Ab morgen muss ich wieder arbeiten. Ich finde das empörend, um ehrlich zu sein. Jetzt hatte ich mich grad ans Urlaub haben gewöhnt.
Gestern und heute hat vor allem Pippi davon profitiert, dass ich noch frei hatte. Gestern auch Michel ein bisschen, weil er und ich endlich zur Bank gefahren sind, um eine neue Bankkarte für ihn zu bestellen (seine ist durchgebrochen und total professionell von mir mit Tesa gefixt) und auch gleich einen Mobilbankvertrag für ihn (und vorsorglich für Pippi) abzuschließen, damit er Vipps richtig benutzen kann. Vipps ist hier ziemlich wichtig.
Nachmittags war ich mit Pippi schwimmen. Ich musste mit, weil Pippis Freundin, die auch mit war, nicht alleine ins Schwimmbad darf (Pippi schon und sie hat das auch schon ein paar mal mit anderen Freundinnen gemacht). Aber das ist ja auch nicht tragisch, ich bin dann eben auch einen Kilometer geschwommen, bin eine Runde in die Sauna gegangen und hab ein bisschen gelesen. Es gibt wahrlich schlimmeres.
Abends habe ich mich über die norwegische Förderung energetisch sinnvoller Sanierungsmaßnahmen aufgeregt, weil die ungefähr vorsehen, dass man bei Vollmond mit einer Strähne aus dem Schweif eines Einhorns in der Hand durch 12 brennende Reifen springt, um dann einen winzig kleinen Teil der Sanierungskosten erstattet zu bekommen. Im Falle unserer Terrassentüren z.B. 3,2%. Aber das ist eine andere Geschichte.
Heute haben Pippi und ich den Zug nach Oslo genommen, um zu shoppen. Bei Pippi wurde daraus ein halbes Makeover. Gestern war mir beim Schwimmen mein eines Piercing einfach rausgefallen, weil der Ring nicht mehr richtig schließt. Also sind wir zuerst zum Piercingstudio, damit die mir einen neuen Ring verkaufen und einsetzen. Dann wollte Pippi ein zweites Set Ohrlöcher (das wollte sie schon länger, aber jetzt war halt die Gelegenheit da). Und wo wir schon mal dabei waren, habe ich mir auch nach fast 20 Jahren mal wieder ein Piercing stechen lassen. Auch im Ohr, „conche“ heißt das, quasi durch die Ohrmuschel am äußeren Rand.

Das tat kurz weh, dann aber nicht mehr. Und Pippi ist schon so tapfer und groß, dass sie die neuen Löcher nacheinander hat stechen lassen, ohne mit der Wimper zu zucken.
Danach waren wir beim Ballettladen, wo Pippi den von Oma geschenkten Gutschein eingelöst hat. Dann beim Sportladen, Hallenschuhe für den Sportunterricht kaufen. Dann bei einem anderen Sportladen (dem günstigen), Hausschuhe (so Gummischlappen, wie die Kinder die jetzt eben alle haben müssen) kaufen. Bei einem normalen Bekleidungsgeschäft, normale Trainingskleidung für die ganzen anderen Tanzstile kaufen. Und zum Schluss noch Haare schneiden. Die Friseurin war glaube ich von der Fraktion „die Kleine will es bestimmt nicht so kurz, wie sie gesagt hat“, aber Pippi gefällt das Ergebnis trotzdem sehr. Ihre Haare sind jetzt etwa Schlüsselbeinlang. Gezeigt hatte sie schon ca. 5 cm kürzer. Aber egal. Ihr gefällt es, und wenn morgen doch nicht mehr: mehr abschneiden geht immer.