Tag 2215 – Zusammenhangloses Gefasel.

Wir ernten wieder, also ich ernte, also ich pflücke eine Dreiviertel Stunde lang Himbeeren, was schön ist, denn das ist Alleinezeit. Die Meerschweinchen und die Schnecken finden auch gut, dass wir ernten, denn da fallen alle möglichen Blätter bei ab (Salat und diverse Beete für die Schweinchen, Kohl für die Schnecken) und da oben wächst noch tonnenweise köstliches Unkraut und Gräser, was hier neulich von der Kommune abgeholzt wurde, da hab ich den Schweinchen einen großen Arm voll von mitgebracht. Erwarte, dass mir die Schweinchen demnächst ein Denkmal aus Kötteln errichten.

Michel leidet selbst unter seiner Wut und kriegt sie doch nicht in den Griff, ach, ach. Ich hab da auch wenig Tipps, Wut gehört ja auch nicht zu den Gefühlen, die ich gut steuern kann. Armer Zwerg. (ICH BIN KEIN ZWERG! Würde er jetzt sagen. Und dann würd ich „Doch, du bist mein Zwerg.“ sagen.)

Michel scheint generell grad ne Phase zu haben, in der er gern insgesamt anders wäre – weniger wütend, weniger ängstlich, cooler, nachts durchschlafend, you name it*. Heute wollte er wissen, wie lange er wohl noch so viel Angst haben müsse. „Das weiß ich leider nicht“ führte zu sofortigem Aufbrausen, „vielleicht so 1-2 Jahre, würd ich tippen? fand er auch nicht so erquicklich. Wir hoffen einfach alle gemeinsam auf ein baldiges Ende der Phase, ich besonders auf das Ende der „ich will nicht SO [hier beliebige Eigenschaft einfügen] sein!“-Phase. Armer Zwerg.

Aus schierer Verzweiflung über den Stuss, den die Senterpartiet** hier im Wahlkampf so von sich gibt, bin ich heute den norwegischen Grünen beigetreten. Rettet die Wale, oehhhoehhh, jaja, aber rettet vor allem das Klima, jedenfalls das, was noch zu retten ist. In Norwegen traue ich das keiner anderen Partei zu, außerdem brauchen die hier echt noch Unterstützung, es sieht nicht so aus, als kämen die bei der Stortingswahl über die 4%(?)-Hürde. Klimaschutz, auch wenn der Weg tut***, ist ein bisschen unpopulär, in so ner Ölnation. Ich kann da nicht einfach weiter zugucken und mich auf meiner mangelnden Wahlberechtigung ausruhen.

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*vielleicht hab ich das mit dem Durchschlafen auch zu oft gesagt. Ich fühle mich jetzt wie die schlimmste Mutter der Welt. Ich wäre gern anders, nämlich eine bessere Mutter.

**„Bauernpartei“, hier in Eidsvoll bei den ganzen Bauern stärkste Kraft, huff. Man könnte sie auch „Öl, Fleisch und Traktordieselpartei“ nennen.

***das Klima nicht schützen und die Katastrophe einfach eskalieren lassen, wird mehr weh tun und auch mehr Geld kosten https://www.oecd.org/fr/environnement/climate-change-consequences-of-inaction.htm

Tag 2214 – Erledigt, erledigt, erledigt…

Die To-Do-Liste wurde diese Woche gut abgearbeitet und immerhin 4 Überstunden abgefeiert. Trotz Sommerarbeitszeit! Ich bin stolz auf mich.

Leider ergaben sich aus 2 der Punkte („XYZ Dokument lesen“) weitere To-Dos („XYZ zu Checkliste hinzufügen“), nächste Woche wird mir also auch nicht langweilig.

Pippis Pass ist jetzt beantragt. Sie war sehr niedlich, selbst als sie zu Herrn Rabes Chef (wir waren auf dem Weg kurz in Büro, weil Herr Rabe was abholen musste) als allererstes sagte „DU BIST GANZ KAHL!“. Sie kennt nicht soooo viele glatzköpfige Männer, ähäm. Der Chef nahm das mit Humor, hat ja selbst Kinder, wenn auch wesentlich ältere. Leider war sie, solange wir nicht mit Fremden in Räumen waren, eher zum „versehentlich“ irgendwo vergessen, Michel auch und huff, was freue ich mich auf nächste Woche, wenn die BEIDE GANZTÄGIG aus dem Haus sind. Die Erwachsenen hier im Haus brauchen Urlaub von den Ferien. Das können Sie jetzt verurteilen, oder sie laufen erst mal ein bisschen in unseren Schuhen, gerne auch auf Probe, Herr Rabe und ich ziehen so lange ins Hotel, während Sie alles viel besser machen.

Ich habe endlich rausbekommen, wie sich Michel in seine Mobilbank einloggen kann, das scheiterte bisher an einem nicht zugesandten PIN und der Tatsache, dass Michel nicht von Nummern kontaktiert werden kann, die nicht in seinem Handy gespeichert sind (also die wir in sein Handy gespeichert haben), also auch nicht von der Bank, die versucht hatte, ihm einen Code zuzuschicken. Jetzt ist aber alles eingerichtet, Michel hat den Einmalcode in einen persönlichen PIN-Code geändert und zumindest kann er jetzt auch dem Handy seinen Kontostand nachschauen (viel mehr geht mit seinem Konto eh nicht, eigentlich geht nur Kartenzahlung in physischen Geschäften und Geld abheben).

Montag rufe ich diverse Zahnärzte an und mache Termine und vielleicht rufe ich auch das Impfzentrum an, auch wenn das keine Lust hat, Zweitdosentermine zu ändern und lieber nach einer diffusen Prio-Liste die Leute kurzfristig anruft, wenn sie mal Dosen übrig haben. Leider schreiben so ziemlich alle Medien, dass so ziemlich alle sagen, dass das Intervall verkürzt wird und das FHI sagt, alle sollen so schnell wie möglich Dose 2 bekommen. Die Angst vor Delta ist endlich in Norwegen angekommen. Ich bin sehr gespannt ob beispielsweise übernächste Woche mein Handy klingelt und ich spontan zu Dose 2 antanzen soll. Und wenn man dann nicht in 5 Minuten da sein kann, heißt es dann „wollte nicht“?

Wir werden sehen.

Tag 2213 – Bloß schnell schlafen.

Hurra, ich darf ganz offiziell wieder baden! Ich habe mich also in sehr warmem Wasser gründlich eingeweicht, die Haare mit Silbershampoo einwirken lassen und leider keine Tuchmaske gemacht, weil die ne halbe Stunde hätte drauf liegen müssen und ich befürchtete, dann dabei einzuschlafen. Nach der Badewanne war das Tape am Hals gut aufgeweicht und ging ganz leicht ab, darunter saß einiges an tote-Hautschüppchen-Schmodder, den ich erst mal wegrubbelte, bevor neues Tape draufkam. Nur noch 50 mal üben und dann ist das Tape der Woche bestimmt auch nicht mehr schief oder zu breit oder zu hoch oder zu tief.

Morgen machen wir einen Familienausflug nach Oslo, um Pippis neuen Pass zu beantragen. Aus Gründen fahren wir alle, yeah, das wird super, um 08:30 Uhr im Zug zu sitzen mit Allemann. Pippi wird einen richtigen Reisepass kriegen, weil, wie ich heute las, nach dem 1.1.21 ausgestellte Kinderreisepässe nur noch ein Jahr lang gültig sind, danach kann man die jetzt um jeweils ein Jahr verlängern, wenn man ein neues Foto mitbringt. Was ja sinnvoll ist, weil so sieht Pippi wirklich gar nicht mehr aus:

Oh! Kein Hals.

Jedenfalls ist mir das zu doof, jedes Jahr mit Mann und Maus zur Botschaft zu gondeln, deshalb gibt es jetzt einen normalen Reisepass für sie, mit 5 Jahren Gültigkeit. Einziger Nachteil: höhere Passgebühr und wir können den neuen Pass nicht gleich mitnehmen, weil den, im Gegensatz zum Kinderreisepass, die Botschaft nicht selbst drucken kann. Wir müssen also morgen auch noch irgendwo einen Haufen Briefmarken auftreiben, weil ich ebenfalls keine Lust habe, fürs Ausweis abholen in drei bis vier Wochen wieder nach Oslo zu fahren. Noch ist ja reines Homeoffice – und wenn kein Homeoffice mehr ist, sind unsere Büros nicht mal eben nebenan und so gloriose Öffnungszeiten hat die Botschaft leider nicht, dass man mal schnell vor oder nach der Arbeit da vorbei geht.

Deshalb mache ich jetzt das Licht aus. Die erste Arbeitswoche nach den „großen Ferien“ war ganz schön anstrengend.

Tag 2212 – Kinder, Kinder.

Pippi hat heute einen Test zur Vorbereitung auf die Schule gemacht, das war lustig, fand sie. Danach wurde sie beim Hort wegen nicht vorhergesagtem Wolkenbruch klitschnass und fand auch das total lustig. (Puh! Wenigstens ein Kind mag den Sport-Hort. Und ein Hoch auf Wechselklamotten.)

Michel kann nicht schlafen, aber vielleicht bald schwimmen. Weiß grad nicht, ob andersrum nicht vielleicht besser wäre.

Wegen Kinder und COVID-19 Langzeitfolgen: ich hab es selbst nur überflogen, weil ich es eben erst entdeckt habe, aber das hier ist vielleicht etwas beruhigend für alle besonders mit noch kleineren Kindern: Kings College Lancet.

Tag 2211 – Buh!

Wir haben heute ein neues Passfoto von Pippi machen lassen und sie sieht darauf aus wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Aber hilft ja alles nix, Freitag ist der Termin bei der Botschaft für ihren neuen Kinderreisepass. Ich bin gespannt, ob sie den dann auch unterschreiben muss, wie Michel (der hatte da immerhin die erste Klasse schon hinter sich, aber Pippi bekam ihren ersten Pass ja mit drei Wochen, der läuft jetzt also ab). Es ist auch an der Zeit, das halslose, blauäugige Minibaby gegen das ziemlich große Kind einzutauschen, das Pippi geworden ist. Genau wie Michel geht die Tendenz immer mehr zu Spargel und mit dem Schulranzen auf sieht sie von hinten aus wie ein Rucksack mit blondem Schopf und Stöckchenbeinen. Heute hab ich sie vom Hort abgeholt und sie wollte am liebsten gar nicht nach Hause, sondern weiter mit ihren neuen Freundinnen spielen. So muss das.

(Trotzdem hab ich gestern eine etwas pissige Nachricht an die Schule geschrieben, denn die einzige (!) Info, die wir überhaupt bisher über den Schulanfang hatten, nämlich in welche Klasse Pippi kommen soll und welche Lehrerin sie bekommt, stellte sich nun nach den Ferien als falsch heraus. Das ist geändert worden, ohne die Eltern zu informieren, man muss in das Schulportal gehen, um das zu sehen. Als Mutter, eines Kindes, das keine Überraschungen mag (nicht das betreffende Kind, aber trotzdem!) und die auch selbst keine Überraschungen mag, finde ich sowas nicht erbaulich. Und wer nicht Bescheid sagt, der ändert auch nichts, ne? Meckerlise for life.)

Ein zusammenhangloser Hinweis: angebrochene, sterile Medikamente (z.B. Injektionspräparate) bitte sofort anwenden und eventuelle Reste entsorgen. Nicht aufbewahren und erst recht nicht umfüllen, es sei denn, Sie tun das in einem Klasse A Isolator und füllen es in ein steriles Gefäß, dann können wir darüber reden. Sterilität ist nicht mehr garantiert, wenn ein Medikament angebrochen ist, es sei denn, die Verpackung ist dafür gemacht und validiert (zum Beispiel Mehrdosisbehälter mit Septum, wie sie beispielsweise für Impfstoffe verwendet werden). Das steht dann drauf, manchmal auch wie oft durchstechen das Septum aushält und gegebenenfalls mit welcher Nadelstärke. Unsterile Medikamente injizieren ist nicht cool.

Tag 2210 – Zurück im Homewerk.

Endlich wieder Arbeit, wo es seeeeehr ruhig ist zur Zeit. Lächerlich ruhig. Drei Inspekteurinnen sind da, eine macht parallel Kindergarteneingewöhnung, ist also eher wenig tatsächlich da. Ich hatte relativ entspannte 120 Mails in der Inbox, davon nichts mit Drama. Meine To-Do-Liste* ist zwar jetzt lang, aber gut machbar. Ich muss zwar bis Ende des Monats noch mal zusätzlich 12 Überstunden abfeiern und hatte bis heute Mittag keine Ahnung, wie das gehen soll, aber dann traute sich Michel nicht, allein beim Schwimmkurs zu bleiben** und ich saß eine Stunde in der Schwimmhalle herum, während Michel wirklich gut mitmachte und auch sofort Fortschritte machte und Erfolgserlebnisse hatte. Er kann jetzt auf dem Rücken treiben und dabei mit den Beinen paddeln, nach 45 Minuten Kurs. Vielleicht muss ich mir ja am Ende des Kurses tatsächlich keine so großen Sorgen mehr machen, dass er absaufen könnte.

Wird schon werden. Ich mag meine Arbeit ja immer noch sehr, aber nicht so sehr, dass ich meinem Arbeitgeber Stunden schenken möchte.

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* bester Artikel, der gestern bei NRK veröffentlicht wurde: wenn man unorganisiert ist und keinen Überblick über den Workload hat und man deshalb vorsichtshalber gar nichts sinnvolles tut, soll man *Trommelwirbel* sich einen Überblick verschaffen, mittels To-Do-Liste. Das schreibt eine Psychologin! Dann muss es stimmen. Erwarte nach „Unorganisierte sollten sich einfach organisieren!“ demnächst dann das allseits beliebte „Depressiv? Lach doch einfach mal!“ oder „Du hast Angst vor [Ding]? Aber [Ding] ist doch gar nicht gefährlich! Reiß dich zusammen.“ Es ist wohl echt Sommerloch, trotz Olympia.

** das klingt viel harmloser, als es war. Es war für alle Beteiligten schlimm, der arme Zwerg kämpft grad wirklich sehr mit seinem sich entwickelnden Gehirn. Umso besser, dass er dann Spaß und Erfolg hatte.

Tag 2207 – Affenbabys.

Vielleicht ist das Geheimnis, gut und ausreichend geschlafen zu haben, heute ging es jedenfalls bei allen irgendwie besser mit Tierpark und anderer Action. Oder es liegt am Wetter, das war heute super.

Jedenfalls, Fazit zum Kristiansand Dyrepark: Tierpark Hop, Freizeitparkteil eher Flop. Wenn man nicht riiiieeeesiger Kaptain Sabeltann-Fan ist, kann man den Teil vom Park gut überspringen. Der Tierpark ist aber wirklich schön und wir haben dann heute die Tiere nachgeholt, die wir gestern aus Wetter- und Schlangestehgründen nicht geschafft oder gesehen haben:

Die Giraffen waren gestern nicht draußen.
BABYLEMUR!!!

Achtung, es folgen ein paar Bilder mit unter anderem Schlangen (keine Spinnen, keine Insekten).

Schlangi!
Alli-alli-gatoah.
Chamäleon-Po.
Schlangi 2!
Missmutiger Frosch.

So, fertig mit Reptilien und Amphibien.

Die Capybara-Kinder waren mindestens so neugierig auf die Rabenkinder, wie umgekehrt.
Ein Herz für No-Bullshit-Tiere wie Capybaras und Hornfrösche.
Orang-Utan-Junges versucht unter Beobachtung durch die Mutter mit einem Stock nach dem Futter in der Kiste zu prökeln. Die Kiste hat ein Loch im Boden, die Affen müssen also die richtige Seite der Kiste mit dem Stock nach oben schieben, damit das Futter raus fällt. Mama Affe weiß das offenbar, Affenkind auch, aber Affenkind muss noch üben. Macht es auch, unermüdlich und die Mutter am Arm herumzerrend.

Orang-Utans sind vielleicht unter den coolsten Tieren der Welt, ich hätte denen stundenlang zusehen können. Ich muss wirklich aufpassen, die nicht noch mehr zu vermenschlichen, es drängt sich bei deren Verhaltensweisen wirklich auf.

Nach Affen und Reptilien hatten wir Eishunger, auf dem Weg kamen die Knie- und Ellenbogenpflaster zum Einsatz, die die kluge und fürsorgliche Mutter Rabe natürlich dabei hat um etwaiges Geschreul sofort im Keim zu ersticken.

Und nach dem Eis: Baden. Badeland: topp. Herr Rabe und ich wären gerne auch auf mindestens einer der drölfzig Rutschen gerutscht, aber das fanden die Kinder blöd und am Ende so eines Tages sind zumindest unsere Kinderüberredungskapazitäten aufgebraucht, also machten wir, was die Kinder wollten. Pippi wollte hauptsächlich in einem der Kinderbecken tauchen. Das Becken hatte sicher 28 Grad Wassertemperatur, ich saß da also einfach bis zur Brust drin und ließ Pippi tauchen, dabei dachte ich an wenig und wartete aufs Verschrumpeln, während mir die Sonne auf den Rücken schien (Ich sollte mir eine Sonnenbrille fürs sommerliche im-Wasser-sein anschaffen). Super gut war das. Das Becken hat außerdem eine der Attraktionen in klein: eine Art aufgeblasenen Hüpf-Hügel, der von oben die ganze Zeit mit Wasser begossen wird, und auf den man drauf klettern kann, um dann oben zu hopsen, runter zu rutschen und beim Rutschen zu bouncen. Das fand Pippi erst blöd und dann super. Wir badeten bis das Bad schloss (gestern waren wir hingegen um halb sechs alle so gar, dass wir die letzten eineinhalb Stunden sausen ließen). Ich hatte mir extra so Bandagen-Abdeckungs-Film gekauft, das hat zumindest heute sehr gut geklappt, nachdem ich gestern gelernt hatte, dass man die Schutzfolien von der mit 1 gekennzeichneten Seite wirklich zuerst abziehen sollte. Für ein optisch optimales Ergebnis, funktioniert hat es gestern auch, sah aber halt nicht hübsch aus. Leider bin ich gegen den Kleber von dem Film allergisch und hab jetzt Pickel am Hals. Etwas Schwund ist immer.

Also: Badeland lohnt sich, da ist für jede Alters- und Risikogruppe was dabei.

Den Campingplatz hingegen (Roligheden Camping) kann ich nicht wirklich empfehlen. Die Klos müffeln und es sind Unisex-Klos (Einzelkabinen), in einem Land in dem Kindern mit Penis von klein auf beigebracht wird, im Stehen zu pinkeln. Ihbah.

Ich freue mich auf zu Hause.

Tag 2206 – Uuuuuufffffff.

Ich gehe nie wieder einen Schritt.

Dieses Mal Freizeitpark ist wesentlich anstrengender als das letzte, keine Ahnung warum.

Hier ein Suchbild mit Löwe:

Ich muss sagen, für einen Tierpark (!) ist das hier wirklich ok, die Tiere haben alle sehr, sehr viel Platz vor allem die, die auch sehr viel Platz brauchen, und das führt halt dazu, dass man die meisten Tiere nicht sieht.

Wettermäßig heute leider eher scheiße, launemäßig hatten wir ein Kind, das dauernd vorrannte und ein Kind, das wir dauernd antreiben mussten und zwei Eltern sind jetzt sehr sehr müde und heiser vom ständigen rufen.

Was ich mir auch lieber gar nicht erst vorstellen will: wie voll der Park sein muss, wenn sie die Besucherzahl nicht begrenzen.

Morgen noch mal, mit laut Vorhersage besserem Wetter und Fokus eher auf Freizeit- als auf Tierpark.

Protipp für Eltern: wenn man mehrere Kinder hat, die NIEMALS irgendwelche Glücksspiele machen lassen. Wenn ein Kind gewinnt und ein anderes nicht, haben sie den Super-GAU.

Tag 2199 – Sechsjährige in da House!

Das erste, was man heute morgen von Pippi vernehmen konnte, war „Ich hab GEBURTSTAG!“. Der große Tag, seit Monaten darauf gefreut und gehadert, weil es noch „so lange“ dauerte, also auch letzte Woche war es noch „so lange“, ach ja, die Wahrnehmung von Zeit bei Kindern.

Pippi (und wir alle) hatten einen schönen Tag, mit Kuchen, mehr Kuchen, Baden, Hitze, Abhängen (wegen Hitze) und Pizza. Pippi wurde reich beschenkt und besitzt jetzt unter anderem eigene Pokémon-Karten (Herzenswunsch) und ein großes Set mit wild glitzernder Kinderschminke in allen erdenklichen Rosa-lila-blau-Schattierungen. Ein Schelm, der denkt, sie könne dann mein Make-Up in Frieden lassen. Nachdem Pippi sich und Herrn Rabe geschminkt hatte, verabredeten wir, dass ich ihr mal zeige, was davon wo genau hin gehört nicht dass Leute denken, wir vermöbeln sie übel. Nach dem Baden im See waren wir aber alle zu platt (ich war nicht baden, ich hab nur zugeguckt) für irgendwas anderes als rumhängen, also machen wir das wohl morgen.

Pippi hat auch ein Portemonnaie bekommen, weil sie ab jetzt auch Taschengeld bekommt. Da ist sie sofort 10 cm gewachsen. Und eine Uhr. Mit Brille, Uhr und Portemonnaie sieht sie, obwohl das alles rosa ist, schon so groß aus, dass mir ganz Angst und bange wird, dass sie morgen wild pubertiert und übermorgen zum Studieren auszieht.

Ein bisschen darf sie nämlich gerne noch meine große kleine Maus bleiben.

Hachz.

Liebe kleine Rübennase: sei weiter, wie du sein willst, denn genau so bist du ganz wunderbar. Ich komme immer zu allen deinen Shows. Ich hab dich schrecklich doll lieb – deine Mama

Tag 2197 – Geht, geht.

Neuer Spaziergangsversuch, deutlich besser als vorgestern. Es wird also.

Unter dem Pflaster haben sich gleich zwei neue Level freigeschaltet, nämlich Berührungsempfindlichkeit und Jucken. Hurra. Das ist aber hauptsächlich nervig und ja ein Zeichen für Heilung, ich klage also nicht nur wenig. Weiterhin kann ich langsam wieder normal klingende Fragen stellen und auch singen – klingt nur seltsam, muss ich noch üben. Ich vermute mal, das ist, wie wenn man an der Hüfte operiert wurde und dann erst mal wieder üben muss, normal zu laufen.

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Pippi fand im Garten zelten so gut, dass sie und Herr Rabe das gleich noch mal machen. Mit Frühstück im Zelt! Ich schlafe also wieder alleine, jedenfalls so lange, bis Michel sich dazu kuschelt. Aber das ist immer noch viel mehr Platz, als mit Herrn Rabe UND Michel im Bett.

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Morgen kommen M. und H. aus Trondheim zu Besuch, Michel ist schon ganz aus dem Häuschen. Siehe oben.