Tag 551: Kurzmeldung.

Ich bin zu 80% genervt. Deshalb nur ganz kurze Statusmeldung. 

Wochenende mit Kindern ist viel anstrengender, als die Woche, wenn man selbst zu Hause, die Kinder aber im Kindergarten sind. Egal wie niedlich die kleinen Speckengelchen und Quatsch-Zwerge sind. 

Wenn dann auch noch beide Eltern ab sieben Uhr morgens genervt sind, weil beide Kinder nach einer Kacknacht wach sind und eins brüllt und das andere erst nörgelt und dann singt (während das andere weiterbrüllt, versteht sich), dann wird der Samstag schon mal eher unentspannt. Und da hilft auch keine Abmachung, dass der eine Samstags liegen bleiben kann, der andere Sonntags: in so einer kleinen Wohnung durch Türen die nicht mal richtig schließen, hört man jedes Wort. Also erst recht Kindergeschrei. Herr Rabe kann das noch halbwegs ausblenden, in dem er sich auf sein hörendes Ohr legt. Ich höre aber auf beiden Ohren sehr gut. Und hab dann halt schon vor dem Aufstehen keine Lust mehr, mich in diese Kakophonie zu begeben. 

So war unser Samstag. Genervt. 

Tag 550 – Freitag Abend. 

Nicht, dass Sie denken, wir hätten die Kinder verkauft oder so. Die erfreuen sich bester Gesundheit (haha, also, was man so Gesundheit nennt, im Februar bei Kindergartenkindern). 

Mit Michel haben wir weiterhin Diskussionen um den allgemeinen Umgangston, dass zum Beispiel „Mehr Fleisch!“ keine angenehme Art ist, die Eltern um ein weiteres Stück Hühnchen* zu bitten. Außerdem singt Michel munter das Dinozug-Lied und nervt uns alle ordentlich mit Dinos. Ist aber auch sehr niedlich dabei, das muss man ihm lassen und er lernt auch viel. Und wir dadurch auch. Ist schon ok. 

Pippi ist mal wieder in einer Ich-fresse-meinen-Eltern-die-Haare-vom-Kopf-Phase. Bald wächst sie sicher zehn Zentimeter oder sie kann demnächst Teller auf ihrer Nase balancieren oder so. Irgendwas ist jedenfalls im Gange, die dreihunderttausend Kilokalorien am Tag müssen ja für was gut sein. 

Alles in allem geht es mir langsam auch wieder so gut, dass ich nicht mehr sofort schreiend davon laufen will, wenn mal beide gleichzeitig was von mir wollen. 

Und das Beste: beide schlafen jetzt. 

*Hat er sich gewünscht, ich bin also pflichtschuldig losgelaufen und habe Antibiotika-freies Huhn aus Haltung mit viel Platz besorgt. Und er hat es tatsächlich gegessen und fand es lecker! Hurra!

Tag 544 – Michels Tierkunde. 

Mannfreien Tag souverän gemeistert. Wir waren sogar draußen und haben Muffins gebacken. Also als wir wieder zu Hause waren, wir haben natürlich nicht draußen Muffins gebacken. Vor allem haben wir nur wenig gestritten, das ist ja schon mal was nach dem Dauerzoff der letzten Wochen. 

Vor dem Einschlafen haben wir Michels Tieratlas angesehen und das muss ich doch mit Ihnen teilen, das ist so niedlich. Michel hat nämlich wegen Zweisprachigkeit, eigener Kreativität und nicht zuletzt Eltern mit schrägem Humor ein paar eigenwillige Namen für und Assoziationen zu Tieren. 

„Brannfrosk“, übersetzt Brandfrosch.


Dachsbiber.


„Ein Hai! Dömdömdömdömdömdöm!“


Das mit dem Dömdömdömdöm macht er wirklich jedes Mal, wenn er einen Hai sieht oder mit einem Hai spielt oder ein Hai ist (Vierjährige sind ja dauernd irgendwas. Michel war heute auch schon ein Gürteltier.). Vor dem Einschlafen heute fragte er mich dann wirklich: „Mama? Warum macht der Hai so Dömdömdömdömdömdöm wenn er angeschwommen kommt mit der Flosse so raus?“. Da bleiben Sie mal ernst! 

(Ja, ich hab’s natürlich erklärt. Die langweilige aber ehrliche Erklärung. Ich hoffe bloß, er will jetzt nicht ‚Der weiße Hai‘ gucken.)

Tag 543 – Spazieren gehen. 

Das mit dem Spazieren gehen habe ich heute mal ausprobiert. Eigentlich wollte ich schon zur Uni laufen, ich musste ja eh meine Krankmeldung abgeben und auch mit meinem Chef wollte ich gerne persönlich sprechen und nicht einfach per Mail mitteilen, dass ich die nächsten zwei Wochen nicht komme. Dann war es aber nach einem kleinen Wellness-Programm (Haare färben und so, Zeug, für das mir die letzten zwei Wochen abwechselnd der Antrieb und die Zeit fehlten) und ausgiebigem Frühstück mit mir selbst schon elf und mir fiel ein, dass der Chef ja ab zwölf im Gruppenmeeting sitzt. Naja, ich nahm also den Bus, sprach mit meinem Chef (alles gar kein Problem, quasi ideales Timing, während ich auf Bestellungen warte kann ich ja eh nix machen und Krankschreibungen von mindestens zwei Wochen werden an die Projektfinanzierung einfach drangehängt (das ist was, was in Norwegen einfach total super ist!), also auch das: kein Ding. Gute Besserung und so.), schickte die Krankmeldung per Hauspost an die Verwaltung, nörgelte per Email an, warum meine Reisekostenabrechnung noch nicht bewilligt ist, blieb dann noch zum Meeting (wegen des Kuchens) und dann ging ich zu Fuß durch die Stadt nach Hause. 

Erstmal: ich bin nicht gut im Spazieren gehen. Grundsätzlich habe ich absolut gar nichts gegen Laufen: solange es ein Ziel gibt, gehe ich sogar lieber zu Fuß als beispielsweise Fahrrad zu fahren. Dann gehe ich gerne schnell und zielstrebig und ja, da kann ich mich dann auch an frischer Luft und Sonne erfreuen oder den Regen ignorieren. Aber so einfach in der Gegend rumlaufen, das ist so mittel. Deshalb auch als erster Ausflug: durch die Stadt. Ich brauchte neue Bodylotion und ach, mal durch die Läden bummeln hab ich ja so ganz ungestört auch schon länger nicht mehr gemacht. 
Ungefähr nach zwei Minuten laufen merkte ich, dass ich unheimlich schnell ging. Ich rief mich zur Ordnung, ich sei ja nicht auf der Flucht, sagte ich mir. Ich versuchte, Wege zu finden, die Sonnenbeschienen waren. Gar nicht so einfach, weil die Sonne immer noch sehr tief steht und die Häuser entsprechend lange Schatten werfen. Je mehr ich mich dabei von der Uni entfernte, desto besser und leichter fühlte ich mich. Es wird schon gehen. Vielleicht schaffe ich es sogar, in den zwei Wochen gar nicht zu arbeiten. (Sie lachen. Ist in Ordnung: Ich lache auch ein bisschen über mich. Und das ist super: mein Humor ist wieder da!) 

Was allerdings nicht ging, war bummeln. Ich war immer noch wie unter Strom, stand ewig vorm Nagellackregal und entschied mich dann doch dafür, in den USA ordentlich zu shoppen. Nagellack und außerdem hätte ich gerne mehr qualitativ gute Lidschatten, gerne bunt. Tipps sind Willkommen. Und Lippenstift. (Jaja, das lohnt sich schon sehr, das in den USA zu kaufen, Kosmetikprodukte sind hier schweineteuer.) Mir 6 Tage lang von 08:30 bis 21:30 durchgehend (!!!) Zeug anhören, das schaffe ich eh nicht. Da ist ein Ausflug irgendwohin zum Einkaufen eine gute Idee. Bestimmt. 

Also jedenfalls kaufte ich keinen Nagellack. Und im ersten Laden auch keine Bodylotion, weil es nur die gab, die ich gerade habe und die ist blöd. (Ich suche nach einer parfumfreien, ich vertrage das Parfum oft nicht so gut und mag das auch nicht so, nach drölfzig verschiedenen Sachen zu riechen.) Dann rannte ich (unter Strom!) zu einem anderen Laden und kaufte da die andere parfumfreie Creme aus dem Babyregal. Wenn die auch blöd ist, bleibt nur noch die Apotheke mit entsprechenden Preisen. 

Mit dem Kauf der Bodylotion war aber ja meine Mission erfüllt, also „bummelte“ ich. Gänsefüßchen. Riesige Gänsefüße! Ich ging immernoch sehr schnell. Und ich fand nichts. NICHTS! Ich fand alles blöd. Und das was ich nicht total blöd fand (mal ehrlich: diese Mode, dass man so Schlafanzughosen trägt, ein bauchfreies Top und darüber so ne Art Bademantel: wäh!) war so schlicht, dass ich dachte: das kannste dir auch selber nähen, nur dann halt in nem schöneren Stoff. Am Ende war ich so frustriert, dass ich am liebsten direkt Stoff eingekauft hätte. Das wirklich einzige, das mir gefiel, war ein türkiser Wollmantel in einem Laden namens Namastë (fragen Sie nicht) und der war mir, obwohl runtergesetzt, viel zu teuer. Ich trabte also mit meiner Bodylotion nach Hause, nahm mir noch einen Kaffee auf dem Weg mit und tat dann etwas, das mich wirklich entspannt: Fernsehen. Und Stricken. 

Danach hatte ich dann so viel Energie wiedergewonnen, dass ich die Kinder abholen konnte, wir machten Milchreis und aßen halbwegs harmonisch und dann gingen beide relativ fix ins Bett*. Und jetzt werde ich gleich lesen. In einem Buch. Sachen gibt’s…

Nächste Woche versuche ich es dann mal mit dieser Natur die da draußen überall ist. Vielleicht geht das mit dem Spazieren gehen da besser. 

*Herr Rabe ist dieses Wochenende auf dem alljährlichen Skitrip seiner Firma. Grandioses Timing, er hat auch angeboten, hier zu bleiben, aber ich schaffe das schon. Notfalls gibt’s dann eben viel Dino-Zug. Oder ich gehe mit den beiden spazieren, die können das auch nicht schlechter als ich. 

Tag 538 – Fertig machen zum Durchdrehen. 

Ich hab es ja quasi beschrien, als ich am Freitag schrieb, die Kinder sollten jetzt nicht mehr krank werden. Jetzt ist nämlich Michel krank. Heute Nachmittag dachte ich schon diverse Male, dass er ziemlich glomsig aussah, aber das hätte auch vom wilden Spielen mit seinem Kumpel kommen können. Als der aber weg war kamen noch glasige Augen dazu, dann nahm das Kind auch noch freiwillig Hustensaft und das Fieberthermometer bestätigte: Jo, krank. 

Ich weiß, es ist Meckern auf hohem Niveau, andere Familien hat es diesen Winter viel schlimmer erwischt, aber trotzdem: ich mag nicht mehr. Meine zehn Kind-krank-Tage für dieses Jahr sind schon mehr als zur Hälfte aufgebraucht. Herr Rabes auch. Und es ist grade mal Ende Januar. Dieses zerhackte Arbeiten führt außerdem dazu, dass ich gefühlt nichts fertig bekomme. Abgesehen vom gar nicht mehr so fernen Fernziel Dissertation. Und dem Nahziel Schlaf, der mir uns allen mit Dauer-nörgelndem Michel wohl heute Nacht auch nicht im Übermaß vergönnt sein wird. Es ist echt zum Mäusemelken. 

Morgen dann: Herr Rabe geht arbeiten, ich fahre zu halb neun mit beiden Kindern zur Helsestasjon, weil Pippi ihren 18-Monate-Check hat. Danach liefere ich Pippi (die ist wieder KiTa-fit) im Kindergarten ab und fahre mit Michel zur Arbeit, um wenigstens ein paar Artikel zu holen und ein paar Sachen zu bestellen, die ich für meine Experimente brauche (und vorher muss ich Leute danach fragen, was man denn da so nimmt). Dann nach Hause, lesen/Michel betuddeln, irgendwann Herrn Rabe informieren, ob er nach Hause kommen muss, damit ich zu meinem Friseurtermin kann, oder ob Michel fit genug ist um mitzukommen. Friseur, Pippi abholen, Nachmittag, Abend, Dienstag darf ich dann arbeiten gehen. 

Und wenn das so weitergeht, drehe ich vermutlich demnächst durch. 

Tag 525 – Mein Baby…!

Michel wurde heute zum ersten mal von einem KiTa-Kumpel direkt nach der KiTa mit nach Hause genommen. Das war für uns alle sehr aufregend. Für mich weil er so schnell groß wird und bestimmt ist es in anderen Familien cooler, fremde Eltern schimpfen tendenziell nicht so viel mit einem wie die eigenen, ich weiß das noch. Also vermutlich wird er bald ausziehen wollen, wenn er erstmal raus hat, wie viel cooler es in anderen Familien ist. Für Michel war es auch aufregend, weil erstes Mal und total cool mal nicht die eigenen Eltern und den Kumpel hat er auch sehr gerne und der hat sicher auch total tolle Spielsachen. Was mich beruhigt hat: die Eltern des Kumpels, die mir eh immer schon recht entspannt erschienen, waren ganz gelassen und brachten Michel sogar zurück (die wohnen in einem anderen Stadtteil, der Sohn geht zu der KiTa, weil es so eine supertolle KiTa ist und der Papa an der Schule nebenan arbeitet). Michel kam rotwangig-glücklich zurück, hatte einen Ketchup-Rand um den Mund und erzählte ganz aufgeregt, der Kumpel, der hat gar kein eigenes Zimmer, der schläft bei seinem Papa und seiner Mama. Und eine Katze haben die auch und die hat er gestreichelt und die hat ihn umarmt. Was auch immer das heißt. Auf jeden Fall eine rundum positive Erfahrung für alle. Das nächste Mal dann bestimmt auch ohne, dass ich ab halb sieben alle 30 Sekunden aufs Handy gucke, wie spät es ist und vielleicht hat der andere Papa ja geschrieben, dass sie da sind und Michel im Auto eingeschlafen ist. 

Tag 524 – Die lieben Kinder. 

Geschwister, unverkennbar.


Ach ja. Die Kinderchen. So niedlich. Manchmal. 

Manchmal nicht. 

Heute ist das letztere manchmal. 

Michel redet unfassbar viel und vor allem laut. Also so laut, dass wir bei der nächsten HNO-Kontrolle mal nachfragen werden, ob er wirklich wirklich WIRKLICH normal gut hört. Gefühlt sagen wir tausendmal am Tag „Du brauchst nicht so schreien!“, „Nicht so laut, bitte!“ oder, pädagogisch wertvoll wie eh und je, „BRÜLL HIER NICHT SO RUM!“. Zur Lautstärke kommt eine enervierende Redundanz des Gesagten. Es ist eigentlich immer irgendeine Forderung, die er jetzt sofort erfüllt haben will. „KANN ICH GRÜNEN APFELSAFT MIT BLUBBERWASSER? KANN MIR JEMAND GRÜNEN APFELSAFT MIT BLUBBERWASSER REINSCHINKEN? PAAAPAAAA? ICH WILL GRÜNEN APFELSAFT MIT BLUBBERWASSER!!!“ [Grün, weil die Packung grün ist. Die vom naturtrüben ist gelb.] Und wenn man dann auf das angebrüllt werden nicht sofort reagiert oder – undenkbar – man wagt es sowas zu sagen wie „Grade ist schlecht, schau mal ich wickel grad Pippi, putze mir dabei die Zähne und mit den Füßen falte ich Wäsche. Hol dir doch schon mal den Saft aus dem Kühlschrank, ich komme dann gleich.“ Dann kommt „ICH WILL NICHT HELE TIDA [die ganze Zeit] WARTEN!!! ORRRRRAAAAAAAAA!!!!!!“ und Meltdown. Entzückend. 

Heute hatten wir außerdem eine Gegessen-wird-was-auf-den-Tisch-kommt-Diskussion, bei der ich mich zeitweise fühlte wir meine eigene Oma. Aber wenn selbst Herrn Rabe, der ja sonst die Ruhe selbst ist, der Kragen platzt, weil sich Michel seit Wochen weigert, was anderes als Nudeln mit Ketchup oder Nudeln mit Kräutersalz zu essen, dann ist es eben Zeit für die Auseinandersetzung. Wir haben jetzt einen Kompromiss: wir tun nicht mehr so obereklige Dinge wie Zwiebeln und Petersilie (die hat er vorher noch roh weggeknabbert, aber Schwamm drüber) ins Essen, dafür probiert er wenigstens. Es ist dringend an der Zeit, dass sich an Michels Essgewohnheiten was ändert, schon alleine weil sich Pippi den Mist abguckt und noch viel früher in die Ich-esse-nur-nackte-Nudeln-Phase startet. Obwohl sie eigentlich noch vieles mag. 

Ja, ach ja, Pippi. Die Nervensäge. Ich vermute mal es ist wieder irgendsoein Schub, jedenfalls habe ich nicht nur nachts wieder ein Kind auf dem Gesicht liegen, nein, tagsüber habe ich immer ein nörgelndes, oder weinendes, oder hysterisch schreiendes Kind am Bein. Sie versucht dann an mir hochzuklettern, sobald ich versuche, mich zu bewegen lässt sie sich theatralisch auf den Boden plumpsen und weint, als hätte ich ihr gerade Den Einen Ring weggenommen und ins Feuer geschmissen. (Manchmal schaffe ich es, sie von mir loszueisen, dann klebt sie halt an Herrn Rabe. Hauptsache sie klebt.) Dazu natürlich alterstypische Dickköpfigkeit, bei einem eh schon willensstarken Kind ist das, ähhh, herausfordernd. Und absolutes Unverständnis für Dinge wie „Guck mal, die ganz scharfen Küchenmesser, die sind echt nur für Große, wir hängen das jetzt hier wieder hin.“. Meltdown. Auch das: entzückend. Ganz und gar reizend. 

Hach ja. Und dann liegen die nachts in meinem Bett, und schnarchen mir ins Ohr und schieben ihre Füße zwischen meine Beine und das ist alles vergessen. Dann ist da nur Hachseufz. (Bis zum nächsten Morgen, wenn es wieder heißt „ICH WILL GRÜNEN APFELSAFT…“) 

<3 

Tag 518 – Geschnetzeltes. 

Wir haben eben die zweite Folge der vierten Staffel ‚Sherlock‘ gesehen und ich bin noch so drauf, ich kann leider gerade keinen stringenten Text schreiben.

  • Pippi und ich waren bei der Ärztin. Fazit: sie hat irgendwas, vielleicht Grippe? Oder auch nicht. Morgen wiederkommen (Herr Rabe macht das dann), mit Urinprobe. Jaha. Urinprobe. Ich wusste nicht, wie das gehen soll, Windel auswringen? Nein, da gibt es so Beutel, die werden über das Geschlechtsteil geklebt und hinterher kann man die dann zukleben. Angeblich. Ich werde berichten. 
  • In der Apotheke gab es ein Neujahrsangebot: 5 Urinbecher zum Preis von 4. Echt wahr. 
  • Ich habe einen Wirsing gekauft. Einen echten Wirsing. Den gibt’s hier fast nie. Ich liebe Wirsing. (Und vielleicht nenne ich den ab jetzt einfach immer Savoykål. Das klingt viel vornehmer.)
  • Pippi, die kleine Rübennase, hat mit uns Sherlock geguckt, fands aber nicht so spannend. Es kam so weil wir da echt Junkies sind und sie grade ein Fieberzäpfchenhoch hatte und keine Anstalten machte, ins Bett zu gehen. 
  • Pippi mag sehr gerne Chips. 
  • Michel hat am Donnerstag nach dem Kindergarten  ein Play date mit einem Kindergartenkumpel und ist schon total aufgeregt. Es wird wohl „Spametti“ geben, das ist so eins der zwei Dinge, die beide Jungs sicher essen. 
  • Ich möchte mir eventuell ein neues Computerähnliches Gerät kaufen. Der Akku meines MacBooks schwächelt ziemlich und der kleine Speicher geht mir auf den Senkel. Allerdings brauche ich eigentlich für den Privatgebrauch keinen kompletten Computer, ein gut ausgestattetes (Speicher!) Tablet täte es auch. Im Eplehuset („Apfelhaus“) hier habe ich ein paar Tablets angesabbertausprobiert, und jetzt denke ich da drauf rum. Leider war keiner der Pencils richtig geladen. Schlamperei. Oder halt doch wieder ein Laptop? Ach, ach. Auf jeden Fall könnte ich das in den USA kaufen, denn
  • ICH HABE EINE ZUSAGE FÜR DIE KONFERENZ BEKOMMEN UND MICH REGISTRIERT UND FLÜGE GEBUCHT! Der Plan ist ein ziemlich irrer: ich verbringe meinen Geburtstag noch hier und fliege am Samstag danach morgens los, habe in Stockholm 40 Minuten zum Umsteigen, bin um 12:15 Uhr (Hallo, Zeitverschiebung, Hallo Jetlag!) in L.A., irgendwann zwischen zwei und drei im Hotel und um 15:30 Uhr geht die Konferenz los. Haha. 
  • Hab ich erwähnt, dass Sherlock unheimlich gut ist?
  • Michel ist so niedlich: heute nach dem Kindergarten war Pippi sehr nöckelig und Michel meinte, sie könne sich ja auf seinen Schoß setzen. Als ich ihn fragte, ob er sie heute vermisst hätte, meinte er, nein, aber sie ja bestimmt ihn. (Gestern beim Aufbruch zum Play Date meinte er „Aber Pippi muss doch mitkommen, die ist doch Søtnosen vårres (unsere Süße)!“. Ich wurde auch im Kindergarten schon darauf angesprochen, dass Michels Kumpel sich zu Weihnachten auch so eine kleine Schwester gewünscht habe. Also, die können die gerne mal ausleihen, vorzugsweise nachts…)

Tag 517 – Verkorkster Sonntag. 

Also was ja eh schon kacke ist, ist wenn eins der Kinder krank ist. Wenn es dann auch noch das Kleine ist, dem man nicht einfach Shaun das Schaf anmachen kann, ist das noch ein bisschen blöder. Dann liegt man wahlweise als Schlafunterlage den halben Tag mit ihr im Bett oder schleppt sie in der Trage rum, weil sie alles außer auf dem Arm sein völlig inakzeptabel findet. Ich bin aber leider mehrstündiges Manducatragen vorne überhaupt nicht mehr gewöhnt und mein Rücken findet das auch nicht so prall. Aber irgendwie muss man ja sein Minimalziel „Brot backen“ erfüllen, also schleppt man halt und backt dabei. Meine Güte, was war ich froh um die halbe Stunde in der sie selig eine im Bad gefundene Box aus- und einräumte. Da wirkte grad der Fiebersaft. Eine halbe Stunde. Mehr war heute nicht drin. 

Super toll auch, wenn das Kind, das dann den ganzen Tag mehr oder weniger verpennt hat, abends nicht schlafen kann. Aber Wachsein geht auch nicht. Da wird gewühlt und sich an den Ohren gezogen und irgendwann wird getreten und wenn man das dann nicht darf wird geweint. Lange. Und ich Summe und singe und kuschle und gehe weg und decke zu und nehme die Decke weg und irgendwann findet sie auf mir eine bequeme Position und wird ganz ruhig. Und ich summe noch ein bisschen weiter aber es ist dunkel im Schlafzimmer und warm unter der Bettdecke und zack, schlafe ich, aber sie nicht. 

Und wenn man dann geweckt wird, indem ein kleiner, aber sehr harter Kinderhinterkopf mit Schmackes ans linke Jochbein kracht, dann ist das echt mal richtig mies.