Es ist schwierig. Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Social Media, das ist ja nichts Neues, das habe ich ja schon eine ganze Weile. Im Moment – also während der Covid19-Pandemie – ist es aber noch schlimmer als sonst. Ich vermute (da ich mich ja doch inzwischen auch ganz gut kenne), es ist einfach die Diskrepanz zwischen dem, was hier in Norwegen passiert, dem was norwegische Politiker*Innen entscheiden, den Argumenten, die sie liefern, und den Informationen die man über norwegische Medien kriegt, zu dem, was ich über Twitter, Radio und ein paar online-Newsseiten aus Deutschland mitbekomme. Mein Hirn schafft den Spagat nicht zwischen den Infektionszahlen hier, die niedrig und stetig fallend sind, trotz Öffnungen, die vor allem Familien mit kleineren Kindern entlastet haben, und den Aussagen aus Deutschland „die Datenlage ist zu dünn“. Ich komme da nicht hinterher und da hilft alles Blocken und Muten nichts, ich dürfte einfach nicht mehr hin, in dieses Twitter, dann könnte ich den täglichen Hirnspagat vielleicht vermeiden.
Wir sammeln Daten, und niemanden interessiert’s. Dänemark, Island, Norwegen, Schweden, alle melden „keine Ausbrüche in Kitas!“ und dass das an insgesamt niedrigen Infektionszahlen liegt kann man ja zumindest von Schweden nicht behaupten. Studien aus Frankreich, aus Australien, aus China sagen: Kinder stecken nur sehr selten überhaupt irgendwen an.
Und Deutschland so: die Datenlage ist zu dünn.
Sobald ich mich zu einer Diskussion hinreißen lasse, rege ich mich auf und verbringe viel zu viel Zeit damit und am Ende ist der Tag für schlechte Laune draufgegangen because someone was wrong on the internet.
Das ist doch kacke.
Hier, ein ernüchternder Text über unter anderem Großraumbüros.
Wohl mal wieder Zeit für eine Pause vom Internet. Gut, dass morgen Nationalfeiertag ist. Mit Abstand.

