Tag 2026 – Verquatscht (x2).

Michel wurde heute von seinem sehr spontanen Kumpel zum Film schauen eingeladen. Michel ist nicht sehr spontan. Und obwohl er Lust hatte, schaffte er es nicht, sich darauf einzulassen. Ich bat an, ihn hinzubringen, dann war es halbwegs ok, allerdings gestand er mir dann beim Warten im Flur in der Lautstärke des Flügelschlags eines Schmetterlings, dass er einfach am liebsten gar nicht allein da bleiben wolle. Ich sagte, ich könne noch ein bisschen bleiben, aber nicht ewig.

Dann bot mir die Mutter des Kumpels ein Glas Wein an, wir saßen schlussendlich jede an einem Ende der Küche und Michel hatte den Luxus, Mama den ganzen Film über greifbar zu haben.

Das war ein sehr netter Filmabend, doch. Es tut gut, sich hin und wieder in 3D mit einem anderen Menschen auszutauschen. Mit dem man nicht zusammen wohnt.

Nur wie wir Michel jemals wieder von uns loseisen sollen, ist mir grad ein Rätsel. Mehr Routine, mehr Vorausschaubarkeit, auf alles vorbereiten, mehr reden, nehme ich an. Noch mehr.

Natürlich musste trotzdem im Bett vorgelesen werden und wir sind bei Harry Potter jetzt langsam da angekommen, wo es eigentlich zu spannend ist, um es vorm Schlafen zu lesen. Michel versteckte sich vor lauter Aufregung unterm Kissen und quiekte laut und war insgesamt sehr gespannt – ich sagte ihm irgendwann, dass es noch weitere Bände gibt, in denen Harry und seine Freunde auch alle auftauchen, also niemand stirbt. Ich gestehe ja, dass ich bei spannenden Bücher erst den Anfang, dann das Ende und dann alles dazwischen lese, ich dachte, vielleicht hilft ihm das. Wir werden sehen, was passiert, wenn er selbst liest.

Im Anschluss in der Twitterkneipe versackt. jetzt müde, so viel Sozialkontakt an einem Tag, das überfordert mich doch.

3 Gedanken zu “Tag 2026 – Verquatscht (x2).

  1. faulthiel schreibt:

    Hey, bin jetzt 42 und immer wenn ich etwas Plane bin ich Feuer und Flamme. Kurz bevor es dann soweit ist bin ich total genervt und lustlos. Dann ist es aber doch total toll.

    Das war früher mal anders und noch früher schonmal so gewesen. Vielleicht hört das mit den Phasen niemals auf und vielleicht muss man Dingen einfach ihren Lauf lassen…

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  2. Nika schreibt:

    Fühle mich sowohl von Michel als auch von Mama immer sehr an mich selbst erinnert, vom Anhänglichsein und Nicht-Spontan-Sein bis Ohrabkauen und Sozialkater und und und. Ich habe Autismus und ADHS, falls es wirklich mal problematisch wird lohnt es sich vielleicht, mal in die Richtung zu forschen. In jedem Fall liebe Grüße und gute Nerven für den letzten Rest der Coronazeit….

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  3. Birgit schreibt:

    Hihi, genau SO lese ich meine Bücher auch immer, meine Familie hat null Verständnis dafür. Danke dir.
    Das mit Michel wächst sich aus. Du machst das richtig: ihn nicht zu etwas zwingen und seine Ängste akzeptieren und verstehen. Irgendwann merkt er von selbst, dass seine Bedenken nicht nötig sind (sagt eine Mama von 3 inzwischen erwachsene Kindern) 😘.

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