Tag 935 – Bluse – Ich: 1:0.

Heute Nachmittag war es soweit. Bis auf die Knopfleiste hatte ich die Bluse fertig und ich zog sie voller Vorfreude an.

Sie saß wie ein Sack. Ein Sack mit Überbreite in den Schultern und obendrein noch Puffärmeln. Trutscherl ist gar kein Ausdruck für mich in dem Ding.

Und nein, ich muss nicht zwingend figurbetont gekleidet sein (auch wenn ich das eigentlich sehr mag), aber wenn ich mir schon selbst was nähe, sollte das wirklich, WIRKLICH nicht aussehen, wie zwei Nummern zu groß. Ich nehme an, dass es schlicht und einfach zwei Nummern zu groß *ist*. Ich habe aber grad nochmal nachgesehen: laut Brustweite müsste 10 genau passen, laut Taille auch. Ich habe auch wirklich die 1,5 cm Nahtzugabe verbraucht. Es gibt keine Erklärung für „hoppla, die Ärmelnähte hängen mir drei cm zu tief“, oder mein Maßband geht wirklich falsch. Jedenfalls, hier was ich alles geändert habe, nachdem ich dachte, ich sei – bis auf die Knöpfe – fertig:

  • Die Ärmel etwa vier cm nach oben versetzt, auf die „einfache“ Art, also ohne vorher auftrennen. Es ergab sich dadurch auch, dass die Ärmel jetzt nicht mehr viel zu lang sind, die Rüschen sind verschwunden und die Schulterpartie schon mal etwas schmaler.
  • Dann habe ich hinten zwei Rückenabnäher reingemacht, die direkt unter dem Schulterblatt ansetzen. So habe ich in Taillenhöhe noch mal sicher 8 cm der Weite herausgenommen.
  • Weil das immer noch nicht reichte, hab ich auch vorne noch mal zwei senkrechte Abnäher reingemacht. Noch mal 4 cm weg. Yeah! Man kann jetzt erkennen, dass ich Brüste habe.
  • Problem jetzt: unterm Arm und in der Schulterbreite ist am Rücken noch viel zu viel Stoff, der da lustige Wellen wirft, nachdem der Rest jetzt ganz gut sitzt. Da muss die Schulterpartie bis unter die Brust noch mal bis zu 6 cm schmaler werden, aber nur hinten, nicht am Ärmel!

Das Beseitigen dieser Wellen hat mich den letzten Nerv gekostet, ich habe zwischendurch viel geflucht und am Ende geheult und das Ding an die Wand geworfen und Michel hat mich gefragt, wieso ich so gestresst bin. Ich überlege, ob ich meinen Glitzerbikini aus Samba-Zeiten rauskrame und mit Rock und ohne Bluse gehe. Alternativ vielleicht die Gelegenheit, so Burlesque-Troddeln für die Nippel anzuschaffen. Jedenfalls, diese Bluse… Hass. With a cherry on top.

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Auto-Lobhudelei: aus dem Sack eine Bluse mit Wellen an den Schulterblättern gemacht, nichts angezündet.

4 Gedanken zu “Tag 935 – Bluse – Ich: 1:0.

  1. FrauC schreibt:

    Oh je! Das kann ich soooo gut verstehen!
    Ich weiß nicht, ob es tröstet, aber mir passiert so was auch: ordentlich messen, denn man soll ja auf keinen Fall unbesehen die übliche Konfektionsgröße nehmen. Kurz über das Ergebnis wundern, aber naja, jedes Schnittmuster ist anders. Und dann im weiteren Verlauf feststellen, dass die ermittelte Größe auf keinen Fall passt und die übliche Konfektionsgröße wahrscheinlich richtig gewesen wäre…
    Ich drücke die Daumen, dass es mit dem Anpassungen noch klappt und die Bluse anschließend einfach umwerfend aussieht!

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  2. Sunni schreibt:

    Kann man aus den Wellen keine Biesen machen? Oder wird das zu dick vom Stoff? Den ärger kann ich gut verstehen…Hätte ich auch kurz an die Wand gedonnert! Aber morgen findet sich eine Lösung, ganz sicher. Und sonst…naja dann die Troddeln eben…:-)

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  3. Bea schreibt:

    Mensch was für ein Durchhaltevermögen . Du bist da echt meine Heldin. Bei mir fliegt sowas unter Tränen in die Ecke und wird, frühestens, in 5 Jahren wieder vorgeholt. Ich hab noch fehlleistungen aus den Achtzigern in der großen Kiste. Keine Übertreibung. Sind schon zigmal umgezogen. Manchmal hole ich da was raus, drehe es hin und her und packe es wieder weg. Aber gleich verbessern? Das schaffe ich nicht vor Wut und Enttäuschung. Also wie gesagt: Heldin

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