Tag 377 – Witzig ist hier nicht. 

Ich wollte eigentlich einen möglicherweise amüsanten Eintrag über Verkehrsteilnehmer schreiben, aber dann lag ich wieder zwei Stunden im Beistellbett und da verflog wirklich jeder Humor. Und das auch noch nachdem ich mein Abendessen ultraschnell runterwürgte, weil die müde Maus schon heulend an meinem Bein hing. 

Ehrlich, das macht mich fertig. Jeden Abend das gleiche Gehampel, nach dem Stillen denke ich, sie schläft, aber sobald ich versuche, meine Brust aus ihrem Mund zu ziehen, nuckelt sie weiter. Wenn ich sie trotzdem abdocke, weil ich es einfach nicht ertrage, dieses Gezuppel und Genuckel und VERDAMMT NOCH MAL, ES IST MEIN KÖRPER! dann schreit sie. Wenn sie dann irgendwann doch mal eingeschlafen ist, hab ich vielleicht genug Zeit um mich zu waschen und Zähne zu putzen, bevor sie wieder wach wird und das Spiel von vorne anfängt. 

Jeden Abend verbringe ich so. Michel mal ins Bett bringen „dürfen“ ist was Besonderes. Wäsche aufhängen abends eh. Wenn ich dann noch ganz genau weiß, dass das Abendbrot inklusive Käse und so weiter noch auf dem Tisch steht, oder dass ich noch die Brote für morgen machen muss, oder dass ich noch meinen Kram fürs Yoga morgen früh packen muss, oder einen Gstbeitrag schreiben… Dann eskaliert hier alles. Dann heulen hinterher sämtliche Damen des Haushalts, Herr Rabe muss kommen und das brüllende Kind nehmen, egal obs dann noch mehr brüllt. Weil ich sonst wirklich ausraste. Und irgendwie geschiehts ihm ja recht, das Abendbrot hätte er ja in den letzten zwei Stunden mal wegräumen können, oder die Brotdosen packen, oder vielleicht mal reagieren bevor hier die Hütte brennt. Aber letztlich will ich eigentlich nur, dass sie schläft, damit wir danach mal Zeit für uns haben. Das bleibt nämlich komplett auf der Strecke bei dem ganzen Terror. Mal wieder nen Tatort sehen, oder ne Serie (NICHT Family Guy, diese Stimmen ey, ich kriegs am Kopf!), zusammen, ach das wär was. 

12 Gedanken zu “Tag 377 – Witzig ist hier nicht. 

  1. Kerstin schreibt:

    Das tut mir so leid. Meine Pippi ist mittlerweile 10 Jahre alt und aaarrrrggghhh ich mag nicht mehr daran denken wie das in den ersten 14 Monaten war. Das war manchmal einfach nur sch..Nur derKindsvater konnte mich davon abhalten ihr das Kissen auf das Gesicht zu drücken. OK , das ist jetzt übertrieben, aber die Verzweiflung war groß. Und heute? Heute ist sie fast nur noch anbetungswürdig und will ALLEINE schlafen. Ausgerechnet jetzt im USA Urlaub wo doch alles so teuer ist. Die Können einem aber auch nichts recht
    machen 😜. Genieß es , so hart es klingt, es geht vorbei.
    P. S. Nur PAPA kann es ihr abgewöhnen. Und das ist fast noch schlimmer 😂😢

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  2. Heike schreibt:

    Ich fühle mit! !!….und hab es nur 9 Monate ausgehalten.
    Aber das Leben mit dem 1. Kind geht weiter, der Haushalt wartet sehr geduldig und der Partner vielleicht auch. Ich hab meiner Tochter mit 9 Monaten den Schnuller angewöhnt, ihr konsequent die Brust verweigert und sie in ihr Bett gelegt, welches bei uns im Schlafzimmer steht. 3 harte Abende und Nächte…..und die Brust war wieder meine ! Toi toi toi!

    PS : ganz ohne den Papa gelöst, der wollte einen guten Zeitpunkt abwarten. …ich wollte sofort. Also Augen zu und durch

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    • Das eigene (Bestell-)Bett hat sie ja schon lange. Bisher schlief sie nur selten drin, aber seit ein paar Wochen schläft sie da zumindest ein und dann auch erst mal ein paar Stunden. das ist schon in Ordnung. Herr Rabe meint, ich solle abstillen und ich glaube, ich sollte auf ihn hören. So geht es ja nicht weiter. Er hat sich schon angeboten, auf der Beistellbettseite zu schlafen, ich denke, das ist eine gute Idee.

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  3. ohmskine schreibt:

    Liebe Frau Rabe,

    auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole:
    HALTEN SIE DURCH!

    Ich fühle mit Ihnen (echt, incl. Wuttränchen im Auge).
    Nur wenige Mütter werden zugeben, daß es diese Phasen der totalen Verzweiflung mit den „süßen Kleinen“ gibt. Aber glauben Sie bitte nicht, daß Sie eine Ausnahme sind.

    Mein Tipp: Lassen Sie mindestens 2 Wochen lang den Rabenvater die Rabentochter ins Bett bringen. Ja, das wird auch eine Weile Gezeter geben (Ohropax hilft).
    Dafür bringen Sie den Rabensohn ins Bett und erledigen die abendlichen Pflichten.

    Ich schicke Ihnen Kraft, Geduld, Langmut und gratuliere zu einer sehr charakterstarken Tochter!

    Liebe Grüße,
    ohmskine

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    • Charakterstark finde ich gut!
      Und ja, ich denke, wir werden es jetzt eine Zeitlang so machen und eventuell auch abstillen. Sagen ja immer alle, solange es BEIDEN damit gut geht… und mir geht es nicht mehr gut damit. So schade es auch ist. Und so leid es mir für Pippi tatsächlich tut.

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    • Michel wurde nur fünf Monate gestillt und schlief fast nie beim Stillen ein. Außerdem hatte er nen Schnuller. Ich erinnere mich aber, dass in dem Alter das Einschlafen bei ihm auch sehr schwierig war, mit ziemlich genau dem Gehampel und Geturne und Gebrüll, wie Pippi es eben auch macht.

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  4. E. schreibt:

    Tröstet es, dass ich beim dritten beherzten Biss in die Brust beim Einschlafstillen gerade gedacht habe: „ob das bei den Raben gerade wieder genauso läuft?“

    #Es ist nur eine Phase, #dasgehtauchvorbei

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      • E. schreibt:

        Klar, es muss beiden damit gut gehen – und es spricht doch auch nichts gegen das Abstillen, oder? Über ein Jahr ist doch super!

        Und mit Alkohol lassen sich Einschlafeskapaden dann auch viel besser ertragen …

        E.

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  5. Bettina schreibt:

    An alle Stillmamas hier : ich weiß wie ihr euch fühlt. Hab das auch zweimal durchziehen müssen, das Geweine des Kindes bis es einem fast das Herz zerreißt….aber es ist auch gaaaaanz wichtig, dass es euch gut geht. Wenn man dann vorher schon so denkt “ Och nee, gleich wieder das Einschlafdrama ….“ dann wird es Zeit. Und ich denke, auch die Kinder spüren das….Außerdem brauchen sie euch nach dem Abstillen auch noch 😉

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