Tag 1447 – Touristenprogramm.

Heute neu, mit Titel. Gestern fielen mir beim Tippen schon die Augen zu, heute ist es etwas besser, da null Tequila-Aufnahme und sagenhafte 10,5 Stunden Schlaf (in denen ich mich laut Sleeptracker-App quasi nicht bewegt habe) in der letzten Nacht. Apropos Schlaf: vielen Dank für all Ihre Kommentare, wirklich, ich freue mich, dass Sie so Anteil nehmen, aber Ratschläge sind, zumindest die ungebetenen, halt auch Schläge. Ja, ich bin manchmal echt genervt von den Kindern und ich möchte mir darüber Luft verschaffen können, ohne direkt die Selfcare-Keule um die Ohren gehauen zu bekommen. Bei uns läuft nicht immer alles perfekt und ich finde, das Internet ist schon voll genug von harmoniestrotzenden Familien, während ich im echten Leben viele müde, genervte und sich im Alltag aufreibende Eltern sehe, die dem harmoniestrotzenden Idealbild hinterherhecheln. Dieser Blog ist hoffentlich einer, dem niemand hinterherhechelt. Wenn ich etwas bei den Lesenden auslösen will, dann keinen Neid sondern ein Gefühl von nicht allein sein mit den alltäglichen Problemchen, die viele Eltern eben haben. Und daran, kein Reflexhaftes Ratschlaggeben bei den Lesenden auszulösen, arbeite ich dann mal noch.

Jetzt aber zu etwas schönerem: die frische Frau Doktor und ich haben heute Touriprogramm gemacht. Hier ist alles ganz pittoresk und süß, bunte Fachwerkhäuschen und Weinanbau und überall Boote, das finde ich als gebürtige Flachländlerin ja alles sehr sehr hübsch. Allerdings glaube ich der frischen Frau Doktor aufs Wort, dass das alles sehr trist wird, wenn nach der Saison die Bürgersteige hochgeklappt und die Luft aus den Fachwerkhäuschen gelassen und die gesamte Altstadt für den Winter eingepackt wird. Aber jetzt im Sommer ist es trotz Regen heute sehr schön und es gibt gutes Eis mit Entenbabybesuch.

Zum Abendessen unternahmen wir mit dem Freund der frischen Frau Doktor einen Ausflug nach Überlingen, da gibt es sogar Bananen. Okay. Sehr kleine Bananen. Aber: Bananen!

Einen richtigen Kakteengarten gibt es auch. Diese hier musste ich fotografieren, weil ich finde, dass sie, je länger man sie anguckt, umso seltsamer bis ekliger aussieht.

Es ist schon sehr schön hier. Aber ich freue mich auch, morgen wieder nach Hause zu kommen. Ich vermisse sie ja doch, die Rübennasen.

5 Gedanken zu “Tag 1447 – Touristenprogramm.

  1. Sunni schreibt:

    Kommen Sie gut nachhause! Und ich sag es mal provokant frech heraus: Wie wunderbar, dass Sie jemand sind, der NICHT perfekt ist und wo Familie eben Ecken und Kanten hat. Es wird schon viel zu viel gelogen, hier und da und dort! Genau das macht Sie nämlich glaubhaft.Herzlich, Sunni, die alles andere als perfekt ist und war, aber gekämpft hat wie Sie.

    Liken

    • FrauC schreibt:

      Unbedingt! Und bitte entschuldigen Sie, wenn mein Kommentar irgendwie belehrend oder so rüberkam. Ganz im Gegenteil wollte ich Sie ermutigen, sich nicht vom heilen Bloggerleben verrückt machen zu lassen, sondern einfach zu tun, was Sie für richtig halten.

      Gefällt 1 Person

  2. Sandra schreibt:

    „das Internet ist schon voll genug von harmoniestrotzenden Familien…“ da fehlt noch das Detail der superaufgeräumten, top gestylten Wohnungen (komischerweise lauter weiße Möbel ohne Dreckspuren trotz Kleinkindern) mit unzähligen liebevoll gestalteten DIY Projekten. Leben, Beziehung, Familie sind nicht immer Bullerbü. Man darf auf mal genervt sein. Ich weiß ja, dass gerade im Internet mächtig gelogen wird (viele Blogs bessern durch nette Geschenke irgendwelcher Firmen das Familieneinkommen auf), aber es nervt mich doch immer wieder.

    Gefällt 1 Person

  3. Mamamaj schreibt:

    Hallo Frau Rabe,
    Genau aus dem Grund, weil bei dir nicht gelogen oder aufgehübscht wird les ich dich jetzt seit… es deinen Blog ein halbes Jahr gibt jeden Tag. Vielen Dank also für den Einblick in dein echtes Leben, ganz ohne Werbung und beschissene Basteltipps!
    Liebe Grüße von Mamamaj

    Gefällt 1 Person

  4. Daniela schreibt:

    Liebe Frau Rabe,
    es stimmt, der Grat zwischen Mitgefühl und Übergriffigkeit ist in so einer Kommentarspalte ein äußerst schmaler. Es tut mir aufrichtig leid, falls ich übergriffig war, mein Anliegen sollte sein: i feel you. Ich hab eben diesen Frust auch durch, bei mir kam immer noch großes schlechtes Gewissen dazu, dass mir das stundenlange Rumliegen im dunklen Zimmer keine Mutterfreude und Erfüllung brachte, sondern vor allem Frustration und Gereiztheit, die ich nicht verschleiern konnte. Und deswegen lese ich so wahnsinnig gern bei Ihnen: weil Sie mir zeigen, dass ich damit nicht allein bin, und dass das auch ok ist, wenn nicht alles rosaglitzer ist. Das suggerieren mir andere Blogs oft. Und wenn man dann im Freundeskreis die erste Muddi ist, und man keinen zum austauschen hat, dann guckt man halt im Internet. Und Ihre Aufrichtigkeit und Schonungslosigkeit hat es mir oft leichter gemacht, wenn ich mich ähnlich fühlte.
    Danke fürs Ungeschönt-Sein!
    Herzlichst,
    Daniela

    Gefällt 1 Person

Ich freue mich über jeden Kommentar, außer er ist blöd, dann nicht. Außerdem ist jetzt wohl der richtige Zeitpunkt, um Ihnen mitzuteilen, dass WordPress bei jedem Kommentar eine mail an mich schickt, in der die Mailadresse, die Sie angegeben haben und auch ihre IP-Adresse stehen. Müssen Sie halt selbst wissen, ob Sie mir vertrauen, dass ich diese mails von meinen Devices alle sofort lösche, und ob Sie damit leben können, dass WordPress diese Daten auch speichert (damit Sie nämlich beim nächsten Mal hier einfacher kommentieren können).

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s