Tag 3974 und 3975 – Draußenrödelei.

Wir waren sehr fleißig an diesem Wochenende. Nachdem ich ja schon die Treppe geschrubbt hatte, hat Herr Rabe an der Treppe den… Dingensbaum beschnitten (er hat mir gesagt, was das ist, ich habe es sofort vergessen). Jetzt sieht er etwas struppig aus, aber das wird schon wieder, der wächst wie Unkraut. Und man kommt jetzt auch an die Rückseite des Treppengeländers. Ansonsten hat Michel geholfen, die Pömpel (Stolpen? Säulen? Die Pömpel halt, auf denen der Balkon steht) auf der Terrasse abzuwaschen und danach einen Teil der Terrasse geschrubbt. Ich habe den Großteil der Pömpel fertig abgewaschen und Herr Rabe hat einen Großteil der Terrasse geschrubbt, dafür aber den (natürlich vorhandenen) Kärcher mit Aufsatz benutzt. Den er mir zu benutzen ausgeredet hatte, weil irgendwas mit der ist zu aggressiv. Ich hätte da jetzt rein manuell mir den Muskelkater meines Lebens dran geschrubbt, aber na gut.

Heute habe ich dann die Pömpel, das Treppengeländer und einen Teil der Treppe mit Chemie gegen Algen und Pilze eingepinselt. Das Treppengeländer hat nämlich Algen, die Pömpel haben teilweise Stockflecken (an der Wetter-zu-aber-Sonne-abgewandten Seite). Herr Rabe hat, mit Pippis Hilfe, den Esstisch abgeschliffen (da hatte jemand unter anderem seinen Namen reingeritzt, aber ein Hoch auf den Massivholztisch, den man halt einfach abschleifen und neu ölen kann).

Wir haben jetzt eine Terrasse, die überraschend hell braun ist, eine Treppe, die noch heller braun ist, und tatsächlich weiße Pömpel. Und einen Namensfreien Esstisch.

Ich habe auch noch die Details am Telefonbänkchen in einer Kontrastfarbe angemalt. Ich sage mal so: ich bin sehr froh, dass ich das selbst gemacht habe, weil das erstaunlich schwer war oder ich mein Talent für sowas gnadenlos überschätzt habe, oder beides. Jedenfalls habe ich das jetzt ganz selbst verhunzt und es sieht jetzt eben sehr selbst gemacht aus und ich kann es auf niemanden schieben außer mich selbst. Tjanun.

Nach Chemie und Farbdämpfen war meine Migräne von heute Morgen komplett eskaliert und der restliche Tag war für mich sehr langsam. An der Migräne bin ich selbst schuld, denn zum Serienfinale von Good Omens, das Herr Rabe und ich gestern Abend geguckt haben, habe ich zwei Gläser Weißwein getrunken. Allerdings halfen heute null Medikamente, das ist neu. Und nicht zu empfehlen. Immerhin war der Wein lecker und das Serienfinale hat die Geschichte wohlverdient abgerundet. Ich habe am Ende sehr viel rumgeheult, wie immer, wenn rührende Dinge im Fernsehen passieren. Also der Abend war schön, die Strafe dafür heute nicht so.

Jetzt ist Michel bei seinem Kumpel und guckt Fußball. Herr Rabe und Pippi sind auf dem Sofa und gucken Fußball. Ich gucke kein Fußball. Den vierjährlichen Zyklus totalen Fußball-Hypes habe ich wirklich nicht vermisst. Natürlich gönne ich es Haaland und Co und von mir aus können alle so viel Fußballfans sein wie sie wollen (solange es friedlich bleibt und keine fremden Hecken angepinkelt werden*), ich beteilige mich einfach nicht.

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*Herr Rabe und ich haben mal in einer WG gewohnt, die in Bielefeld genau an dem Weg liegt, den Fans vom Bahnhof zum Stadion (Alm) gelenkt wurden. Da ist auf dem ganzen Weg nicht übermäßig viel Vegetation, aber vor dem Küchen- und Wohnzimmerfenster der WG ist eine einsame Hecke. Und Bier will raus. Wir sahen in der Zeit, in der wir da wohnten, sehr sehr viele Leute in die Hecke pinkeln. Eine Mitbewohnerin, die Fotografie studiert hat, hatte dazu sogar mal ein Kunstprojekt, wo sie eine Kamera am Küchenfenster aufgestellt hatte, und immer wenn man nen Heckenpinkler gesehen hat, konnte man auf den Auslöser drücken. Sie hat das dann zusammengestellt zu einem Werk. Hach ja. Das waren gute Zeiten.

Tag 3745 – Putzeputz.

Heute habe ich die Kinder vor die Wahl gestellt, ob sie lieber Badezimmer oder lieber Küche putzen lernen wollen. Das untere Bad hatte ich gestern schon geputzt, aber das Kinderbad noch nicht. Überraschender Weise wollten dann beide Badezimmer putzen. Pippi hatte es aber zuerst gesagt, und Michel gab auf, als ich gesagt habe, das Bad machen wir JETZT, die Küche später. Also hat Pippi heute eine Einweisung in Bad und Klo putzen bekommen und das auch echt alles sehr gut gemacht. Klo fand sie eklig, aber tja nun, wer nicht? Mir bereitet das auch keine sonderlich große Freude. Das habe ich auch gesagt, und sie hat es auch verstanden und dann ohne weiteres Meckern die Klobürste geschwungen (ich bin ja kein Unmensch. Ich selbst putze auch gelegentlich so richtig mit den Händen und nem Glitzischwamm halb im Rohr hängend, aber das war nach optischer Beurteilung nicht nötig). Und als sie Wischen durfte, war sie auch wieder sehr zufrieden.

Michel hat dann später mit Herrn Rabe unter erheblich mehr Meckerei die Küche so halb geputzt. Zugegebenermaßen konnten sie den Herd und alles drum rum nicht putzen, weil ich da Essen machte.

Jetzt ist alles sauber. Nur kurz, aber immerhin. Und die Kinder können nicht behaupten, sie wüssten ja gaaaaar nicht, wie man so ein Waschbecken von Zahnpastaspuren befreit, oder die Krümel vom Brot schneiden wegsaugt.

Zwischendurch hatte ich eine wirklich gute Geigenstunde. Im Moment breche ich mir ziemlich einen ab an Rode Etüde Nummer 2 (nicht von der Zahl auf die Schwierigkeit schließen, das ist recht brutal auf viele Arten und Weisen, schwierig sowohl für die rechte als auch die linke Hand, geht bis zur drülften Position hoch (da wo es langsam echt eng mit dem Platz wird, also einfach physikalisch), hat einen ganzen Jungel aus losen Vorzeichen und ist schnell) und hatte das Gefühl, es wird irgendwie nicht mehr besser. Also haben wir geübt, nicht zu schludern (manchmal mache ich das, selten, aber es kommt vor) und Fehler konzentriert auszumerzen. Wie eigentlich immer sagt mein Lehrer, man hört mir die Panik vor dem Stück an und wir haben dann daran gearbeitet (mal wieder) erst mal selbstbewusst irgendwas zu machen, statt zu zögern und zu stolpern und auf Zehenspitzen auf die extra schwierigen Passagen zuzugehen. Meistens löst es sich tatsächlich fast von selbst, und Fehler lassen sich auch besser bearbeiten, wenn man sie sehr deutlich macht.

Das war das. Wochenende schon wieder rum.

Tag 3221 und 3222 – Große Aufregung!

Gestern war eigentlich nichts. Nur zu viel Arbeit.

Heute hingegen war einiges. Erst habe ich meine rosa Brille abgeholt. Davon aus Gründen ein Foto weiter unten. Ich bin sehr zufrieden bisher, die Welt ist wesentlich freundlicher damit. Aber es war ja auch erst ein halber Tag.

Mit Michel zusammen habe ich dann noch Farbe fürs Terrarium besorgt. Nachdem ich mir vorgestern eine Blase gepinselt hatte, habe ich gestern Fliesenkleber-Schicht Nummer 2 an Michel ausgelagert. Der wollte dann heute eigentlich auch Schicht Nummer 3 machen, bekam sich aber nicht vom Rechner losgeeist. Schicht 3 habe ich dann also heute gemacht, in meiner Bonuszeit, die ich hatte, weil ich nicht wie geplant nach Oslo gefahren bin, um mein Piercing wieder einsetzen zu lassen. Es war nämlich Schienenersatzverkehr und das hätte mich statt 35 Minuten Zug 1 Stunde 15 Minuten Gejuckel mit dem Bus gekostet, pro Weg, und das war es mir nicht wert.

Also Geige und Gepinsel statt Oslo-Tour. Die Blase ist jetzt dann auch aufgegangen. So schön.

Abends guckten wir, das heißt, leider nur Herr Rabe und ich, da die Kinder an der Familientradition nicht soooo interessiert waren, den ESC. Ich kann mit Nemo (Schweiz) als gewinnende Person sehr gut leben, hätte mir aber noch mehr Kroatien gewünscht. Wusste bisher gar nicht, dass ich Häkeldeckchenmetal gut finde.

Was aber viel aufregender war als ESC, war, was ich vorfand, als ich um halb zwölf dann doch mal Michel ins Bett scheuchen wollte.

Wir machen das wie folgt: erst Bild von rosa Brille, dann Story und Bild von Wechselwarmen.

Beide Schlangen waren ausgebrochen. Sie hatten (wahrscheinlich nur eine) das Lüftungsgitter aus dem Loch gedrückt und waren dann dadurch verschwunden. Greg fand ich sofort wieder, wieder hinterm Terrarium. Monty fand ich nicht. Panisch rief ich Herrn Rabe zu Hilfe und zu dritt suchten wir etwa zwanzig Minuten alles ab, bis Michel eine Entdeckung an einer echt blöden Stelle machte.

Schlange zwischen Regal und Wand.

Das wäre nicht mal so ein riesiges Problem, wenn Michels Zimmer größer wäre. Da Michels Zimmer aber ist, wie es ist, mussten wir erst mal das halbe Zimmer verrücken, bis wir dieses Regal verschieben konnten. Monty war davon auch nicht so begeistert, aber ich fischte hen trotzdem aus der Ecke sobald ich dran kam. Monty faltete sich nach dieser würdelosen Behandlung zu einem indignierten Ball zusammen, aber besser das, als neben dem Regal einziehen.

Herr Rabe sicherte dann noch, mitten in der Nacht, das Terrarium gegen diese Art Ausbruch:

Seitliche Sicherung mit zwei festgespaxten Unterlegscheiben
Hintere Sicherung mit einem festgespaxten Flachwinkel.

Das brauche ich nicht noch mal. Gut, dass am neuen Terrarium alle Lüftungsdingse festgeklebt sind.