Tag 936 – #WmDedgT im März ‘18.

Heute ist der 5. und das heißt, Sie können bei Frau Brüllen nachlesen, was Bloggerhausen so den ganzen Tag lang gemacht hat. So auch hier.

Der Wecker klingelt um sechs, aber ich snooze noch ein bisschen herum und dann lese ich kurz, was das Internet am Wochenende getrieben hat und schwups, ist es viertel vor sieben. Ich stehe auf, wasche Haare und Gesicht, mache Hautpflegegedöns wie immer, ziehe mich an, koche Kaffee, Herr Rabe steht auf und geht duschen, Ich wecke Pippi. Die Rübennase schläft gern *unter* ihrer Bettdecke, also komplett mit dem Kopf drunter und ich kriege je.des.Mal. fast einen Herzinfarkt, wenn ich das sehe. Da sie aber sofort losmotzt, als ich die Rollos hochmache, gibt sich das schnell. Sie steht dann doch auf und will direkt Banane. Soll sie kriegen. Ich gehe mit meinem Kaffee wieder ins Bad und schminke mich. Ich habe mir eine neue Foundation gekauft (Farbe im Link passt nicht, ich habe 102 „Fair Ivory“), die zwar nur Low Coverage ist, aber mich trotzdem allein wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses sehr glücklich macht und die benutze ich heute auch. Das beste ist aber, dass mir Herr Rabe einen neuen Concealer aus dem Duty-Free-Shop mitgebracht hat, den ich ausprobiere und jetzt bin ich schockverliebt. Was eine Coverage. Und null Gekrieche in die Fältchen. Und hell ist der, richtig, richtig hell. Hachz. Ich mache vor lauter Verliebtheit in den Concealer um die Augen rum nur Sparprogramm und finde mein Gesamtwerk kurz total schön, dann fällt mir ein, dass wir noch kein Geld für die Putzhilfe geholt haben. Hoppla. Ich stopfe mein Mittagessen – Quiche von gestern, gestern schon eingetuppert und im Kühlschrank – in meinen Rucksack und laufe quasi aus der Tür. Ich werfe mich ins Auto und düse zur Tankstelle, springe raus, hebe 2 x 800 NOK ab (weil man sonst immer nur 500 NOK-Scheine bekommt, die ich dann wechseln muss und, ach, so gehts ja auch), das reicht dann für den Rest des Monats, springe wieder ins Auto und düse zurück, renne die Treppe hoch, beglückwünsche mich zum täglichen Workout, lege das Geld für heute raus, packe den Rest weg, renne wieder aus der Tür und zum Bus und erwische diesen gerade noch so.

Im Bus überweise ich den Monatsbetrag für den Kindergarten und meinen Handyvertrag, was ich wegen der blöden e-faktura-Regelung schon wieder vergessen habe.

Bei der Arbeit steige ich aus dem Bus, hole Kaffee, gehe in mein Büro und mein Rechner nölt erstmal rum, dass er Updates machen will. Ok, denke ich, ich hab ja eh gleich meeting. Also starte ich die Updates und trinke vier Minuten lang entspannt Kaffee. Gehe ins Meeting und trinke 30 Minuten lang nicht ganz so entspannt Kaffee, während eine frische Doktorandin einen auswendig gelernten Vortrag mit der übertriebenen Intonation eines Hörbuchs und der Spontaneität einer Stewardess beim Ansagen der Sicherheitshinweise vorträgt. Es geht um Typisierung von Brustkrebs und die gar nicht mal so tolle Prognose von einem Sub-Sub-Sub-Typ und, ach, Montagmorgens ist sowas ja auch eher schwer verdaulich.

Nach dem Meeting gehe ich an meinen Rechner zurück und schaffe es irgendwie, die Zeit bis halb elf zu vertrödeln, bis ich endlich in den Quark komme (mir fällt grad wieder ein, was ich gemacht habe: die Excelliste für das Defense-Dinner gepflegt und per What’s App noch bei ein paar Leuten nachgehakt. Und der Administrationsdame eine mail geschrieben, wann und wo denn die Disputation genau sein wird, diese Info brauche ich nämlich für die Druckerei.). Um halb zwölf mache ich Mittagspause, dann wieder Rechner, um fünf vor zwei laufe ich wie angestochen los zur Kantine, nach deren Joghurt ich ein bisschen süchtig bin, dort bin ich um exakt 14:00 Uhr (die schließen um zwei), auf dem Rückweg nehme ich einen weiteren Kaffee mit, den trinke ich mit meinen Bioinformatik-Kolleginnen. In der Klasse des Sohnes (8) der einen Kollegin ist ein Kind, das sehr viele Pornos schaut. Ja, Pornos. Eine Achtjährige. Und als ich sage, dass das ja leider vermutlich keine Qualitätspornos seien und meine andere Kollegin meint „es gibt Qualitätspornos?!?“ wird mir wieder klar, dass meine Feminist*innenblase auch hauptsächlich online stattfindet.

Nun, ich gehe auch nach dieser aufschlussreichen Pause wieder an meinen Rechner und zimmere relativ zügig den Vortrag fertig. Der ist jetzt ziemlich lang, ich muss den dringend mal probehalten, um zu wissen, was ich noch kürzen muss. Grad geht das aber nicht, also mache ich mich daran, die „norwegische, populärwissenschaftliche Zusammenfassung“ der Thesis zu schreiben, die die Fakultät auch unbedingt haben will. Ich stelle mal wieder fest, dass meine produktivste Zeit am Nachmittag ist, wenn ich meistens zu Hause hocke und Kinder davon abhalte, die Bude auseinanderzunehmen. Nach knapp eineinhalb Stunden ist die Zusammenfassung fertig und ich schicke sie dem Chef mit Bitte um Korrektur. Ich schaue kurz in die Bus-App und sehe, dass der nächste Bus in sieben und der nächste danach erst in 47 Minuten geht. Da es fast sechs ist, beschließe ich den ersten Bus zu nehmen, speichere hastig die Präsentation auf dem Server und einem USB-Stick, werfe mich in Jacke und Co und laufe los. (Meine arme Kollegin, die die Abgabe ihrer Dissertation für kurz nach Ostern plant, sitzt da noch.) Ich erwische den Bus mit den letzten Batterieprozenten meines Handys und fahre nach Hause. Das allerletzte Prozent geht für ein Foto drauf.

Zu Hause angekommen muss ich sehr dringend mein Handy laden aufs Klo, das hab ich in den sieben Minuten nicht mehr geschafft. Dann Abend-Gedöns, Michel ist mit seinem besten Freund im Indoorspielplatz, Pippi verwüstet die Wohnung aber auch im Alleingang. Ich püriere die Möhrensuppe, die Herr Rabe am vorbereiten ist, Michel kommt und erzählt und fordert und Michel und Pippi schlagen sich ein bisschen und naja, Familiendinge eben. Wir essen, Pippi isst ein bisschen Suppe, Michel isst nichts aber dann später trocken Brot. Pippi ist hundemüde und ich mache sie unter Kämpfen bettfertig. Bringe sie ins Bett und lege mich danach noch zu Michel, der noch viel zu erzählen hat, sich dann aber nach der dritten Ermahnung doch umdreht und nach zwei Minuten tief und fest schläft.

Ich schleiche aus dem Kinderzimmer und ziehe meine Sportklamotten an. Hopse 32 Minuten lang vor dem Fernseher herum und bin danach völlig erledigt, der Foundation gibt das jetzt auch den Rest, aber danach muss ich ja eh nur noch duschen. Das mache ich auch, mit Lila-Shampoo und Ganzkörperpeeling ist das nahezu Wellness. Herr Rabe kommt nach Hause und ich entscheide mich dazu, jetzt doch nicht mehr zum Restaurant und zur Post zu gehen, weil ich eigentlich gar keine Lust habe, mich nochmal anzuziehen und morgen reicht das beides auch noch. Ich gehe also nach Hautpflegegedöns ins Bett, esse da noch einen Joghurt mit Walnüssen und Honig und verblogge den Tag. Jetzt werde ich dann auch keinen Probevortrag mehr für Herrn Rabe halten und gleich einfach schlafen. Hurra!

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Auto-Lobhudelei: Ich tue grad viel und rege mich wenig auf.

Ein Gedanke zu “Tag 936 – #WmDedgT im März ‘18.

Ich freue mich über jeden Kommentar, außer er ist blöd, dann nicht. Außerdem ist jetzt wohl der richtige Zeitpunkt, um Ihnen mitzuteilen, dass WordPress bei jedem Kommentar eine mail an mich schickt, in der die Mailadresse, die Sie angegeben haben und auch ihre IP-Adresse stehen. Müssen Sie halt selbst wissen, ob Sie mir vertrauen, dass ich diese mails von meinen Devices alle sofort lösche, und ob Sie damit leben können, dass WordPress diese Daten auch speichert (damit Sie nämlich beim nächsten Mal hier einfacher kommentieren können).

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