Tag 1934 – Gamifisering.

Aus Gründen machen Herr Rabe und ich ja in, oh, vier Wochen schon, den Einbürgerungstest. Allerdings macht niemand einen Sprachtest, auch das aus Gründen. Jedenfalls sollte man für den Einbürgerungstest doch ein bisschen üben und so haben wir uns eine App dafür heruntergeladen und je 99 Kronen für die Vollversion bezahlt. Weil ich, wieder aus Gründen, Twitter grad nicht ertrage, brauche ich eh eine Ersatzhandlung und was bietet sich da besser an, als ein bisschen Wissen zu daddeln. Der Test, den ich machen werde – aus, Sie ahnen es, Gründen ein anderer als der, den Herr Rabe machen wird – besteht aus 38 Multiple Choice Fragen, von denen 29 richtig beantwortet werden müssen. Ich kann also so Fragen wie nach dem Gründungsdatum der UN (24.10.1945) oder der Unterzeichnung des Schengenvertrags (14.6.1985) ruhig verkacken, wenn ich dafür weiß, wie viele Kinder das aktuelle Königspaar hat (2) oder wie hoch Galdhøpiggen ist (2469 Meter). Oder halt weiß, was Religionsfreiheit bedeutet oder Demokratie.

Letzteres ist natürlich für mich Pipifax, aber es deprimiert auch ein wenig, zu wissen, dass das für manche Erwachsene, die nach Norwegen einwandern wollen, ganz neue Erfahrungen sind. Dass es Länder gibt, wo „Gewaltenteilung“ höchstens ein nettes Konzept ist, das auf dem Papier existiert, wenn überhaupt, aber die Lebensrealität sieht anders aus. Andererseits braucht man sich gar nicht mal so weit aus „unserem“ Kulturkreis herausbegeben und schon ist man in einem Land mit nur 2 politischen Parteien, in dem der Staatschef die obersten Richter*Innen aussucht und versucht, die Medien zu kontrollieren, und in dem unliebsame Wähler*Innengruppen aktiv an der Ausübung ihrer demokratischen Grundrechte gehindert werden. Ab nächster Woche dort dann echte Diktatur.

Herr Rabe ist nicht da, der macht gruselige Sachen: Präsenzveranstaltung in einem Hotel, mit Übernachten, mit Leuten aus ganz Norwegen. Es gibt ein Hygienekonzept (und wie man weiß, verhindert das allein schon jede Ansteckung) und solche Veranstaltungen sind in Norwegen (noch) nicht (wieder) verboten, also kann die Buchung auch nicht gecancelt werden, ohne dass man auf den Kosten sitzen bleibt. Es ist alles wunderschön.

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