Tag 514 – WmDedgT Januar ’17

Yeah, Es ist der 5., es ist WmDedgT-Zeit bei Frau Brüllen. Es folgt: eine wirre Darstellung meines wirren Tages. 

Um sechs klingelte der Wecker. Ich war darüber sehr irritiert, weil ich offenbar gestern vergessen habe, meinen Lichtwecker zu stellen. Deshalb war zwar Lärm aber nicht hell und mein Gehirn und die zirkadianen Hormonspiegel sagten: Nacht. Schlaf. Es ist Nacht. Guck, so niedlich, die Kinder…

Ewig langes Gesnooze und Gekuschel mit allen später gelang es mir dann aber doch, Pippi so an Michel zu drapieren, dass beide Kinder glaubten, ich sei noch da und so konnte ich aufstehen. Herr Rabe hatte schon Kaffee gemacht und ich schaffte tatsächlich fast eine ganze Haarwäsche, bevor er mit beiden Kindern auf dem Arm im Bad auftauchte. Nun denn. Wir machten also uns alle fertig und standen uns auf den Füßen im Bad, dann frühstückten die Kinder und Herr Rabe musste los. Damit er sich verabschieden konnte, klopfte ich an die Tür des Kinder-/Gästezimmers um meine Mutter zu wecken. Die stand dann auch auf und verabschiedete sich und war dann etwas im Weg, während ich versuchte, die Kinder fertig zu bekommen. Ich zog mit einem Nagellackriss Fäden aus Pippis Wollbody, da war am Mittelfinger rechts was gerissen, egal, dachte ich, aber dann splitterte das alles sehr unschön ab und Michel rödelte eh noch was mit Oma, Also entfernte ich fix den Nagellack. Seither sind meine Nagelhäute etwas blau, sieht ein bisschen ungesund aus, ungefähr so, als bekäme ich wirklich sehr schlecht Luft. Tjanun. 

Nach ordentlicher Zeitschinderei von Michel waren wir irgendwann aufbruchsbereit. Michel bestand darauf, dass er mit „Papa abesprochet“ habe, dass er den Schlitten mit zum Kindergarten nehmen dürfe. Um die Diskussion, die bei -11 Grad im Hausflur geführt wurde, schnell zu beenden, knotete ich den Schlitten an den Anhänger, hängte den Anhänger ans Rad, steckte Kinder und KiTa-Rucksäcke in den Anhänger und fuhr Sattelschleppergleich zum Kindergarten. Trotz dicker Skihandschuhe froren mir dabei fast die Fingerkuppen ab. Und mein Gefährt war insgesamt bestimmt vier Meter lang oder so. Naja. Immerhin war es schon hell. 

In der KiTa dann das Übliche: Michel reißt sich beim Reinkommen schon die Sachen vom Leib, Pippi setzt sich freudig auf die Treppe und hält mir ihre Füße zum Schuhe ausziehen hin, ich verteile Schuhe und Handschuhe, sammele Michels Sour aus Kleidungsstücken ein und verteile sie auf die entsprechenden Haken, pelle Pippi aus ihrem Schneeanzug, dann aus dem Wollanzug, dann überrede ich Pippi dazu, den Rucksack an den Haken zu hängen, kriege noch einen Schmatzer (wenn ich Glück habe ohne Lecken und ohne Schnodderlippe, heute hatte ich Glück), winkewinke, fertig. Michel ist da meistens schon verschwunden und spielt irgendwas. Manchmal kommt er nochmal angelaufen und sagt Tschüss, ganz manchmal kriege ich sogar noch einen Kuss (wenn keiner guckt, dafür aber inzwischen zuverlässig ohne Lecken und ohne Schnodderlippe). 

Heute besonders: gepetzt, dass die Schulkinder mit den privaten Schlitten der Kindergartenkinder spielen (das ist sicher kein Problem, bis sich entweder ein Kind mal richtig weh tut oder ein Schlitten kaputt geht). 

Dann zur Arbeit gefahren. Das geht im Grunde dank der Spikes super auf dem festgefahrenen Schnee. Aber! Bei -11 Grad hat mein Rad scheinbar keinerlei Federung mehr, was bei der eisigen Buckelpiste echt kein Spaß ist und auf weichem, matschigem Schnee mit glatten Steinen darunter bringen die Spikes überhaupt gar nix. Ich muss mir für solche Wetterlagen ne alternative Route überlegen, im Bakklandet fahre ich wie auf rohen Eiern. Unspaßig. 

Obwohl ich dann wegen allem schon echt spät dran war, ging ich noch einkaufen, ohne was gefrühstückt zu haben konnte ich mir keine zwei Stunden Arbeit ohne die Aussicht auf ein Mittagessen vorstellen. Ich kam bis zum Joghurt (alle griechischen Jughurteimer waren am 03.01. abgelaufen) als mein Handy klingelte. Ich ging eine Nanosekunde zu spät ran. Der Kindergarten. Ich versuchte zurückzurufen, aber es war besetzt. Dann rief Herr Rabe an. Pippi habe Fieber. Ich sagte, ich könne sie abholen. Ich kaufte in Windeseile zu Ende ein, vergaß über dem Umplan-Film in meinem Kopf, dem Laden wegen des Joghurts Bescheid zu sagen, fuhr sehr kurz im Labor vorbei und sagte meinem Kollegen, dass wir die Einweisung in das Magnet-Pipettier-Roboter-Maschinen-Dings verschieben müsste, räumte den frisch gekauften Käse in den Kühlschrank und fuhr wieder zurück zum Kindergarten. 

Pippi spielte fröhlich mit den größeren Kindern. 38,9 Grad habe sie gehabt. Zwei mal, im Abstand von 30 Minuten gemessen. Sonst sei sie wie immer. Nur warm. Es ginge ja auch so viel Grippe und Norovirus rum und Windpocken ja auch und überhaupt. 

Pippi hat garantiert weder Norovirus noch Grippe noch Windpocken. Was gut ist. Aber diese Panikmache immer, die nervt mich inzwischen ein bisschen. 

Naja. Also Pippi in den Anzug, dann in den Anhänger, Anhänger ans Rad. Ab nach Hause. Pippi grantig hoch zehn, nicht weil sie sich krank gefühlt hat, nein, ich durfte kaum meine Schuhe ausziehen, da hämmerte sie schon an die Tür, denn hinter der Tür ist der Esstisch und auf dem Esstisch steht immer irgendwas zu Essen. 

Drei Portionen Grøt, zwei umgekippte Becher und allerlei nervige Konversation mit meiner Mutter später war Pippi satt und weiterhin grantig, jetzt wegen Müdigkeit. Also wickeln und dann ab ins Bett. Ich hatte immer noch nichts gegessen. Leider ließ sich Pippi dann nicht davon überzeugen, alleine zu schlafen, insgesamt dauerte es fast ne Stunde, bis ich mich mit knurrendem Magen und randvoller Blase aus dem Bett mogeln konnte. Immerhin hatte ich so Zeit für Feedreader und Blogkommentare und dergleichen. Las ein bisschen herum und habe eventuell jetzt sowas wie eine Idee, weshalb meine Mutter ist wie sie ist. Whatsappte mit Menschen, die sie auch kennen und erfuhr, dass andere Menschen diese Idee auch schon ganz unabhängig von mir hatten. Interessant. 

Interessant auch, mit so einer Idee im Kopf ein Gespräch mit ihr zu führen. Aufschlussreich. Ich sag mal so: Hmm, Hmm. (Ach ja: ich aß zwei Scheiben Brot. Es waren noch vier da, aber die anderen zwei hätte ich vermutlich mit harten Bandagen verteidigen müssen, die aß dann jemand, der solange ich denken kann behauptet, nur einmal täglich, nämlich abends, zu essen.)

Pünktlich zur Verabschiedung war Pippi nach einer laut auf den Boden gefallenen Handtasche wach. Also verabschiedete ich meine Mutter mit Pippi auf dem Arm, Pippi winkte brav, wenigstens diesem Kind wurde nicht erzählt, wie gerne man es ja klauen würde (mir aber ne halbe Stunde zuvor noch gesagt „Für Pippi bräuchte ich noch ne Woche…“) und dann waren Pippi und ich alleine. 

Der Rest des Nachmittags verlief entspannt, wir guckten ein bisschen fern (ich, Pippi schlief), spielten ein bisschen, aßen (also Pippi, das neue Brot war noch halb gefroren) ein bisschen, twitterten ein bisschen und schon waren auch Herr Rabe und Michel da. 

Aus geschwisterlichen Differenzen heraus sahen wir dann auf zwei Endgeräten Mausclips. Einer Sachgeschichten, einer Mausclips. Herr Rabe kochte Nudeln. Dann gab es Essen, alle, auch Pippi, schaufelten den Riesenhaufen Nudeln mit oder ohne Soße/Pesto/Ketchup in nullkommanix weg und dann war es endlich Zeit, das gestern angekommene Paket von meiner Tante zu öffnen. 

Ja. Also, wir haben jetzt ein paar schicke Anziehsachen für 6-7 jährige Jungs und 2-4 jährige Mädchen. 

Außerdem hat Michel einen Autotransport-LKW bekommen, mit Autos, und Pippi einen von Michel annektierten Teddy. Deswegen spielten wir danach noch ein bisschen Autotransport. Herr Rabe machte Feuer im Kamin und wir sahen Rexto Plexto beim Aufsaugen des Holsspäne-Asche-Zeugs vorm Kamin zu. Und dann war auch schon Bettzeit. 

Beide Kinder bettfertig gemacht, einem Pinguin (Michel) und einer Meckermaus (Pippi) die Zähne geputzt, mit Herrn Rabe Michels Bett frisch bezogen und Michel gute Nacht gesagt. Omas Teddybären und das Bügelperlen-Herz, das ihr Michel geschenkt hat, gefunden. Pippi in die Trage gesteckt, herumgetragen, ins Bett verfrachtet, jetzt liege ich hier und darf wieder nicht weg, Pippi liegt auf meinem Bauch und ist warm, ich blogge, Herr Rabe war schon los und hat ein Verpackungsdings für den Teddybären und das Bügelperlenherz besorgt und ich freue mich auf eine Nacht mit viel räumlichem Abstand zu allem was vorhin noch sehr nah an mir dran war. 

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