Tag 1419 – Faulsein.

Ach ja. Viele zu grobe Pläne gehabt, um sie in die Tat umsetzen zu können, dafür halt ausgiebig rumgegammelt. Auch mal sehr schön. Auch für den Besuch, dem durch die frühe Anreise gestern doch reichlich Schlaf fehlte.

Es ist schön, Besuch zu haben. Ich mag das. Ich mag den Besuch auch. Ich bin sehr froh, dass es meinem Bruder grad so gut geht, das war auch schon ganz anders und das letzte Mal ist gar nicht so lange her, man kommt da ja aus der Rolle als große Schwester auch nicht mal eben so raus, deshalb freue ich mich super doll, dass es grad alles gut ist. Und hoffe, dass es lange hält.

Apropos: die Kinder haben heute zwei mal so süß gekuschelt, beim Maus gucken und dann nochmal beim abendlichen Vorlesen, es war zum dahinschmelzen.

Ich bin heut ganz hachzig und ansonsten hab ich leider nichts zu erzählen, hachz.

Tag 1417 – Ferien!

Huff. Nachdem ich gestern tatsächlich grad so Abschminken noch geschafft hab (Zähneputzen aber nicht mehr) und heute den Wecker eine Stunde später als sonst stellte, hab ich dann doch noch mal genug Schlaf für den letzten Arbeitstag bekommen. Der war dann geprägt von Sachen fertig machen, wenigstens soweit, dass es weitergegeben werden kann. Dann habe ich sehr hart mit mir gerungen aber die Vernunft hat überwogen und der Computer ist deshalb im Werk geblieben. Ebenso sämtliche Ordner. Ok, ich hab mir noch ganz schnell auf dem Weg raus die Anleitung ausgedruckt, wie man von zu Hause aus ins Firmennetzwerk kommt, aber es ist ansonsten alles da geblieben und das ist schon ganz gut so. Ich hab den Urlaub bitter nötig (siehe gestern), ich laufe echt auf Reserveakku. Im nächsten halben Jahr wird der Oktober schlimm (schlimmschlimmschlimmschrecklich!), sonst geht es aber. Ich will ja auch fertig werden mit der Einarbeitung und Inspektionen selbständig leiten können, das passiert nicht ohne Arbeit. Der Plan sieht vor, bei soundso vielen Inspektionen erstmal Lead Inspector zu spielen, also im Prinzip alles zu machen von Kontaktaufnahme bis „wir schließen die Inspektion von unserer Seite ab“ alles zu übernehmen, aber eben mit Begleitung durch diejenige, die am Ende die Verantwortung trägt. Ich freue mich auf manche der geplanten Inspektionen, es ist viel interessantes dabei, vor manchem graut mir auch, aber nicht wegen der Hersteller sondern wegen der Orte an denen die sich befinden und den Transportmitteln, die wir dahin nehmen müssen. Ein Hoch auf die Pharmaindustrie und Tabletten gegen Reiseübelkeit, die als Nebenwirkung das Hirn ein wenig umnebeln, sodass mir die Größe des Flugzeugs oder die Breite der Brücke oder die Länge des Tunnels ein bisschen egaler sind.

Ich werde die Ferien gleich mit einer kleinen Radtour zum Inn zum Spell Energy sammeln zum Supermarkt und dann einem kleinen Kämpfchen im Fortress Bier auf der Couch einläuten. Hoffentlich werd ich nicht wieder von Mückenhorden angefallen, seit Montag Abend weiß ich, warum die Gegend hier Moor heißt.

Die Kinder haben nun auch frei und ich glaube das wird super. Michel ist so groß geworden im letzten Jahr und Pippi auch. Hach, die zwei. Das Planschbecken steht bereit, wir sind bereit für 26 Grad morgen. Brilliant event um 12 Uhr sagt das Internet.

Außerdem kommt morgen Besuch und ich bin aufgeregt. Aber dazu mehr, wenn der Besuch da ist.

Tag 1416 – Piep.

Ich muss heute einen Tagebuchblog-Joker ziehen. Nach ganzem Tag mit Gefeier und Gesellschaft bin ich so im Eimer, wenn ich in etwa 30 Minuten zu Hause bin will ich eigentlich nur auf direktem Weg ins Bett. Scheiß auf Abschminken.

Tag 1415 – Zum Haareraufen.

Hier sollte ein Text stehen über das Dasein als Pessimistin, als Miesepetra und als rufende Unke. Aber dann ging nach einem wirklich schönen Nachmittag mit Spielplatz und sehr dreckigen, glücklichen Kindern* irgendwie einiges schief und nun hab ich Migräne. Danke, Körper, hab’s verstanden und gehe jetzt einfach schlafen.

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*davon hat eines Sonnenbrand. Ich hatte es nicht geschafft, ihn heute morgen einzucremen, dann aber extra im Sport-Hort Bescheid gegeben, dass das Kind Un-Be-Dingt! Eingecremt werden muss! Bitte! Aber dann hatte das Kind „keinen Bock, was aus dem Rucksack zu holen“ und deshalb hat es nun eine rote Nase, rote Ohren und musste zu Hause erstmal ein paar Gläser Apfelschorle exen, denn der nicht ausreichende Bock hatte auch die Wasserflasche betroffen. Pädagogisch wertvoll wie eh und je habe ich den Sonnenbrand beim Eincremen mit After-Sun nach viel diffusem „Du musst dich eincremen, Sonnenbrand kann gefährlich sein!“ und logischerweise darauf folgenden „warum?“-Fragen mit „Weil, wenn das zu oft passiert, deine Haut kaputt geht ohne dass du es merkst. Und irgendwann viel später kannst du daran dann sogar sterben.“ kommentiert. Hoffentlich wirkt’s.

Tag 1413 – Se Schtraggel.

Se schtraggel is riel.

Oslo. Vom Zug aus.

Downtown Eidsvoll.

Da wo ich wohne.

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Ansonsten heute 40 Minuten an einer Bushaltestelle gewartet, in der Zeit hätten eigentlich drei Busse kommen sollen, die kamen dann direkt nacheinander. Während der Zeit auch von einem Taxifahrer angeranzt worden, weil ich nicht wusste, wo ich bin, außer halt an dieser Bushaltestelle. Das GPS hatte ihn an eine Adresse geschickt, die nicht diese Bushaltestelle war, sondern woanders, vermutlich grob in der Nähe, aber woher soll ich das wissen, ich kenne mich da nicht aus sonst würde ich wohl kaum ein Taxi rufen und ins Anmerkungs-Feld schreiben „An der Bushaltestelle Blumenweg* stadtauswärts“. Irgendwie war das meine Schuld, dass ich weder genauer angeben konnte, wo ich war, noch wusste, wo im Verhältnis zu meinem Standort nun die Adresse war, an der er sich befand. Am Ende heulte ich fast, weil ich wirklich nicht mehr weiter wusste, wie ich ihm noch erklären sollte, dass ich verdammt noch mal nicht wusste, wo ich bin, an der Bushaltestelle halt, eine große Straße, in die einen Richtung ein Schild mit „Ring 3“ in die andere eins mit „Stadtteil Bahnhof“. Da sagte er zu mir, ich müsse wohl ein anderes Taxi rufen und legte auf. Wutentbrannt versuchte ich die Zentrale zu erreichen, aber da war laut Bandansage „viel Verkehr“ und niemand nahm ab. Nur dem dann doch auftauchenden Bus (dem 1. von 3en, die dann Prozessionsspinnermäßig hintereinander herfuhren) ist zu verdanken, dass ich aufgelegt habe, bevor ich jemanden ordentlich rund machen konnte.

So ein Tag war halt heute.

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*Name von der Redaktion geändert

Tag 1412 – Husch, husch ins Bettchen.

Huff, mit Glück werden es noch sechs Stunden Schlaf, das ist ja leider bei mir das Minimum, bei dem ich noch funktioniere.

Warum so spät? Nun, ich machte einen laaaaangen Spaziergang, bei dem ich nicht weit kam, weil ich dauernd unterwegs irgendwas einsammeln und bekämpfen musste. Seit gestern spiele ich Harry Potter Wizards Unite und seit heute weiß ich, dass wir dafür strategisch ungünstig wohnen, denn die nächsten Inns, bei denen man seine Spell Energy aufladen kann, sind im Ort, knapp 2 km zu laufen, 2 km sind aber auch die Strecke, auf der man die ganze Spell Energy verbraten kann, wenn man will, das ist also nur so mittel cool. Alternativ kann man sich natürlich Spielgeld kaufen, mit dem man dann die Spell Energy auffüllen kann, aber In-App-Käufe mache ich aus Prinzip nicht. Dann sollen sie die App an sich was kosten lassen, da wäre ich sofort dabei, aber konstant gemolken werden, nee Danke. Insofern: mal schauen wie der Elan sich da so entwickelt. Mich stört auch, dass man die selben Dinge immer und immer wieder befreit, die sind nicht so schlau da, die Beamten im Ministry of Magic, scheint mir, wenn man die fünf mal in 20 Minuten befreien muss. Im Zusammenhang mit dem Plot (Dinge, Menschen, Tiere sind von dunklen Mächten gestohlen worden und man muss sie befreien, damit sie zurück zu ihrem Bestimmungsort können und nicht von Muggeln gefunden werden) ist das auch alles nicht logisch, damit kann ich schlecht umgehen.

Jedenfalls musste ich nach dem Spaziergang ja noch das normale Pensum machen, bügeln, die aufgeschobene Arbeit erledigen, kochen, mit Michel kuscheln und ihm die Fingernägel lackieren. Das wollte er haben, weil er seinem Freund beweisen will, dass das nämlich überhaupt gar nicht ne Mädchensache ist. Weil es keine Mädchensachen gibt. Sagt er. Und ich hoffe, der Plan geht auf, aber ich fürchte übles. Dass im Kindergarten mal ein Kind zu ihm gesagt hat, dass er ein Mädchen ist, wenn er Nagellack hat, hat ihn ziemlich mitgenommen, das erzählte er heute wieder mit Wuttränen in den Augen, dabei ist das gut zwei Jahre her. Jedenfalls sagte Michel, dass er das morgen allen zeigen wird und wenn wer zu ihm Mädchen sagt, dann…! (Wir haben gesagt, er soll das dann einfach ignorieren, er weiß es ja eh besser.) Aber dass seine Lieblingsfarbe pink ist, das verrät er lieber doch keinem. (Pink wie Essie Watermelon und das T-Shirt des Babysitters am Donnerstag. Nicht meine Lieblingsfarbe, aber schön knallig und einfach eine schöne Farbe.)

Ach, der kleine große Zwerg.

Tag 1410 – Rührselige Liebesbekundungen…

… waren noch nie so unser Ding. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja auch das noch. Ich meine, wenn mir wer vor 10 Jahren gesagt hätte, dass wir heute in einem (let’s face it) arschteuren Luxus-Spa etwas südlich von Oslo im Jacuzi knutschen würden, oder dass ich unserem Babysitter vom Abendessen unentspannte „Na, wie läuft’s?“-Helikopternachrichten schicken würde, das hätte ich ja auch nicht geglaubt. Wer weiß, was die Zeit noch bringt. Ich bin jedenfalls gespannt drauf. Nach den letzten 10 Jahren und allem, was wir darin gemacht haben, bin ich jedenfalls sicher: wir meistern das, egal was kommt.

Niemand sieht mit einem Haufen Schaum wie eine weiße Raupe eingepackt so lustig aus, wie du. Ich lieb dich. Murch!

Ok, den Teil mit dem Bier hätte ich auch vor 10 Jahren geglaubt. Verlangt hätte ich den! Jawohl.

Tag 1409 – Versöhnlich.

Heute ging schief, was schief gehen konnte, von morgens bis abends, Sachen vergessen, falsche Sachen mitgenommen, Rechner will nicht, dann will Datenbank nicht, alles irgendwie Mist im Homeoffice, aber den Großteil meiner Aufgaben kriege ich doch irgendwie fertig, Rest muss ich am Wochenende machen.

Abends fahren wir zum Vikinger-Babysitter, denn die Kinder übernachten da morgen, es ist sehr aufregend für alle. Der Vikinger-Babysitter hatte letztens Geburtstag, ich versuche also erst online einen Gutschein bei einem Laden zu kriegen, der Sachen anbietet, die Teenie-Jungs cool finden, gebe aber nach dem dritten auf. Ich versuche Geld zu holen, bin schon wieder zu Hause, da fällt mir auf, dass ich kein Geld habe, hab das wohl im Automaten stecken lassen. Fahre zurück, treffe den Geldautomatentechniker, der mir erklärt, der Automat sei leer, es käme gar kein Geld raus, er fülle den nun auf, ich solle in einer halben Stunde wieder kommen. Also wieder nach Hause, zu spät zu spät, die Kinder nölig und aufgeregt, ich finde noch zwei 50-Kronen-Scheine und schaue anschließend ein Video, in dem jemand ENERVIEREND LANGSAM Geldscheine zu kleinen Hemden faltet. Wir packen den Kram für die Kinder und fahren dann los, 25 Minuten zu spät, nochmal zum Geldautomaten, 100 Kronen erscheinen mir etwas lächerlich für einen Teenie, treffe den Geldautomaten-Techniker, der mir erklärt, der Automat sei gar nicht leer gewesen sondern kaputt, aber jetzt ginge er wieder, er hätte den nämlich repariert. Im Auto also noch mal Geld falten und 30 Minuten zu spät beim Babysitter aufschlagen. Die Kinder sind jetzt jedenfalls auf Übernachten eingestellt, Pippi ist indifferent, Michel freut sich. Das hat eine Woche gedauert von Totalverweigerung mit Tränen bis zu Vorfreude. Uff. (Was hat den Dreh ausgemacht? Naja, erklären von uns aus natürlich. Augenhöhe! Außerdem haben die ein Trampolin und Minecraft und es gibt Pølse zum Abendessen.)

Als Herr Rabe die Kinder ins Bett brachte, räumte ich die Rucksäcke aus. Heute war nämlich letzter Schultag und auch Pippi macht morgen Ausflug (zum Flughafen. Fragen Sie nicht.) und hat nächste Woche Umgewöhnung in die neue KiTa-Gruppe, die Schränke leeren wir also jetzt schon nach und nach. Da fand ich Michels Schreibbuch im Rucksack und herrje, das ist so niedlich, ich musste ein bisschen vor Rührung weinen.

Ja, mein Kind malt wie ein Vierjähriger, aber das ängstliche Männchen, ich geh tot! (Aufgabe war: Gefühle malen. Froh, Traurig, Ängstlich, Wütend.)

Das ist Ostern. Das sind die zwei Bäumchen, die wir Ostern gepflanzt haben! Auf der da noch ganz braunen Wüste! *heuli*

Und hier: Jahresabschluss. Er sagt seiner Lehrerin Tschüss. Und er trägt den blauen Raketenrucksack vom Midimonsieur, an den er ein kleines Werbe-Bärchen gehängt hat, das jetzt immer mit muss. *heulipopeuli*

Dass man über sowas mal flennt denkt man ja auch nicht als junge Frau ohne Kinder.

Tag 1408 – Auch wieder nur Piep.

Heutiger Grund: bei den Kindern eingeschlafen. Da zwei Stunden komatös gepennt bis Herr Rabe nach Hause kam. Ist wohl nötig grad (Zyklus und so).

Heute auch 10. Hochzeitstag, Prööt, alles Liebe, Dings. Wir feiern am Freitag und überschwängliche Liebeserklärungen folgen dann mit frisch gepeeltem Körper und nach einem teuren Glas von irgendwas. Ich lieb dich :*

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Möchte nicht so müde sein. Morgen mache ich (g)hjemmekontor, vielleicht hilft das ein wenig. (Kontor = Büro; hjemme = zu Hause; gjemme = verstecken [das g und das h sind beide stumm, es hört sich also komplett gleich an.])