Tag 56 – WMDEDGT 10/15

Da heute der 5. ist, hat Frau Brüllen zum WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag?) aufgerufen. Schon alleine, weil ich mich das auch oft frage, hab ich mich diesmal zum mitmachen entschieden. Also denn…

  • 07:00/07:04 – 07:18/07:22 Die Wecker klingeln und ich drücke diverse Male auf Snooze, was gar nicht so einfach ist, weil das Baby seit der letzten Mahlzeit um 05:30 auf mir schläft und der Wecker neben meinem Kopf liegt.
  • 07:30 Ich stehe auf. Ich wälze das Baby von mir und dann mich aus dem Bett. Das Baby fängt umgehend an zu meckern, also nehme ich es mit. Der Klempner, der die Dusche reparieren soll, hat sich für 8 Uhr angekündigt und das letzte Mal, als er das tat, war er um viertel vor schon da. Ich möchte dann ungern noch im Schlafshirt sein.
  • 07:48 Ich bin mit Baby wickeln und anziehen fertig. Ich selbst bin noch im Schlafshirt. Aber immerhin war ich schon auf dem Klo.
  • 07:58 Ich bin vollständig bekleidet (Schlüpper, Socken, Stillshirt, Pulli, Joggingbuchse), habe mein Gesicht gewaschen und die Zähne geputzt. Duschen dürfen wir nicht, weil der Boden absolut trocken sein muss. Ich starte eine Maschine Windeln und schiebe dann den Wickeltisch von der Dusche weg vor die Waschmaschine.
  • 08:05 – 08:12 Ich mache Kaffee und bereite mein Müsli vor. Ich bin unkonzentriert beim Milch aufschäumen: der Kaffee wird zu heiß.
  • 08:15 Ich fange an zu frühstücken. Das Kind schleppt Spielzeugtiere an und teilt mir alle zu, bis auf den Papagei, das ist seiner. Ich freue mich.
  • 08:20 Der Klempner kommt. Auch ihm werden alle Tiere gezeigt und auch ihm wird erklärt, dass der Papagei dem Kind gehört. Der Klempner freut sich nicht und reagiert überhaupt kaum. Einmal sagt er „Papagei, ja.“.
  • 08:22 Das Kind stellt sich einen Hocker ins Bad und setzt sich hin, um dem Klempner zuzuschauen. Das Baby hat Hunger und ich freue mich sehr darüber, weil sich seit gestern meine Brüste wie steinharte, heiße Kugeln anfühlen, weil das Baby nicht trinken wollte. Wir stillen. Erleichterung. Ich esse weiter mein Müsli.
  • 08:23 Herr Rabe entfernt das protestierende Kind aus dem Bad.
  • 08:23 – 08:30 Ich lausche dem Kind-Anzieh-Prozedere im Flur.
  • 08:31 Herr Rabe und das Kind sind unterwegs. Das Baby ist satt und fröhlich. Ich packe mich wieder ein und lasse das Baby Bäuerchen machen. Es spuckt und lacht.
  • 08:33 Der Klempner kommt aus dem Bad und sagt, er sei fertig. Angekündigt waren zwei Stunden Dauer der Reparaturarbeiten. Aus Schaden klug besehe ich mir das Ergebnis. Ist ok. Ich bitte den Klempner, noch die Bohrlöcher von der alten Dusche zu verschließen. Er spritzt klares Silikon in die Löcher. Ich atme. (Irgendwann schreib ich diese Dusch-Odyssee noch komplett auf.)
  • 08:35 – 09:00 Ich gehe mit dem Baby wieder ins Bett und nehme den Kaffee mit. Der hat jetzt auch eine trinkbare Temperatur. Ich lese ein bisschen im Internet herum und schaffe es nach unzähligen Versuchen, ein annehmbares Selfie von mir, dem Baby und dem Kaffee zu machen, auf dem das Baby nicht zu erkennen ist. Ich richte das Bild als Twitter-Profilfoto ein und dutzel noch einen Hintergrund dazu. Dabei trinke ich den Kaffee aus. Das Baby schläft auf mir ein.
  • 09:00 – 10:30 Ich lese Purity, es ist wirklich sehr sehr gut. Kaputte Charaktere, etwas weniger Normalos als sonst bei Franzen, eher Freaks. Kaputte Beziehungen. Wie immer aus verschiedenen Warten erzählt, jede Sicht mit eigenem Stil. Hachz. Franzen for Literaturnobelpreis.
  • 10:30 – 11:00 Ich dödel noch ein bisschen im Internet rum, schreibe einer Freundin, verabrede mich mit einer anderen morgen zum Lunch und mit einer dritten morgen nachmittag zum Shoppen.
  • 11:00 Das Baby wacht auf und hat Hunger. Dankbarkeit, dass auch die andere Seite sich nach dem Stillen nicht mehr so hart anfühlt.
  • 11:14 – 11:22 Ich nehme das Baby mit ins Bad, stelle den Wickeltisch wieder um, wechsle die Windel, lass es dabei nackt strampeln mit einer Plastikwindel als Backup unterm Po. Schlau bin ich, denn
  • 11:18 Das Baby kackt. Merke: Tran stinkt auch verdaut noch nach Tran.
  • 11:28 Ich habe meine Sportklamotten an. Minus die Hose, die ziehe ich da erst an, ich lasse aus Faulheit die Joggingbuchse an. Ich räume die Wäsche in den Trockner, träufele etwas Teebaumöl auf einen der Waschlappen, schmeiße ihn auch in den Trockner und starte das Programm. Teebaumöl killt jeden Geruch, sogar Tran.
  • 11:35 – 11:45 Ich esse sehr schnell eine kurz aufgewärmte Portion vom Abendessen von Samstag: Kartoffel-Kohl-Lasagne. Dazu viel Tee, weil Durst.
  • 11:45 – 11:50 Ich packe den restlichen Kram zusammen, den ich zum Sport brauche. Also ein Tuch zum Baby drauflegen, Spucktuch, Schnuller, Wollsocken fürs Baby, meine Sporthose und eine Flasche Wasser. Wickelset und Unterlage sind noch im Rucksack.
  • 11:55 Wir brechen auf zur Bushaltestelle. Baby meckert den Kinderwagen zuerst an und starrt dann gebannt das Waschschild im Verdeck an.
  • 11:57 – 12:05 Warten auf einen Bus in die richtige Richtung.
  • 12:05 – 12:11 Busfahrt.
  • 12:11 – 12:16 Fußweg zum Fitnessstudio.
  • 12:15 Baby schläft ein.
  • 12:17 – 12:29 Ich schleppe das Kinderwagenoberteil die Treppe hoch, ziehe mich um, mache unseren Platz im Kursraum fertig, chille ein bisschen. Das Baby schläft.
  • 12:29 Das Baby wacht auf. Ich hole es.
  • 12:30 – 13:15 Muttisport, Krafttraining. Mit Terrabändern und Baby rumwuppen und Singen und allem. Wenn ich das Baby grad nicht als Hantel brauche, lege ich es auf den Bauch. Es drückt sich prima hoch und kann sogar die Arme schon wieder unter den Körper ziehen. Ich bin stolz.
  • 13:17 – 13:19 After-Workout-Stillrunde. Das Baby trinkt aus Gruppenzwang ca. 2 Minuten und grinst mich dann an. Wir gehen umziehen.
  • 13:25 Aufbruch beim Fitnessstudio. Die meisten Muttis stillen noch. Das Baby pennt nach 2 Minuten Kinderwagen fahren ein. Ich beschließe, mir einen Kaffee zu holen.
  • 13:30 – 13:40 Kaffeeholprozedere bei 7Eleven. Mir fällt beim Betrachten der leuchtenden Schildchen auf, dass mein rechtes Auge und mein rechtes Brillenglas schon wieder nicht mehr zusammenpassen.
  • 13:42 Es ist so schönes Wetter, dass ich beschließe, zu Fuß zu gehen. Nach Hause lohnt zwar jetzt nicht mehr, aber dann geh ich halt einkaufen.
  • 13:42 – 14:15 Mit größtmöglicher Langsamkeit gehe ich Richtung Kindergarten.
  • 14:15 – 14:30 Fußweg zum Supermarkt.
  • 14:25 Kurze Verwirrung, da Textnachricht von dritter Freundin: „Bin auf dem Weg“. Sie hatte sich mit dem Shoppingtag vertan. Blöd, morgen kann sie nämlich nicht.
  • 14:30 – 14:40 Baby meckert. Wir kaufen Geburtstagskram fürs Kind. Nicht-gegendert und ohne Disney. Pappteller, Plastikbecher, kleine Tütchen für Goodiebags.
  • 14:40 – 14:45 Baby meckert noch immer. Wir kaufen Käse und Bananen, ich schuckel-schiebe den Kinderwagen.
  • 14:45 – 14:55 Ich lasse mich schuckelnder Weise in der Apotheke zu Zahnpasta für empfindliche Zähne und entzündetes Zahnfleisch beraten. Kaufe Zahnpasta, die das zehnfache der Billigzahnpasta kostet, die ich sonst benutze. Lerne, dass man die Zahnpasta nur ausspucken soll, nicht nachspülen.
  • 14:52 Baby schläft wieder ein.
  • 14:55 – 15:10 Fußweg zum Kindergarten.
  • 15:10 – 15:20 Das Kind ist noch auf dem Klo. Ich bin umringt von Kindern, die das Baby angucken wollen. So beliebt war ich noch nie…
  • 15:25 Aufbruch vom Kindergarten. Das Wetter ist noch schön, das Baby schläft, das Kind will auf den Spielplatz.
  • 15:25 – 15:35 Fußweg zum Spielplatz.
  • 15:35 – 16:45 Spielplatz. Treffe auf Helikoptereltern und einen Fahrradfahrer in fast-professioneller Montur, der im Park hält um eine Zigarette zu rauchen. Das Kind malt mit einem Stock „Drachen“ in den Algen-Belag des Brunnens. Dann fällt der Stock ins Wasser und das Kind macht sich daran, Schuhe und Socken auszuziehen, um den Stock zurückzuholen. Ich schreite ein und sage, dass ich nach Hause möchte. Das Kind protestiert kurz dagegen, nicht im Brunnen baden zu dürfen. Dann gehen wir. Zu Hause gucke ich aufs Thermometer: Es sind 6°C.
  • 16:50 – 16:52 Das Kind verlangt nach Hustensaft. Genau genommen verlangt es nach einer Lakritzschnecke, mit der wir es zur Einnahme des Hustensafts bestechen. Hustensaft wird genommen.
  • 16:55 – 17:25 Das Kind ist müde. Wir gucken Sendung mit der Maus. Das Kind isst Lakritzschnecke. Das Baby stillt. Wir alle kuscheln.
  • 17:30 Herr Rabe kommt nach Hause und fängt an zu kochen.
  • 17:35 – 17:55 Das Kind springt ihm vor den Füßen rum, will auf den Arm oder helfen oder spielen oderoderoder. Dreimal fängt es wegen nichts an zu weinen und ich muss es trösten. Es ist wirklich, wirklich kaputt.
  • 17:58 Ich höre: „Fass das nicht an, der Topf ist heiß!“ – „Wääähhhh!!!“ Das Kind kommt angelaufen. Nichts passiert, aber es weint und will kuscheln. Wir kuscheln.
  • 18:00 Das Kind ist eingeschlafen.
  • 18:10 Herr Rabe zeiht das schlafende Kind um und bringt es ins Bett. Das Essen ist fertig.
  • 18:15 – 18:50 Wir essen gemütlich und reden über den Tag. Das Baby schläft auf mir und ich tropfe es mit Suppe voll.
  • 19:00 – 19:30 Herr Rabe geht sein Fahrrad reparieren. Ich und das Baby wechseln eine Windel und wandern dann wieder aufs Sofa. Ich dödel nochmal ein bisschen im Internet herum.
  • 19:30 – 21:40 Ich schreibe einhändig den Tag auf, weil ich mit der anderen Hand das Baby halte und/oder schuckel. Es dauert tausend Jahre. Zwischendurch muss ich stillen und einmal aufs Klo, mit Baby denn
  • 19:45 Herr Rabe bricht auf zum Fußball.
  • 21:30 Herr Rabe kehrt zurück und zieht sich um. Auch er darf nicht duschen. Wir stinken gemeinsam.
  • 21:40 – 21:51 Ich schreibe beidhändig den Rest des Tages auf. Das geht viel schneller. Herr Rabe liegt mit dem Baby im Bett. Ich gehe da jetzt auch hin, nachdem ich mir mit meiner neuen Zahnpasta die Zähne geputzt hab. Die Wäsche leg ich morgen zusammen.

Gute Nacht 🙂

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