Tag 3798 – 25 cm…

… Schnee werden heute Nacht erwartet. Das ist viel, selbst für hier, und weil -10 Grad sind, bleibt das auch alles liegen. Keine Ahnung, ob, wie und wann wir es morgen zur Arbeit schaffen, aber wir werden es versuchen. Vorsichtshalber haben wir ein Auto schon unten an der Straße geparkt, außerdem sind schon wieder Teile der Kabel ausgefallen und ich hab mich offen gestanden auch nicht getraut, hoch zu fahren. Ich muss dann aber dran denken, Spikes für die Schuhe mitzunehmen, sonst ist es etwas Risikosport, den Weg hoch zu gehen.

Heute der Tag war so lala. Ich habe gearbeitet und dann hatte ich irgendwann am späten Nachmittag derbe Kopfschmerzen und war wie ausgeknockt müde und musste erst mal ne Stunde Nickerchen machen. Offenbar bin ich nichts mehr gewohnt. Danach war ich weinerlich und frustriert und generell nicht mein bestes ich. (Und nein, es ist mal ausnahmsweise nicht der Zyklus.)

Herr Rabe hat die letzten zwei Tage ausgesprochen lecker gekocht, gestern Rosenkohlpfanne und heute Schmorkohl. Beides mit Kartoffeln. Das sind alles noch Weihnachtsreste (Kohl hält sich ja). Wir fühlen uns sehr westfälisch. Sogar die Kartoffelsorte ist ganz in Ordnung und hat einigermaßen Geschmack. Cerisa heißt die. Wenn es nicht verboten wäre, würde ich Kartoffeln aus der Heimat importieren und selber anbauen. So westfälisch bin ich! Und so fad sind die norwegischen Kartoffeln.

Tag 3778 – 3780 – Laune (und Ferien).

Donnerstag und gestern habe ich noch unvernünftig viel gearbeitet, damit wenigstens die meisten großen Klötze von meinem Schreibtisch sind, wenn ich Urlaub nehme. Was ich jetzt habe.

Gestern habe ich außerdem eine Geigenstunde gehabt (die war gut), mir endlich die Haare schneiden lassen (sehr gut!) und war beim Geigenbauer, Saiten kaufen. Scheiße, sind Saiten teuer. Aber ich habe ja auch gerne ein komplettes Set auf Halde liegen, weil Saiten meistens sehr plötzlich reißen.

Auf dem Rückweg von Oslo ging es mir plötzlich gar nicht gut, irgendwas hatte ich nicht vertragen oder es war nicht mehr gut oder so, aber es wollte bitte schnell raus und machte vorher auf dem Weg durchs System große Schmerzen, sodass ich mit Schweißausbrüchen im Zug saß und erst mal meinen Gürtel lockerte, damit alles wenigstens so frei wie möglich passieren konnte. Ich schaffte es nach Hause, war aber den Rest des Tages nur auf verschiedenen Sofas. Heute nach dem Frühstück war erst mal alles raus, glaube ich, da ging es mir schon viel besser.

Heute war ich mit Pippi in Oslo, erst Sachen einkaufen und dann beim Weihnachtskonzert des Lieblingskollegen. Das war sehr schön (beides).

Jetzt allerdings habe ich ziemlich Laune. Hat möglicherweise interne, aber möglicherweise auch externe Gründe. Jedenfalls… ARRRRGGGGHHH!

Lieber schlafen. Morgen ist großer Putztag.

Tag 3775 – Eigentlich gut, aber.

Der (Arbeits-)Tag bekam einen so harten Dämpfer ganz am Schluss, dass ich immer noch total wütend bin deshalb, es ist ganz irrational, weiß ich auch, aber… AAAARRRRGGGHHH!

Danach wäre ich echt gerne noch zum Friseur gegangen, aber das hat auch nicht geklappt wegen Zeitdruck. Immerhin konnte ich mit Michel zu seinem Trompetenunterricht gehen, letztes Mal in diesem Jahr, und er hat das super gemacht. Stolze Mama.

Tag 3767 und 3768 – Piep.

Selbst wenn ich jetzt sofort einschlafe, klingelt in fünf Stunden der Wecker. Ich bin aber schrecklich aufgekratzt und kann gar nicht schlafen. Wir arbeiten zu viel und zu lange und zu Hause bei der Arbeit ist auch irgendwas im Gange. Ansonsten essen wir. Es ist sehr viel und zum überwiegenden Teil auch ausgesprochen gutes Essen, aber jetzt haben wir heute schon zum zweiten Mal das Abendessen einfach ausfallen lassen, weil einfach gar nichts mehr rein geht. Dagegen könnte man, selbst wenn man dafür Zeit hätte, gar nicht an-trainieren.

Also ja. Alles eigentlich gut, nur viel und so langsam auch so überreizt, dass ich zu Hause gern eine Woche ins Schweigekloster gehen würde. Wenn man da Geige spielen dürfte jedenfalls.

P.S.: kein Sonnenbrand! Nicht mal ein bisschen! Sonnencreme plus Sonnenkleidung hat es rausgerissen.

Tag 3766 – Schubidu.

Hab zwei Bier getrunken, es ist ja immerhin Samstag und morgen dann doch auch mal frei. Der Lieblingskollege und ich haben dann noch sehr lange Kluster Duo gespielt, wobei wir uns langsam ein Publikum erarbeiten. Die Leute fragen sich halt schon, was wir da eigentlich machen. Aber jetzt bin ich ein bisschen beduselt.

Ich freue mich unbändig auf fast acht Stunden Schlaf. Der Lieblingskollege hatte heute Nacht schon über sieben, der hat nämlich, ganz ähnlich wie ich letztes Jahr, heute verpennt.

Es ist erstaunlich okay und wenig schlimm, dass ich dieses Mal hier das Sagen hab, also lead inspector bin. Läuft ganz ok soweit. Ich mag die Bestimmerinnenrolle durchaus auch.

Tag 3763 – 3765 – kurze Meldung.

Bin gestern und vorgestern einfach sang- und klanglos eingeschlafen. Viel zu spät natürlich. Aber hier ist auch echt viel los. Mittwoch haben wir ein wenig gearbeitet, ein wenig gesportelt und viel versucht, den Jetlag zu bekämpfen. Gestern war Inspektion, heute auch. Kurz dachte ich gestern, am Mittagessen sei irgendwas nicht gut gewesen. Aber bis zum Abendessen ging das dann wieder und zum Abendessen habe ich mir dann einfach kurzerhand alle Innereien weggebrannt mit wirklich, wirklich scharfem Essen. Aber lecker. Zwei Currys, ganz simpel, dazu Naan und nach den ersten Bissen dazu dann auch Curd Rice. Danach haben wir noch die Hochzeit fotografiert, die hier im Hotel stattfand. Komplett wilde Sache.

Ein klitzekleiner Ausschnitt: der Eingang zum Festivalplatz, wo zwei Bühnen aufgebaut waren, die Gäste auf Samt-Sofas platznehmen konnten und etwa 20 Blumenläden ihren gesamten Warenbestand ausgeleert zu haben schienen.

Dazu gab es Feuerwerk, unfassbar schicke Menschen, eine Trommelband und Tanz.

Heute dann wieder Inspektion. Morgen auch. So schön, dass die norwegischen Arbeitszeitgesetze außerhalb Norwegens nicht gelten.

Indien ist schon echt sehr anders.

Tag 3761 – Schneller schlafen.

Heute war ich fahrig, unkonzentriert und aufgeregt. Morgen geht es mal wieder nach Indien, nur muss ich dieses Mal die ganze Chose leiten. Ich fühle mich schlecht vorbereitet (bin ich nicht) und generell hab ich so vieles nicht gemacht, was ich hätte machen müssen, es ist furchtbar.

Herr Rabe und ich haben zu Hause auch fast nur abgeklatscht. Auch das ist blöd.

Egal. Es kommt wie es kommt. Und ich treffe den Lieblingskollegen um 5 Uhr in der Lobby, muss also jetzt echt schlafen. Gute Nacht!

Tag 3753 – Nur Alltag.

Furchtbar langweilig tatsächlich. Aber auch sehr gut. Lauter Routinen. Arbeit/Arbeit/Schule/Schule. Danach fahren wir in einem überfüllten Zug nach Hause, Einkaufen, Essen machen, einer fährt mit Michel zum Trompetenunterricht (er ist seit einem halben Jahr doch umgestiegen, er wollte ja ursprünglich für immer beim Kornett bleiben). Ich habe Streichorchester, von dem ich hier noch nie was erzählt habe, glaube ich. Quasi ein Geheimnis. Es ist auch nix dolles, aber macht Spaß. Und ich lerne was. Danach mache ich noch Sport, Herr Rabe bringt Pippi ins Bett, Michel geht selbständig ins Bett, ich dusche und dödele dann noch ein bisschen rum und jetzt ist Schlafenszeit. Morgen Büro und dann Geigenstunde – Schauen, was ich in einer Woche mit der Rode Etüde habe ausrichten können. Und einen Blick auf Eine kleine Nachtmusik 4. Satz werfen, die ganzen Verzierungen bringen mich sehr stark ins Schwitzen.