Tag 2800 – Weg mit der Sieben.

Siebenen sind unsympathisch. Total. Bäh.

Vom heutigen Tag gibt es so mittelviel zu berichten. Ich hatte bei der Arbeit ein Webinar (das geht auch morgen und Donnerstag noch weiter), das allerdings zu Anfang eher mäßige Relevanz für mich hatte, weshalb jetzt sämtliche Blumen/Topfpflanzen mal geduscht haben und mein Bügelstapel um 50% geschrumpft ist. Ich hasse Bügeln, warum habe ich überhaupt Kleidung, die gebügelt werden muss? Die zweite Hälfte vom Webinar habe ich aber tatsächlich konzentriert zugehört und was gelernt.

Danach ging der Arbeitstag aus Gründen steil bergab.

Um halb vier wunderte ich mich dann doch so langsam mal, wo Michel eigentlich bleibt. Der hatte halt nur seinem Vater Bescheid gesagt, dass er nach der Schule mit zu einem Kumpel geht. Der Vater war aber im Büro.

Abends war ich beim Ballett und bin jetzt komplett platt. 5 Minuten Kinder-Warm-up (wir hopsen im Kreis und so, wirklich wie beim Kindertanz), 20 Minuten Stange, 5 Minuten Mitte, 30 Minuten Choreografie. Mir lief schon nach der Hälfte der Stange der Schweiß. Die Choreografie ist noch neu und ich hab noch nicht raus, wo man schnell mal tief Luft holen kann, bevor es lächelnd und elfengleich weiter geht. Ächz. Wie Michel hinterher so lieb meinte (als ich ihm vorlas) „Mama, das ist nicht böse gemeint, aber ich glaub du musst mal duschen.“.

Tag 2799 – Neue Dinge.

Keine Murmeln. Die Murmelfrau hat sich nicht noch mal gemeldet. Hmm.

Insgesamt ein sehr sehr durchwachsener Tag. Kindergarten bei der Arbeit, weiter Hormone (hoffentlich hat Corona nicht wieder meinen Zyklus kaputt gemacht und ich mache jetzt für immer Zyklusend-Alles-Hass-Phase), was dann dazu beitrug, dass der Kindergarten eskalierte und ich jetzt echt keinen Bock hab, mehr Zeit als unbedingt nötig im Büro zu verbringen. (Kurzversion: jemand hat auf meinem Stühlchen gesessen. Wenn die Person auch noch aus meinem Becherchen getrunken hätte, wäre ich wahrscheinlich einfach wutentbrannt aus dem Büro gestürmt und wäre nach Hause gefahren. Bei meinem Stuhl geht meine Grenze, generell bei dem wenigen an eigenem Kram, das wir im Büro überhaupt noch haben dürfen. Ich habe beantragt, diesen Stuhl behalten zu dürfen, habe es bewilligt bekommen und einen extra offiziellen Aufkleber drauf geklebt. Man KÖNNTE das respektieren und wenn man sich dazu entscheidet, das nicht zu tun, muss man damit leben, dass ich plötzlich gar nicht mehr lieb und nett bin, sondern eine Furie. Tja. (Zumindest ein paar Tage im Monat ist das so.)

Dann war einiges kurz gut bei der Arbeit, es tun sich wirklich tolle Möglichkeiten für mich auf und ich freue mich schon wie Bolle und lerne mit Duolingo jetzt ein bisschen Koreanisch. Mal gucken, wie weit man in (guckt in den Kalender) WHOA, zwei Monaten!damit kommt.

Dann wurde es wieder blöd, manche sind scheinbar ein wenig lernresistent (keine weiteren Stuhldiebstähle, immerhin). Und ich bin nach wie vor keine gute Pädagogin.

Stuhldiebstahl klingt ein bisschen wie Samenraub. Hihi.

Tag 2798 – Kurz durchatmen.

Die Kinder hatten heute Korps-Wettbewerb und dieses Mal ist Herr Rabe mit ihnen da hin gefahren. Ich war gewissermaßen befreit von dieser familiären Verpflichtung, wahrscheinlich hätte ich auch irgendwem dort den Kopf abgebissen, bei meiner Laune und allgemeinen Empfindlichkeit heute. Jedenfalls war ich ein paar Stunden alleine zu Hause und das war sowohl dringend nötig als auch sehr erholsam. Ich habe gekocht, gebacken, einen Spaziergang gemacht, lange telefoniert und ein bisschen Geige gespielt. Leider war die Familie ziemlich… gereizt als sie zurück kam (Streitthema Bildschirme) und da war meine Erholung schnell dahin, aber ich konnte schon fast wieder meine eigenen Gedanken hören und nahezu fertig denken.

Morgen ist es aller Erfahrung nach schon viel besser. Außerdem habe ich aufgrund einer relativ spontanen Bastelidee den Kauf von Murmeln über Kleinanzeigen ausgemacht und kann dann morgen Abend vielleicht was basteln. Mit Murmeln.

P.S. zwei Wochen an zwei Etüden in der 1. Lage rumüben ist recht, ähm, langweilig. Es sind noch nicht mal technisch schwierige Etüden. Die eine hat ein paar Tücken, mehr aber auch nicht (vielleicht ist da auch ein bisschen mein „Problem“, dass ich die durchschaue, also schnell schnalle, was man damit üben soll, und dann finde ich sie langweilig. Es sei denn, sie sind trotzdem schwierig genug). Muss dem Lehrer nächstes Wochenende sagen, dass ich ein bisschen mehr Challenge brauche.

Tag 2797 – Blues.

Vielen Dank für die Glückwünsche, ich freu mich ja doch, auch wenn’s ein unwichtiger Geburtstag ist. (Fun fact: weder 18, noch 20, noch 30 werden fand ich bisher irgendwie doll besonders. Vielleicht klappt es ja mit 40? 15 war einschneidend. 6 auch. 25, aus traurigen Gründen, auch. Auf diese Art, sowohl 15, als auch 6, als auch 25, möchte ich bittedanke nicht noch mal Geburtstag haben.)

Aus Gründen, die vermutlich einfach mit Hormonen zusammen hängen, bin ich heute aber mal nicht mein sprudelnd fröhliches Selbst, sondern eher so selbstmitleidiger Blob. Ich geh jetzt einfach ins Bett.

Tag 2796 – 38.

So, Geburtstag. Geburtstag und eigentlich nichts darüber zu erzählen… Es war alles wie es normalerweise an meinem Geburtstag ist, und das ist gut, weil Vorhersehbarkeit gut ist. Es gab Schichtkuchen, wie immer. Den hat Herr Rabe mit meiner Unterstützung Mittwoch Abend gebacken und gestern Abend mit Schokolade überzogen. Heute Morgen wurde ich von Michel mit Kaffee geweckt (eigentlich war ich schon halbwegs wach, kam aber nicht aus dem Quark, auch wie immer), exakt eine Stunde nach der Levaxintablette, perfekt. Pippi war sehr aufgeregt und zwang mich zu baldigem Runtergehen, wo Kuchen, Kerzen und Geschenke warteten. Und die Geburtstagsgirlande, die wir ebenfalls immer aufhängen. Ich bekam Blumen von den Kindern (in Töpfen, weil meine Kinder oder zumindest ihr Vater wissen, dass ich lieber lebende als Schnittblumen habe), selbstgebastelten Karten und von Herrn Rabe einen Thermobecher, dessen Deckel, im Gegensatz zu dem von der Danke-Tasse, in die Spülmaschine kann, sowie einen Notenständer und Magnete, was bestimmt gar keinen Hintergedanken hatte, wie zum Beispiel dass ich seit Monaten seinen Notenständer leihe und ständig lose Notenblätter davon heruntersegeln und dann irgendwo auf dem Boden liegen. Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut.

Dann fuhr ich arbeiten, wo bis auf meine Kollegin niemand wusste, dass ich Geburtstag habe, aber es war ein guter letzter Inspektionstag, die Liste ist abgeliefert und die Firma dankt, wenn ich nicht danach ne Stunde im Stau gestanden hätte, wäre es echt ein rundum guter Arbeitstag gewesen. Ich mache meinen Job ja sehr gerne, da kann ich jede Menge Fragen stellen und rumprökeln, bis ich alles verstanden habe – oder die andere Seite verstanden hat, dass sie da irgendwie Quark machen. Ich mag das, wenn die andere Seite beim Abschlussmeeting nickt und einverstanden mit dem ist, was man an Schlechtigkeiten ausgegraben hat. In letzter Zeit hatte ich irgendwie viele „Diskutierer“ (m/w/d), das ist anstrengend.

Dann eben nach Hause, mit Stau, enervierend langsam ladenden Auto (ID.3, bin milde gesagt underwhelmed. Da gibt es für weniger Geld bessere E-Autos in der Klasse. Konacar zum Beispiel, aber die ist ja schon vergeben) und Auto-Rückgabe am Flughafen.

Zu Hause ein spätes Stück Nachmittagskuchen, Badewanne und dann Sushi, das Herr Rabe besorgt hat, weil er der beste Mann ist. Dazu trank ich ein halbes Glas Weißwein und weil das der erste Alkohol seit Silvester war, hat der auch sehr schnell viel Wirkung gezeigt. Hoppla.

So lässt es sich 38 werden.

(38. was für ein uninteressanter Geburtstag. Sexy wie ne Scheibe ungeröstetes Toast. Im Gegensatz zu mir, natürlich, ich bin mindestens geröstetes Toast, wenn nicht gar mit leichten Verbrennungsspuren hier und da…)

Tag 2793 – Bissig.

Tut mir leid, ich hab Laune, aus Gründen. Ich schreibe lieber nicht viel mehr als das.

Heute beim Ballett gewesen, war gut. Dann kam die Balletttrainerin mit „unseren“ (ich weiß noch nicht, ob ich dabei sein kann) Kostümen für die diesjährige Vorstellung. So sehr es alle meine Kleinmädchenträume erfüllt, sehe ich mit einem romantischen Tüll-Ballettrock doch leicht albern aus. Und die anderen Muttis zu 90% auch. Die 10% sind die 2, die gar keine Muttis sind und so schlank, dass ihnen chinesisch S von der Taille rutscht. Was gut ist an diesen Röcken: Hintern ist versteckt und diverse Technikunsauberheiten in den Beinen werden kaschiert. Ansonsten… naja man ist halt nicht mehr 15, ne?

Tag 2792 – Schnipsel.

Wir haben mit Michel einen Kaffevertrag abgeschlossen. Er macht uns Kaffee (Latte) und wir bezahlen ihn für diesen Service. Das war seine Idee und ich finds niedlich und tue viel für Kaffee. Heute klappte das direkt erst mal so mittel, weil wir Erwachsenen gestern Abend erst beschlossen haben, dass ich heute ganz früh arbeiten gehe (und dann auch ganz früh zurück fahre). Ich war also gar nicht da und Herr Rabe musste zwei Kaffee trinken.

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Hab beschlossen, dass ich beim Geige spielen nicht an zu vielen Sachen gleichzeitig arbeiten kann und deshalb heute auf den Bogen fokussiert. Strichrichtung – Joa, das war eingerissen, sehe ich ein. Bogeneinteilung und Bogenhaltung hängen ein bisschen zusammen, der Lehrer meinte, ich solle den Bogen etwas anders halten und mit dieser anderen Haltung ist es tatsächlich leichter, einen satten Ton zu erzeugen (ich kann mehr Gewicht auf die Stange übertragen) und damit ist es auch einfacher, Bogen zu sparen. Das ist bei langsamen Passagen super. Allerdings sehe ich noch nicht ganz, wie ich damit lockerere Passagen spielen soll, aber das habe ich heute auch einfach gar nicht erst probiert, sondern mich auf gerade streichen und richtige Haltung von allem in langsamen Stücken (ok, einem langsamen Stück) konzentriert. Bin soweit zufrieden mit heute.

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Heute Morgen habe ich festgestellt, dass um 6:11 gar kein Zug fährt. Ich bin nämlich um zwanzig nach fünf eigentlich als der Wecker klingelte tatsächlich wach gewesen und hab mich eine viertel Stunde später dann auch tatsächlich aus dem Bett geschält, Sportkleidung angezogen und bin losgefahren. Eigentlich, weil ich gegen Ende meines Workoutes bemerkte, dass ich meine Sporthose auf links anhatte und mir die ganze Zeit ein Waschzettel prominent auf dem Po herumwippte. Waren ja auch nur drei meiner direkten Kolleg*Innen mit mir im Fitnessraum.

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Pippi durfte neulich ihre Piercingstecker aus den Ohrlöchern rausnehmen, die 8 Wochen waren rum und alles sah super aus. Leider hat sie dann, ohne Bescheid zu sagen, noch mal andere Stecker reingemacht und die sehr fest zugeballert. Das war keine gute Idee. Aber wenn Sie mal Lust haben, direkt in den Abgrund der Elternhölle zu blicken, an deren Boden sich insbesondere Mütter gegenseitig zerfleischen, googeln sie mal „Ohrloch Kind entzündet“. Das war meinerseits keine gute Idee. Wir machen jetzt einfach weiter mit Piercingstecker (damit sich nichts einkapselt), Desinfizieren und Bepanthen (damit der Stecker nicht verklebt, was dann juckt, weshalb Pippi dann dran rumfummelt, natürlich ohne vorher die Hände gewaschen zu haben). Wenn es bis zum Wochenende nicht weg ist, fahre ich mit ihr zum Piercingstudio und frage, was wir da machen sollen. Google werde ich zu dem Thema jedenfalls nicht noch mal bemühen.

Tag 2791 – Es ist nicht alles schlecht.

Meine Geigenstunde war… so lala, so lala. Also der Lehrer ist nett und gut und hat sicher Recht in allem, was er sagt. Ich sehe das sogar selbst ein. Aber gesagt zu bekommen, dass wir erstmal ein Stück zurück gehen sollten und an grundlegender Technik arbeiten sollten, ist trotzdem nicht schön. Zugegebener Maßen hab ich vor lauter Aufregung auch grausig schlecht gespielt. Und ebenfalls zugegebener Maßen hat er auch was gelobt, nämlich meine Intonation. Und selbst die war heute mehr daneben als normalerweise. Aber Bogeneinteilung, Strichrichtung, Bogenhaltung, Geigenhaltung und Finger liegen lassen ist alles, äh, ja. Kann man dran arbeiten. Besonders sticht, dass das mit Finger liegen lassen auch schon meine Geigenlehrerin von damals gepredigt hat. Macht ja auch Sinn, ich find auch, dass ich die Finger viel zu viel bewege. Aber das nach ein paar Minuten spielen so gesagt zu bekommen, hmm. Au. Vor allem, wo da wegen Nervosität viel viel offensichtlichere Baustellen waren…

Ich bin übrigens immens kritikfähig und kein bisschen eingeschnappt, niemals nicht. Dem werd ich seine Etüden in der 1. Lage üben, dass er mit den Ohren schlackert. Ha. Bring it on.