Tag 769 – Nix gut.

Heute ist kein guter Tag zum Bloggen. Es war auch schon kein guter Tag, um nach Stellenanzeigen zu schauen und kein guter Tag zum Bewerbungen schreiben. Ich dachte, gestern wäre PMS gewesen, hahaha, da trat mich das PMS aus der Hölle heute mal wieder quer in den Hintern*. Was die Stellenanzeigen angeht: ganze 8 waren es. Alle an Unis. Und ich will doch nicht an der Uni bleiben. Und die acht, das waren alle, die irgendwas mit „Parma“ oder „Biotech“ zu tun hatten, also auch so Zeug wie „Laborassistent Lignin-Polymerchemie, 10% Teilzeit“. Was die Bewerbungen angeht: ich weiß, vier Bewerbungen sind nicht viel, überhaupt gar nicht, und trotzdem kotzt es mich schon an. Diese Online-Bewerbungs-Portale. Die kommen auch direkt aus dem Gehirn eines sadistischen Monsters oder (wahrscheinlicher) die kommen direkt aus den 90ern und wurden seither maximal geupdatet. Zum Beispiel sind die meisten dieser Portale auf kleinen Bildschirmen (Telefon, Tablet, kleiner Laptop) quasi nicht benutzbar, weil es keine extra Ansicht gibt und die Schaltflächen mikroskopisch klein sind. Die Dropdown-Menüs sind furchtbar, nie gibt es das, was ich auswählen will („Zur Zeit ausgeübte Tätigkeit“ – Doktorand/Promovierende/PhD-Student??? Gibts nicht.), dafür könnte man aber „Englisch – Mosambique“ als Sprache auswählen (Englisch ohne alles gibt es aber wieder nicht…). Bei manchen Portalen kann man nicht zwischenspeichern und fliegt zusätzlich nach 10 Minuten aus dem System. Dann kann man von vorne anfangen. Absolut nie wird einem am Anfang irgendwo verraten, was für „Komponenten“ denn hinterher erwartet werden. Zeugnisse, Referenzen, CV als PDF, in Kombination mit dem vorherigen Punkt wäre es schon irgendwo sowie schön, wenn man das nicht erst ganz am Schluss erführe. Ich habe den Eindruck, diese Bewerbungsportale sind schon ein erster Intelligenz-/Stressresistenz-/Frustrationstoleranzfilter. Wer es da schafft, eine vollständige Bewerbung hochzuladen, kann so doof schon mal nicht sein.

Und dann ist da halt noch die Sache, dass ich mich kaum noch* traue, mich auf die Stellen zu bewerben, für die ich wirklich gut geeignet wäre oder die ich echt gerne hätte. Weil wenn ich die nicht kriege, tut es doller weh. Been there. Aber das ist eine andere Geschichte.

*Ja, ich weiß, was PMCD ist. Und nein, Hormone schlucken kommt nicht in die Tüte.

Ein Gedanke zu “Tag 769 – Nix gut.

  1. Heute lieber quasi anonym schreibt:

    Liebe Rabensalat,

    Du hast mich heute sehr berührt. Mist! „Wenn ich die nicht kriege, tut es doller weh.“ Ich erkenne mich wieder. Und merke, warum ich drölfzig Stunden mit Recherche und Formulierung verbringe, um die Bewerbung ja nicht abzuschicken.

    Danke (?) für den Spiegel. Trauriges Handklatscher. *süß-saures Lächeln einfügen*

    Nee, im Ernst. Ohne abgeschickte Bewerbungen haben wir gar keine Chance. Wissen wir selbst, nicht wahr? Also, Arschbacken zusammenkneifen, Kopf hoch, und selbstbewusst das Risiko eingehen. Leicher gesagt als getan, aber es hilft nichts.

    Liebe Gruße, und viel Frustrationstoleranz.

    P.S. Ich packe mittlerweile die Bewerbung in einem einzigen .pdf, das wird ganz gern gesehen.

    Gefällt 1 Person

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