Tag 937 – No pressure.

Ich habe heute den Druck meiner Dissertation in Auftrag gegeben. Weil es dazu einige Missverständnisse gab, hier mal eine kleine Erklärung, wie das hier (also an der Medizinischen Fakultät der NTNU) so läuft.

Man hat ja seine Diss zur Begutachtung sowohl elektronisch als auch ausgedruckt abgegeben. Das geht dann an die Opponenten und die begutachten den das Ganze und schreiben mehr oder weniger hilfreiche Kommentare zurück. Meine waren sehr hilfreich und umfassten zum Beispiel auch „bei Paper 2 sind die Abbildungen sehr klein“. Ich habe daraufhin nachgefragt, ob ich die Änderung „größere Abbildungen in Paper 2“ beantragen muss, denn Änderungen am Manuskript müssen eigentlich vor dem Druck von der Fakultät genehmigt werden und dann in einer Errata-Liste in der Thesis festgehalten werden. Meinen Fall betrifft das aber nicht. Gut!

Was im Gegensatz zum Manuskript noch mal geändert werden musste (auch ohne Erratum), ist das Entfernen der Titelseite. Die wird nämlich von der Druckerei erstellt und sieht für alle gleich aus. Genau wie der Umschlag. Und nein, eine andere Druckerei als die zwei von der Uni genehmigten darf ich nicht nehmen, aus genau dem Grund nämlich, dass das alles standardisiert ist.

Jo, hübsch hässlich.

Dann muss man noch eine Zusammenfassung auf Norwegisch schreiben, die direkt hinter die erste Seite kommt und unter der auch nochmal steht, wer man ist, wer’s betreut hat, wer’s finanziert hat und dass die Arbeit als verteidigungswürdig eingestuft wurde. Plus Datum, Ort und Uhrzeit der Disputation. An die Fakultät muss man dann nochmal diese Zusammenfassung auf Norwegisch und, wie ich heute feststellen durfte, auch auf Englisch schicken. Das packen die dann in ihre Alumnews und so, deshalb muss das auch ganz einfach geschrieben sein. An so Populärwissenschaftlichem Tralala habe ich aber ja großen Spaß, das war also nicht das Problem. Zumindest auf Englisch nicht.

So, und jetzt hat man also kein Titelblatt mehr, dafür die Zusammenfassung drin, dann kann man das jetzt bei der Druckerei hochladen. Vorher muss man sich noch eine ISBN-Nummer generieren, das geht aber ganz einfach über einen Link auf der Druckereiwebseite. Dann trägt man alles mögliche im Formular bei der Druckerei ein, Name, Institut, Englisch/Bokmål/Nynorsk… sowas eben. Dann wird das Titelblatt generiert und der Umschlag und man kann nochmal kurz über das Layout seufzen. Und dann, endlich, lädt man sein PDF hoch. Man sollte wirklich, WIRKLICH nur ein PDF haben (und nicht acht, wie eine gewisse Person), weil man nämlich jetzt erstens die Gesamtzahl der Seiten und zweitens die farbigen Seiten angeben muss. Und das wird eine elendige Rechnerei bei mehreren Dokumenten und wenn man dann noch Kontroletti-Neigungen hat, tippert man im Kommentarfeld nochmal ganz genau ein, welche Seiten von welchem Dokument genau denn nun farbig sein sollen. Es gibt dann auf der finalen Hochlade-Seite noch ein Feld, nämlich „Wieviele Ausgaben werden von wem bezahlt?“. Nun, die Antwort auf diese Frage ist im Prinzip einfach: die Fakultät will 80 Ausgaben und die sollen aus Projektmitteln bezahlt werden. Bei ~350 NOK pro Ausgabe wird das dann ne Stange Geld, ja. Man kann natürlich noch selbst für 350 NOK das Stück eine für die Oma/Nachbarin/Altpapiertonne drucken lassen, aber erfahrungsgemäß bleiben eh reichlich Exemplare übrig. Bei der Disputation liegen nämlich die gedruckten Ausgaben aus und jede*r, der*die da ist, nimmt sich eine. Eine landet beim Chef im Büro, eine in der Bibliothek, die restlichen 20-40 landen im Kopierraum und fristen da ein trauriges Dasein, bis in 3 Jahren mal ein Masterstudent eine aus der Kiste holt. Aber theoretisch könnten ja auch 75 Leute zur Disputation kommen. (Oder 85, in den Hörsaal passen 90 Leute.) Deshalb 80.

In die zwei Felder trägt man also ein: Kandidat 0, Institut 80, darunter noch die Projektnummer, fertig. Und in ein paar Tagen kommt dann die Druckfahne.

Shit’s getting real.

___

Auto-Lobhudelei: vernünftig gewesen und Räume gebucht, um die Präsentationen zu üben.

3 Gedanken zu “Tag 937 – No pressure.

  1. Tiana schreibt:

    Werden eure Arbeiten auch online publiziert? Das ist gerade bei uns die heisse Debatte, da viele, die keinen Verlag finden, die Onlinepublikation vorziehen. Die Pflichtexemplare müssen hier nämlich aus der eigenen Tasche bezahlt werden und die Zahl versucht man natürlich gering zu halten.

    Gefällt 1 Person

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