Tag 67 – Fünffachopa

Heute war ich ja bei dem Projektmeeting. Mit Baby. Natürlich war das Baby zunächst mal ein Hingucker, dann sagte mein Chef auch noch „You don’t look too tired!“ und ich entgegnete ein trockenes „Jaha, well, fake it ‚til you make it!“ und hatte dann auch die Lacher auf meiner Seite. Bei dem Meeting waren sechs Leute außer mir, von denen haben fünf Kinder. Das ist, was ich an Norwegen so mag: Hier haben alle Kinder und die meisten haben mehrere. Viele kriegen auch relativ jung Kinder. Die meisten Mütter nehmen ca. 10 Monate Elternzeit und kommen dann Vollzeit zurück. Die meisten Väter nehmen 10 Wochen, aber viele auch mehr. Manche Eltern reduzieren dann ihre Arbeitszeit auf 80 %, manche nicht. Aber niemand käme auf die Idee, ein Vollzeit arbeitendes Elter als Rabenelter zu betiteln. Und weil halt alle Kinder haben, wird SELBSTVERSTÄNDLICH kein Meeting auf irgend eine komische Zeit gelegt, sondern man schafft es danach immer noch bequem zum Kindergarten oder zur Schule zum Abholen. Und weil halt auch alle mal Babys hatten, ist so ein Baby im Meeting (nach der ersten Oh-Gott-ist-das-süüüüß-Euphorie) auch nichts besonderes. Auch nicht, dass man mal zwischendurch Stillen muss oder das Baby quakt. Lediglich als das Baby sehr geräuschvoll die Windel füllte, erntete es kurze Lacher und ich bekam (vom Vater dreier Söhne) einen wissenden Schmunzelblick zugeworfen. Leider ist mein Hirn tatsächlich etwas Babymatschig geworden, sodass ich relativ lange brauchte, um wieder ins Thema zu kommen. Aber egal, das kommt auch alles wieder. Bekomme jetzt erst mal von meinem Chef die Dissertation eines Kollegen geschickt, die ich dann auch nicht lese.

Nach dem Meeting trank ich noch einen Kaffee mit meinem Chef, der mir dabei die amüsante Geschichte erzählte, wie er auf seine Enkelkinder aufpasste. Er ist nämlich gestern zum fünften Mal Opa geworden, weil eine seiner Töchter ihr viertes Kind bekommen hat. Er hatte wohl im Zuge dessen versprochen, zur Geburt auf die drei älteren Kinder aufzupassen. Er hat einen super Draht zu seinen Enkelkindern, nimmt sie oft mit in den Urlaub, in die Wochenendhütte oder zu sich nach Hause. Manchmal sind auch welche bei uns bei der Arbeit, wenn irgend ein „Opa-Tag“ in der Schule ist. Ich möchte bitte für meine Kinder auch so nen tollen Opa in der Nähe haben! Aber ich schweife ab. Jedenfalls ist seine Tochter samt Schwiegersohn am Dienstag um zwei ins Krankenhaus gefahren und hat ihn benachrichtigt, dass er bitte die Kinder von Schule und Kindergarten abholen solle. Mein Chef verließ daraufhin etwas panisch die Arbeit und sammelte alle Kinder ein. Fuhr zu den Kindern nach Hause, machte Essen. Dann war es wohl recht spät und die Kinder natürlich einigermaßen aufgeregt, bis alle mit geputzten Zähnen im Bett lagen war es ein mittlerer Kampf mit, Zitat, „unerträglicher Geräuschkulisse“. Und dann erst der nächste Morgen. „Die müssen ja alle wieder um acht in der Schule und im Kindergarten sein! Mit Brotdosen und allem und ich weiß nicht mal wo alles ist! Und dann sind die unorganisiert, und jeder muss noch kurz was spielen und alle laufen durcheinander! Ich weiß nicht, wie meine Tochter und ihr Mann das sonst machen, ich war um acht dann völlig fertig und wollte eigentlich wieder ins Bett. Das war die Hölle!“
Und zu dem Zeitpunkt dachte er noch, damit wäre es getan, aber das Baby ließ auf sich warten und so durfte er nachmittags wieder ran. Am Wochenende fährt er jetzt alleine zu seiner Hütte: „Ich brauch jetzt mal ein paar Tage ohne Kinder!“.

Ein Gedanke zu “Tag 67 – Fünffachopa

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