Tag 1282 – Logisch!

Herr Rabe sagt, diese ganze Mycelium-Sache bei Discovery sei voll unlogisch. Ich sage, Warp ist mindestens genauso unlogisch. So.

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Die Kinder gingen natürlich heute als Hasen! Pippi Mit aufgemalter Hasen-Nase, Schnurrhaaren und Hasenzähnen, Michel mit im Hort selbst gebastelter Maske, beide mit gestern gekauften grauen Outfits und gestern gebauten Puschelschwänzen. Kinder glücklich, alle glücklich.

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Müde, müde, müde. Und Frühlingsneid.

Tag 1281 – Aktives Weghören.

Schon so spät und heute morgen kam ich schon nicht aus dem Bett, deshalb hier nur ein kurzer Abriss des Treffens der Anteilseigner des Öko-Bauernhofs. Das läuft ja so: man kauft sich sozusagen in den Bauernhof ein und bezahlt einen Beitrag. Davon werden Saatgut, Setzlinge, Schweinefutter, Legehennen und bäuerliche Arbeitskraft bezahlt. (Und mehr, aber das ist ja jetzt egal.) Hühner legen im Prizip das ganze Jahr über Eier, in unserem Fall sind die Hühner aber noch zu jung und werden erst ab Mitte März Eier legen, deshalb geht das Eierjahr da erst los. Dann fährt man alle paar Wochen hin und holt einen Stapel Eier. Das Erntejahr beginnt ca. Ende Mai bis Mitte Juni, das kommt alles sehr drauf an, wann es taut und wann es wie viel regnet. Dann fährt man alle zwei Wochen hin und erntet, was man essen möchte. Oder man bezahlt etwas mehr, dann kriegt man es auch geliefert (übrigens möglicherweise sogar bis nach Oslo, zwinker zwinker Zaunpfahl-wedel Stichwort Ferkelgucken!) aber ich finde die Vorstellung alle zwei Wochen für ne Stunde in einem Acker rumzugraben, um den ich mich die restlichen 13 Tage nicht kümmern muss, ja sehr verlockend. Nun denn, also ich finde die Idee wirklich gut, vor allem die Eiersache, die Hühner da haben es super und weil wir sonst Bio-Eier aus dem Supermarkt kaufen und nicht die billigsten der billigen, kommen wir mit dem Eieranteil sogar deutlich günstiger weg. Soweit so gut.

Aber.

Wie immer:

Die Leute.

Hurz.

Muss sowas immer seltsame Gestalten anziehen, die dann erzählen, von normalem Gemüse bekäme man Immunschwäche und die mit einer Schamanin Kochkurse zu ganzheitlicher Ernährung anbieten, oder welche die Heilkräuter zur Selbstmedikation im Wald sammeln wollen? Muss dann Dreiviertelbullshit* verbreitet werden, wie dass bei konventioneller Landwirtschaft die zu großen, zu kleinen oder zu hässlichen Möhren massenhaft weggeworfen würden? Denken echt Leute, im Babybrei oder im Schweinefutter wären die hübschen Bundmöhren und Onkel H*pp persönlich mache bei jedem das Gummi ab? (Polly Oliver hat da auch schon mal was zu geschrieben, aber ich finde es nicht, war es bei Twitter? Hmm. UPDATE: Es war gar nicht Frollein Polly, sondern hier. Aber das macht ja nichts, Frollein Polly sagt trotzdem dauernd kluge Dinge!)

Da muss ich dann schon recht aktiv weghören. Ich will es mir ja nicht von Tag 1 an mit meinen Mit-Bäuerinnen verscherzen.

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Kostüme sind fertig.

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*Ich wollte Halbwahrheit schreiben, aber das ist ja viel zu nett. Dreiviertelbullshit und nicht kompletter Bullshit auch nur, weil sie damit ja recht haben, dass das komische Gemüse nicht mit Plastikfolie versehen im Supermarktregal liegt. Obwohl, auch wieder nicht, weil im Tiefkühlregal oder im Fertigessenregal kann man das bestimmt auch sehr gut antreffen.

Tag 1280 – Aber Trondheim ist doch so schön!

Das hier muss ich Ihnen gleich erzählen, bevor ich heute Abend wieder zu müde für alles bin (und Karnevalskostüme basteln muss, aber das ist eine andere Geschichte).

Am Bahnhof in Oslo wartete ich auf einen wie immer verspäteten Zug, als mir jemand zunickte, so wie man halt jemandem zunickt, den man kennt, von dem man aber zu weit entfernt steht, um Hallo sagen zu können. Es war der K. aus Trondheim, einer der Bioinformatiker aus der Gruppe, in der ich vier Jahre herumgedoktert habe.

„Ach, hi!“, sagte ich.

„Hallo.“, sagte K.

„Was machst du denn hier?“

„Ich war bei einem Meeting. Und jetzt fliege ich weiter nach Bergen.“

„Oh, da hast du aber echt Pech, dass das hier einer der vollsten Züge des Tages ist, Pendlerstrecke, Rush Hour…“, sagte ich, während der Zug einfuhr.

„Hmmhmm.“, sagte der K. und wir stiegen ein.

Der Zug war wirklich sehr voll und wir standen unangenehm nah, aneinander, an anderen Leuten, alles nicht schön. Pendlerstrecke, Rush Hour.

Die Sekunden verstrichen, dann die Minuten. K. sagte absolut gar nichts.

„Und? Irgendwas neues aus Trondheim?“, fragte ich, als ich das Schweigen nicht mehr aushielt.

„Nö, eigentlich… nicht.“

„Ich hab mitgekriegt, der Ex-Chef ist auf Sabbatical in den USA?“

„Ja? Ach.“

Und dann schwiegen wir uns die restlichen 20! Minuten! Zugfahrt bis zum Flughafen an.

Meine Fresse, was bin ich froh, nicht mehr da zu wohnen, wo sowas eine völlig normale Begegnung zwischen Kollegen darstellt.

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Die Geschichte, wie ich beim Tippen fast meine Zughaltestelle verpasste, nur um dann am Bahnhof festzustellen, dass ich meinen Schlüsselbund mit Autoschlüssel dran zu Hause vergessen habe, wodurch ich natürlich keine Chance hatte, beide Kinder innerhalb 40 Minuten in 2,5 km voneinander entfernten Einrichtungen abzuholen, die erzähle ich dann morgen. Ach nee, Karnevalskostüme, Dorftreff, alles, gar keine Zeit. Kurzfassung: ich hatte keine Chance, Michel ist jetzt bei seinem Freund, der eine sehr hilfsbereite Mutter hat, Pippi und ich sind Bus gefahren, die Mama unseres Babysitters hat fast einen Herzinfarkt bekommen, als sie meinen (verpassten) Anruf auf dem Handy sah, weil sie dachte, sie hätten vergessen, die Kinder abzuholen, aber alles ist gut. Ich weiß jetzt sogar den Code für unseren Schlüsselsafe.

Tag 1279 – #12von12 im Februar ’19.

Es ist schon wieder der 12. und das heißt, wir machen alle brav 12 Bilder von unserem Tag und lassen unsere Sammlungen wiederum von Caro von Draußen nur Kännchen sammeln.

Auf geht es also. Der Wecker klingelt um 05:15, wie immer. Hurts. Aber es hilft ja nix. 45 Minuten später bin ich gewaschen, gecremt, geföhnt und bekleidet und das Frühstück ist fertig.

Kaffee für groß, Grøt für klein. #1von12 von #12von12

Es folgt: Gesicht bemalen samt Quatsch.

Heute vielleicht mal ein ganz dezenter Haarschmuck? #2von12 von #12von12

Dann hole ich Pippi aus dem Bett, ich versuche es auch bei Michel, aber der hat in seinem Bett durchgeschlafen und ich kriege keinen schlafenden Sechsjährigen aus dem Hochbett gehoben, ohne mir diverse Muskeln zu zerren und eventuell Wirbel zu brechen. Pippi frühstückt, mein Frühstück fällt Pippis Harndrang zum Opfer und wird auf „Banane im Zug“ eingedampft, wie immer und dann ist es auch schon Zeit zu gehen.

Tschüss, Pinzesse Fusselhaar! #3von12 von #12von12

immerhin ist es schon dabei, hell zu werden. Um 06:43 an der Bushaltestelle. Kalt ist es trotzdem.

Da! Licht! #Bushaltestellenfreuden #4von12 von #12von12

Dank einer Verspätung von einer Minute beim Zug bekomme ich noch den um 06:512. Der ist ziemlich voll und die Menschen sind ausgesucht missgestimmt, ich kapsle mich einfach ab und lese. ich Leider hab ich das Buch nun fast durch und fast hätte ich im Zug losgeheult, es war knapp. Ein sehr sehr gutes Buch, das gehen zu lassen mir schwer fällt. (Wie schön! Emotionen beim Lesen! Ich kann’s noch wieder!)

Bald aus. #mimimi #Unterleuten #5von12 von #12von12

07:40 betrete ich die Agentur, 5 Minuten später sitze ich mit ohne Winterboots und aber mit Kaffee am Rechner.

Hier müssen Sie leider draußen bleiben. #6von12 von #12von12

Dann Arbeit, Arbeit, Unterweisung, Arbeit, Arbeit, Arbeit, Mittag (kleiner Salat, weil) Zumba.

An meinen #Fahrstuhlselfie -skills muss ich noch arbeiten. Hier jedenfalls Post-Zumba das frisch geföhnte Schaf. #7von12 von #12von12

Bei mir habe ich noch nicht bemerkt, dass die Haare über Nacht von „Frisur ok“ auf „Geht gar nicht, ich hätte vor einer Woche beim Friseur gewesen sein müssen!“ anwachsen. Meine Haare wechseln von „geht noch aber müsste mal demnächst zum Friseur“ zu „Ach du scheiße, was ist das denn für ein seltsamer Pelz-Helm???“ exakt in dem Moment, in dem ich einen Friseurtermin abmache. Das war letzten Freitag und kommenden Samstag wird das Schaf geschoren.

Ich arbeite noch weiter und mache heute einen dicken Haken an den Punkt: interne Prozeduren (siehe [27 items lange Liste]) durchlesen. Done!

Dann fahre ich nach Hause, der Zug ist wieder verspätet, Tjanun. Ich muss bis zum Flughafen stehen, dann steigen endlich genug Leute aus, damit der Rest sitzen kann. Aber nur ganz kurz denn sogleich erschallt die Lautsprecherdurchsage „der Zug ist ab hier eingestellt, steigen Sie alle aus und nehmen Sie den nächsten Zug, der ist direkt hinter uns.“ Nun. Direkt ist in der Zugfahrwelt wohl eher ein dehnbarer Begriff, wir warten also alle erst. Und natürlich, als der Zug dann kommt, quetschen sich zwei normal volle Züge in einen und es wird so voll, dass ich mehr Gerüche und Telefonate um mich rum mitbekomme, als mir lieb ist. Ich drehe die Musik sehr viel lauter und das macht alles viel erträglicher für mich, Mitfahrende schauen seltsam aber mir ist das in dem Moment egal, ja, die spießige Frau im Angela-Merkel-Gedächtnis-Strickjäckchen frittiert ihre Ohren mit Punkrock, because fuck you, that’s why. So lässt sich selbst in vollen Zügen (muhahaha) das Leben genießen. Ich Google nebenher, wie alt Dexter Holland (der Sänger von The Offspring) ist (53) und finde dabei heraus, dass der erst 2017 seinen PhD in Molekularbiologie bekommen hat, da war „der hat nen Doktor in Molekularbiologie!“ vor 10, 15 Jahren also eine Urban Legend, die ich arglos weiter verbreitet habe und die nachträglich doch noch validiert wurde.

In Eidsvoll muss ich erst mal das Auto aus dem Schnee ausgraben. Das mit dem Schnee von oben hat sich meiner Meinung nach auch langsam etwas abgenutzt. Ja, Winter, ja, Schnee, Hurra, aber das heißt doch nicht, dass der pausenlos vom Himmel fallen muss! (Sie dürfen mit den Augen rollen, ich mache das auch, wenn Sie alle über ihre Sommerhitze stöhnen.)

Ich hab echt nichts gegen Schnee, einige meiner besten Freunde sind Schnee, aber… #8von12 von #12von12

Ich hole Pippi aus dem Kindergarten ab und es dauert alles, dann holen wir Michel ab und es dauert noch länger, dann müssen beide Kinder noch aufs Klo und zu Hause sind wir um 17:15, 25 Minuten vor Abfahrt zum Skitraining. Ach ja: im Hort sehe ich Lise und Lise ist das spargeligste Kind von allen spargeligen Erstklässlerkindern, wenn Lise durchs Turnen noch abnimmt, dann höchstens an den Ohrläppchen. Aber egal, wir sind zu Hause, die Kinder wollen Fernsehen, ich erlaube 15 Minuten unter der Bedingung, dass sie sich dabei umziehen. Die Zeit will ich nutzen, mich umzuziehen und Brote zu schmieren, damit Pippi nicht wieder hungrig beim Skiverein ankommt und dann nicht Skilaufen sondern Waffeln essen will. Das Brot hat allerdings Haare und so schmiere ich Knäckebrote. Das Umziehen vorm Fernseher klappt natürlich nicht und ich muss da noch nacharbeiten, dann die Kinder in ihre Anzüge stecken und schwupps, sind von den 25 Minuten 30 rum. Kleine Rauchwölkchen steigen schon über meinem Kopf auf. Dann bekommt Michel am Skiklub im Dunkeln hinterm Auto die Ski nicht an, Pippi schläft, Michel heult, weil er denkt, seine Gruppe sei schon weg, Pippi heult, weil ich sie geweckt habe und überhaupt ist alles noch verhältnismäßig schön.

Hier ein paar Stichworte zum Rest des Trainings:

  • „Ich will nicht Ski laufen!“
  • „Ich hab Hunger!“
  • „Ich WILL NICHT SKI LAUFEN, WÄHÄHÄÄÄÄ!“
  • „Ich hab Huuuuuuunger!“
    „Ich hab Durst!“
    „ICH HAB DUUUUHUHUHUHUUUUURST!“
    „Ich will Ski laufen!“
    „MICHEEEEEL! WÄHÄHÄHÄÄÄÄ!“
    „ICH WILL ZU PAPAAAAAAA!“

„K2 läuft begeistert Ski!“ (Abbildung ähnlich.) #9von12 von #12von12

Dann kommen die Kinder von draußen nach ihrem Training rein, Pippi macht genau so weiter und der Raum ist nun voller Menschen. Die reden. Laut. Alle durcheinander. Die Rauchwölkchen über meinem Kopf sind inzwischen eher Abgase eines mit Rohöl betankten Unimoks.

Irgendwann kriege ich die Kinder ins Auto und ich hab keins ausgesetzt, wo ist mein Orden.

Zu Hause geht es aber genau so weiter („Ich hab Huuuunger!“), meine Geduld ist halt auch begrenzt und ich sage irgendwann sehr laut Sachen über alleine ins Bett gehen und Schnauze voll und am Ende heulen wir alle drei, es ist echt super. Mit sehr viel Mühe bekomme ich uns alle so weit beruhigt, dass die Kinder ins Bett können. Ich wette mit mir selbst, dass ich auch einschlafe, kriege aber grad noch so die Kurve.

Sie schlafen endlich. Ächz. #10von12 von #12von12

Ich verkrümele mich, nach kurzem Sichten der nassen Skisachen, aufs Sofa zum Bloggen. Mir fallen dauernd die Augen zu und dabei klingeln die Ohren, der Nachmittag/Abend ist einfach zu viel gewesen.

Bei mir geht heute auch nicht mehr viel. Ächz, ächz. #11von12 von #12von12 #Wasseralldaylong

Ich lasse nun das Chaos Chaos sein, das Brot für die Brotdosen morgen ist eh noch nicht aufgetaut und überhaupt, Schlaf ist grad wichtiger. Also träumen Sie alle auch schön!

Gute Nacht, Peppa Wutz! #Diegehörthiernichthin #Eskönntmirnixegalersein #12von12 von #12von12

Tag 1278 – 4.29.

Heute gelernt: einen 4.29 kann man immer machen, wenn einem sonst nix einfällt.

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Michel erzählte heute morgen, seine Klassenkameradin, nennen wir sie mal frei erfunden Lise, könne Spagat. In jede Richtung. Erwachsene können nicht so gut Spagat, weil die Beine länger sind und dann ist der Abstand so groß. Er kann auch keinen Spagat. (Ich fügte an dieser Stelle an, dass ich auch mal Spagat konnte, auch als ich schon erwachsen war und er das auch nur üben müsste, dann könne er das auch irgendwann.) Aber die Lise, die kann das, die geht nämlich zum Turnen.

Und beim Turnen, ne Mama, da nimmt man auch ab.

Der Satz hat mich wütend und traurig und alles gleichzeitig gemacht und ich habe Michel dazu erst mal ein paar Takte gesagt, nämlich

  • Dass man Sport nicht macht um abzunehmen, sondern zu allererst mal weil’s Spaß macht und dann vielleicht irgendwann weil man davon fitter wird
  • Dicke Leute können viel Sport machen und sehr fit sein und sich pudelwohl fühlen
  • Schlanke Leute machen umgekehrt auch nicht alle Sport und sind vielleicht ganz und gar nicht fit oder gesund
  • Und überhaupt und ganz wichtig: SECHSJÄHRIGE SOLLTEN SICH ÜBERHAUPT NOCH KEINEN KOPF UMS ABNEHMEN MACHEN
  • Herrschaftszeiten. Das wird ein schöner nächster Elternabend. Da freue ich mich jetzt genauso drauf, wie auf den im Kindergarten, wo ich mal anmerken werde, dass Leuten, die beim Abliefern und Abholen vorm Kindergarten das Auto einfach laufen lassen, offenbar an der Zukunft ihrer Kinder nicht so viel gelegen ist, jedenfalls an keiner auf einem Planeten mit halbwegs in-Ordnung-em Klima.
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  • Heute zum ersten Mal im nicht-mehr-ganz-Dunkeln das Haus verlassen, um 07:03 wurde der Himmel im Osten schon blau. Auch im noch-nicht-ganz-Dunkeln nach Hause gekommen. Wäre nicht der Zug hoffnungslos verspätet gewesen (ich habe von Schreibtisch zu Couch 1 Stunde 50 Minuten gebraucht), wäre es noch heller gewesen und das tut dem Gemüt außerordentlich gut sage ich Ihnen. Das schafft keine Vitamin-D-Tablette, was länger werdende Tage mit mir machen. Noch 5 Wochen ca. und dann ist es endlich wieder länger hell als dunkel (und ja, der Tag der Tag-und-Nacht-Gleiche ist überall gleich, dieses Jahr am 20. März). Hach!
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  • Das mit dem total verspäteten Zug war aber doof, denn ich musste erst sehr lange warten, dann fuhr der Zug auf einem anderen Gleis, was ich aber erst raffte, als er auf dem anderen Gleis einfuhr und dann musste ich sehr schnell sprinten (was ich hasse und normalerweise tue ich mir würdeloses Rennen zum ÖPNV nicht an, aber ich hatte ja schon ewig gewartet) und dann war natürlich in Eidsvoll auch kein Bus zu kriegen und ich musste vom Bahnhof aus nach Hause laufen. Letzteres war noch am wenigsten schlimm, dachte ich erst, aber mein Uterus meinte dann ab der Hälfte des Wegs, er hätte nun genug und krampfte sich um die Spirale und das war dann sehr unangenehm. Zu Hause plumpste ich auch nur noch aufs Sofa und schlief recht bald bei Mickey Mouse ein.

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    Pippi kuschelte sich beim Fernsehen an mich und als ich wieder wach wurde konstatierte, ich sei sehr weich und würde gut riechen. Das ist doch mal ein schönes Kompliment.

    Tag 1277 – In den Pfützen schwimmt Benzin…

    Na, Ohrwurm? Sorry, es geht ja aber einfach nicht an, dass ich damit den Tag über alleine rumlaufe.

    Nachdem ich mit einer Freundin nämlich per WhatsApp über Nagellacke konferierte, hatte ich unbändige Lust, meine Fingernägel im Farbton Benzinpfütze zu lackieren. Und tadaa:

    Das ist Deborah Lippmann „Wicked Game“ auf Essie „Liquorice“. Wicked Game ist ein Lila-Grüner Duochrome, sprich, je nach Licht sehen meine Fingernägel nun Metallic-Lila oder Metallic-Grün aus und ich bin sehr begeistert. Hach, hach.

    Was war sonst noch? Wetter. Nachdem es seit Wochen durchgehend Minusgrade hatte und Wasser wenn überhaupt, in der letzten Woche aber massiv, gefroren vom Himmel kam, hat es gestern viel und heute ein wenig bei knapp über null Grad geregnet. Das heißt, man kann aus dem Schnee endlich mal was machen. Wenn man schon nicht Ski fahren kann… Zum Beispiel ein richtiges Iglu bauen.

    Das hat Herr Rabe mit den Kindern gemacht, ich war in der Zeit in der Küche mit Brot, Hefezopf und danach dann Abendessen (Reis mit Dal und Naan, hatten wir lange nicht und ich frage mich warum. Wahrscheinlich weil ich in der Schwangerschaft mit Pippi kein Curry und alles was in die Richtung ging mochte und wir seither generell wenig Curryartiges machen.) beschäftigt. Ganz in Ruhe. Das war auch mal sehr schön.

    Nicht so ganz schön: mein Handy erkannte irgendwann heute mein Gesicht nicht mehr, ich dachte, es könnte dann eine gute Idee sein, das Betriebssystemupdate, das seit Tagen nervt, zu machen. Blöd dabei: ich weiß meine PIN nicht. Die liegt, da sie nicht hier ist, höchstwahrscheinlich bei der Arbeit. Da liegt sie natürlich gut. Nicht. Meh. Aber immerhin wird mein Gesicht wieder erkannt.