Tag 1343 – Gefunden.

Ich bin grad auf 180 denn die letzten 5 Stunden habe ich aufgeräumt. 97% der Dinge, die ich aufräumte waren nicht meine, nicht von mir besorgt und auch nicht von mir erwünscht, besonders an solchen Tagen denke ich wirklich die armen Kinder anderswo haben nix und meine haben SO UNFASSBAR VIEL ZEUG dass ich es einfach alles in einen großen Müllsack packen und wegwerfen möchte. Einen Beutel tatsächlichen Müll habe ich entsorgt, ansonsten sortiert und sortiert und sortiert. Ich möchte jetzt gern für den Rest von Ostern, dass sämtliche Chaoten aus diesem Haus verschwinden und ich in Ruhe die Terrasse ein drittes mal streichen kann. Und wenn ich nochmal einen erwische, der aus „hmmm, wo könnte dieser Müll -s Dings denn bloß hingehören???“ das Dings einfach in irgendeine Kiste zu anderen, nicht artverwandten Dingen tut, ist hier aber was los.

(Verstehe fast die Mutter eines Freundes, die in einem wirklich komplett chaotisch-vollgerödelten Haushalt ein paar Quadratmeter Flur als ihr Reich erklärt hatte, in dem NICHTS von der Familie sein durfte. Aber nur fast, weil Flur.)

Zwei Dinge habe ich aber heute gefunden, eins kenne ich nicht und hoffe, es gehört nicht eigentlich ins Ruhrgebiet:

Das andere hat mich heut ein bisschen wehmütig erfreut:

Der wahrscheinlich einsamste Krokus der Welt.

Tag 1342 – Alna.

Michel hat heute statt Hort-Ferienbetreuung seinen Freund besucht, das war wohl sehr schön, wir bekamen nur leider ein ziemlich aufgekratzes Kind zurück, das war für uns nicht ganz so schön. Aber „wir haben Michel so gern zu Besuch, der verbreitet immer gute Laune und die Jungs spielen so schön zusammen“ hört man ja doch gern. Pippi und ich nutzten den Tag für drei Dinge:

  1. Werkzeug zurückfahren (habe die Miete für das Handschleifgerät zurückbekommen, obwohl sich herausstellte, dass wir einfach das falsche Schleifpapier hatten [aber die Typenbezeichnung auf dem Schleifpapier war die für das Gerät, das sahen auch die zwei Verkäuferinnen so] und auch den unbenutzten Beutel für das große Schleifgerät haben sie zurückgenommen)
  2. Gartencenter in Jessheim, das angeblich Holunder hat (völlig eskaliert. Habe jetzt ein neues Lieblingsgartencenter und ganz viele Tausendschön und Kräuter und Blümkes und wasweißich. Pippi hat Stiefmütterchen und Primeln ausgesucht. Holunder gibt es auch, sogar mehrere Sorten, aber der war noch nicht ausgepackt. Ich habe etwas gekauft, das aussieht wie ein Topf voll Erde, aber angeblich Rhabarber ist und Herr Rabe und ich müssen die Obstbaumdiskussion noch mal aufnehmen. Jedenfalls: bestes Gartencenter.)
  3. Terrasse streichen, Farbton „Alna“ (während Pippi im Auto schlief. Mit Sonnenhut, damit ich mir nicht den Nacken verbrenne. Ich habe genau einen der zwei Eimer für die erste Schicht gebraucht, ich glaube aber, eine zweite Schicht wird nicht ganz so viel verbrauchen, weil das Holz nicht mehr so enorm viel Farbe aufsaugt. Morgen zweite Runde, falls ich mich noch bewegen kann. Ich wage es zu bezweifeln.)

Für einen ersten Ferientag ganz schön voll.

(Ach ja: Erde hab ich auch noch organisiert, erst hieß es, sie käme dann nächsten Dienstag, das sei der erste mögliche Termin, dann riefen sie aber direkt wieder an, es sei ein Termin am Mittwoch freigeworden. Mittwoch dann also große Primelpflanzung Erdverteilung.)

Jetzt möchte ich eigentlich nur noch duschen und dann ins Bett plumpsen. Und dann bitte nicht aufwachen und Notre Dame ist komplett ausgebrannt, auch wenn ich das von den Bildern her befürchte.

Tag 1341 – Blank.

  • Herr Rabe hat die letzten zwei Tage die Terrasse und den Balkon abgeschliffen. Der Balkon sah schon schlimm aus, als ich das Haus im Sommer ansah, die Terrasse sah eigentlich ok aus, aber jetzt nach dem Winter… puh. Viel verzogenes Holz. Sehr trocken und splitterig und huiui, es sah so aus, als müsste man dringend mal mehr tun als nur bisschen Öl draufklatschen, wenn man nicht in zwei Jahren die komplette Terrasse erneuern will. Also lieh ich gestern im Baumarkt in 40 Fahrminuten Entfernung einen Rondellschleifer, einen Kantschleifer und einen Handschleifer für das Balkongeländer. Letzterer funktionierte nicht richtig, mal sehen, ob ich das morgen reklamieren kann. Mal sehen, ob ich dann auch das Fünferpack Schleifpapier, das ich für das Ding kaufen musste, zurückgeben kann, obwohl es angebrochen ist. Es bleibt alles spannend. Jedenfalls, der Rondellschleifer: diese Dinger machen ja bis man den Dreh (haha) raus hat, gar keinen Spaß. Und die Latten waren auch echt nicht mal eben geschliffen, weil eben an den Kanten sozusagen hochgebogen. Herr Rabe schliff sich zwei Tage lang die Schultern und die Hände zu Muskelkaterklumpen, stellte am Ende fest, dass man den Staubsauger am Schleifgerät gesondert anschalten muss (vielleicht kann ich den Beutel auch zurückgeben?), aber das Ergebnis (nicht die zugestaubte Landschaft) kann sich sehen lassen. Ich werd dann wohl morgen die Gerätschaften zurückbringen, mit Leuten diskutieren und dann die unfassbar teure Lasur (? Hier heißt das alles Beize.) auf Balkon und Terrasse auftragen. Ich hoffe, ich schaffe zwei Schichten mit den zwei Eimern, auf das es „bis zu 5 Jahre“ halten möge.
  • Morgen früh ordere ich außerdem 8 Kubikmeter Erde. Und ich werd betteln, dass sie es noch vor Ostern liefern. (Haha. Ostern läuft ja quasi schon. Aber ich kann jederzeit, also wenn sie auch nur einen Termin noch frei haben, nehme ich den.) Noch ist zwar die Erde zum Teil gefroren und deshalb können wir Bäume, Sträucher und ähnliches setzen noch mindestens einen Monat lang vergessen, aber wenigstens die Beete könnten wir schon mal füllen, das wäre schön, ich befürchte große Langeweile über Ostern.
  • Ich habe jetzt auch einen Pflanzplan, das wird alles sehr hübsch. Nächstes Jahr, wenn die Stockrosen dann blühen und ich hoffentlich im Spätsommer auch Gladiolenknollen bekommen habe. Aber es wird auch schon im Frühjahr schön, nächstes Jahr, denn ich werde im Herbst hier herumzwiebeln.
  • Falls ich dran denke, jedenfalls.
  • Tag 1340 – Rumms!

    Neulich sagte Herr Rabe: Müsste Michel nicht langsam mal wieder Zähne verlieren?

    Hmmhmm, sagte ich.

    Vor ein paar Tagen sah ich, dass Michels Schneidezähne oben anders aussahen, schief waren die immer ein bisschen, nämlich der eine leicht über dem anderen, der eine war auch seit einem Sturz vom Sofa mit einem Jahr leicht gräulich, aber das sei nicht schlimm, sagte die Zahnärztin. Jetzt war aber der eine Zahn noch mehr über dem anderen und zum Zahn daneben war eine Lücke entstanden.

    Hmm, dachte ich.

    Heute morgen fragte ich Michel, ob denn eigentlich der Zahn wackele.

    Ein bisschen, sagte Michel und ließ mich wackeln. Ein bisschen wackelte der Zahn, und zwar seitwärts. Nach hinten konnte er ja nicht wackeln, da ist ja der andere Zahn.

    In einer Woche oder so, dachte ich.

    Heute Abend spielten die Kinder. Gar nicht mal sonderlich wild. Doch plötzlich:

    *Rumms*

    Au! Michel! Orrrr!

    *Spuckgeräusche*

    Was ist das?

    Du hast Blut!

    Das ist mein Zahn!

    Hast du Aua? Du hast Blut!

    MAMA, PAPA, PIPPI HAT MIR MEINEN ZAHN AUSGESCHLAGEN!

    Und da stand das Kind, mit ziemlich stark blutender Zahnlücke und Schneidezahn in der Hand, aufgekratzt wie 10 Frettchen zur Fütterungszeit. Pippi mit großen Augen daneben.

    Und ich glaub, so schnell hauen die nicht mehr absichtlich die Köpfe gegeneinander.

    Tag 1339 – #12von12 im April ’19.

    Heute ist der 12., das heißt ganz große Teile von Bloggerhausen machen heute 12 Fotos von ihrem Tag und diese 12er-Sets werden dann bei Caro von Draußen nur Kännchen gesammelt.

    Ich hab heute erst spät gemerkt, dass ja der 12. ist. Tjanun.

    Ach ja, #12von12. Ich bin schon im Zug, das ist mein 2. Kaffee und ich lerne slash arbeite. #1von12

    Es war da auch schon recht spät, weil ich morgens nicht aus den Federn kam und einem gelinde gesagt doofen Arbeitstag entgegen sah. Und als ich dann endlich ankam, war es nicht viel besser, mein Computer machte wieder seltsame Dinge.

    Atmen. Einfach atmen. Und den Support anrufen. #2von12 von #12von12

    Es ist kein Witz: ich kenne schon 4 Leute beim Support so gut, dass ich gar nicht mehr groß erklären muss, wer ich bin.

    Als es endlich ging, machte ich mich dran, das Internet auszudrucken, damit ich es dann auswendig lernen kann, damit meine Kollegen zufrieden sind ich meinen theoretischen Hintergrund etwas auffüllen kann 10 Jahre Uni sind ja nichts, da hab ich ja eigentlich nur Däumchen gedreht.

    Irgendwann kam tatsächlich jemand und fragte, ob ich Mittag essen möchte, aber ich sagte „Ich treffe meinen Mann.“ Gnihihi.

    Mittach in bester Gesellschaft. #3von12 von #12von12

    Das war lecker. Und der Nachtisch war ein richtiges Franzbrötchen für mich, hach!

    Ein bisschen geiler Scheiß vom deutsch(heißend)en Bäcker. #4von12 von #12von12

    Wäre das da nicht absurd teuer, würde ich da wohl öfter Brot kaufen.

    Auf dem Rückweg dann noch norwegischer Irrsinn für 500: nicht nur dauert Ostern die ganze nächste Woche und Norwegen schließt quasi vollständig, nein, sie renovieren in der Zeit irgendwas an der U-Bahn im GESAMTEN ZENTRUM. Es fährt dann halt einfach keine, für über ne Woche. Gut dass ich frei habe, ach, das hab ich ja noch gar nicht erzählt: ich hab frei, der Kindergarten hat zu. Tadaa. Ich hab das Internet in ausgedruckt dabei und kann die Terrasse schleifen, wenn Pippi mich lässt, zudem glaub ich ne Pause tut der Beziehung zwischen mir und meinen Kollegen mal ganz gut. Urlaubsreif halt.

    Falls Sie sich immer schon gefragt haben, wie lang Ostern dauert: von morgen bis Ostermontag. #5von12 von #12von12

    Jo. Weiter im Plan, das Internet durchzulesen. Zwischendurch gab es noch Kuchen auf der Etage, Kuchen ist immer gut. Dann früh Feierabend, denn ich war dran mit Kinder abholen. Und die Schnauze voll hatte ich auch.

    #Nachhausewegselfie. Es ist alles sehr schön. #6von12 von #12von12 #StehenImZug #Pendlerinnenlife

    In Kindergarten und Schule fand ich sehr dreckige Kinder. Eins wollte direkt Baden, eins wollte erst gar nichts, würde dann zum Händewaschen gezwungen und ging dann nach Anblick der braunen Brühe, die da von den Händen kam, auch noch baden.

    It’s that time of the year again. #7von12 von #12von12

    (Ihre Haare bleichen auch so schnell aus.)

    Bei Michel versteckten sich unter dem Dreck die betäubendsten Sommersprossen der Welt.

    … aber auch diese Zeit ist wieder 😍. #8von12 von #12von12

    Der Abend bis zum Essen war dann leider nur so mittel gut. Beim nach Hause kommen war ich noch voller Energie gewesen, als das Essen fertig war, hätte ich auch direkt ins Bett gehen können.

    Freitags ist Süß-Abendessen-Tag. #9von12 von #12von12

    Aber auch das war lecker.

    Dann brachte ich Pippi ins Bett, Michel schwafelte uns Knöpfe an die Backe und im Kinderbett bestellte ich mal wieder biologische Schädlingsbekämpfung, denn die verfluchten Erdmücken eskalieren hier wieder völlig.

    Frau Rabe und der Kampf gegen die Erdmücken, Folge 164829124. #10von12 von #12von12

    Erdmücken „fliegen“ nicht auf gelb, Gelbstecker bringen also nicht so richtig viel. Aber ja, wenn eine dieser dödeligen Fliegen da gegen fliegt, bleibt sie pappen.

    Dann endlich richtig Feierabend.

    Rotwein an Discovery. Ferien. Hach. #11von12 von #12von12

    Die Folge war wieder ok. Dieser Cliffhanger am Ende und ich mag, wie sie die Enterprise umgesetzt haben und die Türen pfeifen „uiiiiu“, das ist sehr hachz.

    Und nun ab in die Heia. Morgen um sieben heißt es bestimmt wieder „Ich hab Hunger, Mama, kannst du Frühstück machen“.

    Hurra! \o/ #12von12 von #12von12 #Ferien

    Und damit: gute Nacht!

    Tag 1338 – Misanthrop.

    Für meinen Geschmack heute schon wieder zu viel Menschenkontakt gehabt. Leider sind viele Leute auch… herausfordernd. Erst war Frühstück im Kindergarten, dann las ich auf dem Weg zur Arbeit Direktiven und Regulations der EU, dann kam ich bei der Arbeit an und hui, das ist zwischenmenschlich weiter alles nicht einfach. Ich habe jetzt, wo ich mit meiner ewig langen Einarbeitungsliste grad fast durch war, eine weitere Liste, ich nenne sie mal die „Frau Rabe studiert Pharmazie“-Liste. Sie geht über vier Seiten. Es steht alles drauf, außer dem was ich eh schon kann und das mich interessiert, weil „das brauchen wir nicht“, also wurde es gestrichen. Tschö, monoklonale Antikörper. Wir sehen uns wieder, die werden hier nicht ewig nur Tabletten pressen.

    Immerhin kam ich fürs erste um eine sogenannte Erfolgskontrolle herum, aber auch nur, weil meinem Kollegen so spontan keine passende Prüfungsform einfiel.

    Man braucht Eier für diesen Job. Eier und ein dickes Fell. Water off a duck’s back.

    Jetzt haben glaube ich alle Ferien, ich werd also morgen allein da mit der Kaffeemaschine sein. Das wird auch ganz schön, glaube ich.

    Von der Arbeit direkt zum Elternabend, das halt wie Elternabende so sind, ich bin ab Sommer dann Stellvertreterin für die Elternvertreterin aus Michels Klasse, danke, Merkel Nähmutter. Außerdem ist bald 17. Mai und was habe ich mir eigentlich dabei gedacht, in die 17. Mai-Hauptstadt zu ziehen? Gar nix. So sieht’s aus.

    Die Steuererklärung hab ich auch endlich gemacht. Und jetzt geht’s einfach direkt ins Bett. Pfft. Menschen. Überschätzt.