Tag 284 – Blogdingsi

Das Wort hab ich Herrn Paul geklaut. 

Unspektakulären Tag. Putzen, Aufräumen, Backen, Einkaufen, Duplo bauen, Wäsche waschen, Kochen, Essen, Füße fitzeln (hört das auch irgendwann wieder auf?), Skypen mit meiner Mutter (hier kleines orrrrr denken), Kurzurlaubsplanung. 

Kurzurlaubsplanung. Ich werde in Flugzeuge steigen müssen, möglicherweise sollte ich mal meinem Arzt was vorheulen, dass die Flugangst immer schlimmer wird, vielleicht hat der besseres Zeug als ich in der Apotheke einfach so kaufen kann. Vermutlich lacht er mich aber nur aus und erzählt mir all die vielen Dinge, die ich eh weiß (jaja, Busfahren ist tausendmal gefährlicher, die Chance im Lotto zu gewinnen größer, Blabla). Aber mit jedem Flugzeugunglück wird es schlimmer. Und mit jedem Kind auch. 

Und jetzt muss ich an was Schönes denken und aufhören mir die letzten Sekunden im Leben von Leuten, die mit einem Flugzeug abstürzen, auszumalen. Die mit ihren Kindern… Nein Stop. 

Zur Ablenkung lese ich jetzt „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf. Die Handlung ist wirklich äußerst heiter. Ähem. 

Tag 283 – Käsetag. 

Heute gab es Frühstück. Mehr positives lässt sich über meinen Arbeitstag kaum sagen. Erst ne halbe Stunde Rumgerenne und tausend Meinungen einholen um dann doch zu beschließen, dass wirs genau so machen wie immer (nicht ich, ich bin 1. experimentierfreudig und 2. hab ich das noch nie gemacht, es gibt also bei mir noch kein „wie immer“). Aber egal, immerhin gab es am Ende einen Beschluss. Leider ging es danach noch weiter: Ich habe ein neues Kit und die Anleitung liest sich so „add dies und das, spin for 15 seconds, fertig“. Also, zumindest so ähnlich. Am Ende war es eine elendige Friemelei mit kleinen Säulchen, die in kleinen Röhrchen stecken und die man da dauernd rein- und rausbasteln muss, drölfzig Waschschritte, alles peinlich sauber natürlich, manche Schritte muss man zweimal machen, in die Zentrifuge passen für manche Schritte wegen der doofen Deckel nur 18 Proben, ich hab aber 21, und so weiter und so fort. Und schwuppdiwupp waren 4 Stunden vergangen, mein Magen schrie mich an, den Herrn Rabe musste ich anrufen, dass ich es nicht schaffe, Michel aus dem Kindergarten abzuholen und um meine Zellen musste ich mich ja auch noch kümmern. Das sind so Arbeitstage, die braucht kein Mensch. 

Danach so kaputt, dass ich eigentlich ins Bett hätte gehen wollen, aber da sind ja auch noch die Kinder, der Haushalt, das Abendessen. Wenigstens ein bisschen mit den Kindern getobt und gekuschelt hab ich. Und Duplohäuser mit runden Fenstern (naja, kreuzförmigen, weil aus Duplo irgendwas Rundes machen?Hmmnee.) habe ich gebaut. Und mit Pippi geduscht. Die hatte sich nämlich freudestrahlend bis zum Haaransatz und ins Ohr rein mit Tomatensuppe slash Soße eingeschmiert. 

Also: Alles Käse, außer der Kinder. Die sind höchstens kleine Babybels. 

Jetzt Bett. 

Tag 282 – Ooooch, ich schaff das schon. 

„Nei da, det klarer jeg!“

Das sagte ich heute ca. drölfzig Mal zu Mister I trust you. Der weiß ja einschüchternd viel und hat wahnsinnige Labskills, ok, der macht das auch schon seit, ich weiß nicht, 20 Jahren vielleicht, und ich erst seit (mal überlegen…) oha 7 sind es doch auch schon. Egal, zurück zum Thema, jedenfalls will ich vor so einem nicht dastehen wie der letzte Idiot. Ich bin auch kein Idiot, ganz sicher nicht, aber der macht mich total nervös, wenn der mir beim Arbeiten zuguckt und da das heute auch irgendwie alles nicht so wirklich Routine für mich war, stand ich ziemlich unter Strom. Nun gut. Ich habe glaube ich nichts wirklich verkackt, alles läuft, nach Angstschweiß riechende Pullis kann man waschen, Frühstück braucht ja auch kein Mensch und die aus schierem Hunger eilig in die Mikrowelle geschmissene Pizza zum Mittag (Rest von gestern) schmeckte auch als zusammengebackener Batzen aus Teig, Belag und Käse recht gut. 

2. mal Feierabend um 22:30. Wenigstens ist es noch hell.


Probennahme nach zwölf Stunden überlasse ich trotzdem beim nächsten Mal ihm. Sein Sohn hatte Fußballspiel heute und ich schaffe das ja auch alleine (hier wieder Angstschweißgeruch vorstellen). Und so mega toll ist das ja nun auch nicht, nach dem Kinder ins Bett bringen nochmal loszudüsen.  


Bildunterschrift will nicht. Dann halt so: Probennahme nach 0, 1, 4 und 12 Stunden erledigt (mit Handling-Verschiebung), 24 fehlt noch. Ich bin sehr froh, dass wir den Chef vom 15-Stunden-Zeitpunkt abbringen konnten. 

(Hoffentlich lohnt sich der Quatsch wenigstens.)

Tag 281 – Stößchen!

Lustig: nach einem Glas Sekt bin ich enthemmt genug, die Geschichte meiner Schwiegermutter über das tote Kleinkind des Zahnarztes einfach mit den Worten „Ja, die Geschichte kenne ich und ich will sie nicht nochmal hören!“ abzuwürgen. 

Nicht so lustig: nach einem Glas Sekt ist meine Schwiegermutter so durcheinander, dass sie Herrn Rabe für ihren Bruder hält und mich nach meinem Opa fragt, aber ihren Mann meint. 

Das ist alles ziemlich besorgniserregend. Wie man damit umgehen soll weiß man ja auch nicht. Und schon mal gar nicht, wenn man sich doch auch noch dauernd über die typischen Aufreger aufregt. Also irgendwie ist es alles traurig, und sauer sein gestattet man sich auch irgendwie nicht. An den Stellen, wo man eben doch sauer wird (Kind am Arm packen, Kind Blödsinn einreden von wegen alles ist gefährlich, Kind gegenüber leere und unsinnige Drohungen aussprechen…) fühlt man sich hinterher schlecht, sie weiß es ja nicht besser oder es ist Teil der Krankheit (die Sache mit den Gefahren scheint so ein typisches Demenz-Ding zu sein). Schwierig. 

(Kann ich bitte einen Orden haben? Ich hab gar nicht laut herausgebrüllt „DER ZAHNARZTTERMIN IST AM FREITAG UM ACHT HERRGOTT NOCHMAL!!1Elf!“. Sie ahnen nicht, wie schwierig das war.)

Tag 280 – Hipp Hipp Hurra!

Festumzug, Symbolbild. Ich stand die meiste Zeit auf Zehenspitzen und werde wohl morgen schrecklichen Muskelkater haben.


Heute war der norwegische Nationalfeiertag. Das ist hier ein richtig krass großes Ding, das wird von allen richtig groß gefeiert. Mit meiner deutschen Sozialisierung kam ich da erst nicht gut mit zurecht, dieses ganze Flaggengewedel und man gratuliert sich gegenseitig zum in Norwegen leben? Seriously? Inzwischen hab ich mich dran gewöhnt. Ich wedle zwar noch nicht selber mit Flaggen, aber es stößt mich auch nicht mehr ab, wenn andere oder sogar meine eigenen Kinder das tun. Ist ok. Ich bretzel mich auch gerne ein bisschen auf, wenn es denn sein muss. Und der Festumzug ist immer ziemlich witzig. Also, so von außen betrachtet. Aber sehen Sie selbst, ich habe kompensatorisch getwittert, das musste sein, weil ich mit Pippi weiter hinten stand, während Herr Rabe, seine Eltern und Michel ganz nah am Geschehen standen. Ich hatte also keinen zum Lästern außer mein Handy. 

Noch kurz vorab: bei dem Umzug dürfen im Grunde alle mitmachen. Jeder Verein oder Gruppierung oder Berufsgruppen oder Einwanderergruppen, also alle. Dann trägt man ein Fähnchen vor der Gruppe her, manche machen Quatsch, viele nicht. 

Man muss dazu sagen, dass die Trønder berühmt sind für ihre Schnäuzer und hier jedes Jahr die Bartmeisterschaften ausgetragen werden. Da sind echt verrückte Konstruktionen dabei. 

Spielmannszug ist eine beliebte Sache in Norwegen. Ich muss leider immer an die (großartigen) Doktor Proktor Bücher denken, daran wie die Kinder zwei Wochen vorm 17. Mai anfangen zu üben um dann am 17. Mai selbst zwei Stunden im Regen das immer gleiche Repertoire aus drei Liedern zu spielen. Hihi. 

Curling ist ja eh auch so ne Sache für sich. Aber auch sehr beliebt in Norwegen. Da sind sie auch international gut drin. 

Natürlich meinte ich schlafendes. Aber trotzdem finde ich die Darbietung etwas gruselig. 

Rollskier sind auch wieder so was spezielles. Aber nun gut, die Langläufer müssen ja irgendwie auch im Sommer trainieren. 

Nämlich bunte mit pinken Puscheln an der Seite. 

Tatsächlich finde ich Kampfsport für Kinder ziemlich gut, weil es sehr viel Körpergefühl vermittelt. Aber er muss es ja auch mögen. Erstmal schauen, dass wir irgendwo mal ein Probetraining machen können, nach den Sommerferien. 

Das war die „Vereinigung Intervalltraining“. Eher nicht mein Verein. 

Irgendwo hier wachte Pippi auf und ich verpasste den Star Wars Fanclub. Schnüff. 

Überhaupt ist die Tracht hier ganz und gar nicht uncool. Jedes Dorf hat seine eigene Tracht und auch und gerade junge Mädchen tragen zu festlichen Anlässen gerne Tracht. Am 17. Mai sieht man immer sehr viele Trachten, auch viele verschiedene. Mir wurde erklärt, dass man eine richtig gute Tracht gerne vererbt bekommt, oft zur Konfirmation. Anziehen kann man die zu Volksfesten, Konfirmationen, Taufen, Hochzeiten, Omas 80stem und so weiter. Es gibt auch Männertrachten, die sieht man aber sehr viel seltener. Ich finde viele Trachten sehr hübsch, aber der Preis (1000 € mindestens nur für das „Kleid“, dazu kommt noch Hemd, Schuhe, Cape/Mantel und vor allem das „Silber“, also Geschmeide und Gürtel und Schnallen und Dingsis zum dranmachen) schreckt doch sehr ab. 

Junge Frau mit Dreadlocks und Tracht kauft Süßkram.


Trøndertracht in Rot und in Blau (ich finde die in grün am schönsten. Es gibt auch noch beige und orange.)

Die hatten so traditionelle hellblaue Kleider an mit weißer Schürze und weißem Häubchen. Sah sehr niedlich aus. Deshalb wahrscheinlich die ernsten Gesichter, als Kontrapunkt. 

Ja, ob das ernst gemeint oder Ironie war, weiß man natürlich nicht. Das war auf jeden Fall die Vereinigung der Medizinstudenten. 

Und mit pinken Badekappen und sonst nix an. Bei 8 Grad. 

JugenDkorps sollte das heißen. War nicht mehr ganz so jugendlich. 

Also, von 170.000 Trondheimern laufen ca. 70.000 in dem Zug mit. Und 200.000 gucken zu. Oder so. 

P.S. Und dann war ich noch ganz kurz im Labor und die Zellen sind nicht hoch genug gewachsen und das ist ziemlich doof. 

Tag 278 – Durchwachsen

Heute wieder kein Oberthema. 

Ich war arbeiten. Das bringt Arbeit mit Zellkulturen so mit sich, die kann man meist nicht vier Tage alleine lassen. Ist trotzdem kacke, vor allem wenn man dann gestressten Mann mit aufgekratzten Kindern zu Hause lassen muss. 

Besser wirds auch nicht, wenn dann die Zellen immernoch genauso kümmerlich aussehen wie am Donnerstag. Gnaaahhhh, die müssen bis Dienstag aber sehr viel mehr werden, sonst wird das nix mit dem Experiment nächste Woche. 

Dafür sind zwei von meinen inzwischen 12 Flaschen nach zwei Wochen in Kultur ziemlich krass dabei. Nach zwei Tagen komplett die Flasche vollgewuchert. Schön. Leider die falsche Kultur. Unschön. 

Die Babyfüße gehen auch ab. Ich hab gefühlt ein halbes Kilo Haut verloren bisher und es geht immer weiter. Befriedigung durch Fußhautpulen. 

Brötchen und Brot gebacken. Fände schön, auch mal etwas Dankbarkeit zu bekommen. Statt dessen: „Mamaaaa, wieso keine Brötchen gibt heute, ich will nur Brötchen!“ – „Ja mein Kind, die haben wir gestern aufgegessen. In zweieinhalb Stunden gibt’s neue. Solange haben wir Brot, oder Joghurt, oder Apfel…“ – „WÄÄÄÄHÄÄÄÄÄHÄÄÄÄÄÄ ICH WILL JETZT BRÖÖÖÖÖÖTCHEN!“. 

Da hat man schon vor dem Frühstück den Kaffee auf. 

Pippi hat Verstopfung. Heute ne halbe Stunde Gezeter (beim Frühstück, die Laune heute früh war bei allen trotz lange schlafen und so irgendwie mies) für ein ungelogen erbsengroßes Häuflein. Ich würd ihr so gern helfen, aber außer viel Stillen und ihr das Bäuchlein massieren kann ich auch nicht viel machen. Heute gabs erstmal Bohnen mit ordentlich Öl und Käse zum Abendbrot, vielleicht hilft das was. Hoffen wirs. 

Herr Rabe hat Michel ein gebrauchtes Fahrrad gekauft. Mit Pedalen. Ohne Stützräder. Michel weiß noch nichts davon, wir werden morgen mal sehen, ob wir ihm das geben oder lieber was anderes machen. Ich würds ja echt gerne ausprobieren.

Morgen gehen wir außerdem mit allemann Essen. Ich bin (an-)gespannt. 

Telefonat mit meiner Mutter. Paket ist noch nicht losgeschickt. Ich. Raste. Aus. 

Was gut war: kuschelige Kinder. Zwei Stück. Hachz. 

Tag 277 – Gemisches

Voll viel Geschwisterplüsch heute. Echt soooo niedlich.

Michel: *schmeißt sich auf Pippi* 

Ich: „Ähhh, was machst du denn da?“

Michel: „Will mit Pippi kuscheln!“

Pippi: „Gähähähä! Gnihihihihi! Hähä! Hähä!“

So ging das den ganzen Tag. Es ist mir schon fast unheimlich. 

Pippi war wieder von halb fünf bis halb sechs wach. Wenigstens spielte sie im Bett und schlief danach wieder ein. Trotzdem doof. 

Essig ins Gesicht ist wirklich komplett kacke. Hab von einmaliger Anwendung eine große trockene Stelle bekommen, am Hals. Suuuuuper. 

Meine Schwiegereltern sind anstrengend. Wegen so vielem. „Ist heute keine Schule?“, „Nich so nah ans Fenster, nachher fällst du da raus!“, „Sie ist müde ne? KUCKUCK! KUCKUCK!“, „Wenn du das machst, komme ich nie wieder!“ aber dann ne halbe Stunde später, nachdem Herr Rabe gesagt hatte „Wenn das so Theater gibt wegen Ausmachen, kannst du wohl erstmal nicht mehr Elefant gucken.“ – „Oh, das ist schwer durchzuhalten.“ .

Plus Langsamkeit, plus dauerndes Geschenke machen, plus ständiges Alles-machen-wollen-aber-nix-gebacken-kriegen (heute im Fernsehturm wollten sie unbedingt den leere Kinderwagen aus dem Fahrstuhl schieben. Ich stieg aus, sie rödelten, Zack, ging die Fahrstuhltür zu und der Fahrstuhl fuhr mit ihnen wieder ganz nach unten). 

Es ist halt anstrengend. Aber die Kinder lieben sie. 

Ich mag ja den Eurovision Song Contest. 

Kirchen mag ich nicht so. Der Dom ist von innen sogar recht hübsch. Aber die Orgel ist extrem laut und Orgelmusik find ich auch eh nicht soooo und überhaupt finde ich es blöd, für eine Kirche außerhalb von so Quatsch wie Orgelandachten saftigen Eintritt bezahlen zu sollen. 

Die Babyfüße fetzen. Es ist sehr befriedigend auf eine sehr freakige Art. Aber ich schlafe weiterhin mit Socken. 

Nach reiflicher Überlegung werde ich wohl diese super teuren* Hautpflegeprodukte von Paula’s Choice kaufen. Erstmal ein chemisches Peeling und eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor. Jetzt überlege ich noch ob ich wohl eher das Zeug gegen handfeste Akne oder eher das gegen unreine Haut und aber auch Falten (jaja, über 30 sollte man sich da mal Gedanken machen! Nein, eigentlich habe ich hauptsächlich Angst, dass das Anti-Akne Zeug meine Haut allzu sehr austrocknen könnte…) brauche. Moan. Das könnte sich noch etwas hinziehen. 

Bisher hat glaube ich am besten geholfen, dass ich mir nicht mehr im Gesicht rumfummle. Das ist aber dafür eine ungeheure Willensanstrengung. Außerdem habe ich meinen *hust* Teddybär *hüstel* mit Hygienespüler gewaschen und er hat ein Loch am Hals und ich bin eigentlich sehr traurig, aber eigentlich geht es auch noch, jedenfalls ist er jetzt sauber. 
* ich weiß, dass die noch nicht so richtig super teuer sind. Aber billig ist definitiv auch anders. 

Tag 276 – Die Sache mit dem Arbeiten

Ich arbeite ja jetzt seit zwei Wochen wieder. Letzte Woche wurde ich deshalb in einem Kommentar gefragt, wie das denn so für mich wäre. Naja, also Hier kann man nachlesen, wie es mir unmittelbar davor ging. Kacke, nämlich. Inzwischen ist es etwas anders. 

Die Rahmenbedingungen sehen so aus: Pippi ist jetzt fast zehn Monate alt. Ich stehe gegen halb sieben auf, je nach Müdigkeitsstatus klappt das mehr oder weniger gut. Dann mache ich mich fertig und mir einen Kaffee. Den nehme ich in meiner heiß geliebten Thermotasse mit und verlasse gegen halb acht (seien wir ehrlich: viertel vor) das Haus. Meist schlafen da noch alle. Dann bin ich gegen acht bei der Arbeit, frühstücke da, arbeite eben so vor mich hin, führe Erwachsenengespräche auf Englisch und Norwegisch und Deutsch wild durcheinander, werde gefragt, was der Nachwuchs so treibt, zücke mein Telefon, zeige Fotos herum, gebe Anekdoten zum Besten und Zack ist es halb drei und schon wieder Zeit nach Hause zu fahren. Ich habe nämlich den unheimlichen Luxus der Stillpausen von eigentlich 2 (!!!) Stunden am Tag, außerdem ist „Sommer“ und der Arbeitstag geht regulär eh nur bis um drei… Aber irgendwas will man ja trotzdem wegschaffen. Das ist meine deutsche Mentalität, die da durchschlägt. Ich bin also gegen drei wieder zu Hause. Das deckt sich auch gut mit meiner Milchproduktion und dem Bedürfnis zu Stillen. Siebeneinhalb Stunden bin ich insgesamt weg, ca. acht bis neun Stunden sind es für Pippi ohne Stillen. 

Das klingt jetzt viel härter als es für uns alle ist. Klar, die ersten Tage habe ich mich bei der Arbeit komplett fehl am Platze gefühlt. Das geht wohl jeder Person so, die mal so eine lange Zeit (es waren jetzt ja 10 Monate insgesamt) nicht der gewohnten Erwerbstätigkeit nachgegangen ist, dann aber zurück kommt. Man selbst ist halb anders, halb gleich geblieben, das gleiche gilt für die Arbeitsumgebung. Kurz: es ist weird. Aber ich habe mich schnell wieder daran gewöhnt. Jetzt sind eben wieder Meetings normal und geregelte Pausenzeiten und damit verbundenes Essen und Laborgedöns und Geräte reservieren und so weiter und so fort. 

Ja, aber wie geht es mir jetzt damit? Gut. Doch. Gut. Das hat sicher mehrere Gründe. Zum einen geht es Pippi bei Papa total prima und die beiden können jetzt noch mal eine engere Bindung aufbauen, das finde ich für uns alle vier gut. Sicher ist es für mich auch beruhigend zu sehen (Gluckenalarm!!!), dass ich trotzdem noch Pippis Nummer eins bin, das will ich gar nicht verschweigen. Auch das mit dem Essen klappt gut, sie ist jedenfalls noch an keinem Tag komplett ausgehungert gewesen als ich zurückkam. Zum Anderen mag ich meine Arbeit im Grunde ja doch, und dass mich mein Chef mit Arbeit zuschüttet ist auch recht willkommen. So habe ich nämlich keine Zeit, darüber nachzudenken, ob und wie doll ich mein Baby vermisse. (Klar vermisse ich sie.) Es ist auch gut, dass hier in Norwegen fast alle Mütter nach ca. 7 bis 10 Monaten wieder arbeiten gehen. Denn man stößt auf viel Verständnis, alle haben das durch, viele Stillen weiterhin, alle vermissen ihre Babies oder größeren Kinder. Aber dieses Rabenmutter-Ding fällt weg. Arbeiten ist normal, mehrjährige Elternzeit die absolute Ausname. Ich bin also auch kein Exot.

Und der schönste Moment des Tages ist es, nach Hause zu kommen und das riesig breite Grinsen meines Babys zu sehen, wenn sie mich sieht. Dann guckt sie zu Papa, sagt „Da! [Ist die Mama wieder, guck mal Papa!“ und krabbelt auf mich zu. Da geht mir das Herz auf, wir kuscheln und Stillen und dann hole ich Michel aus dem Kindergarten ab, bevorzugt ohne Pippi, damit er wenigstens 20 Minuten Exklusivzeit mit mir hat. Und auch die sind meistens richtig schön. 

Also insgesamt war es doch die richtige Entscheidung. Aber am Tag davor geht einem ja gerne mal die Düse… 

Papajournal – 12von12

Oh mein Gott, Instagram hat ein neues Logo!!1elf

Nun zu den wichtigen Dingen, mein Tag.

Der Tag begann etwas früher als geplant, Pippi war wach und ich wurde gebeten mit ihr aufzustehen. Naja draußen war auch schon hell.

13129267_508150139370670_43524098_n

Bin mit dem Baby um 5:15 aufgestanden, weil sie schon wach war. Und draußen ist es auch schon lange hell.

Zum Glück schlief sie wieder ein und wir konnten nochmal ins Bett.

13151267_296298940702222_585740481_n

Das Baby ist wieder eingeschlafen, ab zurück ins Bett. Hier die untere Ecke des Rollos im Schlafzimmer.

Später dann Michel in den Kindergarten bringen.

13099092_1771088619790171_778564939_n

Auf dem Weg zum Kindergarten

Im Bus, heute mal mit der Trage raus in die Natur. Die neue Regenpelle testen.

13098957_465182537008793_691575453_n

Im Bus. Mein Rucksack schläft schon.

Meine Eltern sind zu Besuch, die habe ich kurzerhand mitgeschlürt.

13181255_244103772614615_1624101234_n

Opas Finger wollen auch probiert sein. ☺️

Regenpelle erwies sich als dicht und gut.

13183442_790134931122144_1623714208_n

Die Regenpelle ist dicht. ☔️🙂

13099011_1709263385965077_886532935_n

Was mag die Statue wohl denken. 💩😆

Meine Eltern machen jetzt halt auch so Oma/Opa Dinge. Zum Beispiel nach dem Spaziergang erstmal nen Stück Torte. Da sag ich dann aber auch nicht nein. :)

13102336_591583557684476_837565589_n

Das Schöne an Ausflügen mit den Großeltern ist ja, dass es nachher erstmal nen Stückchen Torte gibt 😊

Wieder zu Hause hat Pippi ausgiebig die Waschmaschine untersucht. Immer wieder den Kopf reingesteckt und Laute gemacht.

13117962_701878569950653_928575305_n

So eine Waschmaschine muss gründlich untersucht werden.

Das Abendessen war gleichzeitig Gesichtsmaske.

13113840_1141492789204720_1365768167_n

Das ist kein Ausschlag, das ist Rote-Beete-Kartoffelauflauf! 😂

Michel wollte auch fotografiert werden.

13113974_1746583385623349_1921416197_n

Das Eis vom Sohn muss auch fotografiert werden.

Noch ein Bild machen und dann schnell bloggen.

13102555_1032419323516671_782752670_n

Frau Rabe ist natürlich schon fertig und liegt neben mir im Bett und guckt Fotos von anderen.

Mehr 12 von 12 gibt es beim Kännchen.