Tag 2315 – „Ferien“ haha.

Ja hmm, heute wurde ich nicht ganz fertig mit meiner Arbeit, muss also morgen wohl kurz ein paar Mails schreiben, aber DANN hab ich frei, zwei Tage. Wow.

Falls ich denn davon viel haben werde, weil ich es tatsächlich geschafft habe, eine Boosterdosis zu bekommen* und jetzt langsam heftige Kopfschmerzen einsetzen.

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*Nicht so ganz einfach in Norwegen. Nach der Infektion im November musste ich ja erst mal drei Monate warten und in der Zwischenzeit mich nicht noch mal anstecken. Dann wird unsereins – U45 – aber gar keine Boosterdosis empfohlen und unsereins – krank gewesen nach 2 Impfungen – auch nicht. Aber das Argument „fürs Zertifikat“ zog. Hurra!

Tag 2310 und 2311 – Zwooosh! (Und Quietschschschrebbel)

Gestern bin ich abends auf dem Sofa eingeschlafen. War aber auch nicht viel los gewesen ansonsten, nur viel Arbeit.

Heute ist auch nicht so viel los gewesen. Wochenende eben. Essensplan, Einkaufen, Blumen gießen, Schweine saubermachen, Kinder baden. Ein bisschen Rumhängen und ein bisschen mehr Geige spielen. Ich mache weiter mit der Selbstfolter und übe Dinge, die ich nicht kann – Spiccato und Doppelgriffe. Nicht gleichzeitig, das ist beides schon einzeln schwer genug. Besonders Doppelgriffe sind ein einziger Schmerz im Po, weil mein kleiner Finger im Verhältnis zu den anderen Fingern ziemlich kurz ist. Das führt dazu, dass es wirklich schwierig ist, den zu greifen, ohne die höhere Nachbarsaite mit zu berühren, insbesondere wenn ich auf der Nachbarsaite den 2. Finger greifen muss. Das sind leider die Terzen, also recht gebräuchliche Intervalle. Auf der G-Saite in der 1. Lage geht’s quasi gar nicht, aber eine andere, bequemere Lage nehmen erscheint mir wie Schummeln. Manchmal mache ich es aber doch, 1-3 auf 2-4 auf D und G im schnellen Fluss klingt nämlich einfach grausam im Vergleich zu 1-3 auf 1-3. aber wie gesagt, ich übe, es wird ganz ganz langsam besser. (Ich habe zu viel „Hilary Hahn plays Bach“ gehört, selbst mit 40 Stunden Üben am Tag komme ich da nicht mehr hin. Aber die Doppelgriffe häufen sich auch in dem, was ich spielen möchte zunehmend, also muss ich da wohl durch.)

Abends haben Herr Rabe und ich Matrix – Resurrection geguckt. Matrix habe ich damals sicher mehr als 10 mal geguckt, weil der mich so beeindruckt hat. Ich war aber ja auch grad erst 14. Den 2. und 3. fand ich dann ziemlich scheiße, aber der Trailer vom neuen Film war verhältnismäßig vielversprechend und wir haben eh ein HBO-Abo. Und ich muss sagen – das war ein guter Film. Keine Spoiler, aber mir hat die Selbstironie und die Nostalgie sehr gut gefallen. Man sollte die früheren Filme aber schon kennen, sonst bleibt einem beides verborgen und dann bleibt eine komplizierte Geschichte voller Referenzen auf ein diffuses „früher“. Ein extra Herzchen kriegen die Filmemacher*Innen für die Wiederverwendung von (Teilen von) Kampfchoreografien und Drehorten aus dem 1. Teil. Da bin ich gleich wieder 14.

Tag 2309 – Wirklich ganz ehrlich!

Nichts zu erzählen. Traurige Wahrheit. Hier passiert absolut gar nichts. Das Spannendste, was heute passiert ist, ist, dass ich mit einem Schwein (Pølse) bei der Tierärztin war, weil ihr ein Gnubbel am Po wächst, und dass man in der Praxis immer wieder überrascht ist, dass ich sowas wegoperiert haben will. Ich frage mich ernsthaft, ob andere ihre Tiere entweder passiv oder aktiv sterben lassen, sobald irgendwas ist. Wahrscheinlich ja und das finde ich entsetzlich. Wir reden hier von einem mittelalten, ansonsten topfitten (etwas moppeligen) Meerschwein, das noch ein paar Jahre vor sich hat, wenn man solche Gnubbel nicht bis ultimo wachsen lässt. Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln. Aber für nen Rassehundewelpen Zehntausende Kronen hinblättern.

Immerhin wurde ich für gute Pflege gelobt. Topp Fell, Zähne und Krallen. Dabei habe ich an den Krallen seit Monaten gar nichts gemacht, außer zwei Rampen zu basteln (besser: durch Herrn Rabe basteln zu lassen), die mit Skateboard-Gripfolie beklebt sind, und das Futter immer auf die oberen Etagen zu legen. Ich gucke wöchentlich nach, aber bei Pølse muss man gar nichts machen und bei Marshmallow nur die hinteren Krallen ab und zu minimal kürzen (was immer toll für alle Beteiligten ist, weil sie komplett schwarze Krallen hat).

Die Schnecken schlafen noch. Ich muss mal nachgucken, wann sie letztes Jahr aufgewacht sind, nicht, dass sie schon längst wach sein sollten. Es wird zwar jetzt wieder deutlich heller, aber bis das Licht in die Schneckenecke kommt, dauert es noch ein bisschen, deshalb bin ich nicht sonderlich beunruhigt.

Tag 2306 – Erholungstag.

Euphemismus für „hab bei der Arbeit nicht viel auf die Reihe bekommen“. War einfach viel letzte Woche und heute wäre frei nehmen vermutlich sinnvoll gewesen.

Michel geht es den Umständen entsprechend gut. Bisher hat er Husten und Kopfschmerzen. Gestern glaubte er, Fieber zu haben, aber zwei verschiedene Thermometer waren anderer Meinung. Er kann seine kleine Schwester und sein Lego mit unverminderter Kraft anschreien, insofern geht es ihm wohl nicht allzu schlecht. Wenn Sie ihn allerdings fragen, ist er mindestens dem Tode nah.

Pippi und ich haben weiterhin nichts und Herr Rabe hat Schrödingers Corona offenbar auch niedergerungen.

Mehr gibt es von heute eigentlich nicht zu erzählen. Die übermäßige Olympia-Berichterstattung in den norwegischen Medien nervt mich kolossal und ich hoffe, es ist bald vorbei. Schlittschuhlaufen können wir (leider) auf dem eigenen Parkplatz, wo sich eine zentimeterdicke Eisschicht gebildet hat, die durch immer wieder antauen, drauf regnen und dann wieder überfrieren wirklich spiegelglatt ist. Gestern habe ich Müll rausgebracht und – mein lieber Scholli. Wenn man wirklich gar keinen Halt mehr hat und aus dem Stand wegen ganz leichter Abschüssigkeit anfängt zu rutschen, ist das nicht mehr lustig. Jedenfalls nicht, wenn man mehr als 6 Jahre alt ist und fürchtet, sich Steißbein oder ähnliches zu brechen. Jetzt schneeregnet es erst mal auf die Eisbahn, mal sehen, was sich dann morgen für ein Bild ergibt.

Tag 2304 – Deschawüh.

Norwegen hat mal wieder alle Maßnahmen abgeschafft. Also nahezu alle, denn Erwachsenen mit Symptomen wird weiterhin empfohlen, sich zu testen, und sich gegebenenfalls für vier Tage zu isolieren. Empfohlen. Erwachsenen. Alles andere ist weg.

Derweil kam Michel von seinem Übernachtungsbesuch zurück und war happy aber hustend und da sich das auch nach baden und umziehen und waschen der Bettwäsche und den Kuscheltieren, die er mithatte, nicht gab, machten wir dann doch lieber noch mal einen Test, und der war positiv. Seit heute um zehn war das völlig unnötig, Michel ist ja nicht erwachsen, und es hat auch keine Konsequenzen. Solange er 24 Stunden fieberfrei ist, kann er alles machen. Ja, das haben Sie richtig gelesen. (Machen wir nicht.)

Nächste Woche hätte er geimpft werden können, da ist die letzte Infektion drei Monate her.

Ich bin SEHR gespannt, was das jetzt für die weitere Entwicklung bei der und rund um die Arbeit heißen wird. Inzwischen kann ich das gar nicht mehr einschätzen und ich will auch keine Energie drauf verschwenden, mich vorsorglich aufzuregen.

Es ist alles schon wieder wie in einem Film, der viel zu schnell geschnitten ist und bei dem vergessen wurde, den Nebendarstellern und Komparsen das Drehbuch zu geben.

Tag 2402 – Ein mal inconclusive, bitte.

Herr Rabe fühlt sich nicht so gut und hatte jetzt einen „uneindeutigen“ PCR-Test. Was es nicht alles gibt. Der Rest von uns testet weiterhin eindeutig negativ, was ja irgendwie beruhigend ist. Wahrscheinlich sind unsere Immunsysteme inzwischen aus Stahl und unsere Schleimhäute verhornt und da kann sich kein Virus mehr ansiedeln. Oder so.

Die gegenwärtige Inspektion ist auch wieder auf einem anderen Level interessant. Ich habe schon ganz viel gelernt, hauptsächlich über Zeitpläne und Projektmanagement und wie das alles mit Produktionsqualität Zusammenhängen kann. Mehr kann ich nicht sagen.

Im Büro ist weiterhin tote Hose. Auch das beruhigend, mit einem uneindeutigen Mann zu Hause. Ich frage mich allerdings schon ein wenig, ob es daran liegt, dass die alle gut im Homeoffice klar kommen und gar keine Notwendigkeit sehen, ins Büro zu kommen, oder ob alle mit Covid flach liegen. Wahrscheinlich stimmt ein bisschen von beidem.

So, ab ins Bett, morgen ist der letzte Tag.

Tag 2399 – 11,5%.

Gehaltserhöhung? Strompreissteigerung? Leitzins?

Mitnichten.

11,5% aller Einwohner*Innen unseres Kaffes hatten innerhalb der letzten zwei Wochen einen positiven Covid-Test.

Für die Deutschen runtergebrochen ist unsere 7-Tages-Inzidenz im Kaff bei

*Trommelwirbel*

6.000/100.000

*Badumm-Tssss*

Liebe Leute, das passiert, wenn man es einfach loslässt.

(Man muss der Fairness halber dazu sagen, dass noch kein massiver Anstieg der Krankenhausbelegungen zu sehen ist, der Anstieg ist eher seeeeehr moderat, wenn überhaupt erkennbar. Auch sind noch nicht massenweise Kinder im Krankenhaus. Aber was nicht ist, kann ja noch werden und die Pflegeheime, Krankenhäuser und überhaupt sämtliche Arbeitgeber ächzen bereits unter dem absurd hohen Krankenstand, der über die nächsten zwei bis drei Wochen wohl nur noch weiter steigen wird.)

May the odds usw. usf.

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Bei mir ist zyklusbedingte Neigung zu Nasenbluten (auch ohne irgendeinen Anlass) und Stäbchen-in-Nase-stecken (nachdem ich im Hals rumgeprökelt habe) übrigens eine spitzenmäßige Kombi, kann ich nur empfehlen, wenn eine gleich einen Tampon hinterherschieben will. Aber was tut eine nicht alles, um halbwegs guten Gewissens ins Büro fahren zu können, wo nun mal auch Risikogruppen anzutreffen sind.