kollegen. Mal gucken, wann wir das wieder dürfen. Wer hätte gedacht, dass mir das mal fehlt?

Abends fern-socializing in zwei Konstellationen, das ist so viel wert in dieser nach wie vor seltsamen Zeit.

Tag 1736 – A List.

Ich denke, Tesla Signature Red entspricht ziemlich genau Essie A List. Ich werde das morgen mal verifizieren.

Meine Fingernägel vertragen echt keinen Lack. Sie nehmen mir immer noch übel, dass ich sie zu Weihnachten drei mal hintereinander lackiert habe. Wie konnte ich es wagen. Ich würde ja gerne voll cool sagen, dass mir das egal ist, ist es aber nicht. Ich möchte auch ohne Lack Fingernägel haben, die halbwegs vorzeigbar sind. Und wirklich immerimmerimmer lackiert haben (weil die Nägel eben nackt nicht mehr ansehnlich sind) will ich auch nicht. Seufz.

___

17. Mai-Planung verläuft schleppend. Seufz.

___

Ich bin tierisch müde, weil ich bis vor einer halben Stunde gearbeitet habe. Jetzt bin ich nach der gestrigen Eskapade wieder einigermaßen im Soll. Aus Gründen habe ich aber die zuletzt verfassten Mails alle noch nicht abgeschickt, nicht dass ich morgen früh ausgeruht da drauf gucke und mich in Grund und Boden schäme. Seufz.

___

Es ist noch gar nicht richtig dunkel. Es sind ja aber auch nur noch 5 Wochen bis Sommersonnenwende. Wenn es jetzt noch wieder wärmer würde, wäre alles super. (Die Eisheiligen sollen weggehen!)

___

Ich habe die Kinder ins Bett gebracht und das ist grade so eine Sache: währenddessen ist es super nervig, Pippi steht gerne noch mal auf wegen HungerDurstKuscheltierfehlt und hampelt eh rum, Michel beschwert sich darüber und Friede Freude Eierkuchen ist anders. Aber wenn sie dann schläft und schnarcht und Michel schläft und schnauft und beide zucken beim Einschlafen genau wie ihr Vater, hach, dann geht mein Herz immer ganz weit auf und meine Augen werden ganz schwer.

Tag 1721 – Langweilig.

Wenn ich ja Langeweile genießen könnte, ne? Heute hatte ich 1,5 langweilige Meetings und dazwischen viel langweilige Doofaufgabe, die ich rausschiebe, bis der Zeitdruck die Motivationslosigkeit überwiegt.

Man könnte auch mal wieder Sport machen, hahahahaha.

Morgen. Morgen muss die langweilige Doofaufgabe fertig werden, möglichst bis mittags.

Pippi wollte ich heute morgen verkaufen, Michel heute Nachmittag. Pippi wegen Starrsinn, Michel wegen Hangryness. Pippi hat das von ihrem Vater geerbt, ganz sicher.

Wegen Yoshi zu spät ins Bett. Andererseits – who cares ob ich um acht oder um neun vorm Rechner sitze? Spoiler: Es wird eh neun, es muss ja noch wer die Kinder wegbringen.

Irgendwie war diese Woche bisher keine gute Absprachenwoche. Vielleicht kriegen wir das ja nächste Woche besser hin, ich hoffe es jedenfalls. Vielleicht bin ich auch erst mal zuständig, damit Herr Rabe in seinen neuen Job reinkommen kann. Wohl von zu Hause aus. Es sind verrückte Zeiten.

Tag 1716 – Corontäne Tag 43 (nachgereicht).

Auch gestern wieder auf dem Sofa eingeschlafen, quasi widerstandslos. Immerhin habe ich noch geschafft, bei der Twitterkneipe aufzulegen.

Gestern war ein recht stressiger Arbeitstag, unter anderem weil unsere Chefin zum Feierabendbier per Teams eingeladen hatte – um vier. Ich musste also alles (drei Fristsachen) bis vier fertig haben. Meine Kolleginnen und Kollegen kennen jetzt den Spruch „kein Bier vor vier“. Aber es war sehr nett. Um halb sechs verschwanden auf einmal alle, und ich hing noch 20 Minuten mit dem einen Kollegen* rum, wir sprachen unter anderem darüber, dass wir beide, obwohl wir nun wahrlich nicht die Allerextrovertiertesten sind und beide unsere Herausforderungen im Bereich „Soziale Interaktion“ haben, die normale Arbeit vermissen, wegen dem Sozialen. (Ein bisschen seltsam ist, dass ich darüber nur mit Leuten reden kann, die auch seltsam sind, ansonsten kann ich da nur drüber schreiben.) Ich vermisse jedenfalls die Arbeit und hab auch direkt davon geträumt, auf diverse Arten. Erst war ich mit besagtem Kollegen auf einem Flugplatz (habe fast das Flugzeug verpasst, also ein altbekannter Stresstraum in neuem Gewand), dann war irgendwas mit einem Brand bei einem Großhändler, wegen dem wir irgendwelche Rechtsfragen klären mussten.

Vielleicht lese ich doch am Wochenende noch den Entwurf zu einer neuen Vorschrift, zwecks Beruhigung der Nerven.

Ab nächster Woche ist wieder Schule, Halleluja. Dann werde ich auch vorerst die Corontäne-Zählung beenden. Die zwei 2. Klassen bei uns wurden in vier aufgeteilt, damit sie die Kohortengröße einhalten können. Eine Lehrkraft wurde fest neu angestellt, eine, die schon öfter ausgeholfen hat, hat ihren Vertretungsvertrag ausgeweitet und verlängert bekommen. Drei mal pro Woche (statt sonst ein mal) soll Draußentag sein. Sport-Hort findet normal statt, Sport aber nur noch Draußen und nur noch Sportarten ohne viel Körperkontakt. Und dann halten wir alle die Daumen, dass es keine furchtbaren Ausbrüche gibt, die sich auf Schulen und Kindergärten zurückführen lassen, damit nicht alles direkt wieder geschlossen wird.

Wir haben weiter Homeoffice und da vermutlich eine (softe) Bedingung für die erlaubte Rückkehr ins Büro sein wird, dass man ohne ÖPNV dort hin kommt, wir aber auch gleichzeitig keine Parkplätze am Werk haben *und* ich mich mit dem Auto pro Weg auf 1 Stunde Fahrt *plus* eine Stunde Stau einstellen müsste, kommt das für mich überhaupt gar nicht in die Tüte, Ende. Mal schauen, ob sie die Kernarbeitszeit aufweichen, das fände ich eine sinnvolle Maßnahme, um zu vermeiden, dass wir uns alle in die Rush-Hour in die T-Bane quetschen. Ich komme gerne, sagen wir, einmal die Woche, von 10-18 Uhr. Dann kann ich auch mit Zügen fahren, die nicht so voll sind, dass man keinen Abstand zu irgendwem halten kann.

Naja, wir werden sehen.

Erste Erfolge sind auch an der Kinderfront zu vermelden: wir haben gestern Abend alle iPads, den Minecraft-Computer und die Switch einkassiert und versteckt. Mit Ankündigung. Die Kinder haben erstens etwas länger geschlafen als letztes Wochenende und zweitens heute früh das Lego entdeckt. Ich denke, das ist, wegen nicht so toll einstellbarer Router-Hard- und -Software, der für uns gangbarste Weg um den ständigen Stress um die Bildschirme zu begrenzen.

So, und jetzt hoffe ich mal ganz stark, dass wir uns heute Abend wieder lesen und nicht erst morgen wieder.

___

*ich mag mehrere Leute da echt gern, aber der entwickelt sich langsam zum Lieblingskollegen, trotz oder grade wegen all seiner Seltsamkeiten

Tag 1714 – Corontäne Tag 41 (nachgereicht).

Gestern war Arbeit, Kinderzimmer aufräumen (und dabei ganz kurz davor sein, alles abzufackeln, ehrlich, der/die nächste, die irgendwelches Spielzeug schickt, kriegt es zurück, ES. IST. ZU. VIEL.) natürlich ohne dass die Kinder mitgeholfen haben (auch so ein Grund für echt schlechte Laune) und dann noch mehr Arbeit. Die Arbeit war dazu auch noch echt doof. Danach war ich so müde und es auch schon echt spät, dass ich einfach auf dem Sofa eingepennt bin.

Das war gestern. Vom strahlenden Sonnenschein hab ich nichts mitbekommen. Das ist doch alles echt doof.

Tag 1713 – Corontäne Tag 40.

Uffz. Der Tag war träge und geprägt von Prokrastination. Tjanun. Dafür waren fast 20 Grad draußen. Der Nachbar meinte, vor drei oder vier Jahren waren um diese Zeit -20. Vielleicht hab ich auch deshalb prokrastiniert. Die Welt geht auf alle möglichen Arten gleichzeitig unter. Dürre, Seuche und Heuschrecken in Afrika. Woran erinnert uns das? Ich komm nicht drauf.

Ich war heute auf dem Trampolin, zum Stressabbau ist das auch für Erwachsene sehr schön.

Nach zwei Schwangerschaften und Geburten geht das nur mit Tena Lady. Da hilft auch nicht, dass ich seit nunmehr fast sieben Monaten jeden Tag zwei mal mindestens 10 mal kneife und Fahrstuhl fahre und all das. Das hier schreibe ich für die Frauenärztin und für all die Hebammen, die den Blödsinn verbreiten, das sei alles nur eine Frage des Trainings. Bussi.

Weiterhin habe ich heute den „Ratgeber“ für die Öffnung der Klassen 1-4 nächste Woche gelesen. Auch hier werden die Legionen in Kohorten unterteilt, aber mit maximal 15 Kindern pro Lehrkraft. Doof halt, das Michels Klasse 23 Kinder hat. Muss sich die Lehrerin wohl klonen. (Das wird alles sehr spaßig, aber es wird sich schon ordnen, nicht wahr, und wer weiß für wie lange dann auf bleibt. Aber irgendwer muss ja die Daten beschaffen, ob die Kinder nun wesentlich zur Ausbreitung beitragen oder nicht. Warum nicht Norwegen. Und Dänemark. Wir testen für euch. Kamelåså.)

Wir haben heute kurz überlegt, ob wir Pippi beibringen, ihre Kindergärtnerin mit „Ave!“ zu begrüßen. Gleich mal die Sandalen und das Helmchen für morgen raussuchen.

Ich bin etwas albern heute, und leider auch aggro. Entschuldigung.

Endlich wieder Kindergarten: