Tag 1272 – #WmDedgT im Februar ‘19.

Ja, es ist schon wieder der 5. und da will Frau Brüllen wissen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Also will ich das mal aufschreiben.

Ganz kurze Zusammenfassung: inspizieren.

Etwas länger: Der Wecker klingelt um viertel nach fünf, wie immer. Ich quäle mich mit viel Mühe aus dem Bett, ich habe beschissen geschlafen. Wie immer mache ich zuerst die Kaffeemaschine an, seit gestern hat sie eine eigene Steckdose und funktioniert deshalb endlich unabhängig von der Arbeitsplattenbeleuchtung, was natürlich um die Zeit völlig egal ist, weil das Licht eh an ist. Ich mache den Haferbrei für die Kinder fertig und dann gehe ich duschen. Nach dem Duschen, Eincremen, Föhnen und anziehen und schwupps ist es sechs, ohne Witz, ich habe keine Ahnung wo morgens diese Zeit hingeht, sie verfliegt einfach ohne dass ich gefühlt irgendwas sinnvolles tue.

Ich mache Kaffee und will grade etwas angesäuert den Mann mit Kaffee aus dem Bett werfen locken, da kommt er mir mit Pippi auf dem Arm entgegen. Gut, dann gehe ich mich schminken. Als ich damit fertig bin, sind beide Kinder immerhin wach und ich schicke sie zum Anziehen nach oben, wo Herr Rabe duscht. Ich mache so lange Brotdosen (schlechte Absprache gestern, daher ist das nicht gestern schon passiert) und packe den Kinderkram und meinen Kram zusammen. Um fünf vor sieben (die Zeit! Wo geht sie hin???) stehen Nörgel-Pippi und Laber-Michel im Flur und machen mäßig mit, Herr Rabe rödelt noch. Wir labern Klamotten an die Kinder und sind tatsächlich um kurz nach sieben alle im Auto. Pippi hat Kacklaune, weil sie ihre Thermoskanne nicht mit Kakao füllen durfte, aber das kann ich nicht wirklich ändern.

Wir setzen Michel an der Schule ab und er geht allein in den Hort-Raum, wir schrecklichen Rabeneltern.

Ich setze Herrn Rabe und Pippi am Kindergarten ab, drehe, warte kurz, sammle Herrn Rabe wieder ein und wir fahren zum Bahnhof. Wir bekommen beide den Zug um 07:30 und ich schreibe meiner Kollegin, dass ich von der Zugstation zum Hersteller laufe, weil ich früh genug bin.

Ich sitze also erstmal eine knappe Stunde im Zug und dann gehe ich eine viertel Stunde durch einen verschneiten Osloer Vorort. Tatsächlich bin ich um zwanzig vor neun zeitgleich mit der SMS meiner Kollegin beim Hersteller: der Kollege nimmt den Zug, der in Eidsvoll um 07:51 gefahren wäre, der hat aber 10 Minuten Verspätung. Ich feiere, dass ich der Igel bin und ziehe schon mal meine besseren Schuhe an. Meine Kollegin und der Kollege kommen um 08:56 mit dem Taxi.

Dann Inspektion. Geheim halt. Ich schlage mich wacker, denke ich. Dieser Hersteller ist ganz anders als der letzte, in ganz vieler Hinsicht. Unpassender Weise muss ich bei einer Geschichte wirklich lachen. Tjanun.

  • Wir inspizieren nach dem Mittagessen direkt die Produktionsanlage und das Labor und ich bereue meine Schuhwahl. Ewig lang neben einem Dings stehen und sich alles in allen Feinheiten zeigen und erklären zu lassen, macht mit mittelhohen Absätzen schon nur noch mittel viel Spaß.
  • Heute inspizieren wir bis kurz nach fünf und sitzen dann zusammen bis halb acht. Ich überrede meine Kollegin und den Kollegen zum Laufen statt Taxi und so kriegen wir einen Zug um viertel vor acht. Ich steige noch um und sitze bis zehn vor neun im Zug, wo ich erst recherchiere, ob ein Bus nach Hause kommt, wenn ich in Eidsvoll bin (nein), ob ich einfach ein Taxi nehmen kann (nur mit gutem Grund) und dann, ob ein guter Grund sein könnte, dass ein Taxi für den Staat günstiger sein könnte, als mich für eine halbe Reisestunde zu bezahlen (knapp, so knapp, dass ich das nicht ohne vorher das ok von meiner Chefin eingeholt zu haben machen will). Ich seufze herum und beschwere mich bei Herrn Rabe und der sagt, er holt mich ab. Ich hadere damit, dass er dann ja die Kinder allein zu Hause lassen muss. Michel gibt sein ok, der ist nämlich noch halb wach, damit ist das geklärt.
  • Ich fange schon mal an zu bloggen und dann bin ich auch schon am Bahnhof und werde schon abgeholt. Um neun sind wir zu Hause. 14 Stunden unterwegs.
  • Die Reihenfolge zu Hause ist Klo–Essen/mit Herrn Rabe unterhalten–Sofa/Bloggen–Bett. Ich bin sehr fertig und morgen klingelt der Wecker wieder um viertel nach fünf. Mal sehen, ob wieder ein paar Eichhörnchen gegrillt werden.
  • 3 Gedanken zu “Tag 1272 – #WmDedgT im Februar ‘19.

    1. FrauC schreibt:

      Ist man in Norwegen ein Rabenelter, wenn das Kind allein in den Raum geht? Hier sind Sie Helikoptermutter, wenn Sie es bringen! Die Schulen haben teilweise „ab hier allein“-Schilder am Hoftor…

      Gefällt 1 Person

    2. Sandra schreibt:

      @FrauC: egal, wo man ist- ich denke, das erzählt einem das Kind, wenn man es fragt oder es erzählt es einem bei passender Gelegenheit von selbst zu einem späteren Zeitpunkt im Leben. Ich meine, es kommt darauf an, was man für ein Kind hat. Manche wollen alles alleine machen und andere fühlen sich allein, wenn sie nicht begleitet werden und sind traurig.

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