Tag 336 – Das Terrarium. 

Heute sind die Schnecken umgezogen. Dass es überhaupt dazu kam ist für mich noch überraschend, doch fangen wir doch einfach chronologisch an. 

20.06. ca 20:45 Uhr: Ich bestelle ein Terrarium. Bei einem Anbieter, der die scheinbar selbst baut und ab 800 NOK Bestellwert kostenfrei (innerhalb Norwegens) versendet. Kurz vorher hatte ich mich nämlich sehr über einen Anbieter geärgert, bei dem die Terrarien an sich super günstig waren, bei dem sich aber nach einem ewig langen Anmeldungsprozedere herausstellte, dass er für den Versand 1500 NOK berechnete. 130 €. Ähh, nee. Jedenfalls erhalte ich auch gleich eine Bestellbestätigung und der Betrag wird auf meiner Kreditkarte reserviert (aber noch nicht abgebucht).

22.06. ich bestelle die Schnecken und hake bei dem Terrarienladen nach, weil ich nichts weiter gehört habe. 

22.06. spät abends: „Das Terrarium wird am 23.06. versendet.“

23.06. Der Betrag wird von meiner Kreditkarte abgebucht.

24.06. Ich besorge mit den Kindern ein Behelfsterrarium und alles was dazu gehört. 

28.06. Die Schnecken werden endlich losgeschickt. 

29.06. Die Schnecken sind da. Das Terrarium nicht. 

04.07. sehr früh morgens: Ich hake noch mal bei dem Terrarienladen nach. Immerhin ist inzwischen Geld geflossen. Mein Ton in der E-Mail wird langsam etwas weniger freundlich (Ich glaube aber nicht, dass Norweger das raushören, zumal im geschriebenen Wort).

04.07. später: „Die Bestellung wurde am 23.06. versandt. Ich melde mich heute Vormittag, wenn ich im Laden bin, nochmal.“

04.07. kurz vor Mitternacht: „Aus irgend einem Grund stand das Paket noch unbearbeitet bei der Post. Wir haben es jetzt auf die Reise geschickt.“ Immerhin kriege ich jetzt auch ne Sendungsverfolgungsnummer. Von der Geschichte glaube ich kein Wort, aber Schwann drüber. 

05.07. Das Paket soll laut Sendungsverfolgung heute noch ankommen. 

05.07. 15:45 Uhr: Das Paket ist immer noch in Stokke (südlich von Oslo). 

05.07. 18:32 Uhr: SMS von der Post „Das Paket wird verspätet geliefert, voraussichtlich am 06.07.

06.07. 06:03 Uhr: Das Paket ist im Trondheimer Verteilzentrum. 

06.07. Ich warte auf die Lieferbestätigung der Post, die per SMS kommen sollte. Das Paket wird nur bis zur nächsten Shop-im-Shop Post gebracht, da muss man es dann abholen. Das ist aber keine 300 m von uns entfernt, also wirklich kein Problem. 

07.07. Ich bringe ein anderes Paket zu einer anderen Post und frage mal dezent nach, wie es sein kann, dass ein Paket mehr als einen ganzen Tag durch Trondheim braucht. Trondheim ist ja bekanntlich nicht so wirklich groß. Ich bekomme den Rat, bei der Hotline anzurufen (schönen Dank für Nichts!).

07.07. 17:45 Uhr: Ich rufe bei der Hotline an und gebe die ca. 30-Stellige Sendungsnummer durch. Die Hotlinetante ruft im Laden an (um die Ecke, ne?) und bestätigt mir dann: das Paket ist da, man hatte vergessen, es zu scannen. 

07.07. 17:47 Uhr: Ich bekomme die Abholbestätigung per SMS. Herr Rabe und Michel gehen los, das Paket holen. Währenddessen bekomme ich drei (!) Anfragen „Wie beurteilen Sie das letzte Gespräch mit unserem Kundenservice?“, per Mail, per SMS und nochmal per SMS. Moaaaan!

07.07. spät: wir packen das Monstrum aus. Es ist in 10 cm dicke Styroporplatten verpackt. Michel haut mit seinem Hammer auf den Platten herum und verteilt Styroporkügelchen und -Fitzelchen in der ganzen Wohnung. Pippi isst ein paar davon. Ich trage sie weg und mache sie bettfertig, Herr Rabe packt weiter aus. Ich höre ihn fluchen und dann den Staubsauger holen. Das Terrarium an sich ist wie erwartet, allerdings ist die eine Tür kaputt. Und hat überall rumgesplittert. Wunderbar. 

08.07. früh: ich schreibe eine Mail mit dem Sachverhalt an den Terrarienladen. 

08.07. erstaunlich schnell: „Wie ist denn das Maß, dann schicke ich Ihnen eine neue Tür.“ Ich messe und schicke die Daten. 

08.07. abends: „Die Tür ist jetzt versandt.“ mit Nummer und allem. 

09.07. – 11.07. Die Tür ist unterwegs. 

09.07. Herr Rabe bringt den Styropormüll weg. 

11.07. diesmal kriege ich direkt eine SMS und ziehe mit Michel los, die Tür abholen. Und Eier kaufen. Dämliche Kombi: auf dem Heimweg balanciere ich die Eier auf dem wieder riesigen Styroporungetüm (mehr Müll! Yeah!). Es ist ein Spaß. Zu Hause packen wir aus und die Tür hat einen kleinen Kratzer und ein Minifitzel ist abgebrochen. Ist mir inzwischen egal, solange sie geht und das tut sie. Hurra. 

12.07. Ich versuche ein Regal aufzutreiben. Ärgere mich zwischendurch tierisch über die mangelnden Umgangsformen der Norweger. Finde aber am Ende doch eines. 

13.07. 16:45 ich mache mich mit Pippi auf, das Regal abholen. Die Tante wohnt mitten im Wald und es ist alles etwas gruselig. Zu viele skandinavische Krimis habe ich gelesen. Ich verfahre mich auch ein bisschen und lande beim Nachbarn, der mir ohne Schneidezähne, dafür aber drei mal erklärt, wie ich zu Nummer 160b komme. 

Trondheim. Fährste ne halbe Stunde aus dem Zentrum raus, biste im Nichts.


Das Regal passt um zwei cm nicht in den Kofferraum. Bzw. die Klappe geht nicht zu. Wir, also ich und die Verkäuferin (die mich nicht mit der Stichsäge, die zuerst noch auf dem Regal lag, zersägen wollte, puh!) versuchen alles, aber es geht einfach nicht. Zum Kofferraum zubinden habe ich auch nichts. Am Ende fahre ich mit locker aufgelegtem Kofferraumdeckel los. Ich fahre extra vorsichtig und passe auf die Buckel auf und fahre solange es geht nicht auf der Stadtautobahn, weil mir das nicht ganz geheuer erscheint. Irgendwann komme ich trotzdem zu Hause an. 

Und jetzt? Michel und ich haben eingerichtet und dekoriert („Den Stock auch noch, Mama! Und den! Und da auch so zum drauf klettern!“) und dann hieß es: Umzug!

In diesem Bild sind vier Schnecken versteckt. Findest du sie?

Papa-Schnecke hat beim Umsetzen das Auberginenstück einfach festgehalten. Na gut, dann darf sies behalten.


Ich hab dann das zweite Stück Sepiaschale auch noch reingelegt, nicht, dass den Schnecken das zu weit ist den ganzen Weg durch das Terrarium! (Ach, ich freu mich drauf, dass die größer werden!)

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