Tag 2166 – Happy happy.

Hochzeitstag, 12.

Wurde begangen wie wir das gemeinhin tun, nämlich nicht besonders, übergangen könnte man auch sagen. Das ist bei Weitem nicht traurig, das ist halt einfach so hier im Rabenhaus. Wir haben uns trotzdem lieb. Ich meine, wir waren auch erst ein Jahr nach unserer Hochzeit auf Hochzeitsreise. Wir machen einfach bei Gelegenheit was schönes (müssen halt die Kinder dafür wegorganisieren) und nennen es Hochzeitstag. Ansonsten über alles reden können, Konflikte ansprechen und gemeinsam lösen und sich gegenseitig einfach sein lassen und Raum geben die deutlich besseren Geschenke als ein Mal im Jahr Blümchen und Schmuck (Ohrringe schenkt mir Herr Rabe sowieso eher zwischendurch und anderen Schmuck trage ich quasi nicht).

Zur Feier des Tages Weil Michel das unbedingt wollte, waren wir heute im Schwimmbad. So wie ca. ganz Eidsvoll, aber wenn man schon mit zwei Kindern mit leuchtenden Augen im Schwimmbad steht, ist umdrehen, weil „zu voll für immer noch Corona“ keine reale Option. Nächstes Mal wieder jenseits der Familien-Rush-Hour, das heute war nicht wirklich vertretbar. (Ausrede: mir war entgangen, oder vielleicht habe ich es auch verdrängt, dass es keinerlei Zugangsbeschränkungen mehr gibt. Keine maximale Besucherzahl, keine Beschränkung auf Leute, die in der Kommune wohnen. Nix. Nur ne Liste am Eingang, in die man sich eintragen soll.) Immerhin ums Baby-Becken kamen wir drum rum, nachdem eine Durchsage kam, das sei wegen Kot im Wasser gesperrt. Michel schwimmt schon ein wenig besser und Pippi kann man mit Bienchen um tatsächlich einfach plantschen lassen, die schwimmt damit kreuz und quer durchs Becken und hat Spaß. Sie wollte auch nicht, dass ich immer neben ihr herschwimme und ich musste ihr erklären, dass ich das aber möchte und auch muss, weil die Bademeister*Innen (und der Gesetzgeber) das sagen. Danach ist sie etwa 2000 mal gerutscht und hat dabei ganz nebenher große Jungs, die sich vordrängeln wollten, zurechtgewiesen. Sie kann sich behaupten, auch wenn sie den Jungs nur bis zur Brust ging.

Nach dem Schwimmen waren alle müde und hungrig und wir feierten den Tag weiter mit Döner für die Erwachsenen (kein echter Döner, dafür muss man nach Oslo) und Pizza für die Kinder. Zubereitet von Kebabish, was wirklich so heißt und der Name ist auch Programm, aber es ist für ab und zu nicht selbst kochen müssen ok.

So, und damit ist der Tag auch vorbei. Herr Rabe tötet feierlich ein paar virtuelle Wikinger, (Halb-)Götter, Wölfe, Bären und zwischendurch trinkt er wen untern Tisch oder angelt. (Falls irgendwer ne PS5 rumliegen hat, das wäre doch mal ein angemessenes Geschenk zum 12. Hochzeitstag.)

Tag 1410 – Rührselige Liebesbekundungen…

… waren noch nie so unser Ding. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja auch das noch. Ich meine, wenn mir wer vor 10 Jahren gesagt hätte, dass wir heute in einem (let’s face it) arschteuren Luxus-Spa etwas südlich von Oslo im Jacuzi knutschen würden, oder dass ich unserem Babysitter vom Abendessen unentspannte „Na, wie läuft’s?“-Helikopternachrichten schicken würde, das hätte ich ja auch nicht geglaubt. Wer weiß, was die Zeit noch bringt. Ich bin jedenfalls gespannt drauf. Nach den letzten 10 Jahren und allem, was wir darin gemacht haben, bin ich jedenfalls sicher: wir meistern das, egal was kommt.

Niemand sieht mit einem Haufen Schaum wie eine weiße Raupe eingepackt so lustig aus, wie du. Ich lieb dich. Murch!

Ok, den Teil mit dem Bier hätte ich auch vor 10 Jahren geglaubt. Verlangt hätte ich den! Jawohl.

Tag 1408 – Auch wieder nur Piep.

Heutiger Grund: bei den Kindern eingeschlafen. Da zwei Stunden komatös gepennt bis Herr Rabe nach Hause kam. Ist wohl nötig grad (Zyklus und so).

Heute auch 10. Hochzeitstag, Prööt, alles Liebe, Dings. Wir feiern am Freitag und überschwängliche Liebeserklärungen folgen dann mit frisch gepeeltem Körper und nach einem teuren Glas von irgendwas. Ich lieb dich :*

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Möchte nicht so müde sein. Morgen mache ich (g)hjemmekontor, vielleicht hilft das ein wenig. (Kontor = Büro; hjemme = zu Hause; gjemme = verstecken [das g und das h sind beide stumm, es hört sich also komplett gleich an.])

Tag 1042 – Neun Jahre.

Seit neun Jahren und ein paar Stunden sind Herr Rabe und ich jetzt verheiratet. Um diese Zeit vor neun Jahren saßen wir in unserer Küche, wo wir mit Freunden bestellte Pizza gegessen hatten und tranken Bier. Herrje, was waren wir jung. Und herrje, was war das toll. So „früh“ zu heiraten, also jung und nach grad mal guten eineinhalb Jahren Beziehung, war im Nachhinein betrachtet eine der besseren Ideen, die wir so hatten.

Auch wenn uns in den letzten Jahren auch nicht immer die Regenbogen pupsenden Einhörner um die Ohren flogen (Danke, liebe Jette, für diesen Ausdruck!), haben wir doch immer zusammengehalten. Wir haben uns und wir haben uns lieb. Und unseren Hochzeitstag vergessen wir beide grundsätzlich und „feiern“ auf der Couch. So kann’s gern noch neun…undfünfzig Jahre weitergehen. Oder mehr. Murch!