Tag 1354 – Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Als Inspektørin müsste ich ja eigentlich wissen, wie das mit dem „Verantwortungsvollen Verwahren von Arzneimitteln“ geht. Ich weiß das auch und mir war bewusst, dass das bei uns suboptimal ist.

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Pippi steht morgens am Wochenende nun immer allein auf. Nachdem sie daran gescheitert ist, einen von uns wach zu machen, jedenfalls.

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Kurz vor Ostern. Ich komme ins Wohnzimmer. Pippi isst ein Überraschungsei, dass sie sich aus dem Schrank weit oben in der Küche geholt hat, indem sie einen Stuhl an die Arbeitsfläche geschoben hat und dann auf selbige geklettert ist.

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Ich höre etwas das klingt wie die Brotschneidemaschine. Ich stehe dann doch lieber mal auf.

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Pippi sitzt im Bad, um sie rum ein Haufen Pflasterverpackungen. Auf dem Waschtisch noch mehr Pflasterverpackungen, ein paar Hustenbonbon-gratis-Apotheken-tütchen und… Tablettenblister. Der Medizinschrank mit den „angebrochenen“ Dingen auf. Schlaftabletten aus schlechteren Zeiten, Betablockerreste für eventuelle schlechtere Zeiten, Kopfschmerztabletten, Reiseübelkeitstabletten, solche Dinge sind da drin. Sollten drin sein. Ich finde die Schlaftabletten. Der Blister mit den Betablockern ist leer, da fehlen 1,5 Tabletten. Omg. Hat Pippi 75 mg Metoprolol gegessen? Jetzt nicht schimpfen. Nicht schreien. Keine Panik. Alles wird gut. Giftnotruf? Hast du Tabletten gegessen? Die schmecken sauer. Hast du die ausgespuckt? Nein. Welche hast du gegessen, wie sahen die aus? Pippi weint. Guck mich an, Pippi, du kannst sehr krank werden, wenn du Tabletten nimmst, die wir Dir nicht gegeben haben, welche hast du genommen? Waren die so lang? Nein. Waren die rund? Ja. Die waren sauer. Hast du von den langen welche in den Mund genommen? Nein.

Sowas braucht im Übrigen kein Mensch. Ich fand beide 1,5 Tabletten Betablocker dann noch, eine im Ausguss, eine im Müllhaufen. Die kleinen runden, von der sie also maximal eine wirklich geschluckt hat (ich fand halb zerkauten Brei im Waschbecken) war Ibuprofen 200. Aber das hätte sowas von in die Hose gehen können. Ich danke der Pharmaindustrie für Bitterstoffe in Pillen die nicht zum Zerkauen gedacht sind, ich verfluche mich, die dachte, Vitamin-D-Tabletten aus Blistern täglich, what could possibly go wrong? Und noch viel mehr verfluche ich die total verantwortungslose Aufbewahrung unserer Medikamente.

Bitte schließen Sie ihre Medikamente weg.

Und wenn Sie nicht wollen, dass ihr Kind sich komplett mit ewig haltenden Kinderpflastern beklebt, selbige gleich mit.

Aber wenigstens die Medikamente, ja?

Ja.

7 Gedanken zu “Tag 1354 – Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

  1. Sunni schreibt:

    Hier mal vor langer Zeit EInpinseln mit Jodlösung, Kind und alles drumherum. Seitdem alles unerreichbar für Kinder, bis dann die Enkel kamen und laufen konnten und neugierig waren: Oma, was sind das alles für Bonbons in der Schublade…?Auch da nun alles abgeschlossen. Aber vorher das gleiche ellenlange Verhör und gruselige Angst, weil außer einer geschenkten Packung Arnikaglobuli da nichts Ungefährliches drin liegt.

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  2. virtuellesgluecksbuero schreibt:

    Aua. Das war ja echt schrecklich. Ich dachte mal, ich sei klüger. Alles Medizinische vorbildlich weggesperrt. An die Mittelchen für den Garten haben wir gar nicht gedacht. Dünger, Zeugs gegen Schildläuse…. Schneckenkorn. Das ging so lange gut, bis Besuchskinder da waren. Mit manchen Kindern potenzieren sich die doofen Ideen, aber das weiß man auch immer erst hinterher.
    Sie fütterten den ewig hungrigen Nachbarpudel mit einer leckeren Garagenmischung.
    Er hat es knapp überlebt. Mein Geldbeutel die Tierarztrechnung auch, aber auch nur eben so.
    Der bange Blick der armen Nachbarin… ich krieg heut noch das Grausen.
    LG

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  3. filzundfaden schreibt:

    Medikamente weggeschlossen aufbewahren ist nur der Anfang. Vorsicht ist auch geboten, wenn OmaOppa oder man selbst diese netten kleinen Tablettenboxen hat oder man „nur mal kurz“ eine Pille vor dem Frühstück neben den Teller legt. Uns hat das einen Tagesaufenthalt im Krankenhaus beschert, weil das Antidepressivum plötzlich nicht mehr neben dem Teller lag, sondern im Zweijährigen verschwunden war. Die Giftnotrufzentrale befürchtete die Gefahr von Herzrhythmusstörungen. Ein fitter Zweijähriger 24 Stunden am Dauer-EKG im Krankenhaus bei schönstem Sommerwetter. Das braucht man auch nicht…

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