Tag 171 – Skitrip my ass

Der Herr Rabe ist auf dem jährlichen Skitrip seiner Firma. 

Das heißt für ihn: Durchschlafen, gutes Essen, Skifahren (Downhill, weil in Åre) und, Hmm, naja:

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Preparing this weekend's ski-trip 😁

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Für mich heißt das: mit zwei Rübennasen alleine, morgen alleine Kindertanzen überleben, Seelenessen (heute Nudelauflauf mit massig Käse, morgen Fischstäbchen), hoffen, dass niemand ins Bett pinkelt. 

Tolles Timing auch, Pippi ist total anhänglich und nur zufrieden, wenn sie was zu essen hat (heute so: ein kompletter Champignon, 6 Vollkorn-Spirelli, etwas Kartoffelrest, ein Zwieback, 6 (?) Mais-Hirse-Dinger (Skumpinner. Danach klebt das ganze Baby und ist mit Stärke beschichtet.), 2 Becherchen Wasser) oder an mir dranhängt, Michel ist sehr traurig, dass Papa weg ist und heute morgen „sein“ (mein) Auto wegen norwegischem Äquivalent zum TÜV nicht da war, sondern in der Werkstatt. Außerdem ist er heute zum ersten Mal mit wegen Nasenbluten blutverkrustetem Gesicht aufgewacht, ich glaub, sein Tag war schon mit dem Aufstehen gelaufen. 

Wenigstens gehen die in Schweden noch Einkaufen. Alle anderen vermutlich Fleisch, Herr Rabe Schoki (mir ist noch eingefallen: das leckere Steinofenbrot!!! :* ), alle: Alkohol. Herr Rabe hat sich schon was zum Systembolaget bestellt. 

Ich geh mir dann mal Stilltee holen. 

(Merkt man fast gar nicht, dass ich langsam etwas angenervt vom Milchkuh-Trageesel-Dasein bin, ne?)

Tag 170 – Moooaaahhh

Pippi: (auf allen Vieren, streckt ein Bein seitlich weg, verdreht die Hüfte, kippt zur Seite) Wewewewewewe! (Übersetzung: Maaaamaaaa, ich kann das immernoch nicht, guck mal hier, ich mach das so aber dann fall ich immer hin!)

Ich: Du machst das schon ganz prima. Bald hast dus raus. 

Pippi: (rollt sich zurück auf den Bauch, auf alle Viere, drückt sich auf den Fußrücken hoch in den nach-unten-schauenden Hund, kippt zur Seite) Weeeeeemememememe! (Übersetzung: Nein, guck mal, so geht’s auch nicht, das ist doch alles total kacke hier!)

Ich: Ja, Pippi, so geht’s auch nicht, ich weiß. Du schaffst das schon bald, mein Mausemädchen.

Pippi: (rollt sich zurück auf den Bauch, auf alle Viere, rockt vor und zurück, zieht beide Knie gleichzeitig bis an die Handgelenke nach vorne, fällt auf die Nase) Wäääähähääää!!! (Übersetzung: Auuuaaaa, meine Nase!!! Maaaaamaaaa, das ist kacke ich hab keine Lust mehr! Ich will auf den Aaahaaaarm!)

Ich: (drehe Pippi auf den Rücken und mache Bauchpupse mit ihr) Na, langsam haste keinen Bock mehr, ne?

Pippi: Gnehe! Gnehehe! Chrrreeehehehehe! (Übersetzung: Hahaha, Bauchpupse sind total witzig!)

Pippi: (dreht sich auf den Bauch, auf alle Viere, hebt einen Arm, hebt ihn immer weiter, fällt zur Seite) Memememe. (Übersetzung: Mimimimi.)

Ich: Och ja, Nörgelliese, du hast ja heute auch ne Laune… Guck mal hier, dein Motorikdings! (Legt Motorikdings vor Pippis Nase)

Pippi: (dreht sich auf den Bauch, auf alle Viere, rockt vor und zurück, rutscht rückwärts weg. Wiederholt das, bis das Motorikdings 2 Meter entfernt ist) Weeeeehehehehäääää! (Übersetzung: Maaaaamaaaaa! Jetzt ist es ganz weit weeeeeg! Schieb mich wieder raaaaan!)

Ich: (sammelt Pippi vom Boden auf und legt sie direkt vor dem Motorikdings wieder auf den Boden) So, Mäuschen, und nicht wieder wegschieben, ne?

Pippi: (drückt sich auf Knie und Unterarme, zieht die Knie ran, schmettert den einen Unterarm samt offener Hand auf den Boden, saugt sich mit den Speckhänden am Laminat fest, schiebt mit den Füßen, zieht mit dem Arm, kommt ca. 5 cm weit nach vorne) Wääääähähähähähääääää!!! (Übersetzung: So, ich habs jetzt einmal gemacht, jetzt reichts aber auch, war ja auch eh wieder ganz falsch und das ist viel zu anstrengend, was soll denn der Scheiß? Maaaamaaaa, ICH MAG NICHT MEEEEHR! ICH BIN VOLL MÜDE! LOOOOOS!!! AAAARM!!!)

Ich: Moah, ey, na gut. Ich hol die Trage. Nörgelliese. (Holt die Trage.)

Tag 163 – Warum bin ich so müde?

Muhahaha, die Antwort ist ca 70 cm groß, knapp 8 Kilo schwer und schläft grade auf meinem Arm, ganz im Gegensatz zu letzter Nacht, als sie lieber mal anderthalb Stunden wie am Spieß herumbrüllte und nur nach ewigem Herumgeschleppe schluchzend wieder einschlafen konnte. 

Aber es hat auch was gutes, zum Umfallen müde zu sein: so rege ich mich viel weniger darüber auf, dass das Bundesamt für Ausbildungsförderung letztes Jahr meine Darlehensschuld falsch berechnet hat und mir heute einen neuen Bescheid mit Rückzahlungsforderung über gut 700 € zugestellt hat. Wenn ich bis Ende Februar überweise, knapp 500. Hrmpf. (Ich wollte für einen neuen Computer nächstes Jahr sparen. Dann kaufte ich mir ein Paar Schuhe (Hupsi), ein Paar Schlittschuhe (brauche ich, fragen Sie mal das Kind!) und jetzt das. Fängt voll gut an mit dem Sparen.)

Tag 145 – Bielefeld Tag 22 – Beikost, ick hör dir trapsen

Wir waren heute nochmal bei Flavius und Brutus. Das war soooo schön, obwohl alle Kinder irgendwie etwas drüber waren, dabei und auch danach. Aber neue nette Leute hier kennenlernen macht es nicht einfacher, bald wieder ins trübe und kontaktarme Trondheim zu fahren. Seufz. (Btw: Monstro hat noch einen neuen Fan: Herr Rabe war ziemlich arg begeistert und jetzt hab ich ein bisschen Angst, dass er demnächst einen Hundewelpen anschleppt…)


Das Baby geht so ab dieser Tage. Nicht nur, dass es während der letzten drei Wochen einfach mal aus fast allen mitgeschleppten Klamotten rausgewachsen ist. Es rollt jetzt auch richtig rum, manchmal jedenfalls, wenn ihm der Untergrundhärtegrad zusagt. Dann aber exzessiv: Rücken-Bauch-Rücken-Bauch-Rücken-Seite… Außerdem hat es heute, wahrscheinlich angespornt durch Kind, Flavius und Brutus, die fröhlich auf die Regale kraxelten, angefangen sich in den Vierfüßlerstand zu drücken und dann mit dem Po nach vorne und hinten zu rocken. Das Rückwärts-rutschen hat es nebenbei perfektioniert, auch das Propellern auf der Stelle beherrscht es seit ca. einer Woche. Alle Hunde des Yoga klappen ja eh. Fast will ich dem Baby zurufen: Ey, lass das, du bist erst fünfeinhalb Monate! Da krabbelt man noch nicht! Was für mich aber noch etwas schwerer zu verdauen ist, als dass das Baby vielleicht demnächst noch mobiler sein wird: Es will definitiv langsam was anderes essen als immer nur Muttermilch. Man kann mit Baby auf dem Schoß kaum noch essen, weil es ständig die Hände im Essen hat. Es greift nach allem, was wir uns in den Mund schieben. Jeder Happen wird genau verfolgt. Krümel, die auf dem Boden gefunden werden, werden glücklich schmatzend verzehrt. Das Größte für das Baby ist es, wenn wir ihm während unseres Essens ein Stück Maiswaffel in die Hand drücken, die ist in Nanosekundenschnelle im Mund und wird frenetisch belutscht. Alternativ kann man sich einen Babyhändefreien Teller auch dadurch erkaufen, dass man dem Baby einen Teelöffel gibt, den es in den Mund schieben kann. Tja. In Norwegen werden wir wohl mal die Broschüre über Babyessen im ersten Lebensjahr herauskramen, lesen, lachen, verbrennen und dann doch machen, was wir wollen und wie wir das für richtig halten. Trotzdem bin ich etwas wehmütig, wenn ich so deutlich sehe, wie rasant das Baby sich entwickelt. Seufz. Und dass, wo ich das Stillen grade so gut und praktisch und kuschelig finde. Andererseits sind es ja auch nur noch vier Monate bis das Baby tagsüber mit Herrn Rabe allein sein wird. Und da es Flaschen bisher komplett ablehnt, wäre es schon gut, wenn es bis dahin innerhalb dieser acht, neun Stunden ernährungsmäßig von mir unabhängig wäre. Ach ja. Sie werden so schnell groß…


Apropos schnell groß: Das Kind hat seine Zeit bei Oma in vollen Zügen genossen und hat auch gut geschlafen, wenn auch erst um elf.

 

 

 

Tag 140 – Bielefeld Tag 17 – Update

Mit der besten Freundin war es sehr schön. Zuerst waren wir alle vier da, dann verzogen sich Herr Rabe und das Kind zu Oma (die wünscht sich mehr Zeit mit den Kindern, naja, man kann nicht alles, also alle Kinder haben, die voll gestillten zum Beispiel müssen halt machen, was ich mache) und wir machten Mädelsabend. Wir gingen erstmal essen, das Baby schlief kurz in der Trage, wachte aber noch vor Ende des Essens auf und war dann nörgelig. Wir aßen noch ein Joghurteis mit Ahoi-Brause, das machen wir immer, wenn wir da essen, dann machten wir einen langen Spaziergang, damit Nöckel-Baby wieder einschlafen konnte. Wieder bei der besten Freundin angekommen gab es ein Dosenbier vom Feinsten für jede, die wollte (also mich und sie), das Baby wachte auf, sobald ich auf dem Sofa saß und durfte dann an seinen Füßen spielen, wir schnackten und hatten einen ganz schönen Abend. Trotz Nicht-Besäufnis (da muss man bei der besten Freundin immer aufpassen, das artet schnell aus und NIEMAND auf diesem Planeten kann mit ihr mithalten) und Lange-nicht-gesehen. Irgendwann waren Herr Rabe und das Kind dann bei Oma fertig mit Schlafi-Party und Schlupp vom Grünen Stern-gucken und holten mich ab, am Telefon folgender denkwürdiger Dialog:

Ich: „Schläft das Kind?“

Herr Rabe: „Nö.“

Kind: „Doch!!!“

Jetzt liegen wir alle im Bett, das Kind seufzt ab und an vor sich hin („Film gucken…“) und das Baby ist doch noch mal eingeschlafen. Das werde ich jetzt auch tun, nächste Verabredung ist morgen zum Frühstück. 

Tag 131 – Bielefeld Tag 7 – noch einmal schlafen

„Noch einmal schlafen bis Papa kommt.“

Diese Nachricht hält das Kind und mich gleichermaßen bei Laune. 

Dabei hab ich heute schon die Notbremse gezogen und bin freiwillig zu meinen Schwiegereltern gefahren, damit ich wenigstens mal alleine aufs Klo gehen kann. Das Kind weicht mir nämlich keine 2 cm von der Seite und das geht mir tierisch auf den Zeiger. Ich kann NICHTS alleine machen, noch nicht mal mein Handy aus nem anderen Raum holen, es trabt mir sofort hinterher. Meine Fresse, ist das nervig. Da ertrage ich lieber die Kommentare der Schwiegermutter (ist das nicht zu kalt? soll er nicht lieber den Helm aufsetzen, das wärmt wenigstens ein bisschen. Der Wind pfeift ja so.) oder dass sie dreimal in einer Stunde ihren Schlüssel sucht (war davon drei mal in der Hosentasche. Menschen, die sich DEFINITIV nicht im Haus einschließen sollten: meine Schwiegermutter. Wenns da mal brennt, dann wars das.). 

Gestern war ich zwei mal Pinkeln. Ja, meine Blase fasst mehrere Liter, da bin ich ganz sicher. Einmal morgens mit beiden Kindern (das Klo ist auf dem Flur, zu dritt geht die Tür nicht zu, „MAMA AUCH KACKEN???“, Tschüssi Privatsphäre!) und einmal abends als ich dachte, beide Kinder schliefen selig. 

Rabenmutterorden 2015 geht an die Frau, deren Kinder grundsätzlich aus dem Bett fallen, wenn ihr Mann sehr weit weg ist. (Dem Baby geht’s gut, großer Schreck, klar, kleine Beule, aber sonst nix. Wir haben wohl beide gleich viele Tränen vergossen.)

Mann ey, es wird echt Zeit, dass Herr Rabe kommt. Noch ein mal schlafen. 

Tag 130 – Wirres Zeug

Mein Gehirn ist der reinste Pudding, ich kann mich echt kaum noch auf irgendwas konzentrieren. Vermutlich sollte ich mehr schlafen, aber da wir die nächste Runde Rüsselpest von Herrn Paul mitgenommen haben (kein Vorwurf!) ist das im Moment etwas schwierig. Das Baby brüllt nämlich gerne nachts lange und laut und hat eigentlich Hunger, ist aber zu verrotzt zum Stillen, rastet dann beim Geben von Nasentropfen komplett aus und brüllt das Kind wach, das muss dann erstmal aufs Klo und weint dann, weil das Baby so laut ist und so weiter und so fort. 

Dazu kommt ausgeprägte A-Phase beim Kind, Heimweh/Papa-Vermissen beim Kind, Warum-kann-ich-nicht-krabbeln-Frust beim Baby und ständig auslaufende Windeln (vier Sorten probiert von ganz billig bis ganz teuer, Größe 3 und 4, nix bringt den Durchbruch, haha, oder eben genau doch) und akutes Warum zur Hölle bin ich hier weggezogen??? bei mir. 

Jetzt sagen Sie: aber da sind doch jetzt die Großeltern und alle vor Ort, ich seh das Problem nicht. Naja, das würde alles supi helfen, wenn die Großeltern hier mal übernachten und das Baby stillen könnten. Muhahaha. Das Baby. Das brüllt, sobald ich den Raum verlasse. Außer bei meiner Mutter. Da brüllt es auch wenn ich da bin sofort los. Meh. 

Bei Twitter und auf dem Blog von Frau Chamailion zunächst mit Interesse und dann mit wachsendem Unverständnis die hitzige Diskussion über Attachment Parenting verfolgt. Leben und Leben lassen ist ja scheints out als Lebensmotto, aber AP ist ja fast so schlimm wie Impfen als Thema. Und schon habe ich keinen Bock mehr auf AP, wenn das so ne Ideologie ist. Hab ich auch letztens schon gedacht, als Frau Mierau auf ihrer Facebookseite im Shitstorm landete, weil sie geschrieben hatte, dass ihr Sohn bei der Verabschiedung im Kindergarten manchmal weint, und dass sie ihm dieses Gefühl zugesteht. Und da war dann Susanne Mierau (!!!) die schlimmste Mutter der Welt. Ganz schrecklich. Wie man sein Kind so brechen könne. Alter!!!1! Zu Leuten, die sowas sagen, will ich nicht mal entfernt zugeordnet werden. 

(Rabenmuttergeständnis: das Kind wurde mit 13 Monaten im Kindergarten eingewöhnt. Nicht nach Berliner Modell. Die Eingewöhnung dauerte drei Tage, wurde vom Herrn Rabe begleitet, der sogar noch viel länger Zeit gehabt hätte und war überhaupt kein Problem. Aber auch nach zwei Jahren im Kindergarten ist das Kind manchmal morgens traurig, wenn ich gehe. Und ich finde das normal und ok, gehe dann aber trotzdem.)

Trotzdem ist vieles am Attachment Parenting auch gut. Vieles mache ich auch aus Faulheit AP-mäßig (Stichworte Tragen und Familienbett). Aber diese Dogmata, die da zu herrschen scheinen, nee. Da bin ich irgendwie allergisch gegen. 

Irgendwann sortiere ich mal meine Gedanken zum AP. Aber nicht heute. Zu müde, zu wirr in der Birne. 

Tag 123 – Füße in die Luft!

Hallo! Hallo, Sie! Ich hab Ihnen doch schon mal was erzählt, da war ich ziemlich angepisst, aber jetzt bin ich total fröhlich, wissen Sie, wieso?

Ich kann jetzt voll die Sachen. Also richtig richtig tolle Sachen. Ich kann Sachen in eine Hand nehmen und dann in die andere Hand tun. Ich kann auch Sachen in die Hand nehmen und dann in den Mund stopfen. Also, wenn die Sachen lose sind. Mit Mamas Nase funktioniert das nicht, das ist doof. Ich will die so gerne mal in den Mund nehmen, die sieht lecker aus! Ich kann auch an meinen Fingern lutschen und ich krieg auch richtig viele davon gleichzeitig in den Mund, nur manchmal muss ich dann kotzen, das ist eklig. Dann weine ich. Letztens hab ich Kartoffel gegessen. Die war zu groß, da musste ich auch kotzen, aber bis dahin war sie lecker gewesen. Obwohl mir Milch immer noch am allerliebsten ist, das andere Essen, das ist interessant da zuzugucken, wenn die Großen das essen, man scheint das kauen zu müssen, das sieht lustig aus, aber das lass ich nach dem Kartoffelunfall glaub ich erst noch ne Weile.
Ich kann mich jetzt auch auf den Bauch drehen wenn ich will, egal, was mir die Großen um den Po gebunden haben. Ist das nicht toll? Und ich hab auch schon ein paar mal geschafft, mich wieder zurück zu drehen. Aber irgendwie ist mir das unheimlich, den Kopf so nach hinten ins nichts zu legen, bis der dann auf dem Boden ist, das ist so weit, verstehen Sie? Meistens überleg ich es mir deshalb kurz vorher noch mal anders und bleib einfach auf dem Bauch. Das ist ja auch ganz toll eigentlich, da kann ich mich hochdrücken und an den Querstreben vom Spieltrapez saugen, das ist auch lustig. Oder ich guck mir das Bärchen mal aus der Perspektive an. Oder ich drücke mich nur auf einem Arm hoch, dann kann ich mich drehen, also wie ein Propeller. Ich versuche auch manchmal, vorwärts zu kommen, ich hab das gesehen, wie das geht, da muss man so den Po hochkochen und die Knie dann so… Aber das geht irgendwie noch nicht. Naja, später. Erst mal ist es voll cool, so rumgucken zu können, sieht alles ganz anders aus. Mamas Füße zum Beispiel, die sehen ganz anders aus als meine.
Ja, genau, das hab ich ja noch gar nicht erzählt, dabei ist das doch das allerbeste! Ich kann jetzt nämlich auch meine Füße in die Hände nehmen und festhalten. Dann kann ich die auch mit den Händen bewegen. Füße sind eh das alleecoolste auf der ganzen Welt. Papa sagt, meine sehen lustig aus, wie aufgepumpt. Ich finde, die sehen lecker aus. Und lustig. Da hat Papa schon recht. Ich freue mich immer, wenn meine Füße da sind. Meistens sind die irgendwie versteckt, dann sind die nicht so toll, aber wenn man die richtig sehen kann sind die witzig! Wenn dann noch Mama da dran pupst, freue ich mich immer total, auch wenn Mama immer sagt, dass die nach Käse riechen. Weiß ich auch nicht, wie das kommen soll, ich kann ja gar nicht laufen, und wenn, würd ich wahrscheinlich nicht auf Käse laufen, aber das kann man ja auch wieder nicht wissen, Große Leute machen viele komische Sachen, vielleicht laufen die ja auch auf Käse.
Meine Mama und meinen Papa versuche ich auch immer davon zu überzeugen, dass ich schon stehen kann. Ehrlich, in Echt kann ich das total gut! Glauben Sie mir das auch nicht? Menno! Ich kann das echt! Ok, Sie müssen mich vielleicht ein bisschen festhalten. Ja, vielleicht auch ein bisschen mehr. Aber ich schaff das schon! Und eigentlich kann ich sogar tanzen. Ja, da staunen Sie jetzt, ne? Aber kann ich echt! Wenn mich einer unter den Achseln festhält. Dann tanze ich. Und weil das so witzig ist, dass ich schon tanzen kann, lache ich mich dabei kaputt. Und dann muss ich meine Hände in den Mund stecken, dann kann ich zwar nicht mehr so gut lachen, aber sonst wird das zu aufregend.

Das wars erst mal von mir, ich muss jetzt Milch trinken, sehr viel, sehen Sie, wenn man so viele tolle Sachen kann, dann muss man auch sehr viel Milch trinken. Außerdem ist das ja auch schön, da kann ich meine Mama immer bei angucken und das ist total gemütlich. Am besten fände ich ja, wenn meine Mama einfach den ganzen Tag nackig wäre, aber irgendwie findet die das nicht so gut. Versteh ich nicht.

Bis bald mal –

Das Baby

Tag 116 -300 mL Milch auf ein Babyvollbad

Heute nur sehr kurz, weil das Baby ins Bett möchte. Beziehungsweise wissen wir das nicht so genau, das Baby ist seit ein paar Tagen total angepisst dauernd und von allem, ob das jetzt von der Erkältung kommt weiß der Himmel, aber die macht es sicher nicht besser. Super nervig ist allerdings, dass es 1. keinen Bock auf Stillen hat und oft erst nach Jahrmarktartigem Unterhaltungsprogramm trinken mag (und dann aber auch fix wieder brüllt und sich wegbiegt und so) oder eben im Halbschlaf, was aber auch schwierig ist wegen 2. nicht einschlafen kann. Einschlafstillen ist ja eh so ein Mythos an den das Baby nicht glaubt und im Moment (also seit ein paar Tagen eben) müssen wir für jedes Einschlafen das Baby herumschleppen oder auf dem Pezziball hüpfen bis wirs am Kopf kriegen. Das mag nachmittags um drei noch ganz ok sein, nachts um eins ist es das dann nicht mehr. Zumal das Baby auch bis es endlich schläft meckert, sich die Finger zu weit in den Hals schiebt, würgt, hustet, röchelt, kneift und kratzt. Deswegen probieren wir heute mal ein alternatives Einschlafprogramm: Früh mit Baby ins Bett und dann da bleiben, damit es nicht durchs „Wir Großen gehen dann jetzt auch mal ins Bett“ nochmal so aufdreht.

Ach so, ja, Baden in Muttermilch hat ganz gut geklappt, wenigstens gab’s nicht die ganze Zeit Gebrüll. Danach wollte das Kind auch mit Milch baden, ich hab es ein bisschen verarscht um Konflikte zu vermeiden habe ich Kuhmilch in den Muttermilchbeutel gefüllt und die durfte es dann in sein Badewasser kippen. Merke: Wenn man mit Milch im Wasser badet, wird die Haut nicht so schrumpelig wie sonst. Das heißt, das Kind kommt überhaupt gar nicht mehr aus der Wanne raus. Nienieniemals.

Tag 101 – Wieder da

Das Baby und ich sind wieder zu Hause. Der Rückflug war wesentlich entspannter, kein Wind aus Südwest oder sonst einer Richtung. Das Baby hatte wohl etwas Druck auf den Ohren, war dann aber an der Brust recht zufrieden. Mit dem Zug heim, kurz den Koffer reingeschmissen und die Schuhe gewechselt. Eigentlich muss ich nämlich wegen Spreiz-Senkfuß Einlagen tragen und nach fast vier Tagen mit sehr viel Rumgelaufe taten mir ordentlich die Füße weh.

Dann sind das Baby und ich direkt wieder los und haben das Kind vom Kindergarten abgeholt. Das Kind war schwer begeistert, dass ich wieder da bin und zeigte es indem es sich komplett selber und unaufgefordert seine Schuhe anzog (ohne Ziegenfüße!!!) und dann sehr sehr schnell auf seinem Kickboard nach Hause fuhr. Und jedes Mal sofort anhielt, wenn ich rief, es solle warten. Und überhaupt das allerbeste Vorzeigekind der Welt war. Natürlich musste ich es dann auch ins Bett bringen und so. Leider fand das Baby das überhaupt nicht gut, dass es beim Papa sein sollte und nicht wie die letzten 84 Stunden konstant bei der Mama. Und damit sind wir auch schon bei dem was heute echt scheiße war: Das Baby brüllte total krass herum; obwohl Herr Rabe es in die Trage geschnallt herumtrug beruhigte es sich mal so gar nicht sondern wurde immer hysterischer. Und das kann ich wiederum überhaupt nicht ab, ich ertrage das nicht, wenn das Baby weint, das tut mir körperlich weh, das anhören zu müssen. Gleichzeitig will ich auf gar keinen Fall diese Mamafixiertheit zementieren oder gar Herrn Rabe Vorwürfe machen, er mache das falsch, das müsse soundso und hallo, Maternal Gatekeeping. Herr Rabe machte ja auch nichts falsch, außer, dass er nicht ich ist. Aber was macht man denn da? Ich bin fest überzeugt, dass Papas genauso gut trösten können wie Mamas, und dass auch die Nummer zwei vom Kind liebgehabt wird. Und ich finde es furchtbar für Herrn Rabe, dass das Baby den Papa grade so ablehnt. Ich finde mich furchtbar, wenn ich Herrn Rabe das Baby dann abnehme, damit es ruhig ist und mein Herz nicht mehr so bluten muss und ich damit aber dem großen Kind seine exklusive Mama-bringt-mich-ins-Bett-Zeit nehme. Das ist alles total scheiße und ich weiß nicht, was tun. Irgendwelche Tipps irgendwer?