Tag 440 – Die Geschichte mit dem Nagellack. 

Ich und Nagellack. Never ending story. 

Meine Mutter machte sich zu Tanzturnieren immer Nagellack drauf. Ich fand, das sah toll aus, auch, weil sie die schon vorher ordentlich lang wachsen ließ. Es waren eben die 90er, dazu Tanzturniere (eine eh etwas eigene Welt), da wurde wochenlang auf Länge gezüchtet. Ich wollte das auch, aber es klappte nie, weil meine Nägel einfach zu brüchig waren. Ich nehme mal an, wegen Pubertät und Hormontralala, aber damals machte mich das echt fertig und ich tat alles, um meine Nägel in Form zu kriegen. Ich schluckte Biotin und Calcium, kaufte mir eine Glasfeile, schmiss alle Nagelscheren in die Ecke und pinselte ständig Klarlack auf die Nägel, damit da bloß nichts splitterte. Und es splitterte doch immer. Beziehungsweise es blätterte. Meine Fingernägel schilferten vorne quasi einfach ab und das auch schon bevor sie überhaupt eine nennenswerte Länge erreichten. Damals spielte ich ja auch noch Geige, da war eh nix mit wirklich langen Fingernägeln. Nun ja, was ich auch tat, meine Fingernägel blätterten vor sich hin, also gab ich es irgendwann auf und fand mich damit ab, nie schön lackierte Fingernägel zu haben, vor allem nicht länger als ein paar Stunden. 

Fast forward 8 Jahre. Ich stehe im rossmann und suche Make-up für meine eigene standesamtliche Hochzeit aus. *kreiiiisch* Schlagartig ver-x-facht sich mein Schminkearsenal, ich besitze nun richtiges Make-up, meinen ersten Concealer (damals noch gegen Pickel), Lidschatten in anderen Farben als Schwarz und Weiß, Rouge und Puder. Kopfschmerzen bereitet mir Lippenstift und Nagellack. Mein Kleid hat eine große aufgestickte Rose, vielleicht was in richtig knalligem Rot? Sieht das nicht zu puffig aus? Egal. Ich kaufe mir so einen superultragehtniewiederabkussechten Lippen-Lack und einen dazu passenden roten Nagellack 60second Quick-dry von Manhattan. Für 2,95€ oder so. Einen Tag vor der Hochzeit lackiere ich nachmittags meine über Wochen (!) in einen akzeptablen Zustand gebrachten Fingernägel, in zwei Schichten, das Ergebnis ist echt schön und ich bin sehr zufrieden mit mir. Den Rest des Tages fasse ich nichts an. Am Morgen erwache ich mit leichten Spuren auf den Nägeln, das Fell meines Teddybärs hat sich abgedrückt. Ich habe allerdings schlimmere Sorgen, denn es stellt sich heraus, dass es quasi unmöglich ist, sich mit vor Aufregung zitternden Händen selbst zu schminken. Irgendwie schaffe ich es aber doch, wir heiraten tatsächlich, das Lippenzeug hält, ebenso der Nagellack, nix splittert, und die Farbe passt sowohl zu dem Rot der Rose als auch dem Rot meiner Schuhe. Es ist ganz wunderbar. 

Ich mache das mit dem Nagellack noch ein paar Mal. Das Nagelbruchproblem habe ich längst nicht mehr so stark, also geht das. Nicht oft, weil erst arbeite ich immer viel und dann habe ich auch noch einen Bulli, an dem ich herumschraube, -flexe, -schleife und -schweiße, dann habe ich Kinder und irgendwie nie Zeit für einen halben Tag Nix-anfassen können. Trotzdem ist irgendwann dieser mein einziger Nagellack leer. Ich kaufe mir einen neuen, diesmal von Essie, weil ich mir mal was gönnen will, also warum nicht einen Nagellack für verrückte 139 Kronen. Und weil ich zwischendurch diesen Artikel von dasnuf gelesen habe, kaufe ich noch einen Unterlack. Haha! 

Denkste. Immer immer immer wieder habe ich dieses Problem: 

12 Stunden zwischen Nägel lackieren und Bett und trotzdem ist am Morgen alles vermackelt.


Das war vor einer Woche, am Abend vorher (für die Hochzeit nämlich lackiert) war noch alles schick gewesen. Aber im Gegensatz zu vor sieben Jahren habe ich jetzt Twitter, da frage ich herum, was ich wohl falsch mache, dass das immer passiert. Ich bekomme folgende Antworten: 

  • Dünner lackieren (viiieeeel dünner!)
  • Mehrere Schichten**
  • Jede Schicht gut trocknen lassen
  • Schnelltrockentropfen nehmen
  • Guten Überlack nehmen

Es wird noch angemerkt, das man das im Laufe einer Mausfolge schaffen kann. Ich glaube von letzterem kein Wort, aber ich renne in Berlin am Bahnhof noch zum Douglas und kaufe das hier:


Und dann lege ich los. Dienstag Abend: Nagellack runter, alles wirklich gut waschen, mit Spüli, damit das Fett von den Nägeln ist. Dann Unterlack und die erste Farbschicht von meinem mittlerweile vierten (!) und auch in Deutschland frisch gekauften Nagellack. Ich lackiere so dünn wie es geht. Das Ergebnis ist total ömmelig. Echt. Frustriert gehe ich ins Bett und erwarte schon die Macken am Morgen. Aber da sind keine. Eigentlich nur um einen angepissten „Hier, Ihr Schlaumeier, so sieht das aus, wenn ich mehrere Schichten ganz dünn lackiere!“-Tweet schreiben zu können, lackiere ich noch eine zweite Schicht drauf und trockne sie mit den Schnelltrockentropfen, die ich besitze seit ich sie das erste Mal sah, weil ich mir davon versprach, wenigstens ein paar Stunden nach dem Lackieren wieder Sachen anfassen zu können. Das Ergebnis ist ganz ordentlich, wie ich finde. Etwa eine Stunde später traue ich mich, den Überlack draufzumachen. Er trocknet blitzschnell und ist danach glashart. Es ist ein Wunder (naja, fast). 

Tadaaaa!


Ich kann sogar noch am gleichen Tag die übergemalten Stellen wegknibbeln, ohne dass es Macken gibt. Hurra! Und das Beste, an das ich fast nicht geglaubt habe: keine Spuren am nächsten Morgen! Es funktioniert! Heureka!

Gehalten hat es bis heute, da kann ich plötzlich Teile des Nagellacks einfach von meinen Fingernägeln abziehen, das ist etwas schön gruselig (für Freunde der Fitzelei). Ich fasse also zusammen:

  • Unterlack (all-in-one base, Essie)
  • Zwei dünne Schichten Nagellack (watermelon, Essie)
  • Quick-e-drops (Essie)
  • Überlack (good-to-go, Essie)

Zwischendurch immer alles schön trocknen lassen. Vermutlich geht das alles auch mit Zeug von anderen Marken, die hab ich aber nicht im Schrank. 

Das mache ich jetzt öfter, muss ja noch am Fernziel Mausfolge arbeiten. 

*das sind so 12 €. Und ja, ich weiß, dass der in Deutschland nur 8 kostet. Norwegen halt. Ist bestimmt irgendeine tolle Extra-Steuer drauf. 

**ich hab eh schon seit immer zwei Schichten gemacht. Nur dünn waren sie wohl eher nicht. 

3 Gedanken zu “Tag 440 – Die Geschichte mit dem Nagellack. 

  1. ohmskine schreibt:

    Hallo Frau Rabe,

    war (bevor ich Ihren Blog las) beim Rossmann und habe mich nach langer Lack-Abstinenz (Jahre der Laborarbeit mit 70%EtOH) für ein Fläschchen „mademoiselle“ von essie entschieden.
    Vielen Dank für das großartige Tutorial „knitterfreier Nagellack“. Das werde ich jetzt ausprobieren.
    Vorher muß ich wohl noch mein Arsenal aufstocken…

    Gruß aus dem Nieselregen
    ohmskine

    Gefällt 1 Person

  2. Keine Extrasteuer, aber der Transport und die Verzollung, die sich da im Preis bemerkbar machen. Und ja, man berechnet erst den kompletten Einkaufspreis – bestehend aus Warenpreis, Versand, Verzollungskosten – und berechnet dann mit seinem jeweiligen Faktor den Verbraucherpreis. 😉

    Lg, Britta – selbstständig im norwegischen Handel

    Gefällt 1 Person

  3. Ich hab den good to go auch vor einigen Tagen für mich entdeckt und bin absolut zufrieden! Als base nutze ich allerdings mal einen von essence oder p2cosmetics..
    das Problem mit dem splittern und Blättern der Nägel hab ich leider auch aber mit genug pflege (Öl und handcreme) lässt es sich schnell beheben 🙂
    Lg Trulla

    Gefällt 1 Person

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