Tag 1622 – Approved!

Heute war Homeoffice-unterbrochen-von-Kinder-TÜV-Tag. Erst mit Pippi zur Helsestasjon, dann mit Michel zum Entwicklungsgespräch in der Schule.

Pippi ist eine kleine Rübennase und hat viel Quatsch gemacht, zum Beispiel „schreibt“ sie ihren Namen in erfundenen Buchstaben und sagte aus Jux und Dollerei grundsätzlich die falschen Farben. Sie hört super und sieht vielleicht nicht ganz so gut, das testen wir dann in ein paar Wochen nochmal, weil es ja auch gut sein könnte, dass sie einfach aus Jux und Dollerei irgendwann anfing, Häuser, Vierecke, Kreise und Äpfel eher random zu benennen. Und ich vorher noch so „Pippi ist sehr schlau.“ (Wozu Pippi übrigens reinkrähte „Ja, ich bin ein Geni!“ und ich leider vor Lachen fast vom Stuhl fiel.) Zählen, Reden, Motorik ist alles prima, sie wiegt exakt durchschnittlich viel und ist exakt durchschnittlich groß für ihr Alter und zum Abschied gab sie der Helsesøster eine dicke Umarmung, das war schon sehr niedlich. Jedenfalls hab ich da eine kleine schlaue Quatschnase, eventuell halt bald mit Brille. Mal, haha, sehen.

Zum Abschied im Kindergarten sagte ich dann „Ha det, lille venn.“, wie immer, und sie sagte „Ha det, lille Mamma-Rübennase!“ und ja, ich hab die schrecklich doll lieb.

Intermezzo

Dann ging ich zum Optiker und jetzt kriege ich bald eine neue Brille, die hoffentlich dagegen hilft, dass ich nachts offenbar weniger kurzsichtig bin als tagsüber, was mit der Pupillenweite zusammenhängt, wenn ich das richtig verstanden habe. In your Face, Oma, die immer gesagt hat, vom Lesen im Dunkeln bekäme man schlechte Augen! Jedenfalls gebe ich jetzt viel Geld aus und kriege dann eine Brille mit supertollen Gläsern die „das berücksichtigen“, ich will nicht wissen, wie geschliffenes Glas das tun soll, ist mir egal, lalala, ich will einfach nur im Winter Auto fahren ohne mich wie ein Verkehrsrisiko zu fühlen.

Intermezzo Ende

Etwas Arbeit

Korrektur: Herr Rabe war ab hier dabei, das heißt, er wollte eigentlich den Schultermin allein machen und ich war dann nur mit wegen der Brillensache.

Entwicklungsgespräch in der Schule und Michel wollte unbedingt mit. Und ich muss echt sagen: ich liebe Michels Klassenlehrerin. Hach! Michel war während des ganzen Gesprächs (und vorher) total aufgekratzt und, wie man so schön sagt, „all over the place“. Hampelte rum, fummelte rum, grinste unpassend rum und antwortete erstmal auf alles mit „weiß nicht, hihi!“. Puh ey. (Und ich noch beim letzten Gespräch „Michel ist so klug!“) Aber ein klarer Satz von der Lehrerin, gar nicht scharf oder unfreundlich, sondern ganz ruhig und Zack – Hampeln um 50% reduziert und Michel antwortet vernünftig. Halleloo. Die Lehrerin hat auch total viel Verständnis für all die Dinge, die in einer Gruppe von 23 Siebenjährigen eben total normal sind. Ich möchte bitte, dass Pippi auch so eine Lehrerin bekommt. Jedenfalls ist Michel in der Schule in allem gut, erzählt viel und will alles immer ganz genau wissen, er will immer noch Erfinder werden und wenn er jemanden auf der „Freundschaftsbank“ sitzen sieht, fragt er, ob derjenige (ich fürchte auf Mädchen erstreckt es sich nicht, die findet er im Moment ganz doof) mitspielen will. Das ist nämlich eine Bank, da kann man sich hinsetzen, wenn man niemanden zum Spielen hat, aber sich jemanden wünscht. Hach! Mein großer, toller Sohn mit seinem großen Herz. Auch den habe ich ganz furchtbar doll lieb.

Tag 1621 – Tag in Bildern.

Bloß weil man sich fühlt als könne man Bäume ausreißen, sollte man das nicht unbedingt machen, schon gar nicht mit nur einem Smoothie und einer Tasse Kaffee intus. (Man beachte die Uhrzeit, zu der ich trainiert habe.)

Und überhaupt, die armen Bäume.

Jedenfalls, wenn man die Bäume dann ausgerissen hat, hat man Mittags so einen Hunger, dass man ein halbes Schwein essen könnte, zur Not lebendig, aber das schlechte Gewissen bestellt Blumenkohl.

Das war aber super lecker und vor allem in bester Gesellschaft und es ist so so so schön, ab und zu mal rauszukommen und mit normalen anderen Leuten unter 50 zu reden. Hach!

Nun ja, Arbeit, Arbeit und dann zack, zack, Kinder abholen. Wenigstens machte Norwegen wieder kitschige Himmelsachen:

Klares Wetter wurde auch Zeit, nach diesem bisher total verregneten und viel zu warmen Januar. Selbst wenn man wollte, könnte man nicht Ski fahren.

Aber, die Bäume, oh je, jedenfalls konnte ich mich kaum bewegen, als wir zu Hause waren und so habe ich weder noch fertig gearbeitet noch um sechs das Essen fertig gehabt. Und auch nach einer großen Portion Nudeln mit Lachssauce habe ich noch Hunger und deshalb widme ich mich jetzt einem heimlichen Gelüst, das ich nur ganz selten habe:

Nicht im Bild: der Liter Wasser, den ich heute noch zu trinken gedenke, auf das ich morgen wieder denke ich könnte Bäume ausreißen fitter bin.

Tag 1620 – Game changer.

Es ist der 28. Tag meines Zyklus und ich hatte kein PMS. Nichts. Nada. Und woran liegt das?

An der Pharmaindustrie. An den schlauen Menschen, die sich bestimmte Wirkstoffe ausgedacht zusammengekocht haben. An den anderen schlauen Menschen, die diese Wirkstoffe auch mal anders als man das sonst so tut ausprobiert haben, dazu sogar Studien gemacht haben und herausgefunden haben, dass das nicht nur eingebildete Placebo-Effekte sind.

Und deshalb nehme ich jetzt die letzten 7-10 Tage meines Zyklus ein Antidepressivum. Das ist sicher nicht für jede*n und die Nebenwirkungen sind nicht so ganz ohne aber mit langsamem Anfang und Tablette am Nachmittag nehmen, damit ich nicht mittags vorm Rechner einschlafe lässt sich das für mich sehr gut aushalten. Und es ist allemal hundert-, ach, tausendmal besser als das PMDS. Ich bin so froh darüber, dass ich dem Arzt rosenbeduftete Liebesbriefe Danksagungskarten schicken will, auf denen ich an Zyklustag 26 lachend mit meinen Kindern über eine Blumenwiese tanze, so ähnlich wie man das auf Entbindungsstationen oft hat.

Was für eine Erleichterung.

Tag 1616 und Tag 1617 – Vergessen und verpeilt.

Mal gucken, ob ich dieses Mal dran denke, nen Titel reinzuschreiben, bevor ich abschicke.

Jedenfalls: gestern habe ich das Bloggen vergessen. Es war bis dahin ein langer Tag gewesen und dann hatte ich das Bloggen spät abends fehlerhaft als bereits abgehakt abgespeichert.

Gestern:

Kurs für neue Angestellte. Habe außer seltsamer Seltsamkeiten zu Kündigungsfristen nichts (!) neues erfahren.

Ich war sehr mutig und hab am Ende des Kurses gefragt, ob wer sein Halstuch nicht braucht, damit sich zu Hause die Kinder nicht über dem einen Halstuch zerfleischen. Hätte dann etwa sechs Halstücher haben können.

Danach gab es Pizza, das war ganz nett, danach arbeitete ich noch ein bisschen (das ist halt auch blöd, wenn man schon so lange da ist: die andere Arbeit bleibt so lange liegen) und dann machte ich Sport. Bisher bin ich recht diszipliniert mit dem Sport dieses Jahr.

Weil Herr Rabe Zugchaos meldete, war es nicht schlimm, dass ich in der Apotheke recht lange auf eine Impfung warten musste. Ich bin jetzt endlich gegen Grippe geimpft. Das war denkbar einfach, übers Internet bestellt und in der Apotheke gesetzt, fertig. Die Apothekerin war sehr vorsichtig und nett und danach kam dann auch ein Zug, der halt 35 Minuten Verspätung oder so hatte. Quasi alles super.

Trotzdem wachte ich heute mit derben Kopfschmerzen und dickem Arm auf und wenn ich nicht meinen Computer bei der Arbeit vergessen hätte, wäre ich wohl einfach im Bett geblieben. So schleppte ich mich eher schlecht als recht durch den Tag, verschickte einen Haufen Dokumente und Zeug und abends socializte ich tapfer beim Hausfest mit dem Zoll. Das klingt jetzt alles schlimm und wäre sicher schöner gewesen, wäre ich nicht so schrecklich müde und kopfschmerzig gewesen, aber eigentlich war es ganz nett.

Und ich nehme jetzt wirklich immer meinen Computer mit nach Hause. Sicher ist sicher.

Tag 1615 – „Neu“.

Heute war Tag 1 von 2 Tagen Kurs für neu angestellte Personen im Werk. Das war, äh, ja, war. Ich habe folgende Dinge gelernt:

– wie die Logos der 4 Helseforetak* „aufgebaut“ sind (das war gar nicht Inhalt, ist mir nur zufällig aufgefallen)

– dass das Vinmonopolet auch dem Helse- og Omsorgsdepartementet unterstellt ist, wie wir

– im Werk arbeiten ungefähr 75% Frauen

Alles andere war nicht neu, was nach einem Jahr da auch nicht wirklich überrascht.

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Und jetzt gucke ich Fernsehen. Ha! Es gibt für mich wenig entspannenderes, als Leuten beim Dessert machen zuzugucken und dabei Schokolade zu essen.

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*Helse Nord, Helse Midt-Norge, Helse Vest und Helse Sør-Øst halt**

**Etwas related dazu: ich bemerke in letzter Zeit verstärkt, dass ich mir für ungefähr immer Sachen merken kann, die Leute gesagt haben. Im Wortlaut. Das war bestimmt schon immer so, aber jetzt fällt es mir auf. Seltsam.

Tag 1614 – Unschönes und Schönes.

Schön ist, dass die Kinder eigentlich schon schlafen. Pippi ganz sicher, Michel… doch, ich denke auch. Dabei wollte keiner unter 8 hier ins Bett, natürlich nicht, gar nicht müde.

Unschön ist, dass mir mein Nacken noch weh tut, nachdem ich mich heute Morgen volle Möhre lang gelegt hab, auf Eis, das aussah wie das nasse Pflaster unseres Parkplatzes. Das ist nur 2 Meter gepflastert, insofern war ich noch nicht mal weit gekommen.

Schön ist, dass es nur noch ein bisschen wehtut und ich so günstig auf Muskeln und Fett (aka halb Hintern, halb Hüfte plus etwas Schulter, daher das Nackenaua) gefallen bin, dass es nicht mal so blau geworden ist, wie ich dachte, dass es würde.

Unschön ist, dass ich im Zuge dessen herausgefunden zu haben glaube, dass mein Arbeitgeber (wir erinnern uns: der Staat) keine Unfallversicherung für mich abgeschlossen hat, in der normale Arbeitswege gedeckt sind. Außer man ist Verkehrsteilnehmer. Dann wohl schon (?). Aber so einfach aufs Maul legen weil es glatt ist wie auf der Schlittschuhbahn… naja, mal schauen was HR dazu sagt.

Schön ist, dass alle „meine“ technischen Geräte, die mir ja allesamt nicht gehören, sondern vom Arbeitgeber ausgeliehen sind, also PC, Handy und Telefon, heile geblieben sind. Nur meine Handtasche hat Kratzer.

Unschön ist, dass ich ein paar Sachen nicht loslassen kann, die tun immer noch weh, wie eine schlecht heilende Verstauchung, mit der man ewig lang rumlaboriert und immer wenn man sie grad vergessen hat wird’s wieder dick. Unschön ist dann auch, wenn man irgendwann nicht mehr weiter weiß und es doch operiert werden muss, was man doch die ganze Zeit vermeiden wollte.

Schön ist, dass ich Leute hab, die mich da auffangen.

Und schön ist, dass es jetzt hoffentlich besser heilt, nach der Operation.

(Als nächstes kümmern wir uns dann mal um erhöhte Kalziumzufuhr, für stabile Knochen.)

Tag 1614 – An der Zeit.

Halb zehn, es ist wohl Zeit, mir einzugestehen, dass keine Inspiration für’s Bloggen mehr kommt.

Das spannendste, das heute passiert ist, war, dass wir für einen halben Tag bei der Arbeit das Wasser abkochen mussten, bis Entwarnung vom Wasserwerk kam. Ich habe also einen halben Tag lang heißes bis pipiwarmes Wasser getrunken und das soll ja gesund sein, ich fand’s aber gewöhnungsbedürftig.

Die Kinder haben Salto auf dem Sofa geübt und das war sehr lustig anzusehen und im Hinblick auf solche Aktionen haben wir uns ja gegen ein teures, schickes Sofa und für eins mit komplett abnehmbaren und waschbaren Bezügen entschieden, da kann man auch mal drauf hopsen.

Fehler
Dieses Video existiert nicht
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Tag 1612 – Unzufrieden.

Heute den ganzen Tag im Großen und Ganzen vergammelt und das war zwar nötig, andererseits bin ich auch jetzt unzufrieden mit meiner doch sehr überschaubaren Gesamt-Tagesleistung. Dazu kommt, dass die Kinder dann auch nicht ausgelastet sind und eigentlich den ganzen Tag nur nerven, aka meine Aufmerksamkeit, aber, nee, ich bin mit Gammeln beschäftigt.

Gammeln brachte auch eine sehr ausgedehnte Social-Media-Runde mit sich und das tut mir auch grad (haha, grad, as if) alles nicht gut und da ist eine Pause fällig. Bald. Demnächst.

Es ist nicht wie eine Sucht, es ist eine.

Tag 1611 – Schnipsel.

Bus verpasst, nachdem der Busfahrer mich sicher 150 Meter hat rennen sehen. Danach den halben Tag gehustet und alle Busfahrer und Busfahrerinnen gehasst.

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Jetzt rauche ich schon fast 12 Jahre nicht mehr und huste immer noch extrem lange nach Sprints. Dann war’s wohl zu Schulzeiten gar nicht das Rauchen, hmm?

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Arbeit, Arbeit. Ich bin, es mag überraschen, immer noch keine Pharmazeutin und muss nun selbst aufschreiben, wieso das für den Job aber halt auch wurst ist. Während überall um mich rum Pharmazeuten und Pharmazeutinnen sitzen, die das allein aus Prinzip schon anders sehen. Voll supi.

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Ich wünsche mir ein bisschen niedrigere Tellerränder allerorten.

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Glaube Pharmazeuten erhalten sich ihren Berufsstand, indem sie in möglichst viele Vorschriften reinschreiben, xyz könne AUSSCHLIESSLICH ein Pharmazeut. Anders kann ich mir das nicht erklären.

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Nach der Schule hat eine Oma hier einfach ihr Enkelkind, das ein Schulfreund von Michel ist, abgeladen. Sehr seltsam das alles. Aber das Kind weiß jetzt, dass es, auch wenn wir Chips im Schrank haben, hier keine Chips zum Abendbrot gibt. Sondern, wir schlimmen, kinderfolternden Unmenschen, Fertigpizza.

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Herr Rabe, der sonst noch bis mitten in der Nacht liest, schnarcht auf dem Sofa.

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Alle bekloppt.

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