Tag 414 – U-Dings und so. 

Michel ist das superste Superkind über zwei Jahren, das ich habe. Wir hatten ja gestern nicht wirklich Zeit, ihn auf diesen Gesundheitscheck heute vorzubereiten, deshalb verkündeten wir ihm das heute früh recht spontan und ein bisschen ängstlich, dass er sich total verweigern könnte. War aber nicht so, im Gegenteil: er war total begeistert und konnte es gar nicht abwarten, loszukommen. Als er dann gemessen wurde und mit 104 cm genau auf der Krokodilhöhe ist, fing er auch schon an, loszuerzählen: „Ich hab so T-Shirt mit Krokodil. Und Sonnenbrille.“ Und eigentlich hörte er dann auch nicht mehr auf zu erzählen, bis wir fertig waren. Fazit des Ganzen: Michel sieht auf beiden Augen sehr gut. Er spricht gut und hat einen großen Wortschatz. Er malt altersgerechte Muster und Kopffüßler. Er kann Ursache und Wirkung erkennen und erklären (der Junge drückt zu fest auf die Zahnpastatube, deshalb kommt Zahnpasta raus. „Dann wird die leer! Und überall Zahnpasta! So aufm Boden und überall, bis zur Decke!“) Er kann Emotionen auf gezeichneten Bildern erkennen und beschreiben. Er kann bis elf zählen „Eins, zwei, drei, vier, sechs, achtneunzehn, elf“. Er weiß, wie sein Nachname ist (ha! Seit ner Woche vielleicht). Und er kann einen uralten Röhrenfernseher erkennen, dann sagen (auf norwegisch natürlich, wie alles) „Ich weiß nicht was das auf norwegisch heißt.“ und dann auf Nachfrage, wie das Wort denn auf deutsch wäre, „Fernseher“ sagen. Und bei diesem ganzen Programm, das auch echt zügig durchgekloppt wurde, war er niedlich und quatschig und redselig und einfach total Vorzeige-Vierjähriger. 

In den Kindergarten wollte er dann erst nicht, aber er bekam von der Helsestasjon eine billige Trinkflasche geschenkt, die durfte er im Kindergarten rumzeigen und dabei von seinen Abenteuern erzählen, dann gings. 

Ich fuhr dann zurück zur Fieber-Pippi, die mit Herrn Rabe zu Hause wartete. Heute morgen hatte sie richtig geglüht, das tat sie auch immer noch als ich wieder da war. Sie döste herum, ich guckte tausend Folgen Gilmore Girls, versuchte vergeblich von zu Hause aus auf das neue Online-Bestellsystem der Uni zuzugreifen, irgendwann als Pippis Laune wegen 39,7 komplett im Keller war, gab ich ihr Nurofen-Saft, dann gings ihr erstmal besser, dafür kriegte ich dann Koofschmerzen, die sich leider vom Ibuprofen bisher unbeeindruckt zeigten. Deshalb gabs für mich kein Ballett heute und ich liege schon im Bett. Fazit von Pippis Kranktag: um ihr den Appettit zu verderben muss mehr passieren als ein läppisches Fieber. Und wenn sie echtes Fieber hat, merkt man das sofort: sie ist schlapp, anhänglich und schläft eigentlich die ganze Zeit. Und will sich ausziehen. Kluges Kind. 

Hier noch das Bild, dass Michel von mir bei der Helsestasjon malte. Das kam so: er sollte eigentlich einen Kreis malen, die Frau malte ihn vor und er sagte: „Das ist ja so rund! Wie ein Ball! Oder die Sonne! Ein Kopf ist auch rund! Und Gläser…“ die Frau fragte ihn dann, ob er auch sowas malen könnte, er meinte aber, er hätte keine Lust. Ob er denn dann vielleicht Lust hätte, Mama zu malen? Ja klar. (Den Kreis so und auch ein Kreuz malte er dann später noch. Fürs Protokoll.)

Nase, Augen, Mund, Nasenlöcher, Beine. Damit ich „so über den Boden laufen kann“.

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