Tag 3845 – 3847 – Piep.

Wir leben hier alle, aber es ist sehr stressig zur Zeit. Dienstag Elterngespräch mit Pippi, danach Konzert, danach Ballett, gestern Burlesque, an allen Tagen viel Arbeit. Dazu etwas Generve und Eskalation mit Michel, der sich ums Verrecken nicht um einen Platz für ein eintägiges Praktikum/Mikrojob (bezahlt, die Einnahmen gehen in die Klassenkasse) nächste Woche kümmern will oder kann. Er muss schon nur das absolute Minimum machen, nämlich eine klitzekleine Bewerbung für einen Job schreiben, den wir ihm bereits klar gemacht haben. Aber selbst das ist zu viel und führt zu Meltdown. Puh, ey, tja, hmm. Keine Ahnung.

Und ich bin auch einfach hundemüde.

Tag 3843 und 3844 – Rübennase.

Pippi kann nicht schlafen. Gestern waren wir schwimmen, man sollte meinen, danach seien Kinder müde, aber Pippi kann trotzdem nicht schlafen. Letzte Nacht schlief sie deshalb bei uns im Bett – weswegen mindestens ich dann beschissen schlief, sie ist immerhin inzwischen fast 1,50 m groß. Heute Nacht konnte sie auch wieder nicht einschlafen und deshalb schläft sie jetzt mit Herrn Rabe im großen Bett und ich liege in ihrem. Ein Squishmallow liegt neben mir und lächelt mich selig an. Ich hoffe, diese Schlafprobleme sind eine kurze Phase, ich mag mein Bett nämlich.

Bei der Arbeit wird mal wieder umorganisiert. Es ist ein so chaotischer und unstrukturierter und undurchsichtiger Prozess, dass ich jetzt schon wieder keinen Bock mehr habe. Ein anderer Inspektor hat schon angekündigt, sich wegzubewerben, weil er das Damoklesschwert, dass seine Aufgaben eventuell einfach… nicht mehr gemacht werden sollen, nicht erträgt. Verständlich. Sehr, sehr verständlich. Und was das schon wieder alles an Ressourcen frisst. Als hätten wir sonst nichts zu tun. Andererseits… Man sollte vermutlich alles tun, um in einer Organisation, die kein Geld für nichts hat, zu verhindern, dass NOCH MEHR „strategisches Management“ etabliert wird, also noch mehr Leute, die nix tun, außer in Meetings zu sitzen und darüber zu entscheiden, wie man mal wieder was umorganisieren könnte. Und weil‘s Management heißt, kostet der ganze Spaß dann direkt mal ein paar Milliönchen. Während an anderer Stelle in der Organisation, an Stellen, wo tatsächlich was produziert wird, das mehr ist, als heiße Luft, Stellen nicht neu besetzt werden, wenn jemand aufhört – weil wir ja kein Geld haben!

Wenn ich ja den Job an sich nicht so mögen würde, ich hätte denen echt längst die Bude angezündet.

Tag 3837 und 3838 – 2 Grad.

Die Besserungskurve ist da, aber sehr flach. Heute war ich noch mal beim Arzt (gestern war nichts mehr frei) und jetzt bin ich den Rest der Woche krankgeschrieben. Nach diesem Ausflug war ich aber auch reif fürs Sofa und da bin ich auch viel zu früh einfach eingeschlafen. Dafür bin ich jetzt wach.

Ich glaube tatsächlich es ist hauptsächlich Erschöpfung übrig. Das Hauptsymptom scheint sich seit heute erledigt zu haben. Schmerzen habe ich nur noch gelegentlich und nicht mehr so krass.

Heute habe ich dafür aber auch erfahren, dass wir umorganisiert werden sollen (mal wieder, was ist das eigentlich für ein seltsames Hobby in mittleren und großen Organisationen?) und welche Möglichkeiten zur Diskussion stehen und nachdem ich am Handybildschirm wirklich ALLE Dokumente dazu gelesen habe, habe ich eine sehr deutliche Meinung und ich nehme ganz stark an, dass die konträr zur Meinung meiner Chefin ist (genau genommen steht die Meinung meiner Chefin in dem einen Dokument ziemlich unverhohlen drin) und jetzt „freue“ ich mich schon ganz besonders auf Montag. Das wird sicher super. Wenn die Chefin Glück hat, hab ich dann nicht auch noch PMS.

Tag Dingens – Bin wieder da…

… mit einem fulminanten Virus, der [Details erspare ich] und unerträgliche Bauchkrämpfe verursacht. So in dieser Form hatte ich sowas noch nie, ich kann kaum aufrecht stehen und fühle mich eher tot als lebendig. Ich sage Virus, weil der Hausarzt, bei dem ich heute auch schon war, gesagt hat, klingt wie Virus. Da gegen die Schmerzen Paracetamol einfach mal gar nichts tut, habe ich Paracetamol/Codein-Tabletten bekommen und die Kombination 7 Stunden Zeitverschiebung und Codein ist nicht meiner Wachheit zuträglich.

Ansonsten war alles gut. Nur die Rückreise und der Tag davor waren nicht sehr schön bis furchtbar.

Tag 3816 – 3818 – Vorbereitungen.

Ich bin immer noch konstant müde. So viel Vitamin D kann man echt gar nicht nehmen. Oder so viel schlafen, zumindest schaffe ich das nicht.

Wir bereiten die China-Reise vor. Ich bin wirklich langsam sehr aufgeregt. Wird das alles funktionieren? Wird mir der Lieblingskollege den Kopf abreißen, weil das Netz in China mit der eSIM, die ich nach langen Recherchen ausgesucht habe, genau da wo die Site ist, schlecht ist? Werde ich nach über einer Woche authentisch chinesischem Essen nie wieder dort hin wollen? Werde ich durchdrehen, weil die von der Site uns vermutlich nie in Frieden lassen werden? Mir ist das alles zu aufregend und dann kann ich nicht mal meine normalen Kontakte haben, weil ich alle privaten Geräte zu Hause lassen muss und nur das nahezu leere Telefon und den ebenso leeren PC mitnehmen darf.

Mir ist das grad alles ein bisschen viel.

Tag 3813 – Nicht viel zu erzählen.

Hier ist kaum was los. Herr Rabe ist heute auf ein Jobwochenende aufgebrochen. Ich habe Geige geübt und muss langsam aufpassen, dass ich nicht in die Über-Übungsfalle tappe. Ich habe auch viele, viele Stunden gearbeitet, ungefähr bis zu dem Punkt, wo ich merkte, dass ich Kopfschmerzen bekommen hatte. Sport gemacht habe ich keinen, aber mir tut auch noch alles ziemlich weh. Seit vorhin auch die Oberschenkel. Wir, also Pippi, haben Übernachtungsbesuch. Ich höre noch Kinder rumgeistern, es kann aber auch Michel sein, der sich wieder an den Computer schleicht (Rübennase). Es schneit, aber so wenig, dass die Wetterapp behauptet, es schneie gar nicht. Die Wärmekabel gehen manchmal an, manchmal aber auch nicht.

So langsam ödet mich der Winter doch sehr an. Ich hoffe, in China ist es grüner als hier (aber ich befürchte, dass das nicht so ist, sondern hauptsächlich weniger Schnee). Also, irgendwo in China ist es sicher grüner, China ist ja groß. Nur halt vielleicht nicht unbedingt da, wo wir sind.

Ich muss dringend Handyentzug machen, da kommt mir die Chinareise wirklich ganz recht. Heute habe ich eine Serie auf dem Fernseher geschaut, eine Folge, und festgestellt, dass ich das inzwischen auch kaum noch mache, dabei ist das eigentlich ganz schon, da eingemummelt auf dem Sofa zu sitzen, mit einem alkoholfreien Weihnachtsbier (das ist so lecker, wie weniger süßes und nicht so schweres Malzbier) und ohne Handy.

Joa. Sonst war Nix.

Tag 3812 – Auuuu.

Es war ja zu befürchten, und es ist eingetreten: schlimmer Muskelkater. Po und Kreuz. Dazu eine leicht unglückliche Schulter. Der Po-Muskelkater ist besonders… interessant, weil der Gluteus recht wenig betroffen ist, dafür aber die kleinen Muskeln rund ums Steißbein umso mehr. Also zusammen mit dem Kreuz genau die Muskeln, die man braucht, wenn man das Becken nach vorne kippen/aufrichten möchte, was ich recht häufig mal so mache, weil das durchs Tanzen für mich eine natürliche, eigentlich entspannte Haltung ist. Eigentlich. Heute ist das nicht entspannt. Und nachdem ich nach der Arbeit noch beim Zirkeltraining war, werde ich morgen wohl gar nichts machen. Null. Sofa-Office. Geige spielen im Sitzen. Mit dem Auto quasi bis in den Supermarkt rollen, Pizza kaufen und wieder raus rollen.

Eine gesundheitliche gute Nachricht: ich habe ein Tübchen Nasensalbe mit Panthenol aus den Untiefen der Medikamentenkiste gefischt und damit jetzt ein paar Tage meine Nase von innen gepflegt. Es riecht jetzt zwar alles immer nach Salbe, aber ich habe kein weiteres Nasenblutendrama verursacht.

Es wird langsam Ernst mit der Inspektion in China. Ich habe extra Ausrüstung bekommen, mit der strengen Anweisung, nur zu installieren, was lebensnotwendig ist, und nur mobile Daten zu verwenden, keinerlei WiFis. Dazu eine eigene Mailadresse für Chinareisen und ein eigener User, der nicht auf die Systeme meines Arbeitgebers zugreifen kann. Wenn der Lieblingskollege nicht mitkäme würde ich mir vermutlich inzwischen komplett ins Hemd machen, so bin ich nur normal nervös.

Tag 3809 – 3811 – Überlebt.

Es tut mir leid, dass ich grad so schreibfaul bin. Es ist eine Kombination aus vielem, von Weltpolitik bis allgemeine Januar-Winterschlaf-Stimmung. Anyway, ich habe am Montag das Personalgespräch überlebt (meine Chefin wollte mal „was neues“ machen und wir haben meine „Werte“ aufgestellt, das ist wohl so ein Leitungsding, von mir aus, soll sie haben). Danach hatte ich quasi Instant Migräne. Naja, die Pharmaindustrie richtet das. Abends Orchester war auch ganz gut, auch wenn ich wirklich nicht verstehe, warum ich die ganzen Verzierungen von Mozart zu Hause ganz gut hinbekomme, aber im Orchester dann einfach mal… gar nicht.

Gestern war Homeoffice, semi -produktiv, und abends Ballett, das war gut. Ich musste mich zwar quasi selbst an den Haaren hinschleifen, aber so ist das eben bei mir, 2 Wochen vom Monat sind eher… langsam. Wenn ich erst mal da bin geht’s, aber vorher suche ich nach jeder denkbaren Ausrede.

Heute war Office-Office, danach Geige im Übungshotel, danach Burlesque. Routinen, so wichtig. Burlesque ist zur Zeit nur Drop-In, kein fester Kurs, aber da ich ja eh nie kann, passte mir das ganz gut. Ich hatte nur verdrängt, dass heute gar nicht normal Burlesque war, sondern „Club Style Lapdance“. Ähähähäh. Darauf war ich geistig nicht richtig vorbereitet. Aber es war sehr lustig und sehr lehrreich und ich sagte es ja bereits ein paar mal: Ich sollte durchaus öfter meine Comfortzone verlassen. Heute habe ich sie nicht nur verlassen, sondern bin eher auf einem anderen Kontinent gewesen. Beim Burlesque wird ja nicht angefasst (es sei denn, man will das unbedingt) und man hat Interaktion mit dem Publikum, aber das steckt einem definitiv keine Scheine in den String. Beim Lapdance, das ist schon mehr Hands on. Und scheiße anstrengend. Ich vermute, ich hab vom ganzen Grinden morgen zwischen Knien und Brustkorb überall Muskelkater. Meine Partnerin habe ich vorher noch nie getroffen und dann muss man da irgendwie auf deren Schoß klettern… oder die setzt sich auf deinen Schoß… eieieiei. Aber nach den ersten sehr seltsamen Momenten war es recht entspannt und sie hat mich auch nur einmal auf den Boden fallen lassen. Yeah, I Guess. Was ich wirklich gut und interessant fand (weil ich da noch nie drüber nachgedacht hatte): wie man consent abfragt, wenn man zum Beispiel als Überraschung auf nem Junggesellenabschied auftritt und keine Gelegenheit hat, vorher ein komplettes Gespräch mit dem Partner (also dem, auf dessen Schoß man dann sitzt) zu führen. Also, Fazit: ich kann mich jetzt an Leuten reiben. Und das war sehr lustig. Ich bevorzuge aber dann doch die „nur gucken!“-Version von Striptease.

Tag 3804 und 3805 – Routine.

Die erste Inspektion des Jahres ist nahezu überstanden. Es war eine „kleine“ Inspektion eines Auftragslabors und ohne großartiges Reisen. Wir sind etwas früher fertig geworden als geplant und machen deshalb morgen nur noch die Abschlussbesprechung, gemütlich vom Büro aus. Die neue Kollegin hält sich einigermaßen wacker. Ich bin vorsichtig optimistisch.

Ich bin einigermaßen platt. Es lief zwar wirklich glatt, aber ich muss wieder ein bisschen rein kommen und jemanden neues einarbeiten, „so nebenher“, während man ja auch ne ganz normale Aufgabe hat (nämlich inspizieren), ist nicht so ganz ohne. Morgen, am durch die vorzeitig fertige Inspektion gewonnenen Bonustag, kann ich mich hoffentlich ein bisschen erholen. Jetzt hoffe ich erst mal auf Schlaf.