Tag 1370 – Keine 12 Bilder.

Heute morgen, beim Frühstück, wollte ich ein Bild von meinem Frühstücksei machen. Ein Ei, braun, gekocht. Schön und außergewöhnlich weil halt braun. Braune Eier gibt’s hier nicht im Supermarkt, die muss man dann schon beim Bauern holen, der die ungewöhnlichen Hühner hat, die halt braune Eier legen. Aber wie ich mein Ei so durch die Handykamera ansah und versuchte, einen vernünftigen Ausschnitt zu finden, auf dem möglichst wenig Krümel zu sehen sind, wurde mir die Belanglosigkeit des Seins meines Lebens dieses Bildes schlagartig bewusst und auch dass es heute 11 weitere vollständig belanglose Bilder werden würden und dann ließ ich es einfach sein.

Hier also kein Bild: mein Frühstücksei. Es gab auch Kaffee und Croissants.

Weiteres nicht gemachtes Bild: der vergebliche Versuch, legal die Sendung mit der Maus zu gucken. Aus unerfindlichen Gründen ist die seit letzter Woche Geo-geblockt, das heißt, wir mussten per App (7 Tage gratis Testversion) unseren Standort maskieren, damit die ARD nicht merkt, dass wir uns im außereuropäischen Ausland befinden. Ich hasse sowas ja.

Bild Nummer 3: die Nachbarn bringen uns Brezeln vom deutschen Bäcker in Oslo, beste Nachbarn.

Bild Nummer 4: die Kinder spielen mit dem Lego-Boost-Roboter, der grad eine Katze ist. Die Katze spielt Mundharmonika. Reizend.

Bild Nummer 5: die Kinder versuchen (schlecht) uns mit der Lego-Boost-App auf dem Tablet abzuhören. Dazu kommt Michel ins Bad, legt das Tablet hin, drückt auf den Knopf und sagt „Jetzt einfach normal Sachen besprechen, wie ihr das immer macht!“ und rennt kichernd raus. Wir besprechen Sachen wie „Es wäre so schön, würden die Kinder jetzt aufräumen“ und „HändewaschenSchuheWegräumenSetzDichAufDeinenPoBeimEssen“, wie wir das halt immer tun.

Bild Nummer 6: Selfie – in unseren besten Schlumperklamotten machen wir uns an die Gartenarbeit.

Bild Nummer 7: der Apfelbaum ist nun endlich gegen Sturm-Entwurzelung gesichert. (Nicht im Bild: meine Angst vor Wildverbiss. Irgendwas ist ja immer, ne?)

Bild Nummer 8: heute morgen sagte ich noch, ich müsste wohl im einen Kastenbeet komplett neu aussähen, denn da komme nichts, jetzt entdecke ich beim Gießen der Erdbeeren zwei Minibabypflänzchen, vermutlich Kohlrabi. Hurra! Vielleicht kommt der Rest ja auch noch.

Bild Nummer 9: der Rasen sprießt, der Lavendel lebt und die Sonnenblumen wachsen nun ebenfalls stabilisiert weiter.

Bild Nummer 10: Herr Rabe und Michel bauen ein riesiges Kastenbeet, das wir an die Grundstücksgrenze stellen werden. Der Nachbar hatte angeboten, die Kosten zu teilen und so werden wir den übrig gebliebenen Erdhaufen auch los.

Bild Nummer 11: Ich excele unseren Haushalt zusammen und dann excele ich weiter herum um herauszufinden, ob und wie wir uns ein Auto leisten können, sollte der Prius wirklich in die Knie gehen. Der Prius sollte wirklich bitte noch ein Jahr halten. (Also, halten und halten. Bitte keine Restwertübersteigenden Schäden kriegen.)

Bild Nummer 12: ich kuschele erst Pippi und dann Michel in den Schlaf. Pippi lese ich das Lille-Frosk-Buch vor, das ich so super finde, weil es von einem kleinen Frosch handelt, der richtig schlimmen Scheiß macht (unter anderem dem deswegen hinzugezogenen Schulpsychologen die Haare anzünden), sodass seine Eltern schlimm mit ihm schimpfen und er weggeht um weniger Scheiß zu machen, was aber nur dazu führt, dass er mehr Scheiß macht. Als er sich grad fragt, was er denn nun tun soll, kommt seine Familie mit dem Helikopter und holt ihn ab und ist super glücklich, aber der kleine Frosch sagt nur, er mache ja weiter nur Scheiß. Seine Familie sagt, das sei egal, er sei ihr kleiner Frosch halt wie er ist. Ich mag das Buch, weil die Botschaft ist: scheiß bleibt scheiß, aber wir haben uns trotzdem lieb. / Michel lese ich „Prinzessin Pfiffigunde“ vor, das hat er sich gewünscht. Prinzessin Pfiffigunde will nicht heiraten und schlägt reihenweise Freier in die Flucht, am Ende verwandelt sie einen besonders hartnäckigen in eine Kröte und lebt fortan ein glückliches Leben ohne irgendwelche lästigen Typen. Hach.

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Ebenfalls kein Bild: Muttertag. Da der hier im Februar ist und nicht wie überall sonst im Mai, habe ich das total vergessen, dass es irgendwie nett gewesen wär, meine Mutter anzurufen. Huff. Hmm. Nächstes Wochenende dann.