Tag 1423 – Ferientag 4.

Leichter Koller heute. 12 Stunden lang für beide Kinder im Grunde allein zuständig zu sein, schlaucht ganz schön. Weiß nicht, wie ich das finden soll, ich würd ja gern entspannen, aber so richtig will keine Entspannung aufkommen, wenn ich um sechs von Herrn Rabes Wecker und um sieben von dessen Tochter geweckt werde. Hrmpf.

Heute zwei Ausflüge getätigt, wider dem Koller oder so. Nämlich zum Bauernhof um, äh, Würstchen zu kaufen.

Da dieses Lamm mit der Flasche aufgezogen wird, ist es eher so ein Hündchen und wird vermutlich auch eher kein Würstchen.

Das war alles sehr idyllisch, dieses Jahr wächst und gedeiht alles auf dem Bauernhof, nur die Himbeeren, die leiden noch ein bisschen nach unter dem Dürresommer 2018, die sollten wohl ca. doppelt so hoch sein, wie sie sind. Hängen aber voller Beeren, also meckern auf halbhohem Niveau.

Von dort aus liefen mein Bruder und seine Freundin in den Ort (und verfransten sich, ich fühle mich ein bisschen schuldig), ich fuhr mit den Kindern zu IKEA. Am Gästebett ist eine Latte gebrochen, für meine drülfzig Natures (huiii Luxusproblem) sind mir die Zeitschriftensammler ausgegangen, im Flur sind schon wieder die Glühbirnen kaputt und so generell kann man da ja schnell mal nen halben Tag rumbringen, zumal einen, an dem nur 13 Grad sind und alle deshalb meckerig drauf sind. Im Auto schlief Pippi ein und war danach mies drauf, was sich erst mit der Aussicht auf Småland änderte. Da blieben dann auch beide Kinder, sodass ich es tatsächlich schaffte, alles einzukaufen was ich wollte, plus dies und jenes an Gedön – die Muße fehlt sonst oft. Jetzt haben wir zum Beispiel endlich wieder zwei heile (!) Knirpse im Haushalt. Sogar Bettwäsche kaufte ich, aus der Fundgrube. Fast wie früher, ohne Kinder.

Eine Stunde Rückfahrt später dann leckeres Abendbrot. Wir haben zum ersten Mal die einigermaßen gehypten Burger-Patties von Beyond Meat ausprobiert und ich muss sagen, das war sehr lecker. Schmeckt wie Fleisch, das muss man natürlich mögen, die Optik ist auch fast so, die Haptik auch und man kann es so braten, dass es innen rosa und saftig bleibt. Für mich definitiv geeignet als Fleisch-Ersatz.

Tag 1422 – Ferientag 3.

Tag im Schnelldurchlauf:

  • Michel zu Freund B. gebracht. Pippi freundet sich gaaaanz laaaangsam mit Golden Retriever Alva an. In Zeitlupe. Heute, nach fast einem Jahr, hat sie sie zum ersten Mal aus eigener Initiative angefasst.
  • Versucht, in Eidsvoll eine Waage aufzutreiben. Gescheitert. Beschlossen, dass Pippi über 15 kg wiegt.
  • Einen Kindersitz bestellt. Es mir dabei ganz einfach gemacht und alle Erkenntnisse und Entwicklungen auf dem Gebiet der Kindersitze Klasse 2/3 der letzten dreieinhalb Jahre links liegen gelassen und den gleichen Sitz, den Michel hat, in rot bestellt. Mit dem sind wir nämlich sehr zufrieden und man muss ja echt nicht dauernd das Rad neu erfinden.
  • Mit Pippi, meinem Bruder und dessen Freundin in den Ort spaziert, einen Kaffee getrunken und Eis gegessen, immer in grade noch so Reichweite des Inns, in das mein Bruder und ich drei Dark Detectors geworfen hatten. Hin und wieder was befreit, ansonsten unterhalten und Pippis Nase geputzt.
  • Zu Hause Michel vor der Tür getroffen, der grad nach Hause gebracht worden war und sich wunderte, wo wir sind (die Mutter von B. war auch noch da, nicht dass Sie sich wundern).
  • Nochmal losgedüst, Veggiepølse kaufen.
  • Einkauf in Empfang genommen.
  • Geschminkt (ja, die Reihenfolge war heute etwas seltsam)
  • Von den Kindern verabschiedet (Hurra!)
    Herrn Rabe zum Essen getroffen.
    Mittelgut gegessen.
  • Eine Brilliant-Event-Tour gemacht, bis die Spell Energy alle und Herr Rabe genervt war.
    Bett.

In Echtzeit war das alles zusammengenommen tagesfüllend und überaus entspannt. Ich mag das, nicht allzu viel vorzuhaben und dann ganz überraschend doch mehr zu schaffen.

Tag 1421 – Ferientag 2.

Ach ja: keine Probezeit mehr! *Sektkorkenknallgeräusch*

Heute habe ich den Kindern Sandalen gekauft und bin dabei etwa 10 Jahre gealtert, auch mein Bruder und seine Freundin wissen jetzt etwas besser, was „10 Sack Flöhe“ bedeutet.

Abends einen kleinen Trondheim-Besuch in zwei Wochen abgekaspert und die haben da grad 10 Grad und Dauerregen, alles richtig gemacht (und weggezogen) würd ich sagen. Trotzdem freue ich mich auf M. und H. (und werauchimmer noch da sein möge.)

Und dann war da gestern noch diese lustige Sache, wie ich mal ein Radio-Interview gab. Zum Thema Ess- und Atemgeräusche. Der ganze Podcast vom DLF Nova ist hörenswert, aber wenn Sie so Podcast-Abneigungen haben, aber jetzt neugierig sind, wie ich mich anhöre: ab Minute 20:55. Ab Minute 26 mit einem der schrecklichsten Geräusche der Welt, als Bonus sozusagen.

Tag 1420 – Erster richtiger Ferientag.

Heute also das erste mal richtige echte Schulferien für Michel. Kein Hort, keine Ferienspiele*, nichts. Wow. Mir ist glaube ich das erste mal so richtig aufgegangen, wie groß Michel im letzten Jahr geworden ist. Von schüchternem Kindergartenkind zu… naja immer noch relativ schüchternem aber auch wilden und Neunmalklugen Grundschüler. Die Erwachsenenzähne wachsen, die Haare sind im Nacken gestern raspelkurz rasiert worden – von Herr Rabe, wie immer – und in Verbindung mit der Nackenbräune sieht der weiße Rand jetzt zwar etwas lustig aus, aber es macht ihn schon optisch größer. Natürlich ist er schlacksig wie eh und je, aber morgen wollen wir Sandalen kaufen, mal gucken, was uns da am unteren Ende des Körpers für Überraschungen erwarten. Die größeren Überraschungen erwarte ich da aber bei Pippi, die hat immer schon recht große Füße gehabt und da grad schon wieder alle Socken „aaaaaaltfor liten!“ (Vieeeeeel zu klein) werden, bin ich mal gespannt. Jedenfalls morgen also Ausflug in die große Stadt. Mit einem großen Kind und einem noch größeren Kind. Hach, ich freue mich. Ich hab schon tolle Kinder, meistens weiß ich das auch. Heute sind sie beide ohne Körperkontakt eingeschlafen, ich saß nur noch vor dem Bett, nicht mehr drin. Ich habe Hoffnung, dass wir nach den Ferien nicht mehr Einschlafbegleiten müssen.

Doch, war schön heute. Wirklich schön.

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*nächste Woche ist eine Art Ferienspiele für Michel, Montag bis Donnerstag, eine Artisten-/Parcouring-/Balanceschule. Das wird bestimmt spannend, Michel macht das mit seinem Freund und die beiden freuen sich schon sehr darauf.

Tag 1417 – Ferien!

Huff. Nachdem ich gestern tatsächlich grad so Abschminken noch geschafft hab (Zähneputzen aber nicht mehr) und heute den Wecker eine Stunde später als sonst stellte, hab ich dann doch noch mal genug Schlaf für den letzten Arbeitstag bekommen. Der war dann geprägt von Sachen fertig machen, wenigstens soweit, dass es weitergegeben werden kann. Dann habe ich sehr hart mit mir gerungen aber die Vernunft hat überwogen und der Computer ist deshalb im Werk geblieben. Ebenso sämtliche Ordner. Ok, ich hab mir noch ganz schnell auf dem Weg raus die Anleitung ausgedruckt, wie man von zu Hause aus ins Firmennetzwerk kommt, aber es ist ansonsten alles da geblieben und das ist schon ganz gut so. Ich hab den Urlaub bitter nötig (siehe gestern), ich laufe echt auf Reserveakku. Im nächsten halben Jahr wird der Oktober schlimm (schlimmschlimmschlimmschrecklich!), sonst geht es aber. Ich will ja auch fertig werden mit der Einarbeitung und Inspektionen selbständig leiten können, das passiert nicht ohne Arbeit. Der Plan sieht vor, bei soundso vielen Inspektionen erstmal Lead Inspector zu spielen, also im Prinzip alles zu machen von Kontaktaufnahme bis „wir schließen die Inspektion von unserer Seite ab“ alles zu übernehmen, aber eben mit Begleitung durch diejenige, die am Ende die Verantwortung trägt. Ich freue mich auf manche der geplanten Inspektionen, es ist viel interessantes dabei, vor manchem graut mir auch, aber nicht wegen der Hersteller sondern wegen der Orte an denen die sich befinden und den Transportmitteln, die wir dahin nehmen müssen. Ein Hoch auf die Pharmaindustrie und Tabletten gegen Reiseübelkeit, die als Nebenwirkung das Hirn ein wenig umnebeln, sodass mir die Größe des Flugzeugs oder die Breite der Brücke oder die Länge des Tunnels ein bisschen egaler sind.

Ich werde die Ferien gleich mit einer kleinen Radtour zum Inn zum Spell Energy sammeln zum Supermarkt und dann einem kleinen Kämpfchen im Fortress Bier auf der Couch einläuten. Hoffentlich werd ich nicht wieder von Mückenhorden angefallen, seit Montag Abend weiß ich, warum die Gegend hier Moor heißt.

Die Kinder haben nun auch frei und ich glaube das wird super. Michel ist so groß geworden im letzten Jahr und Pippi auch. Hach, die zwei. Das Planschbecken steht bereit, wir sind bereit für 26 Grad morgen. Brilliant event um 12 Uhr sagt das Internet.

Außerdem kommt morgen Besuch und ich bin aufgeregt. Aber dazu mehr, wenn der Besuch da ist.

Tag 1076 – Ferientag 12. Von der Zerrissenheit.

Ach, ach, ach. Ich ärgere mich so über mich. So gerne würde ich den Kindern schöne Ferien bereiten und tiefenentspannt so Ausflüge wie heute machen: wir waren nämlich heute auf Munkholmen, ein (vermutlich) letztes Mal, mit meiner Schwägerin. Da war es wirklich schön, aber ich kann halt grad nicht ohne aber. Weil ich einfach noch sehr viel zu tun habe und mir das Abschalten schwerfällt, wenn mir die ganze Zeit im Kopf herumgeht, was noch alles zu tun, zu packen, zu organisieren ist und wie ich das wohl am besten hinkriege ohne irgendwen zu erwürgen, der versehentlich irgendein kleineres Detail eines Stückchen des großen Plans durchkreuzt. Puh. Und die Kinder haben das ja irgendwie auch nicht verdient, so Ferien, in denen die Mutter dauernd irgendwas tut oder genervt oder abgelenkt ist, weil sie nichts tun kann.

Was das schlechte Gewissen noch verstärkt: ich bin bei der ganzen Organisation voll in meinem Element. I love it, ehrlich gesagt. Aber dann greift auch direkt dieses ätzende Protestantische* Arbeitsideal, das mir sagt, das sei Arbeit, dürfe also keinen Spaß machen, schon mal gar nicht, wenn ich dafür kein Geld kriege und die Zeit mit den Kindern drunter leidet. In den Ferien! Puh. Ich rede mir ein, dass es für die Kinder bestimmt noch schlimmer wäre, wenn der Umzug chaotisch und planlos vonstatten ginge, das hilft etwas.

Noch eine Woche. Puh, puh, puh.

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Auto-Lobhudelei: Shit done gekriegt. Und ein biiiisschen am Strand entspannt.

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*ich bin ja nicht getauft und auch nicht gläubig, aber halt so erzogen, dass Arbeit und Vergnügen in jedem Fall zwei unterschiedliche Dinge sind, die günstigstenfalls zeitlich zusammentreffen.

Tag 1010 – Krka Nationalpark.

Der Krka Nationalpark liegt nur ca. 75 km von Split entfernt und da kann man unter einem Wasserfall schwimmen. Das mussten wir sehen, also buchten wir einen Ausflug mit einer sympathisch anmutenden Reiseleitung. Und es war auch wirklich schön, auch wenn man natürlich nur von Juni bis September baden darf.

Zuerst ging es durch ein altes kroatisches Dorf, mit Mühle und Weberei und Korbflechterei und allem. Dann ging es zu den Wasserfällen. Hui, so viel grün. Und so viel Wasser.

Unsere Kinder so: „wie, nicht baden?!? Ok, dann matschen wir hier halt rum.“

Michel baute dann einen Kanal von diesem Mangroven-ähnlichen Tümpel zum nächsten Bach.

(Kurz der Blick auf die andere Seite: das ist alles extrem touristisch. Es war jetzt schon für meinen Geschmack grenzwertig voll, im Juli möchte ich hier gar nicht sein, trotz baden könnens. So, also noch nicht mega überfüllt und mit super gut ausgebauten Pfaden in der richtigen Länge auch für kürzere Beine, war’s aber echt auch für die und mit den Kindern toll.)

Es rauscht wirklich überall und dann hört man plötzlich ein sehr lautes Quaken.

(Suchbild mit mindestens zwei Fröschen.)

Das waren dann neben unzähligen Fischen und Libellen auch die einzigen Tiere, die wir gesehen haben. Wobei ich nicht ganz undankbar bin, keine Schlange getroffen zu haben.

Oh, doch noch eins:

Der Parkplatz-Schwan.

Ein wirklich schöner Ausflug an einem wirklich schönen Tag.

(Kurze Beobachtung: viele Leute scheinen nur zum Fotos machen herzukommen. Da ist alles bei, Mutti vorm Wasserfall, Vati in gewichtiger Denkerpose unter einem wasserumplätscherten Baum, Teenietochter und Freundinnen ignorieren das Badeverbot und präsentieren im glitzernden Wasser ihre jugendlich perfekten Körper und modischen Badeanzüge in gekonnter Instagram-Pose. Immer für ein Foto. Latschlatsch, unter den Baum, Foto, latschlatsch, auf die Empore, Foto, latschlatsch, ins Wasserhuikaltfoto. Mein Fall ist das ja nicht gerade.)