Tag 513 – Danke. 

Ach, Sie alle, die Sie hier und anderswo so kommentieren. Ich mag sie alle sehr und es berührt mich, dass Sie so Anteil nehmen. Und Sie haben auch alle total recht, dass da ein Gespräch mehr als nötig ist. 

Und auch Sie haben recht, wenn Sie sagen, dass es mit mir und Pippi ja vielleicht irgendwann genauso kommt. Und soll ich Ihnen mal was sagen: das ist meine allerallerallergrößte Angst. Das toppt sogar die vor Spinnen und Flugzeugabstürzen. Dass meine Tochter mal so über mich denkt. Dass meine Tochter denkt, ihre Mama sei so instabil, dass sie Dinge lieber runterschluckt, als ihre Mama damit zu konfrontieren. Dass meine Tochter von klein auf lernt, ihre Emotionen im Zaum zu halten, weil die Emotionen ihrer Mutter größer und wichtiger sind. Und das jede nicht normgerechte Emotion in den Augen der Mutter einer psychischen Störung gleichkommt. Aber wissen Sie was: ich glaube es nicht. Denn ich bin nicht meine Mutter, ich habe nicht ihre Lebensgeschichte und damit auch nicht ihre Traumata (sondern andere) und vor allem bin ich dank meiner eigenen Lebensgeschichte hoffentlich etwas einfühlsamer, was die Beziehung zu meiner Tochter angeht. 

Sehen wir dann in 25 Jahren. 

7 Gedanken zu “Tag 513 – Danke. 

  1. Ja, das Gefühl mit den Kleinen kenne ich gut. Aber auch ich denke unsere Kinder sind die Möglichkeit es besser zu machen und eben nicht die gleichen Fehler zu machen wie unsere Eltern sie gemacht haben.
    Ich jedenfalls gebe täglich alles dafür – und wünsche allen denen es ähnlich geht viel Kraft und Erfolg!

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  2. Sabine schreibt:

    Sie werden nicht wie Ihre Mutter sein und Pippi also auch nicht wie Sie denken.
    Mich haben auch etliche Dinge gestört, wie ich so erzogen wurde (mein Verhältnis zu meiner Mutter war aber immer gut, und trotzdem, nix ist perfekt).
    Und ich habe mir immer, immer, immer geschworen das machst du anders. Und ich habe es (na gut, meisens jedenfalls) anders gemacht, so wie ich es mir früher gewünscht habe.
    Aber sehen Sie zu, dass Sie selber Ihren Frieden finden, ob mit oder ohne klärendes Gespräch ist egal. Aber wenn Sie reden wollen, dann rechtzeitig, sonst sitzen sie irgendwann mit Ihrer Wut da und Ihr Gegenüber ist weg.

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  3. LisP schreibt:

    Zum Thema „Aussprache“ denke ich ambivalent – wenn man mit dem Gegenüber sinnvoll über solche Themen reden kann, wenn es Bereitschaft gibt, das eventuell auch in begleiteten Gesprächen zu machen, wenn das Gegenüber bereit/in der Lage ist, eigene Fehler und Versäumnisse einzugestehen, ja, dann ist eine Aussprache sinnvoll und wichtig.

    Aber, eben, das Gegenüber muss das auch wollen und annehmen können. Ist das nicht möglich, dann muss man irgendwann auch an den Punkt kommen, wo man sich mit der Situation, wie sie eben ist, irgendwie arrangieren muss, und das Beste draus machen. Sonst frisst einen dieses ständige „Versuchen“ irgendwann auf.

    Nachdem ich mich (teilweise unter Anleitung meiner Psychothetapeutin) wirklich jahrelang um eine Aussprache mit meiner Mutter, oder zumindest Verbesserung des Gesprächsklimas bemüht hatte und ständig angerannt bin, hat meine Psycho mir so einen fetten diagnostischen Wälzer in die Hand gedrückt und mir geraten, ich solle mal den Teil über Persönlichkeitsstörungen durchlesen.

    Was soll ich sagen, es war sehr aufschlussreich. Und ich habe daraus dann eben gelernt, dass da nicht viel zu machen ist. Seit ich ihre Beleidigungen und Ausbrüche, ihre Versuche, mich zu unterdrücken, und letztlich die Art und Weise, wie sie mich praktisch um mein ganzes Vermögen betrogen hat und alle Tatsachen verdreht, in eine hübsche kleine Kiste mit „das sind ihre Störungen“ einsortieren kann, kann ich viel besser damit umgehen.

    Und das hat mir letztlich auch die Angst genommen. Denn, wie mir meine Therapeutin auch bestätigt hat, ich bin nicht meine Mutter. Ich habe nicht ihre Probleme/Symptome/Störungen. Ich mag andere Baustellen haben, und ja sicher kriegen das auch die Kinder irgendwie mit, aber ich KANN mit ihnen kommunizieren, ich BIN reflektiert genug, mein Verhalten zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen, und ich KANN Kritik annehmen und Fehler eingestehen.

    Jedenfalls, liebe Frau Rabe, sind das meine Probleme mit meiner Mutter, und hat (so hoffe ich inständig – sowas wünsche ich keinem) nichts mit Ihrer Mutter zu tun. Ich hoffe, Sie schaffen es, über eine Aussprache das Verhältnis mit Ihrer Mutter zu verbessern. Wenn es gelingt, profitieren alle davon, nicht zuletzt auch Ihre Kinder, die ihre Oma dann vielleicht öfter zu Gesicht bekommen, ohne das Mama daneben wie ein Teekessel pfeift.

    Sollte das aber trotz ernsthafter Bemühungen nicht fruchten, machen Sie das Beste daraus und bemühen Sie sich ihrerseits darum, Ihren Kindern reflektiert und offen und mit Respekt zu begegnen. Dann kann schon mal nicht so viel schief gehen. Sie sind nicht Ihre Mutter. Sie machen das schon!

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  4. Isa schreibt:

    Ich kann auch nur (ungefragt) empfehlen a) auf den eigenen Bauch hören, b) die eigenen Erwartungen zu überprüfen und an diesen evtl. zu arbeiten.

    Die Mama wird sich nicht mehr ändern und ist genau so wie sie ist. Muss man leider akzeptieren. Und das ist schwer genug. Wirkt auch als Aufgabe fürchte ich, ein ganzes Leben lang.

    Die Probleme der Mama gehören ihr. Sie ist für diese verantwortlich. Mir half dieses Mantra immer dann, wenn meine Erwartungen mich in den Griff bekommen wollten.

    Nix für ungut

    LG
    Isa

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  5. Ja, diese Angst kenne ich nur zu gut – obwohl ich inzwischen (meine Töchter sind ja nun schon ein wenig älter als Pippi 😉 durchaus sehe, dass wir ein völlig anderes, „normales“ Verhältnis haben, diese Angst bleibt wohl immer so ein bisschen… Wobei die Große, die ja bald 14 wird, auch schon ziemlich gut durchschaut, warum ich so ein … ja was?… nennen wir es „distanziertes Non-Verhältnis“ zu meiner Mama habe. Mit meinen Kindern kann ich nämlich ganz wunderbar kommunizieren 😉 Ein Gespräch in die andere Richtung halte ich dagegen weiterhin für komplett überflüssig, weil einfach nichts ankäme… Isshaltso.
    LG Tina

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  6. Ich rätsele übrigens schon seit Tagen, was besser wäre: meine Mama wäre so weit weg und ich müsste mit ihrer Art dafür ein/zweimal im Jahr ein paar Tage am Stück klarkommen – oder so nah wie hier, wo sie quasi täglich irgendwo um die Ecke schießen kann…
    Schwierig 😉

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  7. Ulrike schreibt:

    Statt Aussprache könntest du vielleicht auch (vorab) einen Brief an sie schreiben. Dann kannst du erstmal alles in Ruhe überlegen, ausformulieren und dir kann keiner ins Wort fallen.

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