Tag 287 – Ach…

… Ich habe aus Gründen heute keinen Text für Sie. Aber Sie würden mir eine große Freude machen, wenn Sie stattdessen heute mal bei limit of control lesen würden, denn die kleine Spartacus ist jetzt auch 10 Monate alt geworden und überhaupt schreibt die Autorin so schön. Und das sage ich nicht nur, weil wir uns (aus einem früheren Leben) kennen! (Übrigens, als Michel noch nicht mal in Planung war, und Dr. Schmotzen ziemlich klein, da waren wir mal alle bei N. und J. und Dr. Schmotzen war so niedlich und fzerozero so schön und diese ganze Familie so toll, da wollte ich auch mal so werden wie die. Ja.)

Tag 286 – Grundlos gute Laune

Heute ist eigentlich voll der Kacktag. Echt. Wollen Sie mal hören?

– Zur Blutprobe beim Arzt gewesen. Warum schon wieder? Ich scheine in eine Unterfunktion zu rutschen. Außerdem ist der eine Antikörper (a-TPO) stark und der andere (TRAK) weiterhin leicht erhöht. Das wiederum würde eigentlich auf eine Überfunktion, wie ich sie ja auch hatte, hindeuten. Das verstehe nun wer will, ich jedenfalls nicht. Deshalb habe ich nächste Woche einen Termin, bei dem mir der Arzt das hoffentlich alles erklären wird. Gut im Sinne von Schilddrüsenscheiß abhaken ist es jedenfalls nicht. 

– Meine Zellkulturen, die ich jetzt geschlagene drei Wochen aufzupäppeln versucht habe, sind heute in den Müll gewandert, irgendwas stimmte damit ja offensichtlich nicht und die wissenschaftliche Aussagekraft von einem Experiment mit solchen Krepelzellen wäre gleich null. Tjanun. 

– Dann hundert Jahre gebraucht, um Puffer anzusetzen. Zu lange, um heute noch mit irgendwas anderem anzufangen. Wenigstens war ich ein Schlaupenis und habe mir Stocklösungen gemacht, das heißt, beim nächsten Mal geht’s schneller. 

– Herr Rabe hat Michels Mickey Mouse im Kindergarten vergessen und mein super empathisches Kind hat sich eine halbe Stunde lang in den Schlaf geweint. Nicht, weil es die Mickey Mouse so doll vermisst hätte, nein, weil die „Mickey Mouse alleine ist und traurig ist“. Dann sollte ich Geschichten erzählen, was die Maus jetzt macht (Party feiern mit dem Kindergartenspielzeug natürlich), da weinte er aber noch mehr. Trotzdem sollte ich noch mehr Geschichten erzählen. Das Weinen aushalten gehört wohl auch zum Elternsein dazu. 

– Danach eineinhalb Stunden gebraucht, um Pippi zum Schlafen zu kriegen. Die kleine Rübennase hat glaube ich wirklich nen Schub oder so, aber einen lustigen, der sie sehr wach, kommunikativ und aufgedreht macht. Jedenfalls laberte sie erst herum, dann hampelte sie (mit schon zufallenden Augen) im Bett, dann fing sie aus heiterem Himmel an zu Klatschen (zum ersten Mal), eventuell machte sie der Blitz dann auch wieder etwas wacher, sie hampelte weiter und laberte und klatschte und zappelte herum. 


– 10 Grad und Nieselregen. 

Trotzdem habe ich gute Laune heute, vielleicht, weil ich heute im Wartezimmer erst Diesen wunderbar ehrlichen (wir haben auch Handabdrücke am Auto, die nicht mehr abgehen) und dann den informativen UND lustigen Artikel über Sonnencreme von Frau Brüllen (kriegt auch einfach keine andere so hin. Isso.) gelesen habe, dann in der Mittagspause die Kommentare zum zweiten (rechtsdrehender Elbensaft!) und am Ende im Bus die facebookkommentare zum ersten Artikel, wo dann wieder so Sachen kommen wie „Ich mach Sonnencreme jetzt selbst.“ und „Dreck schützt ja auch.“ und da wars dann irgendwie vorbei mit mir, seitdem muss ich die ganze Zeit lachen über Himbeersamenöl. 

Vielleicht ist es der Wahnsinn, der mich doch noch holen kommt. 

(Übrigens haben wir zufällig grade eine neue Sonnencreme für Michel gekauft. Eine mit „bösen“ chemischen Filtern. Mein Auswahlkriterium war diesmal ein anderes als sonst, nämlich: muss super fix gehen. Sonst hat ja doch keiner Bock dazu, weder wir morgens, noch die Betreuer*Innen im Kindergarten und am wenigsten das Kind. Und eine Sonnencreme, die wegen Alpinaweißartiger Konsistenz nie benutzt oder wenn dann nur sehr grob aufgetragen wird, ist im Zweifel sehr viel schlechter in der Sonnenschutzwirkung (Norwegen. Dünne Ozonschicht. Viele Hautkrebstote. Sehr helle Haut.), als eine mit eventuell hormonähnlich wirksamen Bestandteilen, die dafür mehrmals täglich und somit gemäß der Empfehlungen verwendet wird. Also habe ich zum Probieren meine Handrücken damit eingeschmiert, die Alpinaweißige abgelehnt, ebenso eine, die einen glitschigen Ölfilm hinterließ, meine Hände zweimal mit sehr viel Seife gewaschen, und dann fiel die Wahl auf eine sand- und wasserfeste, die schnell einzieht und gut riecht. Zack, feddich. Ökotest: ausreichend. Tjanun. Das versaut mir meine Laune jetzt auch nicht mehr.)

Tag 285 – Grinsebacke

Pippi ist heute genau 10 Monate alt. Hachja, Kinder, wie die Zeit vergeht. Wir waren auf einem Kindergeburtstag und sie war so unfassbar niedlich, dass glaub ich die Hälfte der anwesenden Damen Milcheinschuss bekam. So ein fröhliches, freundliches Baby, nein wie süß, und spielt so schön! Ja, ich weiß. Ich bin auch unheimlich froh, dass die Fremdelphase von vor ein paar Wochen vorbei ist. Überhaupt ist Pippi tatsächlich im Moment ein Sonnenschein sondergleichen*. Und das trotz zweitem Zahn, der (total untypisch) oben durchbricht, gegenüber dem ersten Zahn. Leider ist sie auch um sieben Uhr morgens ein Sonnenschein. Naja.


Ich wollte eigentlich einen ausführlicheren Eintrag über mein Superduperbaby schreiben, aber mir fällt nichts ein, ich komme auch nicht ins Gefühl rein, ich bin einfach zu kaputt.

Sorry, Pippi. Morgen vielleicht.

*morgen dann nicht mehr, Murphy war da bisher immer zuverlässig. Aber egal, ich lass das jetzt so.

Tag 284 – Blogdingsi

Das Wort hab ich Herrn Paul geklaut. 

Unspektakulären Tag. Putzen, Aufräumen, Backen, Einkaufen, Duplo bauen, Wäsche waschen, Kochen, Essen, Füße fitzeln (hört das auch irgendwann wieder auf?), Skypen mit meiner Mutter (hier kleines orrrrr denken), Kurzurlaubsplanung. 

Kurzurlaubsplanung. Ich werde in Flugzeuge steigen müssen, möglicherweise sollte ich mal meinem Arzt was vorheulen, dass die Flugangst immer schlimmer wird, vielleicht hat der besseres Zeug als ich in der Apotheke einfach so kaufen kann. Vermutlich lacht er mich aber nur aus und erzählt mir all die vielen Dinge, die ich eh weiß (jaja, Busfahren ist tausendmal gefährlicher, die Chance im Lotto zu gewinnen größer, Blabla). Aber mit jedem Flugzeugunglück wird es schlimmer. Und mit jedem Kind auch. 

Und jetzt muss ich an was Schönes denken und aufhören mir die letzten Sekunden im Leben von Leuten, die mit einem Flugzeug abstürzen, auszumalen. Die mit ihren Kindern… Nein Stop. 

Zur Ablenkung lese ich jetzt „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf. Die Handlung ist wirklich äußerst heiter. Ähem. 

Tag 283 – Käsetag. 

Heute gab es Frühstück. Mehr positives lässt sich über meinen Arbeitstag kaum sagen. Erst ne halbe Stunde Rumgerenne und tausend Meinungen einholen um dann doch zu beschließen, dass wirs genau so machen wie immer (nicht ich, ich bin 1. experimentierfreudig und 2. hab ich das noch nie gemacht, es gibt also bei mir noch kein „wie immer“). Aber egal, immerhin gab es am Ende einen Beschluss. Leider ging es danach noch weiter: Ich habe ein neues Kit und die Anleitung liest sich so „add dies und das, spin for 15 seconds, fertig“. Also, zumindest so ähnlich. Am Ende war es eine elendige Friemelei mit kleinen Säulchen, die in kleinen Röhrchen stecken und die man da dauernd rein- und rausbasteln muss, drölfzig Waschschritte, alles peinlich sauber natürlich, manche Schritte muss man zweimal machen, in die Zentrifuge passen für manche Schritte wegen der doofen Deckel nur 18 Proben, ich hab aber 21, und so weiter und so fort. Und schwuppdiwupp waren 4 Stunden vergangen, mein Magen schrie mich an, den Herrn Rabe musste ich anrufen, dass ich es nicht schaffe, Michel aus dem Kindergarten abzuholen und um meine Zellen musste ich mich ja auch noch kümmern. Das sind so Arbeitstage, die braucht kein Mensch. 

Danach so kaputt, dass ich eigentlich ins Bett hätte gehen wollen, aber da sind ja auch noch die Kinder, der Haushalt, das Abendessen. Wenigstens ein bisschen mit den Kindern getobt und gekuschelt hab ich. Und Duplohäuser mit runden Fenstern (naja, kreuzförmigen, weil aus Duplo irgendwas Rundes machen?Hmmnee.) habe ich gebaut. Und mit Pippi geduscht. Die hatte sich nämlich freudestrahlend bis zum Haaransatz und ins Ohr rein mit Tomatensuppe slash Soße eingeschmiert. 

Also: Alles Käse, außer der Kinder. Die sind höchstens kleine Babybels. 

Jetzt Bett. 

Tag 282 – Ooooch, ich schaff das schon. 

„Nei da, det klarer jeg!“

Das sagte ich heute ca. drölfzig Mal zu Mister I trust you. Der weiß ja einschüchternd viel und hat wahnsinnige Labskills, ok, der macht das auch schon seit, ich weiß nicht, 20 Jahren vielleicht, und ich erst seit (mal überlegen…) oha 7 sind es doch auch schon. Egal, zurück zum Thema, jedenfalls will ich vor so einem nicht dastehen wie der letzte Idiot. Ich bin auch kein Idiot, ganz sicher nicht, aber der macht mich total nervös, wenn der mir beim Arbeiten zuguckt und da das heute auch irgendwie alles nicht so wirklich Routine für mich war, stand ich ziemlich unter Strom. Nun gut. Ich habe glaube ich nichts wirklich verkackt, alles läuft, nach Angstschweiß riechende Pullis kann man waschen, Frühstück braucht ja auch kein Mensch und die aus schierem Hunger eilig in die Mikrowelle geschmissene Pizza zum Mittag (Rest von gestern) schmeckte auch als zusammengebackener Batzen aus Teig, Belag und Käse recht gut. 

2. mal Feierabend um 22:30. Wenigstens ist es noch hell.


Probennahme nach zwölf Stunden überlasse ich trotzdem beim nächsten Mal ihm. Sein Sohn hatte Fußballspiel heute und ich schaffe das ja auch alleine (hier wieder Angstschweißgeruch vorstellen). Und so mega toll ist das ja nun auch nicht, nach dem Kinder ins Bett bringen nochmal loszudüsen.  


Bildunterschrift will nicht. Dann halt so: Probennahme nach 0, 1, 4 und 12 Stunden erledigt (mit Handling-Verschiebung), 24 fehlt noch. Ich bin sehr froh, dass wir den Chef vom 15-Stunden-Zeitpunkt abbringen konnten. 

(Hoffentlich lohnt sich der Quatsch wenigstens.)

Tag 281 – Stößchen!

Lustig: nach einem Glas Sekt bin ich enthemmt genug, die Geschichte meiner Schwiegermutter über das tote Kleinkind des Zahnarztes einfach mit den Worten „Ja, die Geschichte kenne ich und ich will sie nicht nochmal hören!“ abzuwürgen. 

Nicht so lustig: nach einem Glas Sekt ist meine Schwiegermutter so durcheinander, dass sie Herrn Rabe für ihren Bruder hält und mich nach meinem Opa fragt, aber ihren Mann meint. 

Das ist alles ziemlich besorgniserregend. Wie man damit umgehen soll weiß man ja auch nicht. Und schon mal gar nicht, wenn man sich doch auch noch dauernd über die typischen Aufreger aufregt. Also irgendwie ist es alles traurig, und sauer sein gestattet man sich auch irgendwie nicht. An den Stellen, wo man eben doch sauer wird (Kind am Arm packen, Kind Blödsinn einreden von wegen alles ist gefährlich, Kind gegenüber leere und unsinnige Drohungen aussprechen…) fühlt man sich hinterher schlecht, sie weiß es ja nicht besser oder es ist Teil der Krankheit (die Sache mit den Gefahren scheint so ein typisches Demenz-Ding zu sein). Schwierig. 

(Kann ich bitte einen Orden haben? Ich hab gar nicht laut herausgebrüllt „DER ZAHNARZTTERMIN IST AM FREITAG UM ACHT HERRGOTT NOCHMAL!!1Elf!“. Sie ahnen nicht, wie schwierig das war.)