Tag 1280 – Aber Trondheim ist doch so schön!

Das hier muss ich Ihnen gleich erzählen, bevor ich heute Abend wieder zu müde für alles bin (und Karnevalskostüme basteln muss, aber das ist eine andere Geschichte).

Am Bahnhof in Oslo wartete ich auf einen wie immer verspäteten Zug, als mir jemand zunickte, so wie man halt jemandem zunickt, den man kennt, von dem man aber zu weit entfernt steht, um Hallo sagen zu können. Es war der K. aus Trondheim, einer der Bioinformatiker aus der Gruppe, in der ich vier Jahre herumgedoktert habe.

„Ach, hi!“, sagte ich.

„Hallo.“, sagte K.

„Was machst du denn hier?“

„Ich war bei einem Meeting. Und jetzt fliege ich weiter nach Bergen.“

„Oh, da hast du aber echt Pech, dass das hier einer der vollsten Züge des Tages ist, Pendlerstrecke, Rush Hour…“, sagte ich, während der Zug einfuhr.

„Hmmhmm.“, sagte der K. und wir stiegen ein.

Der Zug war wirklich sehr voll und wir standen unangenehm nah, aneinander, an anderen Leuten, alles nicht schön. Pendlerstrecke, Rush Hour.

Die Sekunden verstrichen, dann die Minuten. K. sagte absolut gar nichts.

„Und? Irgendwas neues aus Trondheim?“, fragte ich, als ich das Schweigen nicht mehr aushielt.

„Nö, eigentlich… nicht.“

„Ich hab mitgekriegt, der Ex-Chef ist auf Sabbatical in den USA?“

„Ja? Ach.“

Und dann schwiegen wir uns die restlichen 20! Minuten! Zugfahrt bis zum Flughafen an.

Meine Fresse, was bin ich froh, nicht mehr da zu wohnen, wo sowas eine völlig normale Begegnung zwischen Kollegen darstellt.

___

Die Geschichte, wie ich beim Tippen fast meine Zughaltestelle verpasste, nur um dann am Bahnhof festzustellen, dass ich meinen Schlüsselbund mit Autoschlüssel dran zu Hause vergessen habe, wodurch ich natürlich keine Chance hatte, beide Kinder innerhalb 40 Minuten in 2,5 km voneinander entfernten Einrichtungen abzuholen, die erzähle ich dann morgen. Ach nee, Karnevalskostüme, Dorftreff, alles, gar keine Zeit. Kurzfassung: ich hatte keine Chance, Michel ist jetzt bei seinem Freund, der eine sehr hilfsbereite Mutter hat, Pippi und ich sind Bus gefahren, die Mama unseres Babysitters hat fast einen Herzinfarkt bekommen, als sie meinen (verpassten) Anruf auf dem Handy sah, weil sie dachte, sie hätten vergessen, die Kinder abzuholen, aber alles ist gut. Ich weiß jetzt sogar den Code für unseren Schlüsselsafe.

Ein Gedanke zu “Tag 1280 – Aber Trondheim ist doch so schön!

  1. soonnii schreibt:

    Liebe Frau Rabe, ich erinnere mich noch gut an die letztjährigen Dieb-Kostüme mit Mütze und Schlafanzug nach Michels herrlichem Entwurf und bin schon gespannt, was es dieses Jahr gibt. :-)
    LG Sonni

    Gefällt mir

Ich freue mich über jeden Kommentar, außer er ist blöd, dann nicht. Außerdem ist jetzt wohl der richtige Zeitpunkt, um Ihnen mitzuteilen, dass WordPress bei jedem Kommentar eine mail an mich schickt, in der die Mailadresse, die Sie angegeben haben und auch ihre IP-Adresse stehen. Müssen Sie halt selbst wissen, ob Sie mir vertrauen, dass ich diese mails von meinen Devices alle sofort lösche, und ob Sie damit leben können, dass WordPress diese Daten auch speichert (damit Sie nämlich beim nächsten Mal hier einfacher kommentieren können).

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s