Tag 559 – Und nun.

Ein paar kleine Updates. 

Herr Rabe und ich haben heute, als die Babysitterin da war (da hatte ich mich neulich im Tag vertan, spielt aber ja eigentlich keine Rolle), einen Ausflug gemacht. Erstmal saß ich noch eine gute halbe Stunde mit Pippi bei der Babysitterin, weil die sich noch nicht so gut kennen. Als ich das Gefühl hatte, dass es jetzt ok wäre zu gehen und außerdem beide Kinder plus Babysitterin mit Bügelperlen und -brettern versorgt waren, machten wir uns auf den Weg. Das Wetter war wirklich grausig, wir spazierten (immerhin händchenhaltend) durch eiskalten Regen, fanden in 2 Cafés keinen Platz, das dritte hatte zu und als wir beim 4. ankamen, waren wir gut durchgeweicht und schlotterten ein bisschen. Aber egal: 2 Stunden eine normale, erwachsene Unterhaltung über normale Erwachsenendinge waren es wert. Natürlich sprachen wir auch (kurz) über die Kinder, aber nicht viel, dafür gibt es grade genug anderen Kram der ansteht, wie zum Beispiel…

… Mein Plan zum Klarkommen. Tja. Kurz gesagt: kleine, erreichbare Tagesziele setzen, mir bei der Arbeit jemanden suchen, dem gegenüber ich die auch formuliere (nicht mein Chef, der macht immer gleich ein halbstündiges Meeting aus sowas). Das Denken an „was ist in einem halben Jahr?!?“ sein lassen (das wird hart). Öfter mal Home Office machen, dafür TeamViewer auf meinem Rechner installieren (mein Plan für morgen), damit ich auch von zu Hause ins Intranet und an Daten kann. (Home Office nimmt, so meine Vorstellung, drei Sorten Druck: zeitlich mit Hinbringen zum oder Abholen aus dem Kindergarten; den Druck, irgendwie menschlich aussehen zu müssen und andere Dinge als Jogginghosen zu tragen; sozial (mit der wichtigste Punkt): ich mag manchmal nicht mit Menschen reden und das dann auch nicht zu müssen stelle ich mir sehr schön vor.) Ich glaube ich würde nicht wirklich oft Homeoffice machen, aber eine Absprache mit meinem Chef, sodass ich davon Gebrauch machen kann, wäre schon ein Erfolg. Natürlich vorausgesetzt, dass keine Experimente anstehen, aber solche Tage oder sogar Wochen hat man ja auch immer mal wieder. Weiterer Plan, der eher das Private betrifft: unbedingt die Putzhilfe behalten. Und Dinge, die mich extrem frusten ohne irgendwie zu fruchten (so wie die Heimaturlaubsplanung) vermehrt an Herrn Rabe delegieren oder zumindest ihn mehr mit einbinden. Und dann mal sehen. Wenn ich merke, dass das alles noch nicht hilft und ich einfach keine 37,5 h-Woche durchhalte, gibt es ja immernoch die Möglichkeit einer partiellen Krankschreibung. Oder den Psychologen. Wie gesagt: mal sehen. 

Mehr delightful: Die Kinder sind so niedlich! Pippi spricht jetzt viel mehr und versucht, ganze Sätze zu sagen. Außerdem ist sie im Nachplapperalter angekommen und sagt alles, was man möchte. Oder wiederholt alles, was man nicht möchte. Eine ihrer Standardantworten ist aber momentan „Blablabla.“. Da kann ich nicht anders als drüber lachen, wenn die Situation ungefähr so ist:

Ich: „Ey, Pippi, nicht mit dem Essen werfen! Wenn du satt bist, lass es einfach stehen!“

Pippi: „Blablabla.“

Michel spricht ja viel besser Norwegisch als Deutsch, aber wir versuchen ihn im Moment mehr zum Deutsch sprechen zu animieren. Es wäre schon schön, wenn wir für Familienmitglieder nicht dauernd die Übersetzer geben müssten. Manchmal ist es aber auch unheimlich lustig, wenn er norwegische Dinge falsch versteht. So sagte er in den letzten Tagen häufiger voller Enthusiasmus „Jeg er en potet!“ („Ich bin eine Kartoffel!“). Darauf folgte stets irgendeine Ausführung oder Idee, wie irgendwas sein könnte oder wer irgendwas gemacht haben könnte. Es dauerte eine Weile, bis mir die Idee kam, dass er Dinozug (falsch) zitiert und eigentlich „Jeg har en hypotese!“ („Ich habe eine Hypothese!“ meint. 

Auch mehr delightful: neues Schneckenbild, weil heute sauber gemacht. Wir haben jetzt (aus Gründen) zwei große (ich nehme an, ausgewachsene) und zwei kleinere Schnecken. Eier gelegt haben sie immer noch nicht, nicht, dass ich darauf scharf wäre, aber ich mache mir etwas Gedanken, ob was nicht stimmt, oder ihnen was essenzielles fehlt. 

3 Gedanken zu “Tag 559 – Und nun.

  1. Zum Sprachding bei Michel: Ich würde da nicht zu sehr intervenieren (bitte das Wort nicht überbewerten). Es wird immer Phasen geben, in denen zweisprachige Kinder eine der beiden Sprachen – insbesondere die passivere – nicht aktiv nutzen. Und nur weil die Kinder nicht sprechen, darf und sollte man nicht unterschätzen, wie viel sie verstehen!

    Dein Plan zum Klarkommen: Daumen hoch! Und nun auch die Durchführung einfach angehen (und nicht planen). Es kann nur besser werden!

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  2. ohmskine schreibt:

    Liebe Frau Rabe,

    das klingt nach nem Plan. :o)

    Homeoffice kann ich sehr empfehlen. Aus genau den von Ihnen angeführten Gründen. An solchen Tagen gönne ich mir außerdem einen kurzen, schnellen Spaziergang in der Mittagspause. (Oder in Notfällen einen Mittagsschlaf.)

    Regelmäßige Kinder-freie Zeit für Erwachsenengespräche könnte man auch in den Wochenplan einbauen. (Das klappt bei uns leider eher semi.)

    Übrigens bin ich heute mit krankem Schulkind zuhause und darf 4 höchst kreative Kostüme für den KiTa-Umzug basteln. Beteiligt sind Wachstuch, Kopierer, Tonpapier, Klebepistole und Bäckerhauben. Fragen Sie nicht.

    Genießen Sie Ihren Erholungs-Tag!
    Gruß,
    ohmskine

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  3. Ach ich wünschte, ich könnte Ihnen meine Lieblings-MTA klonen und zur Hilfe schicken. Die ist nicht nur fachlich super und zuverlässig, die ist auch wunderbar in Motivations- und „wir schaffen das“-Dingen.
    Ich habe mir im übrigen jeden Tag als erstes morgens eine To do Liste für den Tag geschrieben, durchaus mit so profanen Dingen wie Zellen splitten oder Protokolle übertragen.
    Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie das mit dem Klarkommen gut hinbekommen!
    Viele Grüße

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