Tag 3911 – 3913 – Langes Wochenende.

Wir haben nicht sooooo viel gemacht. Freitag hatten die Kinder Auftrag, mit dem Korps beim Altersheim (unter anderem) zu spielen, und sie haben das wohl sehr gut gemacht. Ich fühlte mich nicht präsentabel (gar nicht) und war nicht mit. Ich habe derweil ein bisschen im Garten herumgegraben und kann vermelden, dass fast alles, was leben soll, noch lebt. Bis auf den Lavendel (keine Überraschung, der stirbt mir jedes Jahr, egal was ich mache) und das eine Hochbeet, aus dem ich die Erde rausgeschaufelt habe, um das sich in Auflösung befindende Unkrauttuch rauszuholen. Als ich so schaufelte, schaufelte ich auch versehentlich das halbe Holz weg, weil das total morsch ist. (Außerdem: wie kann in einem Hochbeet so viel Wurzelwerk von irgendwas sein? Ich sage es ja immer wieder, aber ich möchte den Vorbesitzern echt gerne nen Vortrag halten darüber wie sich naturnaher und ungepflegter Garten unterscheiden.)

Freitag haben wir dann auch auf der Terrasse gegrillt und gegessen, weil es richtig warm war. Vorher hatte ich auf der Terrasse in der Abendsonne Yoga gemacht (der verzweifelte Versuch, die Laune aufzuhellen, niemand soll sagen können, ich hätte nicht alle Hausmittelchen probiert!).

Samstag hatte ich dann eine Geigenstunde und danach bin ich zuuuuufällig beim Pop-Up-Gartencenter vorbeigekommen, als ich Eier holen war, und hoppalalala, zack, hatte ich diverse Pflanzen gekauft. Aber nur Nutzpflanzen, nämlich einige Küchenkräuter und Staudenselleriesetzlinge, und Erdbeerpflänzchen. Irgendwie müssen wir ja auch diese ganzen Beete füllen, wir haben jetzt etwa vier mal so viel Gemüse- und Kräuterbeetplatz wie im alten Haus. Das eine große Beet habe ich mit Kartoffeln befüllt, die wir mal im Keller vergessen hatten. In einem kleinen ist jetzt wieder ein Erdbeerbeet etabliert, und weil ein Drittel noch frei ist, werde ich da, China-Style*, Pak Choi hinsähen. Pak Choi ist ja schon auch sehr lecker. Und wächst wie hulle. Ich muss nur Samen bestellen. Im zweiten großen Beet wohnen jetzt Kräuter und heute habe ich auf gut Glück diverses Gemüse gesäht. Jaja, Eisheilige, diesdas, ich weiß, aber aus Gründen fahren wir hier knallharten Darwinismus im Gemüsebeet und was kaputt friert oder sich von Schnecken oder Kohlfliegen fressen lässt, hat halt Pech gehabt.

Die Reihenfolge der Ereignisse ist etwas falsch, weil ich die Gemüsesamen heute erst gekauft habe. Außerdem heute: Michel und Herr Rabe haben diverses totes Gestrüpp und unerwünschte Pflanzen entfernt. Sogar ich Feigling kann jetzt zu unserer Wäschespinne gehen und da Wäsche aufhängen, ohne Angst haben zu müssen, dass mich aus dem hohen Gras irgendwas anfällt, ne Kreuzsspinne oder so. Allerdings braucht die Wäschespinne erst noch neue Leine, sonst gibt es Rostflecken auf der Kleidung.

Hier ein paar Bilder:

Der aus dem alten Haus umgesiedelte Rhabarber lebt noch! (Der andere Rhabarber, der hier schon war, lebt auch.)
Bis auf die Wurst hat Herr Rabe alles das selbst gemacht und es war alles sehr lecker (das grüne, matschige ist Erbsen-Hummus).
Wespennest-Attrappe, weil eine sehr große Wespe sehr viel Interesse an unseren Balkonplanken gezeigt hat.

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*eins der faszinierendsten Dinge an China fand ich, dass die literally auf jedem Kreisverkehr Gemüse anbauen. Überall. Direkt an der Straße, an steilen Hängen, an einem Meter Grünstreifen zwischen Haus und Schuppen (Garage?). Also zumindest da in Sichuan, wo das Klima auch günstig zu sein scheint, denn es war ALLES grün. Und halt überall verschiedene Arten von Kohl und Salat, die man auch in jeder Mahlzeit isst, aber immer (!) gekocht. Ja, auch Salat. Ich fand das sehr lecker, muss ich sagen, wenn die in die Suppe, nachdem man die Fleischeinlage rausgegessen hatte, einfach noch so nen Arm voll verschiedenen Salat und Kohl reingeworfen haben, und dann gab es die noch mal kurz aufgekochte Brühe mit dem Gemüse. Ich habe das auch zu Hause mal ausprobiert und einfach nen halben Pak Choi mit in meine Packung Ramen geworfen und ja, das ist wirklich lecker. (Am besten ist es allerdings, wenn man den Pak Choi viertelt und dann ordentlich scharf anbrät. Dann geht der, wie angebratener, roher Grünkohl, zu allem. Die Kombination aus Röstaromen und dem fast süßlichen, aber recht frischen Kohl, ist super. Und beim Kochen kriegt Pak Choi ja sonst auch eine etwas schwierige Konsistenz. Die sich, btw, mit Stäbchen auch nur sehr unelegant essen lässt und sowohl schlürfen als auch kleckern sind unvermeidlich.)

Ich freue mich über jeden Kommentar, außer er ist blöd, dann nicht. Außerdem ist jetzt wohl der richtige Zeitpunkt, um Ihnen mitzuteilen, dass WordPress bei jedem Kommentar eine mail an mich schickt, in der die Mailadresse, die Sie angegeben haben und auch ihre IP-Adresse stehen. Müssen Sie halt selbst wissen, ob Sie mir vertrauen, dass ich diese mails von meinen Devices alle sofort lösche, und ob Sie damit leben können, dass WordPress diese Daten auch speichert (damit Sie nämlich beim nächsten Mal hier einfacher kommentieren können).