Ich habe soeben einige Weißwaren bestellt. Wir können dann jetzt unsere Küche technisch bedeutend upgraden. Das war teuer, aber eine Ausgabe, die wir eingeplant haben und tatsächlich haben wir durch das Warten auf Black Friday immerhin etwas gespart. Ich habe auch gestern schon einen Quooker im Black Friday-Angebot bestellt, weil der Installateur eh nicht zu Potte kommt.
Uffz. Das war überraschend nervtötend. Jetzt lieber schnell schlafen, morgen muss ich bügeln, Sonntag haben die Kinder „Baum anzünden“* mit dem Korps.
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*nicht tatsächlich einen Baum anzünden, das heißt nur so hier, wenn man „die Licher am Weihnachtsbaum anzündet“.
Es ist einfach der schlimmste Monat. Es ist kalt, aber noch nicht richtig kalt. Es ist dunkel, richtig dunkel. Es ist Eis auf der Straße. Es ist auch manchmal Schneematsch auf der Straße. Es ist noch nicht Weihnachten. Alles ist tot. Alle arbeiten rund um die Uhr, was soll man auch sonst machen. Alle haben schlechte Laune, aus allen den oben genannten Gründen.
So viel Vitamin D kann man echt gar nicht nehmen, damit das erträglich wird. Wenn ich Winterschlaf halten könnte, wäre ich sofort dabei. Im Herbst eine Speckschicht anfuttern und dann bis Mitte April in irgendeiner Höhle schlafen. Ich finde, das könnte man mal entwickeln.
Aber stattdessen schlafe ich, wenn’s hoch kommt, sechs Stunden und recherchiere spät abends noch Backöfen im Black Friday Angebot. Unser Backofen ist zwar so ganz ok, aber da er ein Kombigerät mit einer wirklich grottigen Induktionsplatte oben drauf ist, muss er trotzdem gehen. Und dann ist halt die Frage, ob man viel oder richtig viel Geld ausgeben will. Da kann eine schon mal nachts drüber nachdenken, ob es wirklich eine Dampf- und eine Airfryer- und eine Pyrolysefunktion und drölfundsechzig Programme für alles und Tralala sein muss. Andererseits kauft man vielleicht alle 20 Jahre mal nen Backofen.
Nen Backofen, der nen Essensplan macht, mit ausgewogenen Mahlzeiten, die nicht zu viel bearbeitetes Zeug beinhalten, die sich in maximal 30 Minuten zubereiten lassen, und die beide Kinder essen, den würde ich nehmen. Die Zutaten entsprechend direkt nach Hause ordern auch bitte. Und von Ende Oktober bis Mitte April bitte auch selbsttätig zubereiten, da kann ich ja nicht, da halte ich Winterschlaf.
Bin heute ganz beflügelt aus meiner Geigenstunde rausgegangen, weil ich mit etwas über einer Woche Üben aus „Wahhhh, Hilfe!“ ein okayes Stück hinbekommen habe, mit sauberen Oktaven, sauberen Akkorden, und einer wesentlich entspannteren linken Hand. Sogar Lob vom Lehrer habe ich bekommen! Hurra! Vielleicht bin ich doch kein hoffnungsloser Fall. Wenn ich jetzt noch eine kleine Nachmusik in einem spielerischen, leichten, schnellen Tempo hinbekomme, bin ich zufrieden.
Danach war noch Ballett und da habe ich auch gekämpft (wie immer) aber auch das ging heute einigermaßen, sogar Balancieren. Wenn ich einigermaßen sage, meine ich: so dass ich zufrieden mit mir bin. Das ist alles jetzt nicht unbedingt auf Opernhaus-Niveau (weder Geige noch Ballett) aber ich merke selbst, wo ich besser werde. Und darauf kommt es an. Nur bin ich ja Westfälin, da ist „joa“ Lob genug.
Jetzt schnell Bubu machen. Morgen ist schon wieder ein (langer Arbeits-)Tag.
Furchtbar langweilig tatsächlich. Aber auch sehr gut. Lauter Routinen. Arbeit/Arbeit/Schule/Schule. Danach fahren wir in einem überfüllten Zug nach Hause, Einkaufen, Essen machen, einer fährt mit Michel zum Trompetenunterricht (er ist seit einem halben Jahr doch umgestiegen, er wollte ja ursprünglich für immer beim Kornett bleiben). Ich habe Streichorchester, von dem ich hier noch nie was erzählt habe, glaube ich. Quasi ein Geheimnis. Es ist auch nix dolles, aber macht Spaß. Und ich lerne was. Danach mache ich noch Sport, Herr Rabe bringt Pippi ins Bett, Michel geht selbständig ins Bett, ich dusche und dödele dann noch ein bisschen rum und jetzt ist Schlafenszeit. Morgen Büro und dann Geigenstunde – Schauen, was ich in einer Woche mit der Rode Etüde habe ausrichten können. Und einen Blick auf Eine kleine Nachtmusik 4. Satz werfen, die ganzen Verzierungen bringen mich sehr stark ins Schwitzen.
Vor drei Wochen fiel mir mein Telefon im Bad auf die Fliesen. Es machte ein ungutes Geräusch und tatsächlich war die komplette Rückseite gesplittert. Trotz Bumper und allem. Fortan hielt der Bumper die Glasstückchen an Ort und Stelle und ich meldete am Montag darauf bei IT, dass mein Telefon hinüber sei und ich ein neues bräuchte. Es war auch schon drei Jahre alt und wir können eigentlich nach zwei Jahren schon ein neues bekommen (aber wozu, wenn’s doch funktioniert?), insofern war das wirklich gar kein Problem. Es wurde auch am selben Tag bestellt, aber irgendwie zog sich die Lieferung bis letzten Freitag. Aber da, endlich, konnte ich mein altes Handy pensionieren. Dachte ich.
Shiny neues Telefon.
Tjanun. Die Übertragung im Büro lief nicht wie geplant und gestern startete ich die Installation dann doch noch mal from Scratch neu, weil irgendwas sich echt festgefahren hatte. Aber das funktionierte im zweiten Anlauf dann auch und es mussten „nur noch“ drülfzig Autentisierungsapps und ähnlicher Spaß umgezogen werden. Und dann war ich vor dem selben Problem wie in den USA: ich weiß ja mein Blog-Passwort nicht, alle Passwortmanager wissen mein Blog-Passwort ganz offenbar ebenfalls nicht und da ich, seit Herr Rabes Mailhost umgezogen ist, auch nicht mehr in meine Mails kam, half auch Passwort zurücksetzen nicht. Aber heute hat mir Herr Rabe dann erst mal den Zugang zu den Mails wiederhergestellt (falls Sie mir in den letzten ca. 6 Monaten „richtige“ e-Mails geschickt haben, sind die nicht angekommen und bis auf den letzten Monat ist auch nichts im Nachhinein aufgetaucht… vermutlich werden die recht fix wieder vom Mailserver gelöscht, was im Sinne des Datenschutzes ja gut ist. Aber es tut mir wirklich leid, falls mir da was durchgegangen ist). Dann konnte ich (im dritten Anlauf oder so, meine Güte, kann Technik nicht einfach funktionieren?) auch das Blogpasswort zurücksetzen und jetzt bin ich also wieder da! Das Passwort ist jetzt auch im Passwort Manager. Was für ein Aufriss.
(Ansonsten waren wir gestern „nur kurz“ bei Ikea und dann noch für Michel Winterschuhe und eine Skihose, und für beide Kinder Wollsocken und lange Unterwäsche kaufen, was nach dem Freitag für mich ziemlich unklug war. Aber irgendwie haben wir das auch überlebt und ich hab nur ein Mal fast geheult, worauf mich Herr Rabe gerettet hat. Bester Mann. Ich sollte wirklich mal langsam lernen, Rücksicht auf mich zu nehmen.)
Wir hatten „Abteilungstag“, vielleicht ist das einer der Tage im Halbjahr, den ich am meisten hasse. Das ist den ganzen Tag bei der Arbeit aufeinander hocken für „fachlichen Input“ (der irgendwie für 23 Leute mit komplett unterschiedlichen Aufgaben passen soll, also meist nur an der Oberfläche rumkratzt und keinen wirklich weiter bringt) und dann noch „was schönes“ miteinander machen. Also essen gehen. Um vier. Wie so Rentner.
Aber – es war (nach dem wirklich stellenweise quälend ätzenden Arbeitsteil) sehr nett und vor allem lecker beim Essen und weil danach ja noch sehr viel vom Abend übrig war, waren wir noch mit einigen in der Bar oben auf dem Munch-Museum und das war auch schön. (Anmerkung: das ist eine sensorisch angenehme Bar. Dunkel und nicht laut. Und man kann rausgucken und hat super Aussicht über Oslo.) Wir sind sogar fast ein bisschen versackt! Uiuiui.
Das Essen war Libanesisch, genauer große Meze-Platten zum Teilen für alle. Das war wirklich sehr sehr lecker. Falafel kriegt man hier äußerst selten in der Qualität, so gute habe ich zuletzt in Berlin gegessen.
Jetzt bin ich aber auch echt geschafft von dem Tag, meine Güte, war der lang. Und so viele Leute.
Hier geht das Leben denkbar langweilig seinem Gang. Es gibt wirklich kaum was zu berichten. Ich übe fleißig, unseren beheizten Berg rauf und runter zu fahren, das geht so ganz ok. Es liegt aber ja auch nur ein Zentimeter Schnee bisher. Diverse Handwerker melden sich nicht und ich ärgere mich darüber. In meiner Freizeit recherchiere ich Bratpfannen, weil unsere Alltagspfanne schon wieder hinüber ist. Keine gute Qualität (obwohl teuer). Aber nachdem ich die NDR-Podcastreihe über PFAS gehört habe, kommt mir eh kein Teflon mehr ins Haus*.
Ein bisschen Laune habe ich auch, das wird mit Sport und Geige und größtmöglicher Ordnund und Struktur erstickt.
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*Wo es sich vermeiden lässt, wie z.B. bei Bratpfannen. Mir ist durchaus klar, dass sich an einigen Stellen Teflon nicht oder nur extrem schwer ersetzen lässt.
Gestern war Nix. Nur Büro. Naja, und unsere Chefin wird nicht weg befördert. Das kam auch gestern offiziell raus (ich wusste das schon länger, weil ich Hobbydetektivin bin). Die Chefin ist darüber, das wurde heute sehr deutlich absolut nicht amused. Der Direktor hat sich aber auch denkbar ungeschickt ausgedrückt. Anyway, sie bleibt uns erhalten.
Heute hatte ich quasi den ganzen Tag Meetings mit dem Lieblingskollegen, um die Indien-Inspektion vorzubereiten. Dazu hatte ich (unter anderem, man kriegt ja bei uns nicht für nen ganzen Tag nen Raum, wenn man den nicht ein Jahr im Voraus bucht) den größten Meetingraum, den wir haben, gebucht, damit wir auch die größte Leinwand haben, denn manche Dinge muss man in WIRKLICH, WIRKLICH groß sehen, um sie… naja auch dann nicht so richtig zu verstehen. Diese Firma hat irgendwie eine ganz eigene Logik, die sich uns nicht erschließt. Aber das ist nur eine Nebengeschichte, denn wir haben heute auch Abschied von eben diesem Meetingraum genommen. Ab morgen ist das ein „Nationaler Bereitschaftsraum“, abhörsicher, diesdastralala und dann eben auch Zugangskontrolliert. Normalsterbliche wie wir kommen dann da einfach nicht mehr rein. Warum man, in einem Haus, in dem ständiger Meetingraummangel herrscht, einen von zwei großen Meetingräumen für den weit überwiegenden Teil der Belegschaft sperrt, weiß der Geier. Ich habe mich beschwert, mehr kann ich auch nicht machen.
Abends beim Ballett war „Freunde-Woche“, man konnte eine*n Freund*in mitbringen und die konnten dann mitmachen. Ich habe keine Freund*innen… äh… mitgebracht, ähäm, aber andere hatten das und da waren heute vier sehr tapfere Damen, die durch eine komplette Ballettstunde mit nur minimalen Modifikationen geschleift wurden. Teilweise taten sie mir ein bisschen leid, wer muss schon in der ersten Ballettstunde seines Lebens direkt Pirouetten drehen (aus der fünften!!!), aber sie haben sich wacker geschlagen, hatten Humor dabei und keuchten nur gelegentlich. Applaus an die Truppe, Respekt, echt.
Heute hat es auch das erste Mal in diesem Winter geschneit. Nur ein bisschen, aber Auto fahren war trotzdem etwas langwieriger als sonst so. Man muss sich jedes Jahr aufs Neue dran gewöhnen, auf Schnee und glatten Straßen zu fahren. Alle anderen auch. Die ersten Tage sollte man da wirklich etwas Nachsicht zeigen und etwas mehr Zeit einplanen, dann geht das auch bald alles wieder. Was aber spannend war: das erste Mal unsere beheizte Straße hoch.
Es ging tatsächlich ganz ok. Augen zu, „Gas“ geben, und durch. Vorher, das haben wir als Tipp bekommen, ein paar mal Lichthupen, FALLS von oben wer kommt, denn man möchte sich wirklich nicht plötzlich gegenüberstehen, sonst muss man rückwärts wieder runter (was wohl öfter mal schief geht). Dann sollte man lieber waren, bis das Auto von oben unten angekommen ist.
Heute habe ich die Kinder vor die Wahl gestellt, ob sie lieber Badezimmer oder lieber Küche putzen lernen wollen. Das untere Bad hatte ich gestern schon geputzt, aber das Kinderbad noch nicht. Überraschender Weise wollten dann beide Badezimmer putzen. Pippi hatte es aber zuerst gesagt, und Michel gab auf, als ich gesagt habe, das Bad machen wir JETZT, die Küche später. Also hat Pippi heute eine Einweisung in Bad und Klo putzen bekommen und das auch echt alles sehr gut gemacht. Klo fand sie eklig, aber tja nun, wer nicht? Mir bereitet das auch keine sonderlich große Freude. Das habe ich auch gesagt, und sie hat es auch verstanden und dann ohne weiteres Meckern die Klobürste geschwungen (ich bin ja kein Unmensch. Ich selbst putze auch gelegentlich so richtig mit den Händen und nem Glitzischwamm halb im Rohr hängend, aber das war nach optischer Beurteilung nicht nötig). Und als sie Wischen durfte, war sie auch wieder sehr zufrieden.
Michel hat dann später mit Herrn Rabe unter erheblich mehr Meckerei die Küche so halb geputzt. Zugegebenermaßen konnten sie den Herd und alles drum rum nicht putzen, weil ich da Essen machte.
Jetzt ist alles sauber. Nur kurz, aber immerhin. Und die Kinder können nicht behaupten, sie wüssten ja gaaaaar nicht, wie man so ein Waschbecken von Zahnpastaspuren befreit, oder die Krümel vom Brot schneiden wegsaugt.
Zwischendurch hatte ich eine wirklich gute Geigenstunde. Im Moment breche ich mir ziemlich einen ab an Rode Etüde Nummer 2 (nicht von der Zahl auf die Schwierigkeit schließen, das ist recht brutal auf viele Arten und Weisen, schwierig sowohl für die rechte als auch die linke Hand, geht bis zur drülften Position hoch (da wo es langsam echt eng mit dem Platz wird, also einfach physikalisch), hat einen ganzen Jungel aus losen Vorzeichen und ist schnell) und hatte das Gefühl, es wird irgendwie nicht mehr besser. Also haben wir geübt, nicht zu schludern (manchmal mache ich das, selten, aber es kommt vor) und Fehler konzentriert auszumerzen. Wie eigentlich immer sagt mein Lehrer, man hört mir die Panik vor dem Stück an und wir haben dann daran gearbeitet (mal wieder) erst mal selbstbewusst irgendwas zu machen, statt zu zögern und zu stolpern und auf Zehenspitzen auf die extra schwierigen Passagen zuzugehen. Meistens löst es sich tatsächlich fast von selbst, und Fehler lassen sich auch besser bearbeiten, wenn man sie sehr deutlich macht.
Hormonabfall, Laune, diesdas tralala. Immerhin etwas geputzt, alles andere sträflich vernachlässigt. Herr Rabe hat mit den Nachbarn eine große Thuja gefällt, jetzt kann man viel besser um die Kurve gucken, was wichtig ist, wenn irgendwann mal Schnee fällt, denn man möchte wirklich nicht rückwärts auf der steilen Straße fahren, wenn es glatt ist und einem wer plötzlich entgegen kommt.
Jetzt noch ein bisschen lesen und morgen hoffentlich besser gelaunt aufwachen.