Tag 3677 und 3678 – So furchtbar reich!

Das Geld vom Hausverkauf ist da! Keine drei roten Zeilen mehr (neues Haus, altes Haus und Zwischenfinanzierung) sondern nur noch eine. Nur ein Haus zu besitzen ist ja ein ganz unterschätztes Privileg. Die Bank hatte außerdem Instruktionen, was mit dem „überschüssigen“ Geld passieren soll, nachdem die zwei nicht mehr benötigten Kredite abgewickelt sind, aber da ist noch nichts passiert. Also haben wir für sehr kurz (vermutlich morgen) einen Haufen Geld auf dem Sparbuch herumliegen. Nie war es greifbarer, sich einfach nach Brasilien abzusetzen! (Scherz.)

Gestern war wieder Fächergewedel und weil mir davon noch nicht genug alles wehtat (es ist nach wie vor schwierig) war ich heute dann noch beim Zirkeltraining. Das war schön, aber auch sauanstrengend. Und zu Hause erst mal drei Stunden Haushalt plus spontaner Besuch, der trotz Chaos einfach kam und trotz Chaos auch mit dem Kauf und der Aussicht und dem Platz gratulierte. . Jetzt bin ich wirklich, WIRKLICH platt.

Morgen homeoffice, das wird schön.

Tag 3634 und 3635 – Endspurt.

So, Urlaub. Morgen noch fünf Minuten arbeiten, weil eine Firma heute erst um halb acht abends was (fristgerecht) eingereicht hat und ich da schon am Grillen war. Aber dann ist es auch echt gut. Bis Mitte August. Hurra.

Gestern war ansonsten das ereignisreichste, dass die Züge zurück von der Arbeit nicht fuhren und Herr Rabe und ich ein bisschen in Oslo festsaßen, wo wir gezwungenermaßen Eis essen mussten. (Die Eisdiele erfordert bessere Planung. Merken für‘s nächste Mal. Es war voll und Leute standen vor dem Tresen und gingen davor auch immer wieder auf und ab und dann sollte ich bestellen, bevor ich überhaupt den ganzen Tresen gesehen hatte. Ahaha. Nein. Totale Überforderung. Und dann bin ich leider angehalten und es geht bei mir alles noch langsamer.)

Heute hatte Pippi einen Abenteuertag. Erst war sie mit Herr Rabe bei der Arbeit und hat jetzt eine neue Freundin, nämlich die Tochter der Chefin von Herrn Rabe, die auch mit zur Arbeit geschleift wurde. Abends waren wir Grillen mit Herr Rabes Band und die anderen beiden haben nur Söhne, also dümpelte Pippi mit vier Jungs zwischen 8 und 13 Jahren herum und machte sehr viel Quatsch. Irgendwann wollten sie zur neuen Schule (die ist da 100 Meter entfernt), was sie auch durften, da kletterte Pippi auf einen Baum und kam nicht mehr herunter, weil sie oben der Mut verließ. Mit gutem Zureden von Herr Rabe, den einer der Jungs geholt hatte, ging es dann. Zurück auf dem Hof brachten die Kinder Wasserbomben zum Platzen, weshalb wir ein triefnasses und dreckiges Kind mit nach Hause nahmen. Selbiges ging dann duschen und schlief danach wie ein Stein zufrieden ein.

Das andere Kind hat derweil heute ganze drei mal nach Bildschirmzeit gefragt (und drei mal 15 Minuten bekommen), scheint also eine gute Zeit zu haben.

Tag 3626 – Huiuiui.

Der Tag begann mit einem hitzigen Gespräch bei der Arbeit, wo ich mich… Dingen verweigert habe. Und stolz drauf bin. Weil ich diese Dinge auch wirklich moralisch komplett daneben gefunden hätte und maximal unter Zwang gemacht hätte. Und in einer Umgebung, wo man mich dazu gezwungen hätte, hätte ich wohl nicht weiter arbeiten wollen. So kann ich vorerst meinen Job behalten und noch in den Spiegel schauen, yeah, I guess. Aber das Gespräch war von einer Qualität, die machte, dass Herr Rabe ab und an mal angespannt rüberguckte und wohl auch überlegte, ob er da bleiben muss, um mich hinterher zu trösten.

Danach atmete ich ein paar mal sehr tief durch und fuhr dann Pippi nach Hamar, zum Sommer-Korps-Kurs. Da ist sie jetzt bis Donnerstag. Das wird sicher gut, wir haben schon Bilder zugeschickt bekommen und mit ihr telefoniert. Nächste Woche ist dann Michel dran. So haben wir auch mal ne Weile jedes Kind alleine, das tut denen und uns auch mal gut.

Am Nachmittag passierten Dinge, die ich erst morgen fertig erzählen kann, weil ich nichts beschreien will. Da bin ich abergläubisch. Abends verbrachte ich deshalb aber wieder einige Zeit mit meiner Excel-Tabelle.

Zwischendurch holten wir noch Michels neue Brille ab. Das Modell, das er letzten Herbst bekommen hat, war zu hastig ausgesucht und wurde wegen unbequem dann nicht getragen und ging auch irgendwie dauernd auf mysteriöse Weise kaputt. Nun ja. Wir haben daraus gelernt, dass das ADHS-Kind, auch wenn es nicht will, Zeit darauf verwenden muss, eine Brille auszusuchen, die es dann auch trägt. Weil es sonst echt teuer wird.

Ebenfalls abends habe ich endlich mal wieder Geige gespielt. Das war seit dem Hauskauf komplett hinten rüber gefallen. Das hat mich unzufrieden gemacht und leider habe ich auch Hornhaut an den Fingern und Technik verloren. Jetzt muss ich mich langsam wieder dran gewöhnen. Daran, und an Sport. Letzteres habe ich heute aber lieber gelassen, nach den Ereignissen des Tages hatte ich Kopfschmerzen, erfahrungsgemäß ist Sport da nur so ne mittel gute Idee, leider. Aber da war ich auch nicht ganz so faul undiszipliniert aus der Routine, wie beim Geige spielen.

Jetzt Bett, es ist dringend nötig. Gestern war es viel zu spät.

Tag 3620 – Noch blöder.

Also, der Tag war arbeitstechnisch noch bescheidener als der gestern. Ich kann das nicht hier breittreten, aber ich bin sehr frustriert und bodenlos enttäuscht und auch ein bisschen entsetzt. Die Arbeit kann sich glücklich schätzen, dass ich doch manchmal sowas wie Impulskontrolle hab, weil heute hätte ich gerne einfach hingeschmissen. So einfach ist das. Es gibt Grenzen, was ich mit mir so machen lasse und eigentlich war die heute erreicht. Allein fürs Bleiben sollten sie mir ne Mitarbeiterin des Jahres-Plakette geben. Heute hätte ich mich auch echt gerne betrunken, Aber das ist echt kein gesundes Coping, also habe ich das gelassen. Wie ich sagte, Impulskontrolle. Aus Stahl.

Manchmal.

Abends bin ich deshalb wütend eine halbe Stunde joggen gegangen. Das wiederum fand mein Rücken untragbar und ist jetzt noch wütender als eh schon. Dr. Google sagt, Iliosakralgelenk. Blockiert oder verspannt oder so. Vielleicht beides. Ich hab versucht, es wegzudehnen und/oder wegzumassieren, indem ich auf dem Küchenfußboden meinen unteren Rücken/Becken hab kreisen lassen, aber es hat alles nichts gebracht und ich versuche es jetzt mit schlafen, hilft ja alles nichts. Allerdings könnten 4 Tage Festival plus Pride-Parade eine „interessante“ Erfahrung werden. Vielleicht gehe ich morgen noch bei der Apotheke vorbei oder frage den Hausarzt, ob er mir Schmerztabletten verschreiben kann. Sowohl verklemmt als auch verspannt wird sich vermutlich am besten durch Bewegung auflösen, aber dann muss die erst mal möglich sein, ne?

Aua. Aber gut, jetzt drei Tage frei zu haben. Die Arbeit und die Chefinnen können mich die nächsten Tage einfach mal gepflegt am Piiieeep piiiieeepen.

Und mal LinkedIn updaten. Könnte eine gute Idee sein.

Tag 3619 – Blöd alles.

Blöden Kacktag bei der Arbeit gehabt. Haus nicht verkauft. (Allerdings hatte der potentielle Käufer wohl davon gefaselt, um den Garten rum ganz viel Thuja zu pflanzen, damit bloß keine Nachbarn reingucken können und das fände ich dann doch ziemlich herzbrechend, da grabe ich den Holunder doch noch aus vorher.)

Abends einen ziemlichen Haufen Geld für Kinderunterwäsche ausgegeben und dann noch neue Brillen geordert. Hilft ja alles nichts.

Michel will seine Haare schneiden, wegen Gruppendruck von seinen Kumpels, in etwas, das ich pottenhässlich finde (einen Wolf Cut, ich finde das sieht aus wie nicht oder schlecht geschnitten). Ich würde das gerne verhindern, aber das wäre vermutlich schlechte Elternschaft. Außerdem geht man echt lange in den Knast für prophylaktische Serienmorde an sämtlichen norwegischen Friseur*innen.

Schön war, mit Herrn Rabe eine Folge The Residence zu gucken, das ist eine ganz schöne Serie auf Netflix. Man lernt dort viel über Vögel.

Gucken Sie mal, wie schön der Holunder blüht!

Leider gibt es keine Geruchsfotos, aber der Busch duftet meterweit.

Tag 3614 – so lala, so lala.

Herr Rabe hat alles gegeben, aber es war trotzdem nur eine Person da, um das Haus anzugucken. Eine, von vier angemeldeten. Tjanun, ne? Wird schon werden, irgendwie.

Ich konnte deshalb nicht schlafen und bin entsprechend jetzt auch gar. Außerdem war der Tag anstrengend. Die Anlage hier ist riesig und wir waren oben und unten und über drülf Etagen in drülf Gebäuden. Mit Helm mit runterklappbarer Brille und Sicherheitsschuhen (aua, meine Zehen). Irgendwann am frühen Nachmittag war dann auch meine Kapazität, plötzliche Zisch-, Klapp-, Pfeif- und Dröhngeräusche zu ignorieren, erschöpft und alles war dann einfach nur noch laut und ein einziger Lärm-Brei. Davon, von zu wenig Wasser getrunken, von der Runterklappbrille und dem wenigen Schlaf habe ich dann heute Abend Migräne bekommen. Da ich bei dem ganzen Gelaufe heute und unzähligen Treppen (wahhhh, Gittertreppen, nur gut, dass bei dem Lärm keiner hört, wie ich summe, um mich selbst zu beruhigen) weder Handy noch Uhr dabei hatte (Explosionsschutz), kann ich leider nicht dokumentieren, dass ich heute total aktiv war. Ganz entgegen der Inspekteurinnen-Gewohnheit sage ich aber ganz einfach: das macht es nicht weniger wahr. Und ich darf jetzt schlafen. So.

Tag 3612 und 3613 – Inspektionstunnel.

Eigentlich geht es sogar, aber erzählen darf ich ja eh nichts. Andeuten kann ich ja, dass die Firma nen riesigen Stein bei mir im Brett hat, weil sie nach ner dummen – sehr teuren – Entscheidung, komplett zurückgerudert ist, statt noch mehr Geld in einem hoffnungslosen Projekt zu versenken. Das machen die wenigsten, inklusive meines eigenen Arbeitgebers. Das Reiten toter Pferde ist sehr weit verbreitet. Die Firma hier hat tatsächlich sogar recht schnell eingesehen, dass das schicke neue Pferd mindestens im Koma liegt und dann doch ein langsames, altes Pferd besser ist als gar keins. Inzwischen ist das neue shiny Pferd tatsächlich komplett beerdigt. Ich kann das nicht genug loben, echt mal.

Was sonst geschah: Ich bin gestern morgen auf dem Weg zum Auto die Treppe runtergefallen und habe mir meinen kleinen Finger fies an der Wand aufgeschrappt. Da ist seither ein Blasenpflaster drauf (feuchte Okklusion ftw, aber eigentlich hatte ich auch in meinem Rucksack nichts anderes). Heute musste ich neue besorgen, hier ist zum Glück ein kleiner Supermarkt. Ansonsten ist hier literally gar nichts, selbst zum Essen muss man 30 Minuten fahren. „Es gibt die Tankstelle, die haben auch Burger… ja, ok und das Hotel halt.“ Das Hotelrestaurant ist nur leider sehr teuer, wir können uns schlicht nicht leisten, hier täglich zu essen.

Aaaaber das Hotel hat einen (leicht schäbigen) Fitnessraum. Gestern habe ich Krafttraining gemacht, heute Yoga. Letzteres, weil ich jetzt zwei Tage je 9 Stunden lang auf so Wartezimmerstühlen aus den 90ern gesessen habe und mein unterer Rücken sich darüber sehr eindrücklich beschwert. Man wird ja nicht jünger, ne?

Man kann hier auch sicher schön laufen gehen, das probiere ich morgen mal. Heute war ich mit dem Lieblingskollegen „nur“ spazieren.

Am allerliebsten würde ich aber grad zu Hause, denn Herr Rabe tut mir sehr leid, der muss das Haus ganz allein zur Visning morgen fertig kriegen. Wäre ich an seiner Stelle, hätte ich mir schon mindestens die Krätze an den Hals gewünscht, dafür, dass ich einfach so abdampfe und ihn damit allein lasse.

Tag 3607 – Uffz.

Ich war im Büro. Ich musste, denn ich hatte so ein Beratungsgespräch, das machen wir ja manchmal, wir beraten Leute. Das finde ich seltsam, ich spiele doch nur Erwachsen. Aber egal, ich überlebte das und auch den Rest des Tages, aber ich habe mich auch über vieles da sehr geärgert heute. Manchmal möchte ich die meisten da einfach zum Mond schießen. Oder schütteln. Oder erst schütteln, dann zum Mond schießen. Dann können sie da von mir aus weiter ihre respektiven Jobs nicht machen, das ist mir dann egal.

Nach der Arbeit habe ich Unkraut gejätet, es ist viel Unkraut zu jäten, ich bin etwa halb fertig geworden, dann gab es essen. Nach dem Essen mussten wir das Auto (Zwoe) zum Service fahren, der wird dann morgen gemacht. Danach haben wir das Aquarium von Pippi sauber gemacht weil die Blumen dringend gegossen werden mussten weil das echt nötig war. Die Kinder haben wir auch sauber gemacht, auch das war echt nötig. Am Wochenende werden wir wohl wieder sehr viel putzen und die Putzhilfe muss sich neue Kunden suchen.

Laune ist immer noch ungenießbar. Sorry alle, die heute von mir mails bekommen haben.

Tag 3599 – Noch mal Piep.

Inspektion geht eigentlich, aber ich war den ganzen Tag zum Umfallen müde. Es war richtig Arbeit, mich wachzuhalten. Deshalb mache ich lieber jetzt auch das Licht aus.

Nach dem Abendessen habe ich noch einen Spaziergang gemacht, durch diesen Ort, der, laut Einheimischen, nicht wirklich eine touristische Perle ist. Ich lief einfach drauf los und fand Fjord, Hügel, einen Waldweg und am Ende des Waldwegs etwas total spannendes.

Nämlich:

So, äh, schön hier.